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…fühle ich mich heute. Katzenjammer-mäßig. Irgendwie wird mir gerade mal wieder alles zu viel. Es gibt so viele Baustellen, dass ich nicht weiß, wo ich zuerst anpacken soll. Und alles bleibt halbfertig oder liegt brach.

Drei Dinge plagen mich nebst dem äußerlichen Chaos besonders:

1. Ich werde den Kindern partout nicht allen gerecht

Der Große schreibt heute eine Englischarbeit, von der abhängt, ob er im Zeugnis noch eine 3 oder leider eine 4 bekommt und ich habe viel zu spät angefangen, mit ihm zu lernen, bzw. ihn zum Lernen anzutreiben. Von alleine macht er nicht viel. In vielen Fächern kommt er damit gut klar, aber Englisch ist sein Schwächelfach. Er hat Rechtschreib-Probleme, was ihn in Deutsch schon im Aufsatz immer eine Note kostet, aber im Fach Englisch eben den Kragen kosten kann, denn eine falsch geschriebene Vokabel ist automatisch eine falsche Vokabel, egal ob das Wort gewusst wurde oder nicht. :-(

Der Kurze war gestern mit dem Kindergarten auf einem Ausflug und ich habe es nicht mitbekommen gehabt, weil ich vor lauter Essensdiskussionen mit den Erzieherinnen gar nicht mehr in unser Fach geguckt hatte. So musste der Arme den ganzen Tag mit vier kleinen Schnitzelchen überstehen, die ich ihm als Ersatz für die Gemüsenuggets mitgegeben hatte, die es in der Kita zum Mittagessen gegeben hätte…. :-( Ich habe ein so schlechtes Gewissen ihm gegenüber! Das wäre mir bei meinem Großen niemals passiert! Obwohl ich arbeiten gegangen bin. Aber jetzt mit den Dreien…. zur Zeit entgleitet mir mal wieder alles!

Das zweite, was mich plagt: 

Irgendwie geht alles so schnell vorbei. Bestürzt wurde mir klar, dass der Kurze nun bald sein letztes Kindergartenjahr beginnt, er aber in den letzten beiden Jahren nie so richtig zur Ruhe gefunden hat und angekommen ist. Ich konnte mich viel zu wenig einsetzen und in der Kita geht alles drunter und drüber, seit es die ständigen Erzieherwechsel gibt bzw. viel zu wenige da sind.

So geht es mir mit vielen Dingen, insbesondere auch mit mir und meinen eigenen Bedürfnissen und auch denen unserer Beziehung. Alles kommt zu kurz, die Tage gehen in Stress, Hektik und teils miesester Stimmung rum und sind dann einfach vergangen. Vorbei. Aus. Weg. Für immer. Wann soll es denn endlich mal wieder besser werden? Wird es jemals besser? Ist nicht jeder Tag, der unterm Strich ein “blöd gelaufener” war, ein verlorener Tag? Ist das die Midlife Crisis? Meine Midlife Crisis?

Dann kommt noch etwas Drittes dazu, das mich zur Zeit sehr belastet: 

Im Moment sind die Kinder sehr fordernd.

Der Große “präpubertiert” und will alles ausdiskutieren, stellt alles in Frage, hört nicht, hat seinen eigenen Kopf, egal ob ihm das schadet oder nicht. Bei Gegenwind wird mit großer Ausdauer getobt, geschrieen, gejammert und gezetert, was das Zeug hält.

Der Kurze ist einfach der Kurze. Er war immer schon fordernd und schnell in Rage zu bringen. Mit ihm ist vieles Kampf. Er liebt den Kampf in jeglicher Ausprägung so sehr, dass sein großer Bruder neulich schon zu ihm sagte, er solle doch später mal Soldat werden. Ich werde ihn im September im Judo anmelden, um das Ganze vielleicht in positivere Bahnen zu lenken.  Aber es schlaucht mich einfach. Ich bin überhaupt keine Kämpferin. Es strengt so an, täglich Kämpfe ausfechten zu müssen, obwohl man es überhaupt nicht will.

Die Maus ist knapp zwei. Und (noch) zu Hause. Mehr muss ich dazu nicht sagen, wer Kinder hat, weiß, was das bedeutet. Und die Dickschädelphase ist auch schon heftig im Anmarsch.

Unterm Strich ergibt sich dann für mich folgendes Bild: Mit drei Kindern ständig im Chlinch liegen, das schlaucht extrem. Und es drängt mich auch in eine Rolle, in der ich nicht sein will, die mir aufgedrückt wird. Ich will nicht dauernd schimpfen müssen, mit Konsequenzen drohen müssen, zwingen müssen, laut werden müssen, weil sonst die Ohren auf Durchzug sind.

Gelassen bleiben fällt mir häufig schwer, einfach weil die Batterien so schwach sind und weil ja immer schon das / der nächste in der Warteschleife hängt. Liebe austeilen, das kann ich gut, das tu’ ich zu Hauf und sehr gerne. Aber das hilft halt auch nicht bei Meinungsverschiedenheiten…

Ich will das nicht! Und ich weiß grad nicht raus. Hat jemand eine Idee?

Seit ein paar Tagen treibt mich eine Frage um, die unseren nahenden Urlaub betrifft. Wir haben Anfang des Jahres eine Woche Kinderhotel mit “all inclusive”-Verpflegung gebucht, ohne groß drüber nachzudenken. Als wir das letzte Mal in so einem Hotel waren, gab es die Maus noch nicht und der Kurze konnte noch alles essen. Der Große hatte zwar seine Farbstoff-Unveträglichkeit, aber ihn von den regenbogenfarbigen Limonaden wegzuhalten, war eigentlich kein größeres Problem.

Nun sieht aber alles anders aus:

1. Die Maus

Weizenunverträglicheit. Und zwar so richtig. Kleinste Mengen, z.B. in einer Soße, reichen aus, um ihre Haut rauh und juckig zu machen. Sie beginnt dann, zu kratzen und nach kurzer Zeit ist alles von blutigen Kratzspuren übersät und sie ist extrem jammerig und schläft schlecht. Kein Wunder, wenn einen alles juckt!

2. Der Kurze

Fruktoseintoleranz. Und zwar zur Zeit sehr akut, weil er im Kindergarten ohne mein Wissen viel zu viel Obst gegessen hat. Was faktisch bedeutet, dass ich ihn ernährungstechnisch für ca. 4-6 Wochen komplett von Fruktose runterfahren muss, um die Bauch- und Kopfschmerzen, die er zur Zeit quasi ständig hat, sowie die ebenfalls daraus resultierenden starken Stimmungsschwankungen wieder wegzubekommen.

Und das ist sehr einschränkend. Es ist nicht nur mit Obst weglassen getan, nein auch fast kein Gemüse geht, kein Vollkorn, kein Roggen, keine Gerste, kein Soja, kein Haushaltszucker, Honig, Marmelade, folglich auch kein Keks, kein Stück Kuchen, kein Eis, absolut nichts Süßes, das es im Allgemeinen auf “all inclusive-Buffets” so gibt.

3. Der Große

Die unkomplizierteste Person hier im Haus. Er muss nur künstliche Farbstoffe und Kohlensäure meiden. Das ist übersichtlich und wenig problematisch. Außerdem war er immer schon ein sehr kooperatives Kind.

4. Ich

Weizenunverträglichkeit. Aber nicht soo wild. Ich bekomm ne unreine, fleckige Haut davon und Blähungen. Das wars. Ob ich mir das gebe oder nicht, kann ich spontan entscheiden.

Absolut keinen Zuckerkonsum. Und zwar auch kaum Obst. Denn ich streife am Diabetes entlang und wenn ich vermeiden will, dass das so richtig ausbricht, muss ich mich wirklich daran halten. Wenn ich sündige, straft mich mein Körper mit einem hohen Blutzuckerspiegel, der mich extrem müde und schlapp werden lässt.

5. Der Göttergatte

Aus gesundheitlichen Gründen kein Zucker. Es passiert nicht viel, wenn er sündig, außer dass er zunimmt und folglich schlechte Laune bekommt. ;-) Aber er ist seit Monaten wahnsinnig standhaft und hat kein Fitzelchen Süßes zu sich genommen, was ich sehr beeindruckend finde. Er sitzt stoisch an einer Kaffeetafel und guckt den anderen beim Kuchenessen zu. Sehr cool! Ich bin so stolz auf ihn!

 

So sieht das also aus. Am schlimmsten hat es definitiv den Kurzen getroffen. Und ausgerechnet er ist auch der, dem solche Dinge am schwersten fallen. Er liebt Süßes und er hasst Einschränkungen aller Art.

Und ich sehe uns also dort vor diesen Riesenbuffets stehen und Dreiviertel der Nahrungsmittel gehen für irgendeinen am Tisch nicht. Ich fürchte Heularien vom Kurzen und von der Maus, wenn Dinge am Tisch gegessen werden, die sie nicht dürfen. Wir können aber auch nicht verlangen, dass alle nur noch essen, was für alle geht, denn dann bleibt nicht mehr viel übrig.

Was ich mir schon komplett abgeschminkt habe, ist die Teilnahme an der “Nachmittagsjause”. Den Anblick all der Kuchen und Torten kann ich mir sparen, da außer dem Großen sowieso keiner davon essen darf. Der kann ja zum Glück schon alleine hingehen und es sich gut gehen lassen… ;-)

Und weiterhin? Ich werde wohl die Küche vorwarnen müssen, vor allem für die Abendgerichte und vor allem wegen der Weizengeschichte. In Hauptgerichten ist per se nicht viel Zucker enthalten, deshalb bedeuten sie für meinen Mann und mich kein Problem, und für den Kurzen können wir die Dinge aussuchen, die gehen.

Außerdem habe ich mir überlegt, ob ich die Kinder irgendwie anderweitig belohnen kann, wenn sie auf ihre Unverträglichkeiten achten und nicht rumtoben, weil es eben kein Eis gibt. Mit Bonuspunkten, für die sie sich am Ende vom Urlaub was aussuchen dürfen oder so.

Und wir werden natürlich auch eigene Nahrungsmittel mitnehmen. Süßigkeiten, die der Kurze essen darf (alles nur mit Traubenzucker Gesüßte geht), Getränke, die er verträgt. Kekse aus Dinkel für die Maus. Stevia zum Süßen, denn das vertragen zum Glück alle!

Trotzdem habe ich Bauchgrummeln bezüglich des Urlaubs. Es ist so schade, dass man nicht einfach unbeschwert drauflos essen kann, einfach Spaß haben und genießen. Hätten wir das vor ein paar Monaten schon gewusst bzw. uns bewusster gemacht, hätten wir wohl einen anderen Urlaub gebucht. Einen mit Selbstverpflegung…. denn ich bin mir noch nicht sicher, was stressiger ist – selber kochen (zur Zeit sehr aufwändig und mit viel Sonderregeln verbunden) oder Spießrutenlaufen im Pradies der verbotenen Dinge….

Wenn jemand noch eine gute Idee hat, wie wir diese Woche einigermaßen ungestresst durchstehen können, dann immer her damit! Ich bin für jeden Gedankenanstoß dankbar!

 

 

Seit Freitagmittag sind wir stolze Besitzer eines Gartentrampolins! Nein, eigentlich sind die Kinder die Besitzer, oder soll ich lieber sagen “Behopser” desselbigen. Mit Ausnahme der Nacht und der kurzen Nieselperiode heute Mittag war das Trampolin quasi ausnahmslos besetzt von einem, zweien (in wechselnder Besetzung) oder auch mal allen dreien gemeinsam.

Schon jetzt sehe ich, dass sich diese Anschaffung durchweg gelohnt hat. Endlich ein Platz, an dem sie sich relativ sicher austoben können! Getobt haben sie vorher auch – aber immer zwischen scharfen Kanten und spitzen Ecken… da ist mir das gepolsterte Hopseding doch wesentlich lieber! Klar kann man sich da auch mal anhauen, aber die Gefahr ist doch deutlich geringer.

Der Große springt gezielt und kraftvoll und probiert besondere Sprungarten, der Kurze rennt am liebsten wie ein Hamster im Rad drin rum und spielt auch mal wild herumkreiselnd und -hüpfend “Ninjago” und die Maus hopst gummiballmäßig durch den gesamten Kreis, was das Zeug hält. Heute Abend ist sie um kurz vor sechs auf der Couch zwischen lauter sich unterhaltenden Erwachsenen in meinem Arm (nein, eigentlich an meiner Br.ust) eingeschlafen. Vor lauter Erschöpfung. Hihi.

Besonders beliebt ist, ein paar (oder auch ein paar mehr) Bällebad-Bälle (wie nennt man die denn nun genau ???) aufs Trampolin zu kippen und darin herumzuhüpfen. Sieht lustig aus und macht auch sicher viel Spaß.

Die Maus (mit schon halb “heruntergehüpfter” Hose^^) und der Kurze beim Spielen auf dem Trampolin

Ich selber darf aufgrund einer Rückenfehlbildung nicht hüpfen. Als ich 15 Jahre alt war (und noch nichts von dieser Fehlbildung wusste), haben wir mal im Sportunterricht das Riesentrampolin ausprobiert und ich war daraufhin zwei Wochen lang auf Gehstützen unterwegs…. :-(

Auf jeden Fall macht es mir selber einen Riesenspaß, meine Kinder beim Springen zu beobachten und ab und an auch die Kamera hervorzuholen. Fröhliche Kinder, schön ist das! :-D

Manchmal ist die Welt echt ungerecht….

Ich habe meine Eltern seit Anfang November 2011 nicht mehr gesehen – eigentlich wollten sie an den Weihnachtsfeiertagen kommen, mussten das aber canceln, weil ihr Jack Russel Terrier schlimm krank war. Dann wollte meine Ma uns ab kommenden Fr für eine Woche besuchen, weil mein Pa da auch unterwegs sein wird. Vor zwei Wochen wurde sie ins Krankenhaus eingeliefert – Beinvenenthrombose. Sie ist inzwischen wieder Zuhause, darf aber nicht lange mit abgewinkelten Beinen sitzen. Also kein Besuch hier – die Fahrt im Auto wäre Gift für sie. Also habe ich beschlossen, von heute bis Sa mit den zwei Kleinen zu ihnen zu fahren, unser Großer ist eh grad mit seinem Pa beim Skifahren, mein Mann geschäftlich unterwegs.

Die letzten zwei Tage habe ich das Haus gewienert (ich komme immer gerne in ein sauberes und aufgeräumtes Haus zurück), fast alle Wäsche weggewaschen und Koffer gepackt. Heute früh wollte ich die letzten Reste einpacken und dann losdüsen.

Heute Nacht um halbeins stand der Kurze da – und fühlte sich nicht wohl. Um kurz vor Eins war er wieder da. Und um Halbzwei spuckte er – geistesgegenwärtig hatte er es sogar noch geschafft, zur Toilette zu spurten… Seitdem hat er sich sechs Mal übergeben – so ca. alle Stunde mit einer Pause zwischen halbsechs und acht, denn da war der Magen einfach nur noch ratzeleer. Nachdem er um viertel nach Acht die drei Schluck Tee, die er getrunken hatte, auch wieder erbrochen hat, habe ich ihm ein Vom.ex-Zäpfchen verpasst, damit wenigstens die Flüssigkeit drinbleibt und er mir nicht austrocknet.

Es ist zum Heulen. Jetzt waren die Kids (abgesehen von den Windpocken im Nov und Dez) den ganzen Winter über pumperlgs’sund, wie der Bayer zu sagen pflegt – und ausgerechnet heute, wo wir seit einem Vierteljahr zum ersten Mal meine Eltern sehen wollen, kommt so ein *#!&%°+* Virus daher…. :-(

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Eine Sache, die den Kurzen schon lange und immer mal wieder sehr beschäftigt hat, ist die Frage, wen er denn nun mal heiraten soll, wenn er groß ist. Es plagte ihn wiederholt, dass ihm da niemand Passendes einfiel und auch mein Einwand, dass das ja noch laaaange hin sei, beruhigte ihn nicht.

Er spielte verschiedene Varianten durch, unter anderem auch die, seinen besten Freund zu heiraten – oder mich (“aber das darf ich ja leider nicht!!!” – der Große hatte ihn darüber aufgeklärt), keine schien ihm aber annehmbar.

Vorgestern nun sprach er mich wieder an, diesmal sehr erleichtert: “Mama, jetzt weiß ich endlich, wen ich mal heiraten soll!”

Er hat sich wohl in ein Mädchen seiner Kindergartengruppe verguckt und sie auch schon gefragt, und sie hat eingwilligt. :-) So niedlich!

So mancher wird sich noch daran erinnern können, wie sehr ich unter dem Umstand litt, dass unser Kurzer so wahnsinnig mamabezogen war, vor allem was das “Ins Bett Bringen” anbelangte. Und an unsere mega-Cars-unterstützte Aktion “Der Kleine lernt alleine schlafen” im März diesen Jahres, nach der ich mich (wie so oft) fragte, warum ich das eigentlich nicht schon früher durchgezogen hatte.

Die Weiterführung des Projekts bestand im letzten halben Jahr darin, dass auch andere Personen ihn zu Bett bringen dürfen. Das war zuerst der große Bruder (der nach mir immer noch die Lieblingswahl darstellt) und dann der Papa.

Und vor zwei Wochen dann plötzlich und quasi aus dem Nichts heraus folgende Ansage: “Ich bring mich heute SELBER ins Bett!” Auf  Nachfragen begründete er seine Entscheidung mit den Worten: ” Der N. (großer Bruder) bringt sich ja auch immer selber ins Bett. Da kann ich das auch!” Beim Zähneputzen musste ich noch ein wenig helfen, auch beim Schlafanzug-Anziehen, aber den Rest (noch ein Buch angucken, Licht aus) hat er ganz alleine erledigt. Aus Gewohnheit blieb ich wie zuvor auch immer im Schlafzimmer nebenan und legte Wäsche zusammen. Am nächsten Morgen, als wir dann alle am Frühstückstisch saßen und ich ihn daran erinnerte, dass er sich ja “ganz alleine ins Bett gebracht hatte” und dass ich das ganz toll fände; dass der große Bruder das mit vier noch nicht gekonnt habe, da sprang er auf, riss die kleinen Fäuste in die Höhe und rief begeistert und voller Stolz: “Jaaaaaaa! Ich bin der Besteeee!!!” :-D Das war so nett mit anzusehen, wie unglaublich stolz und selbstzufrieden dieses Kind war, das wie eingangs erwähnt, bis vor einem dreiviertel Jahr schon Panik schob, wenn ich nur die Möglichkeit erwähnte, dass ich zur Bettzeit nicht anwesend sein würde.

Dabei blieb es nicht, er hat sich seitdem mindestens fünf Mal “selber ins Bett gebracht!. Gestern dann das Tüpfelchen auf de m”i”: Als ich ihm den vom morgendlichen Anziehen verwurschtelten Schlafanzug zum Anziehen umdrehte, meinte er: “Du kannst dann runtergehen!” und schickte mich fort. Runter! Nix Schlafzimmer! Die mir geschenkte Zeit verbrachte ich im Wohnzimmer mit Weihnachtsvorbereitungen, die ich sonst erst ca. 30 Minuten später hätte erledigen können. Hurra!

Das wärs dann. Schlafensproblem erledigt. Bis zum letzten Punkt. Und ganz von alleine. Wow! Ich bin stolz auf diesen kleinen Mann!

Der GROSSE – entweder rückt die Pubertät mit schnellen Schritten näher, oder in der neuen Klasse ist er noch nicht so richtig angekommen. Auf jeden Fall war ich ganz erstaunt, als er die neulich von mir für ihn mit nach Hause gebrachte knallrote Jeans im Sixties-Style mit den Worten: “Mama, da seh ich ja aus wie ein Clown!” ablehnte…

Der KURZE – hat seit heute die Windpocken. Und ist zur Zeit einerseits ab und zu granatenmäßig nervig, zum anderen aber einfach nur zuckersüß. Vierjährige sind einfach Klasse! Lieblingszitat von heute: “Mama, der X (großer Bruder) hat gesagt, wenn ich mir mit dem alten Deutschland-Geldstück (eine Mark, Anm. d. Verf.) was kaufen will, dann muss ich in die Vergangenheit zurück. (… kurze Bedenkpause…) Mama, ich will mit dem Fahrrad in die Vergangenheit fahren!” (Enttäuschung, als ich ihm erkläre, dass das leider nicht geht.)

Die MAUS – ist ein echt obercooles, taffes Mädel. Meine Tochter halt! ;-) Sie war heute mit beim Dottore, um in der Hoffnung, dass wir es abbiegen können, schnell noch die zweite MMR-plus-Windpocken-Impfung zu kassieren. Und was soll ich sagen? Ich erklärte ihr, dass sie jetzt einen Pieks bekommen würde, krempelte ihr den Ärmel hoch und die kleine Frau guckte, ohne eine Miene zu verziehen, dem Doc zu, wie er ihr die Spritze setzte. Dann Ärmel wieder runter, fertig. Kein Zucken, kein Pieps, keinen Mucks. Fehlte nur noch, dass sie sich bedankt. :D Oberhart! Ich bin beeindruckt – und an mich selber erinnert. Ich war (und bin) bezüglich medizinischem Kram auch immer schon so.

Der Mann und ich sollten eigentlich fett- und zuckerarm essen.

Die Maus und der Kurze vertragen beide keine Fructose – also kaum bis kein Obst.

Die Maus hat zusätzlich eine relativ neu festgestellte Weizenunverträglichkeit.

Der Große verträgt keine künstlichen Farbstoffe (das ist allerdings noch das kleinste Problem) und hat vor zwei Wochen beschlossen, dass er ab sofort vegetarisch leben möchte.

Abgesehen von diesen wirklichen Verboten isst noch der Kurze so gut wie keine Rohkost (Gurke, Tomate, Paprika, Karotte – alles bäh!)

An zubereitetem Gemüse wird von den beiden Jungs so gut wie alles verschmäht außer Karotte und Brokkoli…  *seufz* …und natürlich die gute alte Tomatensoße, in die ich so gut wie jedes Gemüse schon hineingeschummelt habe… ;-)

Ich selber darf keine rohen Äpfel, keine rohen Karotten und keine Haselnüsse essen.

Mein Mann verträgt kein Ei.

Oh Mann!!!! Und da soll frau noch abwechslungsreich und gesund kochen / servieren??? Ich war schon bisher  manchmal echt angefressen, weil mir außer den gefühlten fünf Rezepten, die sich als gangbar erwiesen haben, schon kaum noch was einfiel… und jetzt die Weizenunverträglichkeit. Dadurch fallen auch viele schnelle Gerichte wie Tortellini, Gnocchi, selbergemachte Burger etc. weg. Ich bin grad ziemlich ratlos.

Aber heute war ich mal wieder im Bioladen und hab dort rumgekramt – und bin über eine Falafel-Fertigmischung gestolpert. Ich liebe Falafel! Die habe ich in meiner Studienzeit in Freiburg soo oft und gerne gegessen. Also besorgte ich noch Ciabattasemmeln (als Fladenbrotersatz – das gibts ja nur aus Weizen) , Salat, frische Tomaten und Joghurt und fuhr fröhlich gen Heimat.

Salat rupfen, waschen und schleudern, Tomaten waschen und in Scheiben schneiden, eine Zwiebel ebenfalls in Ringe schneiden und alles in Schälchen auf den Tisch packen. Die Joghurtsoße habe ich aus Naturjoghurt,  fein zeriebenen Nanaminzeteeblättern, Knoblauchpulver und Salz selber angerührt. Eigentlich wollte ich gerne noch Kardamom hineintun, hatte aber leider keine Schoten mehr. Und was soll ich sagen? Sie schmeckte super! Genau wie zu früheren Zeiten!

Die Falafel nach Packungsanweisung vorbereiten (ich salze meist nochetwas nach, die Biosachen sind oft sehr vorsichtig gesalzen) und dann in Olivenöl ausbacken.

Alles zusammen in eine aufgeschnittene Ciabattasemmel packen und genießen! Soooo lecker! Und das Beste: die Maus und der Große waren angetan! Wer hätte das gedacht? Uff, wieder ein neues Rezept für den Menüplan. :-)

Wer übrigens trotz diesem Verbots-Chaos oben noch ein Rezept weiß, der schreie “Hier”!

Ich konnte übrigens den Großen inzwischen davon überzeugen, nicht ganz auf Fleisch zu verzichten, sondern hier Zuhause wenigstens die Bio-Fleisch- und Wurstwaren mitzuessen, da es ihm hauptsächlich um den schrecklichen Umgang mit den Tieren ging. Sonst wüsste ich echt langsam nicht mehr weiter…..

Heute Mittag gab es bei uns Rostbratwürste, Kartoffelbrei und Sauerkraut. Der Kurze kam an den Tisch, zeigte auf das Sauerkraut und verkündete: “Iiih, das da mag ich aber nicht!” Ich hatte ihm aber schon ein wenig davon auf den Teller getan und ließ seine Ablehnung einfach mal unkommentiert. Er hatte wohl auch so halb mitbekommen, was das da auf seinem Teller sein sollte, probierte dann doch mal und freute sich:” Mmmh, Mama, das Unkraut schmeckt doch gut!” :-D

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