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…fühle ich mich heute. Katzenjammer-mäßig. Irgendwie wird mir gerade mal wieder alles zu viel. Es gibt so viele Baustellen, dass ich nicht weiß, wo ich zuerst anpacken soll. Und alles bleibt halbfertig oder liegt brach.
Drei Dinge plagen mich nebst dem äußerlichen Chaos besonders:
1. Ich werde den Kindern partout nicht allen gerecht
Der Große schreibt heute eine Englischarbeit, von der abhängt, ob er im Zeugnis noch eine 3 oder leider eine 4 bekommt und ich habe viel zu spät angefangen, mit ihm zu lernen, bzw. ihn zum Lernen anzutreiben. Von alleine macht er nicht viel. In vielen Fächern kommt er damit gut klar, aber Englisch ist sein Schwächelfach. Er hat Rechtschreib-Probleme, was ihn in Deutsch schon im Aufsatz immer eine Note kostet, aber im Fach Englisch eben den Kragen kosten kann, denn eine falsch geschriebene Vokabel ist automatisch eine falsche Vokabel, egal ob das Wort gewusst wurde oder nicht.
Der Kurze war gestern mit dem Kindergarten auf einem Ausflug und ich habe es nicht mitbekommen gehabt, weil ich vor lauter Essensdiskussionen mit den Erzieherinnen gar nicht mehr in unser Fach geguckt hatte. So musste der Arme den ganzen Tag mit vier kleinen Schnitzelchen überstehen, die ich ihm als Ersatz für die Gemüsenuggets mitgegeben hatte, die es in der Kita zum Mittagessen gegeben hätte….
Ich habe ein so schlechtes Gewissen ihm gegenüber! Das wäre mir bei meinem Großen niemals passiert! Obwohl ich arbeiten gegangen bin. Aber jetzt mit den Dreien…. zur Zeit entgleitet mir mal wieder alles!
Das zweite, was mich plagt:
Irgendwie geht alles so schnell vorbei. Bestürzt wurde mir klar, dass der Kurze nun bald sein letztes Kindergartenjahr beginnt, er aber in den letzten beiden Jahren nie so richtig zur Ruhe gefunden hat und angekommen ist. Ich konnte mich viel zu wenig einsetzen und in der Kita geht alles drunter und drüber, seit es die ständigen Erzieherwechsel gibt bzw. viel zu wenige da sind.
So geht es mir mit vielen Dingen, insbesondere auch mit mir und meinen eigenen Bedürfnissen und auch denen unserer Beziehung. Alles kommt zu kurz, die Tage gehen in Stress, Hektik und teils miesester Stimmung rum und sind dann einfach vergangen. Vorbei. Aus. Weg. Für immer. Wann soll es denn endlich mal wieder besser werden? Wird es jemals besser? Ist nicht jeder Tag, der unterm Strich ein “blöd gelaufener” war, ein verlorener Tag? Ist das die Midlife Crisis? Meine Midlife Crisis?
Dann kommt noch etwas Drittes dazu, das mich zur Zeit sehr belastet:
Im Moment sind die Kinder sehr fordernd.
Der Große “präpubertiert” und will alles ausdiskutieren, stellt alles in Frage, hört nicht, hat seinen eigenen Kopf, egal ob ihm das schadet oder nicht. Bei Gegenwind wird mit großer Ausdauer getobt, geschrieen, gejammert und gezetert, was das Zeug hält.
Der Kurze ist einfach der Kurze. Er war immer schon fordernd und schnell in Rage zu bringen. Mit ihm ist vieles Kampf. Er liebt den Kampf in jeglicher Ausprägung so sehr, dass sein großer Bruder neulich schon zu ihm sagte, er solle doch später mal Soldat werden. Ich werde ihn im September im Judo anmelden, um das Ganze vielleicht in positivere Bahnen zu lenken. Aber es schlaucht mich einfach. Ich bin überhaupt keine Kämpferin. Es strengt so an, täglich Kämpfe ausfechten zu müssen, obwohl man es überhaupt nicht will.
Die Maus ist knapp zwei. Und (noch) zu Hause. Mehr muss ich dazu nicht sagen, wer Kinder hat, weiß, was das bedeutet. Und die Dickschädelphase ist auch schon heftig im Anmarsch.
Unterm Strich ergibt sich dann für mich folgendes Bild: Mit drei Kindern ständig im Chlinch liegen, das schlaucht extrem. Und es drängt mich auch in eine Rolle, in der ich nicht sein will, die mir aufgedrückt wird. Ich will nicht dauernd schimpfen müssen, mit Konsequenzen drohen müssen, zwingen müssen, laut werden müssen, weil sonst die Ohren auf Durchzug sind.
Gelassen bleiben fällt mir häufig schwer, einfach weil die Batterien so schwach sind und weil ja immer schon das / der nächste in der Warteschleife hängt. Liebe austeilen, das kann ich gut, das tu’ ich zu Hauf und sehr gerne. Aber das hilft halt auch nicht bei Meinungsverschiedenheiten…
Ich will das nicht! Und ich weiß grad nicht raus. Hat jemand eine Idee?
Seit ein paar Tagen treibt mich eine Frage um, die unseren nahenden Urlaub betrifft. Wir haben Anfang des Jahres eine Woche Kinderhotel mit “all inclusive”-Verpflegung gebucht, ohne groß drüber nachzudenken. Als wir das letzte Mal in so einem Hotel waren, gab es die Maus noch nicht und der Kurze konnte noch alles essen. Der Große hatte zwar seine Farbstoff-Unveträglichkeit, aber ihn von den regenbogenfarbigen Limonaden wegzuhalten, war eigentlich kein größeres Problem.
Nun sieht aber alles anders aus:
1. Die Maus
Weizenunverträglicheit. Und zwar so richtig. Kleinste Mengen, z.B. in einer Soße, reichen aus, um ihre Haut rauh und juckig zu machen. Sie beginnt dann, zu kratzen und nach kurzer Zeit ist alles von blutigen Kratzspuren übersät und sie ist extrem jammerig und schläft schlecht. Kein Wunder, wenn einen alles juckt!
2. Der Kurze
Fruktoseintoleranz. Und zwar zur Zeit sehr akut, weil er im Kindergarten ohne mein Wissen viel zu viel Obst gegessen hat. Was faktisch bedeutet, dass ich ihn ernährungstechnisch für ca. 4-6 Wochen komplett von Fruktose runterfahren muss, um die Bauch- und Kopfschmerzen, die er zur Zeit quasi ständig hat, sowie die ebenfalls daraus resultierenden starken Stimmungsschwankungen wieder wegzubekommen.
Und das ist sehr einschränkend. Es ist nicht nur mit Obst weglassen getan, nein auch fast kein Gemüse geht, kein Vollkorn, kein Roggen, keine Gerste, kein Soja, kein Haushaltszucker, Honig, Marmelade, folglich auch kein Keks, kein Stück Kuchen, kein Eis, absolut nichts Süßes, das es im Allgemeinen auf “all inclusive-Buffets” so gibt.
3. Der Große
Die unkomplizierteste Person hier im Haus. Er muss nur künstliche Farbstoffe und Kohlensäure meiden. Das ist übersichtlich und wenig problematisch. Außerdem war er immer schon ein sehr kooperatives Kind.
4. Ich
Weizenunverträglichkeit. Aber nicht soo wild. Ich bekomm ne unreine, fleckige Haut davon und Blähungen. Das wars. Ob ich mir das gebe oder nicht, kann ich spontan entscheiden.
Absolut keinen Zuckerkonsum. Und zwar auch kaum Obst. Denn ich streife am Diabetes entlang und wenn ich vermeiden will, dass das so richtig ausbricht, muss ich mich wirklich daran halten. Wenn ich sündige, straft mich mein Körper mit einem hohen Blutzuckerspiegel, der mich extrem müde und schlapp werden lässt.
5. Der Göttergatte
Aus gesundheitlichen Gründen kein Zucker. Es passiert nicht viel, wenn er sündig, außer dass er zunimmt und folglich schlechte Laune bekommt.
Aber er ist seit Monaten wahnsinnig standhaft und hat kein Fitzelchen Süßes zu sich genommen, was ich sehr beeindruckend finde. Er sitzt stoisch an einer Kaffeetafel und guckt den anderen beim Kuchenessen zu. Sehr cool! Ich bin so stolz auf ihn!
So sieht das also aus. Am schlimmsten hat es definitiv den Kurzen getroffen. Und ausgerechnet er ist auch der, dem solche Dinge am schwersten fallen. Er liebt Süßes und er hasst Einschränkungen aller Art.
Und ich sehe uns also dort vor diesen Riesenbuffets stehen und Dreiviertel der Nahrungsmittel gehen für irgendeinen am Tisch nicht. Ich fürchte Heularien vom Kurzen und von der Maus, wenn Dinge am Tisch gegessen werden, die sie nicht dürfen. Wir können aber auch nicht verlangen, dass alle nur noch essen, was für alle geht, denn dann bleibt nicht mehr viel übrig.
Was ich mir schon komplett abgeschminkt habe, ist die Teilnahme an der “Nachmittagsjause”. Den Anblick all der Kuchen und Torten kann ich mir sparen, da außer dem Großen sowieso keiner davon essen darf. Der kann ja zum Glück schon alleine hingehen und es sich gut gehen lassen…
Und weiterhin? Ich werde wohl die Küche vorwarnen müssen, vor allem für die Abendgerichte und vor allem wegen der Weizengeschichte. In Hauptgerichten ist per se nicht viel Zucker enthalten, deshalb bedeuten sie für meinen Mann und mich kein Problem, und für den Kurzen können wir die Dinge aussuchen, die gehen.
Außerdem habe ich mir überlegt, ob ich die Kinder irgendwie anderweitig belohnen kann, wenn sie auf ihre Unverträglichkeiten achten und nicht rumtoben, weil es eben kein Eis gibt. Mit Bonuspunkten, für die sie sich am Ende vom Urlaub was aussuchen dürfen oder so.
Und wir werden natürlich auch eigene Nahrungsmittel mitnehmen. Süßigkeiten, die der Kurze essen darf (alles nur mit Traubenzucker Gesüßte geht), Getränke, die er verträgt. Kekse aus Dinkel für die Maus. Stevia zum Süßen, denn das vertragen zum Glück alle!
Trotzdem habe ich Bauchgrummeln bezüglich des Urlaubs. Es ist so schade, dass man nicht einfach unbeschwert drauflos essen kann, einfach Spaß haben und genießen. Hätten wir das vor ein paar Monaten schon gewusst bzw. uns bewusster gemacht, hätten wir wohl einen anderen Urlaub gebucht. Einen mit Selbstverpflegung…. denn ich bin mir noch nicht sicher, was stressiger ist – selber kochen (zur Zeit sehr aufwändig und mit viel Sonderregeln verbunden) oder Spießrutenlaufen im Pradies der verbotenen Dinge….
Wenn jemand noch eine gute Idee hat, wie wir diese Woche einigermaßen ungestresst durchstehen können, dann immer her damit! Ich bin für jeden Gedankenanstoß dankbar!
Seit Freitagmittag sind wir stolze Besitzer eines Gartentrampolins! Nein, eigentlich sind die Kinder die Besitzer, oder soll ich lieber sagen “Behopser” desselbigen. Mit Ausnahme der Nacht und der kurzen Nieselperiode heute Mittag war das Trampolin quasi ausnahmslos besetzt von einem, zweien (in wechselnder Besetzung) oder auch mal allen dreien gemeinsam.
Schon jetzt sehe ich, dass sich diese Anschaffung durchweg gelohnt hat. Endlich ein Platz, an dem sie sich relativ sicher austoben können! Getobt haben sie vorher auch – aber immer zwischen scharfen Kanten und spitzen Ecken… da ist mir das gepolsterte Hopseding doch wesentlich lieber! Klar kann man sich da auch mal anhauen, aber die Gefahr ist doch deutlich geringer.
Der Große springt gezielt und kraftvoll und probiert besondere Sprungarten, der Kurze rennt am liebsten wie ein Hamster im Rad drin rum und spielt auch mal wild herumkreiselnd und -hüpfend “Ninjago” und die Maus hopst gummiballmäßig durch den gesamten Kreis, was das Zeug hält. Heute Abend ist sie um kurz vor sechs auf der Couch zwischen lauter sich unterhaltenden Erwachsenen in meinem Arm (nein, eigentlich an meiner Br.ust) eingeschlafen. Vor lauter Erschöpfung. Hihi.
Besonders beliebt ist, ein paar (oder auch ein paar mehr) Bällebad-Bälle (wie nennt man die denn nun genau ???) aufs Trampolin zu kippen und darin herumzuhüpfen. Sieht lustig aus und macht auch sicher viel Spaß.
Ich selber darf aufgrund einer Rückenfehlbildung nicht hüpfen. Als ich 15 Jahre alt war (und noch nichts von dieser Fehlbildung wusste), haben wir mal im Sportunterricht das Riesentrampolin ausprobiert und ich war daraufhin zwei Wochen lang auf Gehstützen unterwegs….
Auf jeden Fall macht es mir selber einen Riesenspaß, meine Kinder beim Springen zu beobachten und ab und an auch die Kamera hervorzuholen. Fröhliche Kinder, schön ist das!
Morgen wird er elf Jahre alt, unser großer, wirklich großer Junge. Inzwischen hat er mich (fast?) eingeholt. Na gut, mit 1,62 m bin ich jetzt nicht gerade der Mensch, der auf andere herunterguckt… trotzdem irre. Letztes Jahr hatte er meine Schuhgröße, nun meine Körpergröße.
Mein Künstler, mein Träumer, mein wandelndes Hier-und-Jetzt. Immer noch schulterlanges Haar, liebt den Farbenrausch, ist chaotisch und unordentlich, gut in der Schule und sehr hilfsbereit. Ungeduldig, aufbrausend, voller vielfältiger Gefühle, immer mit dem Blick für das Besondere, sei es ein schöner Wolkenhimmel oder der Stein, der aussieht wie ein Gesicht. Vor allem aber ist er eine durch und durch ehrliche Haut. So ehrlich, dass es manchmal schon fast niedlich ist, wenn er, nachgefragt, wie lange er denn gestern noch im Bett gelesen hat, ganz bedröppelt guckt und selbstverständlich die richtige – viel zu späte – Uhrzeit verrät. Das ist schön und lässt ihn mir innerlich sehr nahe kommen. Offenheit zeugt von Vertrauen, Vertrauen zeugt von Liebe.
Vor ein, zwei Monaten kam er zu mir mit der Idee für einen LEGO-Geburtstag. Und den bekommt er nun morgen. Mit LEGO, Freunden, Spielen rund um und mit LEGO – und natürlich mit einer LEGO-Torte. Eigentlich sollte sie rot werden, das klappte aber nicht ganz so wie geplant, ist aber auch schwer so ganz ohne künstliche Farbstoffe. Trotzdem ist sie toll geworden, finde ich.
Vor genau elf Jahren lag ich in den Wehen – morgens früh um sechs (kam nicht die alte Hex, nein…) platzte mir die Fruchtblase. Dann gings in die Klinik und leider setzten keine Wehen ein, also kam ich an den Tropf. Diese Wehen waren sehr schmerzhaft und es dauerte bis abends um acht, bis der Muttermund offen war. Dann hätte unser Schatz ja eigentlich kommen können. Aber leider ging dann gar nichts mehr. Ich probierte alle Features im Kreissaal von der Schlinge bis zum Hocker aus, aber nichts half.
Letztendlich ging der 31. März vorbei und kurz vor Mitternacht wurde mir dann ein Kaiserschnitt nahegelegt, der dann um 0:20 Uhr, leider in Vollnarkose, vollzogen wurde, weil sie die PDA aus unerfindlichen Gründen nicht setzen konnten. Kurz vorher probierten sie es noch mit der Saugglocke – und diese Momente gehören mit zum Schlimmsten, was ich in meinem Leben erlebt habe. So schlimm, dass ich darüber keine weiteren Worte verlieren möchte. Es war nicht wirklich eine Geburt, wie eine Frau sie sich wünscht. Trotzdem endete auch sie mit dem größten Wunder, den Gottes Erdboden hervorbringen kann: einem niedlichen neuen, einzigartigen, höchst lebendigen Wesen. Ich liebte unseren kleinen Mann sofort abgöttisch, lief bereits am nächsten Tag freudestrahlend auf der Wöchnerinnenstation herum und erzählte jedem, dass ich umgehend noch ein weiteres Kind haben wolle.
So war das. Und nun wird er elf Jahre alt. Und ist (fast) so groß wie ich. Unfassbar. Ich freu mich auf morgen!
Der GROSSE – entweder rückt die Pubertät mit schnellen Schritten näher, oder in der neuen Klasse ist er noch nicht so richtig angekommen. Auf jeden Fall war ich ganz erstaunt, als er die neulich von mir für ihn mit nach Hause gebrachte knallrote Jeans im Sixties-Style mit den Worten: “Mama, da seh ich ja aus wie ein Clown!” ablehnte…
Der KURZE – hat seit heute die Windpocken. Und ist zur Zeit einerseits ab und zu granatenmäßig nervig, zum anderen aber einfach nur zuckersüß. Vierjährige sind einfach Klasse! Lieblingszitat von heute: “Mama, der X (großer Bruder) hat gesagt, wenn ich mir mit dem alten Deutschland-Geldstück (eine Mark, Anm. d. Verf.) was kaufen will, dann muss ich in die Vergangenheit zurück. (… kurze Bedenkpause…) Mama, ich will mit dem Fahrrad in die Vergangenheit fahren!” (Enttäuschung, als ich ihm erkläre, dass das leider nicht geht.)
Die MAUS – ist ein echt obercooles, taffes Mädel. Meine Tochter halt!
Sie war heute mit beim Dottore, um in der Hoffnung, dass wir es abbiegen können, schnell noch die zweite MMR-plus-Windpocken-Impfung zu kassieren. Und was soll ich sagen? Ich erklärte ihr, dass sie jetzt einen Pieks bekommen würde, krempelte ihr den Ärmel hoch und die kleine Frau guckte, ohne eine Miene zu verziehen, dem Doc zu, wie er ihr die Spritze setzte. Dann Ärmel wieder runter, fertig. Kein Zucken, kein Pieps, keinen Mucks. Fehlte nur noch, dass sie sich bedankt.
Oberhart! Ich bin beeindruckt – und an mich selber erinnert. Ich war (und bin) bezüglich medizinischem Kram auch immer schon so.
Der Mann und ich sollten eigentlich fett- und zuckerarm essen.
Die Maus und der Kurze vertragen beide keine Fructose – also kaum bis kein Obst.
Die Maus hat zusätzlich eine relativ neu festgestellte Weizenunverträglichkeit.
Der Große verträgt keine künstlichen Farbstoffe (das ist allerdings noch das kleinste Problem) und hat vor zwei Wochen beschlossen, dass er ab sofort vegetarisch leben möchte.
Abgesehen von diesen wirklichen Verboten isst noch der Kurze so gut wie keine Rohkost (Gurke, Tomate, Paprika, Karotte – alles bäh!)
An zubereitetem Gemüse wird von den beiden Jungs so gut wie alles verschmäht außer Karotte und Brokkoli… *seufz* …und natürlich die gute alte Tomatensoße, in die ich so gut wie jedes Gemüse schon hineingeschummelt habe…
Ich selber darf keine rohen Äpfel, keine rohen Karotten und keine Haselnüsse essen.
Mein Mann verträgt kein Ei.
…
Oh Mann!!!! Und da soll frau noch abwechslungsreich und gesund kochen / servieren??? Ich war schon bisher manchmal echt angefressen, weil mir außer den gefühlten fünf Rezepten, die sich als gangbar erwiesen haben, schon kaum noch was einfiel… und jetzt die Weizenunverträglichkeit. Dadurch fallen auch viele schnelle Gerichte wie Tortellini, Gnocchi, selbergemachte Burger etc. weg. Ich bin grad ziemlich ratlos.
Aber heute war ich mal wieder im Bioladen und hab dort rumgekramt – und bin über eine Falafel-Fertigmischung gestolpert. Ich liebe Falafel! Die habe ich in meiner Studienzeit in Freiburg soo oft und gerne gegessen. Also besorgte ich noch Ciabattasemmeln (als Fladenbrotersatz – das gibts ja nur aus Weizen) , Salat, frische Tomaten und Joghurt und fuhr fröhlich gen Heimat.
Salat rupfen, waschen und schleudern, Tomaten waschen und in Scheiben schneiden, eine Zwiebel ebenfalls in Ringe schneiden und alles in Schälchen auf den Tisch packen. Die Joghurtsoße habe ich aus Naturjoghurt, fein zeriebenen Nanaminzeteeblättern, Knoblauchpulver und Salz selber angerührt. Eigentlich wollte ich gerne noch Kardamom hineintun, hatte aber leider keine Schoten mehr. Und was soll ich sagen? Sie schmeckte super! Genau wie zu früheren Zeiten!
Die Falafel nach Packungsanweisung vorbereiten (ich salze meist nochetwas nach, die Biosachen sind oft sehr vorsichtig gesalzen) und dann in Olivenöl ausbacken.
Alles zusammen in eine aufgeschnittene Ciabattasemmel packen und genießen! Soooo lecker! Und das Beste: die Maus und der Große waren angetan! Wer hätte das gedacht? Uff, wieder ein neues Rezept für den Menüplan.
Wer übrigens trotz diesem Verbots-Chaos oben noch ein Rezept weiß, der schreie “Hier”!
Ich konnte übrigens den Großen inzwischen davon überzeugen, nicht ganz auf Fleisch zu verzichten, sondern hier Zuhause wenigstens die Bio-Fleisch- und Wurstwaren mitzuessen, da es ihm hauptsächlich um den schrecklichen Umgang mit den Tieren ging. Sonst wüsste ich echt langsam nicht mehr weiter…..
…at it’s best:
Da hat man EINMAL im Jahr kein Auto, weil der Gatte damit unterwegs ist (Dienstwagen kaputt), dann ruft der Große mit martialischen Bauchschmerzen aus der Schule an, ich soll ihn abholen. Schnell organisiere ich einen Fahrdienst in der Nachbarschaft. Zuhause angekommen krümmt sich das Kind eine weitere halbe Stunde lang vor Schmerzen und bedeutet mir, dass es so weh tue, dass er nicht mal mehr jammern könne – dann würde es noch mehr weh tun. Kein Arzt hat Dienst, einen Notdienst gibt es nicht. Die Dame am Fon sagt: packen sie ihn ins Auto und fahren sie ins Krankenhaus!
Also rufe ich meinen Mann an, er macht es daraufhin am Dienstort hyperwichtig und kommt schnell heim. 30 Minuten später, als er endlich da ist…. sind die Bauchschmerzen “fast wieder weg” … AAAAH!
Da stimm’ ich doch gleich in Frau Gminggmanggs Streitgesang mit ein!
Wer von uns kennt das nicht? Es gibt etwas, das uns sooo gut schmeckt, dass wir es wieder und immer wieder essen könnten, am liebsten jedenTag. Beim Mittagessen geht das nicht wirklich, ich bin dagegen, jeden Tag Spaghetti Pesto zu kochen, nur weil mein Großer das so liebt.
Aber beim Frühstück, da frönen meine Jungs ihren Dies-und-das-Phasen. Lange waren es “Cerealien” (was für ein blödes Wort, bei uns heißen die alle Poppies) mit Milch. Dann folgte ein paar Monate lang Vollkorntoast mit Butter und gekochtem Schinken, dazu ein Glas Kaba. Mein Großer ist gerade in einer unentschlossenen Phase, aber unser Kurzer hat nun seit einer Woche die “Vollkorntoast mit Erdbeermarmelade und ein Glas kalte Milch”-Phase eingeläutet.
Müsli mag bei uns leider keiner. Wäre auch schwierig bei der Fructose-Intoleranz des Kurzen…
Und bei Euch so? Was frühstücken Eure Kinder?
Diese Woche Dienstag hat bei uns die Schule wieder begonnen – und für unseren Großen war es besonders aufregend, weil er ja in die fünfte Klasse kam. Das letzte Schuljahr war spannend und auch stressig, weil es ständig darum ging, ob die Noten gut genug sind für diese und jene Schule… Er hat letztendlich den Notenschnitt fürs Gymnasium geschafft, obwohl wir gar nicht damit gerechnet hatten. Trotzdem geht er nun seit Dienstag auf die Realschule hier im nächsten Ort. Es war ein langer Prozess, diese Entscheidung zu fällen. Wir haben viele Gespräche geführt mit unserem Großen und ihm Vor- und Nachteile der beiden Schultypen aufgezeigt, sowie die Möglichkeiten, die er hat, auch von der RS-Grundlage aus das Abi nachzuschieben.
Ich persönlich stehe sehr auf Kriegsfuß mit dem G8-”Experiment” und kann aus Pädagogensicht das G8, so wie es heutzutage aussieht, guten Gewissens nur für Kinder empfehlen, die sehr gerne zur Schule gehen, hoch motiviert und neugierig sind, in der Grundschule bereits ohne Probleme ihre Hausaufgaben erledigt haben und einfach gerne lernen.
Mein Sohn hingegen ist zwar an Neuem immer sehr interessiert, aber zum einen längst nicht an allem Neuen und zum anderen hat er einfach kein Sitzfleisch. Hausaufgaben sind ihm ein Greuel, wir haben hier schon Kämpfe ausgefochten, da bin ich froh, dass wir kein Publikum dabei hatten! O_o
Und aus diesem Grund glaube ich, dass das G8 nichts für ihn ist. Ich möchte den Spaß, den mein Sohn an Schule hat, nicht im G8-Experiment verheizen, ich mache ihn nicht zum Versuchskaninchen der Bildungspolitik. Wäre Gymnasiun noch so, wie es früher war, hätte ich gesagt, das packst du. So nicht.
Ich bin mir trotzdem sicher, dass er auch auf diesem Wege das Abi machen wollen wird und auch schaffen kann, dann eben wie bisher in 13 Jahren statt in den zusammengepressten 12 des G8.
Aber genug debattiert, eigentlich wollte ich von der vergangenen Woche erzählen.
Am Wochenende haben wir den neuen Schulranzen und das neue Mäppchen mit allgemeinen Materialien bestückt. Der Große freute sich auf die Schule und war kein bisschen aufgeregt. Am Montagabend habe ich ihm noch eine kleine Schultüte fertiggemacht. Dienstag früh sollten wir um 8:30 Uhr an der Schule sein und uns in der Aula treffen. Das Wetter war wunderschön und mein Großer war auch wunderschön und fröhlich und positiv und freute sich schon so auf die neue Schule. Das war so wunderbar, ihn so zu sehen!
In der Aula wurden wir dann vom Rektor und den neuen Klassenleitern begrüßt, die jeweils eine riesige Schultüte in der Hand hielten, in der sich Süßigkeiten für die neuen Schüler befanden. Nach ein paar einführenden Worten wurden die Schüler der verschiedenen Klassen einzeln aufgerufen und durften dann durch ein Spalier, das die Tutorenschüler und -schülerinnen bildeten, und das sie mit einer langen blauen Stoffbahn in eine Art Tunnel verwandelt hatten, hinüberlaufen in ihr neues Schulleben. Einige der Tutoren bliesen noch Seifenblasen in den Tunnel. Am Ende desselbigen, am Fuße der Treppe zu den Klassenräumen, erwartete sie der jeweilige Klassenleiter und führte die Kinder dann gemeinsam in ihr neues Klassenzimmer. Es war ein aufregend-spannendes Ritual, sehr aufmerksam den Kindern gegenüber und sehr herzberührend für uns Eltern.
Unser Großer kam bisher jeden Tag sehr positiv gestimmt von der Schule nach Hause. Irgendwie hat es was in ihm verändert, nun zu den “Großen” zu gehören, zu denen, die nun noch ein paar Jahre auf die weiterführende Schule gehen und dann einfach fertig sind damit. Und – worüber ich wahnsinnig froh bin – die Entscheidung, ihn ab sofort in seinem eigenen Zimmer an seinem neu gestalteten Arbeitsplatz die Hausaufgaben erledigen zu lassen, war goldrichtig! Er schafft die Aufgaben jetzt in der Hälfte der Zeit, ist wesentlich ausgeglichener und auch stolz auf seine Leistung. Und sollte er mal wirklich inhaltlich eine Schwierigkeit haben, kann ich ganz anders auf ihn eingehen, da ich nicht durch vorhergehendes ewiges Gejammer und Geheule schon innerlich auf 180 bin.
Alles in allem bin ich wahnsinnig stolz auf ihn. Er hat seine Schulsachen ordentlich im Griff, hat so “schön” in seine neuen Hefte geschrieben, wie es ihm nur möglich war und vieles mit einer Hingabe erledigt, die einem das Herz aufgehen lässt. Mein wunderbarer, großer Junge. Mein bunter Kreativling. Meine hitzige Springbombe. Mein Träumer.






