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Aus aktuellem Anlass kommt hier ein Beitrag zum Thema Einschlafschwierigkeiten. Im Moment rühren sie bei den meisten Kindern natürlich von der Zeitumstellung her. Aber wenn die nicht verantwortlich gemacht werden kann, was zum Teufel ist es dann? – das fragt sich sicher jeder Papa und jede Mama wiederholt im Alltag mit Kindern.

Ich habe in meiner jetzt fast genau elf Jahre währenden Erfahrung neben den üblichen (Entwicklungssprung, Schmerzen, Krankheit)  vier Hauptgründe ausmachen können, die immer wieder zu Schlafproblemen führen. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, zudem handelt es sich hier um eine Studie mit nur drei Probanden, sie ist also nicht wirklich allgemein aussagekräftig. Trotzdem denke ich, dass die einen oder anderen sich (bzw. ihre Kinder) darin wiedererkennen können – und vielleicht kann ich ja auch der einen oder anderen Mutter den entscheidenden Hinweis geben, der zu einer Lösung beiträgt.

Temperaturschwankungen

Ein sehr häufiger Grund: Durch Wetterwechsel bedingte Temperaturschwankungen. Ist das Kind zu warm oder zu kalt angezogen, kann es oft deshalb nur schlecht einschlafen bzw. wacht nachts immer wieder auf. Das gilt vonehmlich für kleine Kinder, die im Schlafsäckchen schlafen oder sich nachts öfters mal ab-, aber nicht wieder zudecken.

Abhilfe kann ein Raumthermometer schaffen, gepaart mit ein wenig empirischem Forscherdrang der Eltern. So sollten sie nach einiger Zeit herausbekommen, bei welchen Temperaturen das Kind welche Menge an Kleidung tragen sollte, welchen Schlafsack oder welche Decke es benötigt.  Das alles hört sich vielleicht banal an, aber man darf nicht vergessen, dass Kinder nicht so wie wir Erwachsenen ihre Temperatur im Schlaf selber regeln können, indem sie sich ab- oder zudecken, mal einen Fuß rausstrecken oder die Socken abstreifen.

Entwicklung

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Grund: Das Kind ist schlichtweg älter geworden und braucht weniger Schlaf. Um herauszubekommen, ob es daran liegt, kann man einfach mal ein bis zwei Wochen lang ein Schlafprotokoll führen und die Schlafzeiten mitteln. Dann zeigt sich, ob es z.B. sinnvoll wäre, den Mittagsschlaf zu kürzen oder gar ganz weguzlassen oder bei einem älteren Kind, ob man ihm einfach gestattet, noch eine halbe Stunde länger im Bett zu lesen etc.

Ritual

Das Schlafritual ist “überholt”. D.h. es funktioniert nicht mehr, erfüllt seinen Zweck nicht mehr und sollte deshalb überdacht und reformiert werden. Die Schlafrituale unserer Kinder haben sich über die Jahre immer wieder geändert – meist auf mein Bestreben hin, nachdem ein altes nicht mehr funktionierte.

Man merkt, dass ein Ritual überholt ist,…

  • wenn das Kind nicht mehr gut / schnell daraufhin einschläft
  • wenn es beginnt, die Eltern massiv zu nerven (z.B. weil man dabei zeitlich zu lange mit involviert ist oder man ständig gestört wird)
  • wenn das Kind beginnt, dessen Regeln auszuhöhlen

Dann ist es an der Zeit, zu überlegen, was einen genau nervt, was man von dem Kind möchte und wie man das in ein gutes, Ruhe bringendes Ritual verpacken kann. Erst, wenn man zu dem Schluss gekommen ist, ein perfektes Ritual gefunden zu haben,  sollte man es dem Kind nahebringen. Ich habe das einmal dokumentiert, da kann man gut nachlesen, wie so etwas ablaufen könnte.

Ängste

Ab und an kann es auch sein, dass ein Kind schlecht einschläft, weil es Ängste hat. Wobei das meistens der Grund ist, den es auch selber orten und benennen kann. Trotzdem finde ich, dass es der am schwierigsten zu bewältigende Grund für Schlafprobleme ist. Denn zum einen möchte ich meinem Kind natürlich das Gefühl der Geborgenheit zurückgeben, zum anderen möchte ich aber auch nicht mühsam aufgebaute Fähigkeiten (alleine einschlafen, durchschlafen) dafür opfern. Hier wandelt man auf einem dünnen Grat und oft ist guter Rat teuer…

Mir selber hat geholfen, zu verstehen, warum Kinder in einem gewissen Alter Angst vor Dunkelheit entwickeln. Der gute Herr Renz-Polster, den ich auch zu anderen Themen sehr empfehlen kann, hat es in Kapitel 4 und 5 seines Buches “Kinder verstehen – Born to be wild. Wie die Evolution unsere Kinder prägt” gut auf den Punkt gebracht, dass diese Ängste vollkommen natürlich sind und ihren Grund haben, bzw. hatten.

Nun ist damit das Problem natürlich noch nicht gelöst. Meine persönlichen Lösungsansätze sahen bisher so aus:

Äußerlich:

  • Tagesablauf des Kindes entstressen und auf zuviel Medieneinsatz etc. hin checken, ggf. anpassen.
  • Abendritual ebenfalls auf Störfaktoren untersuchen und ggf. anpassen.
  • V.a. vor dem Einschlafen für mehr Ruhe und Nähe sorgen. Gemeinsam ein Buch lesen, über den Tag reden, beten, was auch immer man da bevorzugt.

Psychisch:

  • Gibt es Stressfaktoren im Alltag? Hat das Kind Probleme z.B. in der Kita? nachforschen, ggf. einschreiten.
  • Oft sind die Ängste aber auch einfach entwicklungsbedingt, also nicht zuviel hineininterpretieren… (siehe Buch)
  • Manchmal helfen Schutzrituale (z.B. eine große, unsichtbare  ”Liebesblase” über dem Kind generieren, durch die nichts Böses hindurchkommt, nur die Eltern und Geschwister und die Kuscheltiere können diese Barriere überschreiten. Oder ein Beschützer wird aufgestellt, das kann z.B. ein Spielzeugdrache, -ritter oder -held sein, der das Bett bewacht, so lange das Kind schläft.)
  • dem Kind immer wieder versichern, dass die Ängste unbegründet sind, dass absolut nichts gergleichen passieren kann (ohne ihm das Gefühl zu geben, es nicht ernst zu nehmen!)

Körperlich:

  • tagsüber für ausreichend Bewegung sorgen (hilft allerdings bei meinen Kinder nur bedingt – ich habe das Gefühl, je mehr sie sich bewegen, desto fitter werden sie! ;-) )
  • Wir haben auch gute Erfahrungen mit Homöopathie gemacht: z.B. Schüssler Salze Nr. 5 (1-2 Tabs beim Zubettgehen) oder “Avena comp.” von Wala, 5-10 Kügelchen nach Angabe eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen.

Heute mittag habe ich diesen Artikel begonnen und gerade beim Zubettbringen der Kinder fiel mir noch ein fünfter Grund ein.

Falscher Zeitpunkt

Viele Kinder schlafen schlecht ein, wenn sie zum falschen Zeitpunkt ins Bett gelegt werden. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Kinder (und auch Erwachsene?!) einen regelmäßigen Rhythmus von Wach- und Ruhephasen haben. Abends sollte ca. alle 50 Minuten eine müde Phase wiederkehren, die etwa für 10-20 Minuten anhält.

Um diese Phasen herauszufinden lohnt es sich, das Kind einmal genau zu beobachten. Wann beginnt es, zu gähnen, sich die Augen zu reiben, sich freiwillig auf den Boden zu legen oder quengelig zu werden? Man kann sich (fast) sicher sein, dass eine gute Dreiviertelstunde später wieder ein Schlaffenster geöffnet wird. Und dann heißt es bereit sein!

Wichtig ist, mit dem Schlafritual nicht zu spät zu beginnen, denn dann kann es ein, dass das Kind das Schlaffenster bereits wieder verlassen hat, wenn es endlich im Bett liegt und das Licht aus ist. Bei unserem Kurzen hat dieses Vorgehen vor ca. einem dreiviertel Jahr die Einschlafphase von einer guten halben Stunde auf 10 Minuten verkürzen können.

Das war es von meiner Seite.

Und welche Gründe für Schlafprobleme gibts so bei Euch? Und wie geht ihr mit diesen und ggf. denen, die ich genannt habe, um? Das würde mich echt interessieren!

Vor ganzen vier Tagen, am 22.3., war die Maus 21 Monate alt. Also “Eindreiviertel”. Und sie wird jeden Tag niedlicher! Sie ist so ein wunderbares kleines Persönchen, dass mir quasi ununterbrochen ganz schwumselig ist vor lauter Liebe! Wie sie genau ist? Hm. Sie ist….

  • cool. Also echt cool. Nicht obercool oder saucool, sondern einfach nur umwerfend cool.
  • stark. Innerlich stark. Nicht mit Berserkerwucht wie der kleine große Bruder, sondern eher so felsmäßig.
  • selbstbewusst. Auf eine unglaublich beeindruckende Art und Weise. Charismatisch irgendwie.
  • gefühl-voll. Sie kann ihre Gefühle jetzt schon wahrnehmen und ausdrücken. “Maus daurig!” “Maus voh!”…
  • offen. Sie geht auf fremde Menschen so selbstverständlich und sicher zu und unterhält sich mit ihnen, als wäre sie nicht knappe Zwei, sondern Zweiundzwanzig. Erstaunlich und sehr sehr herzig.
  • fröhlich. Sie lacht viel und freut sich an so vielem. Und sie ist ein echter Spaßvogel.
  • positiv. Ein wandelndes kleines Pluszeichen. Also echt. Weltumarmend.
  • verständnisvoll. Sie wartet. Sie hilft. Ohne Murren. Toll.
  • mitfühlend.Vorgestern, ein kleinerer “Unfall”, an dem sie “schuld” war, hat sich ereignet: “Oma Aua Ohr! Maus klemmt! Entschuldigung!”
  • liebevoll. “Lieb!”, sagt sie immer wieder zu uns, mal zum einen, mal zum anderen….
  • zärtlich. ….und streicht dann ganz vorsichtig über die Wange des geliebten Menschen.
  • clever. Abschauen, nachmachen. Lösungen finden. Stühle rucken, ausprobieren, experimentieren. Solz sein auf das eigene Können.
  • mutig. Rutschen, klettern, schaukeln, wippen. Springen, rennen, hüpfen. Alles mit Wucht. und mit Begeisterung.
  • voller Vertrauen. Allein sein, sich von anderen Menschen betreuen lassen, die Mama gehen lassen. Im untrüglichen Wissen, dass sie wiederkommen wird.

So ist sie, die Maus. Und sicher noch viel mehr, das mir jetzt gar nicht einfällt. Und damit ist sie ganz anders, als ihre Brüder. Die haben teilweise ähnliche, teilweise komplett andere Qualitäten. Ein ganz eigenständiges Persönchen eben. Und sehr, sehr meine Tochter. Verrückt ist das. Die Jungs ähneln unglaublich ihren Vätern, die Maus ist mein kleines Mädel. Mir so nah, fast wie mein Spiegelbild.

Und sonst so?

Inzwischen hat sie 11 Zähne! Der achte Schneidezahn ist endlich durchgebrochen und drei Backenzähne. Der vierte ist auf dem Weg. Endlich! Ohne Backenzähne ist so vieles nicht richtig essbar…

Seit einer Woche öffnet sie Türen. Sehr stolz. Und zu sehr ungünstigen Augenblicken. Puh.

Sie versucht mit Inbrunst, mit Messer und Gabel zu essen und wird stocksauer, wenn es nicht klappt oder ihr jemand dabei helfen will.

Sie hat sich neulich beim selbständigen Befeuchten ihres eigenen Putzlappens zum ersten Mal ein wenig an heißem Wasser verbrüht. War nicht soo schlimm, aber eine gute Lehre.

Sie liebt die Bühne. Je mehr Publikum, desto besser.

Sie trinkt immer noch “Bu”. Sehr gerne. Mal sehen wie lange noch…

Jetzt fällt mir spontan nichts mehr ein. Und es ist kurz vor elf. Also verabschiede ich mich hiermit! Gute Nacht!

Wow! Nun hat sie eine “2″ vorne! :-D Obwohl Kind Nummer 3, verblüfft es mich doch immer wieder aufs Neue, wie schnell die Kiddies groß werden… Hier der aktuelle Stand der Dinge:

Die kleine Madame hat inzwischen ganz klar für sich entdeckt, was man mit im Raum herumgeschobenen Stühlen alles anstellen kann. Diesen Vorteil hat keiner meiner Jungs so klar für sich ausgenutzt wie unser Mädel. Sie holt sich aus dem Wasserhahn alleine was zu Trinken, sie schaltet Lichter ein und aus, schaut mir beim Kochen zu, füttert selbständig unsere Rennmäuse – und das alles dank flink herbeigeschobener Stühle.

Neuerungen gibt es auch (mal wieder) beim Thema Schlaf. Nachdem sie jetzt ein halbes Jahr lang wirklich gut ein- und durchschlief (ich oder ein anderer Erwachsener blieb ca. 10-15 Minuten bei ihr, bis sie weg war), waren die letzten 6-8 Wochen plötzlich sehr anstrengend geworden. Sie dachte sich immer kompliziertere Rituale aus, wollte unbedingt meine Hand halten beim Einschlafen, dann nach einer Weile meckerte sie auch daran herum, die Hand war zu kalt, ich hatte sie “falsch” ins Bett gelegt usw… außerdem klammerte sie sich regelrecht daran, und die Angst, dass ich sie ja irgenwann wegziehen würde, ließ sie nur noch schlecht und nach langer Zeit einschlafen. Also musste sich was ändern.

Ich grübelte mindestens einen Monat lang. Dann hatte ich die Lösung: Unser Kurzer mag zur Zeit auch nicht gerne allein schlafen (Monster-Angst-Alter!). Also räumten wir vor zwei Wochen in einer Hauruck-Aktion beide Kinderzimmer so um, dass die beiden Betten im Mauszimmer direkt nebeneinander stehen und die Lücke, die das Bett des Kurzen hinterlassen hat, nun von einer großen Matratze samt vielen Kissen gefüllt und in eine gemütliche Leseecke (in der aber im Moment auch der Große nächtigt) verwandelt wurde. Bis auf weniges hat alles wieder einen guten Platz gefunden, ein paar Dinge müssen jetzt noch abschließend von der  provisorischen zur durchdachten Änderung variiert werden, aber prinzipiell passt es gut so.

Der erste Abend war grauenvoll (ich hatte vor, beide Kinder gemeinsam ins Bett zu bringen). Die Maus schrie panisch, weil alles so fremd war, der Kurze wurde ganz hektisch vom Geschrei seiner Schwester. Also trennte ich die beiden kurzerhand und brachte dann erst mal die Kleine zur Ruhe und dann zum Schlafen. Dann legte ich den Kurzen in sein Bett und konnte über unsere Infrarot-Cam beobachten, wie er ganz zart und vorsichtig seine kleine schlafende Schwester berührte und streichelte und ununterbrochen anguckte. Er brauchte eine Dreiviertelstunde, bis er endlich schlief. Es war unendlich niedlich, die beiden so zu sehen.

Ab sofort brachte ich zuerst die Maus ins Bett und der Kurze schlüpft nun später dazu. Nach bereits fünf bis sechs Tagen klappte das sehr gut. Das mit dem gemeinsam Einschlafen führen wir dann später ein, wenn sie sich an die Schlafsituation erst mal so richtig gewöhnt haben.

Aber etwas anderes habe ich noch geändert. Am 3. Tag nahm ich die Maus vor dem Schlafengehen auf den Schoß und erklärte ihr, dass wir jetzt ab sofort ohne “Han” (Hand) schlafen gehen. Ich bleibe bei ihr, lege mich vor ihr Bett auf eine Matratze, aber sie schläft alleine ein. (Sie sieht mich auch nicht, hört nur, dass ich da bin). Am ersten Abend Protest, am zweiten kaum, am dritten Abend noch mal Aufbegehren, seitdem klappt es hervorragend. Sie kuschelt sich ein, sagt noch mal “Nach!” (gute Nacht) und schläft dann sehr schnell ein. Uff! :-) Und sobald die beiden dann gemeinsam ins Bett gehen, werde ich mich ganz zurückziehen, dann hätten wir das auch geschafft. So zumindest der Plan.

Das Schönste: Es läuft bereits manchmal genau so, wie ich mir es für die Zukunft erträumt habe: Neulich wachte die Maus auf, weinte kurz, dann hörte ich durchs Babyfon ein Murmeln vom großen Bruder, ein kurzes Murmeln von der Maus und beide waren ruhig, schliefen wieder ein.

Das neue Bett-Doppel wurde von beiden vom ersten Tag an total geliebt. Neulich hat der Kurze Piratenschiff darin gespielt, die Maus wollte mitspielen und wurde kurzerhand zum Matrosen erkoren. Ich bastelte den beiden dann noch aus zwei im Sommer von draußen hereingeschleppten Ästen und einem Kissenbezug ein Segel und band es ans “Schiff”. Soviel zur Schlafsituation.

Ansonsten stehen weiterhin Rollenspiele hoch im Kurs (Mama ist das Baby, die Maus ist die Mama oder  Die Maus ist der Arzt und untersucht die ganze Familie etc.) Was sie zur Zeit sehr gerne macht, ist Putzen. Sie will ständig einen Putzlappen haben, macht ihn dann nass, wringt ihn (mehr oder minder gut ;-) ) aus und begibt sich dann an die Arbeit. Alles wird auf diese Art geputzt – von der Tischplatte bis zur Matratze. :-D Und beim Kochen will sie auch ganz unbedingt helfen. So viel wie möglich will sie selber machen und ist auch entsprechend sauer, wenn es mal nicht geht, sei es, weil es zu gefährlich ist oder sie es einfach noch nicht kann (z.B. Socken anziehen).

Sehr niedlich: Die Maus “zaubert” liebend gerne Dinge unter einer Decke her und wieder weg –  natürlich mit den entsprechenden Beschwörungsformeln: “Semme-lamma-lumme-lim! Kaaba-biede-bus!” :-D

Und jetzt bewegt sie sich mit Riesenschritten auf den zweiten Geburtstag zu… noch 4 Monate. Und es ist zu merken, sie wird wirklich immer “zweijähriger”, wenn man das so sagen kann. Unglaublich. Mein Baby…. Das letzte. So schade…. Machmal bin ich so traurig, dass es nicht noch mehr sein können. :-(

So mancher wird sich noch daran erinnern können, wie sehr ich unter dem Umstand litt, dass unser Kurzer so wahnsinnig mamabezogen war, vor allem was das “Ins Bett Bringen” anbelangte. Und an unsere mega-Cars-unterstützte Aktion “Der Kleine lernt alleine schlafen” im März diesen Jahres, nach der ich mich (wie so oft) fragte, warum ich das eigentlich nicht schon früher durchgezogen hatte.

Die Weiterführung des Projekts bestand im letzten halben Jahr darin, dass auch andere Personen ihn zu Bett bringen dürfen. Das war zuerst der große Bruder (der nach mir immer noch die Lieblingswahl darstellt) und dann der Papa.

Und vor zwei Wochen dann plötzlich und quasi aus dem Nichts heraus folgende Ansage: “Ich bring mich heute SELBER ins Bett!” Auf  Nachfragen begründete er seine Entscheidung mit den Worten: ” Der N. (großer Bruder) bringt sich ja auch immer selber ins Bett. Da kann ich das auch!” Beim Zähneputzen musste ich noch ein wenig helfen, auch beim Schlafanzug-Anziehen, aber den Rest (noch ein Buch angucken, Licht aus) hat er ganz alleine erledigt. Aus Gewohnheit blieb ich wie zuvor auch immer im Schlafzimmer nebenan und legte Wäsche zusammen. Am nächsten Morgen, als wir dann alle am Frühstückstisch saßen und ich ihn daran erinnerte, dass er sich ja “ganz alleine ins Bett gebracht hatte” und dass ich das ganz toll fände; dass der große Bruder das mit vier noch nicht gekonnt habe, da sprang er auf, riss die kleinen Fäuste in die Höhe und rief begeistert und voller Stolz: “Jaaaaaaa! Ich bin der Besteeee!!!” :-D Das war so nett mit anzusehen, wie unglaublich stolz und selbstzufrieden dieses Kind war, das wie eingangs erwähnt, bis vor einem dreiviertel Jahr schon Panik schob, wenn ich nur die Möglichkeit erwähnte, dass ich zur Bettzeit nicht anwesend sein würde.

Dabei blieb es nicht, er hat sich seitdem mindestens fünf Mal “selber ins Bett gebracht!. Gestern dann das Tüpfelchen auf de m”i”: Als ich ihm den vom morgendlichen Anziehen verwurschtelten Schlafanzug zum Anziehen umdrehte, meinte er: “Du kannst dann runtergehen!” und schickte mich fort. Runter! Nix Schlafzimmer! Die mir geschenkte Zeit verbrachte ich im Wohnzimmer mit Weihnachtsvorbereitungen, die ich sonst erst ca. 30 Minuten später hätte erledigen können. Hurra!

Das wärs dann. Schlafensproblem erledigt. Bis zum letzten Punkt. Und ganz von alleine. Wow! Ich bin stolz auf diesen kleinen Mann!

Unsere Maus redet ja schon seit geraumer Weile viele einzelne Wörter. Seit ein paar Tagen legt sie aber richtig los. Letzter Erguss, angesichts meiner Dekokürbisse auf dem Esstisch: “Da Kukis! Nein-Nein njam-njam!” Eindeutig verständlich, oder? Ach, ist das nett! Ich liebe das, wenn sie mit dem Sprechen so richtig loslegen, die kleinen Knöpfe.

Gerade in den letzten Tagen habe ich mich gefragt, ob meine Tochter wohl auch das “Künstler-Gen” von mir geerbt hat, so wie mein Großer. Und lustigerweise hat sie heute zwei Mal bewiesen, dass sie jetzt schon sehr kreativ ist:

Heute Nachmittag saß sie am Esstisch auf meinem Schoß und schaute auf ihren Hochstuhl. Auf einmal rief sie “Tikikiiii”, was Kikeriki heißen soll und auf einen Hahn hinweist. Ich fragte mich, wo um alles in der Welt sie einen Hahn sieht und erkannte dann, dass sie auf einen Schokoladenfleck zeigte, der tatsächlich eine Huhn/Hahn-ähnliche Form hatte.

Heute Abend beim Abendessen hielt sie plötzlich eine ihrer gehälfteten Würstelscheibchen hoch und verkündete, sie habe eine “Decke”. Das soll “Schnecke” heißen und tatsächlich hatte das Scheibchen am einen Ende zwei kleine “Fühler” und erinnerte in der Tat an eine Schnecke.

Beeindruckend. Ich bin ja schon sehr gespannt, wie das weitergeht. Malen tut sie schon mal sehr sehr gerne – besonders auf Wände und Boden… :-/ (genau wie die Mama anno dunnemal).

Wenn ich so Rückschau auf die vergangenen 365 Tage halte, wird mir erst bewusst, welch unglaublich ereignisreiches, anstrengendes, schwieriges und doch auch erfolgreiches und schönes Jahr hinter unserem kleinen Mann liegt.

Seinen 3. Geburtstag feierten wir schon zu fünft – das war die erste einschneidende Veränderung in diesem kleinen Leben. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis er seine kleine Schwester akzeptiert hat und noch mal eine Weile, bis er sie lieben gelernt hat. Inzwischen freuen sie sich jeden Morgen, wenn sie den anderen zum ersten Mal sehen, begrüßen sich lieb und spielen auch immer öfter miteinander. Ab und an nervt die kleine Schwester und wird dann aus dem Bruderzimmer hinauskomplementiert, aber das finde ich durchaus in Ordnung und auch wichtig. Privatsphäre dann und wann muss einfach sein.

Gleich nach dem 3. Geburtstag folgte ein weiterer gewaltiger Schritt: Der kleine Mann kam in den Kindergarten. Zu unserem großen Glück gemeinsam mit seinem allerbesten Freund. Denn so ist unser Mittlerer und so wird er wohl auch immer bleiben – er braucht eine enge, vertraute Bezugsperson an seiner Seite, um sich wirklich wohl und glücklich zu fühlen. Das muss inzwischen (zum Glück) nicht mehr nur die Mama sein, sondern auch der Papa, der beste Freund oder die Lieblingserzieherin. Eine der Aufgaben, die ich für mich mit diesem Kind sehe, ist, ihn Schritt für Schritt an ein selbständigeres und selbstbewussteres Leben heranzuführen. Lustigerweise wirkt er auf andere sehr selbstbewusst – er ist offen, geht schnell auf andere zu und eckt im Spiel auch dann und wann mit seiner Dominanz an – er möchte immer gerne bestimmen, wo es langgeht. Aber genau dieses Verhalten zeigt, dass er die Kontrolle behalten möchte, weil ihn eigentlich eine tiefe Unsicherheit bewegt. Sobald er das Ruder aus der Hand geben muss oder es ihm so scheint, als wehe der Wind nicht aus seiner Richtung, wird er aggressiv oder weinerlich. Diese Unsicherheit möchte ich versuchen zu stabilisieren. Auch und gerade dadurch, dass ich ihm zutraue, was er sich selber oft nicht zutraut. Dazu zählte und zählt auch heute noch immer wieder der tägliche Besuch des Kindergartens, der 50 m weiter im angrenzenden Park liegt. Oft möchte er morgens nicht weg, ich setze mich aber durch und weiß genau, wenn er erst mal da und angekommen ist, wenn ich weg bin, geht es ihm sehr gut, er hat viel Spaß und freut sich über seine Spielkameraden und die vielen Angebote. Fast jeden Tag beim Abholen, wenn ich ihn frage, wie es heute war, antwortet er im vollen Brustton der Überzeugung und mit wirklicher Begeisterung, dass es ihm guuuuut gefallen hätte. Das zeigt mir deutlich, dass dieser Weg der richtige ist.

Einen weiteren Schritt in diese selbständigere Richtung hat er ebenfalls mit meiner Hilfe in diesem letzten Jahr gemeistert: das selber und alleine Ein- und Durchschlafen im eigenen Bett. Über die ersten Schritte habe ich an anderer Stelle schon ausführlich berichtet. Inzwischen ist ihm das Procedere so ins Blut übergegangen, dass es nur noch sehr selten und auch nicht grundsätzlich infrage gestellt wird. Es ist sogar so, dass er inzwischen, sollte er mal nachts aufwachen und zu uns rüberkommen, nach einem Weilchen ganz ohne Murren wieder in sein eigenes Bett verschwindet, weil er selber merkt, dass er dort besser und schneller ein- und weiterschlafen kann. Experiment geglückt, würde ich da mal sagen! :)

Lustigerweise hängt in meinen Augen auch ein weiterer Schritt mit dem Prinzip “Kontrolle haben und nicht so gerne loslassen wollen” zusammen. Er hat nämlich in diesem Jahr seine Windel abgelegt, sowohl tagsüber als auch ein paar Monate später nachts. Es war kein einfacher Prozess, sondern eher ein zähes Ringen, begleitet von vielen Rückschlägen und “Gebietskämpfen” (“Na guuut, Pipi mache ich ins Klo, aber den Stinki will ich in die Windel machen!”). Ganz anders als bei unserem Großen, der mit 2 1/2 Jahren innerhalb von 4 Tagen komplett sauber war, hatten wir es hier mit einem kleinen Windelrebellen zu tun, der zwar volle Kontrolle über seine Ausscheidungen hatte, was diverse Einzelerfolge bewiesen, aber einfach partout nicht aufs Klo gehen wollte. Geklappt hat es nur mit Gelassenheit unsererseits und dem Gefühl seinerseits, dass er alleine bestimmt, wo es langgeht. Nur ganz zum Schluss bezüglich des “Tagsüber-zum-Kackern-eine -Windel-Verlangens” habe ich zu einer List gegriffen und im Urlaub einfach behauptet, wir hätten nicht genug Windeln dabei, dass es für nachts und für die “Einmal-am-Tag-Windel” reichen würde. Damit war die Sache dann erledigt. ;-) Mit seinem Entschluss, wirklich von einem Tag auf den anderen plötzlich auch nachts keine Windel mehr zu brauchen, denn schließlich sei er ja schon groß, überraschte mich der kleine Herr dann doch. Bis auf ein paar Unfälle nach abendlichen Trinkorgien, die wir nun etwas eingegrenzt haben, klappte es auch von Anfang an hervorragend.

Weitere “Zum allerersten Mal”-Erlebnisse im vergangenen Lebenjahr unseres jetzt Vierjährigen:

  • beim besten Freund übernachten (im Urlaub)
  • Achterbahn und Sommerrodelbahn fahren (Er ist ein richtiger kleiner Geschwindigkeitsjunkie!)
  • ganz alleine Kettenkarussell fahren (er ist sooo mutig!)
  • Fahrradfahren (klappt leider mangels Training immer noch nicht wirklich gut)
  • an Silvester bis Mitternacht aufbleiben (war null Problem!)
  • auf dem Spielplatz die Feuerwehrstange runterrutschen und richtig hoch auf Bäume klettern
  • tauchen (bewusst den Kopf unter Wasser strecken – ein großer Erfolg für unsere Wassermimose! ;-) )
  • Kinobesuch (Cars 2, m.E. kein wirklicher Kinderfilm, aber er hätte uns gelyncht, wären wir nicht mit ihm dorthin gegangen!) Sehr stolz ist er auch darauf, dass sein großer Bruder während des Films zum Pinkeln gehen musste, während er den gesamten Film durchgehalten hat. :-D

Sicher gibt es noch ne Menge mehr, aber vieles fällt mir einfach nicht mehr ein. Wie gesagt, so in der Rückschau wird einem erst bewusst, wie unglaublich viel das war und vor allem, wie elendsschwer ihm ein Gutteil davon gefallen sein muss. Und er hat das alles so toll hinbekommen, er ist einfach ein ganz feiner kleiner Kerl!

Gestern abend haben wir nun also die Maus mit Fläschel ins Bett gebracht. Einfach ne Pulle warme Vollmilch, sie ist ja alt genug dafür. Erst hats der Papa probiert, aber es gab echt massives Protestgeschrei. Ich habe dann übernommen und sie war wirklich angep…t von der Situation. Aber ich bin einfach ruhig bei ihr geblieben, habe sie gestreichelt und ihr immer wieder versichert, dass sie das Fläschchen ja kennt und dass das lecker ist und dass sie das kann, dass ich mir ganz sicher bin, dass das auch geht. Immer wieder habe ich ihr den Sauger angeboten. Erst hat sie ihn weggeschubst, dann irgendwann zaghaft angefasst und so nach ca. 10 Minuten Protest doch getrunken und danach sofort weggeschlafen. :-)

Zu ihrem üblichen “nach 40 Minuten Wieder Aufgewache” habe ich es ihr wieder angeboten, sie hat dankend abgelehnt und nach etwas Gemaule einfach so weitergeschlafen. Hehe. ;-)

Also ich finde, das lief den Umständen entsprechend ganz gut. Das machen wir jetzt einfach jeden Abend, bis sie es ohne Gejammer akzeptiert und dann denke ich, ist es durch. Heute werde ich noch mal ans Werk gehen und je nachdem wie sie sich anstellt, morgen wohl doch noch mal der Papa.

Vor genau acht Tagen hat es bei der kleinen Maus “geschnackelt” und seitdem perfektioniert sie das Gehen auf zwei Beinen tagtäglich und sehr, sehr ausdauernd. Und das in einem Affentempo! Aus einem doch noch recht hochkonzentrierten “Geradeaus-Torkeln” mit zur Stabilisierung halb erhobenen Armen ist in einer Woche ein lässiges Gehen, auch mit zum Teil großen, gewichtigen Gegenständen, wie z.B. ein Buch in der Hand, geworden. Sie kann stehenbleiben und dann weiterlaufen, die Richtung ändern und auch schon ab und an etwas Tempo zulegen. Und heute früh hat sie begonnen, aus dem Stand Dinge vom Boden aufzuheben. Als ich das sah, meinte ich zu meinem Mann “Jetzt dauert es bestimmt nur noch eine Woche, dann kann sie auch wieder aufstehen, wenn sie mitten im Raum hinfällt.”  Denn bis dato brauchte sie dazu immer noch ein Möbelstück oder eine helfende Hand und war entsprechend genervt davon.

Tja, was soll ich sagen? Gerade eben ist sie zweimal ganz alleine mitten im Raum aus dem Sitzen wieder in den Stand gekommen und war stolz wie Oskar. Wow.

Die ganze letzte Woche hat unsere Maus sich mit dem Schneidezahn oben rechts herumgeplagt, seit vorgestern ist er nun endlich ganz durch. Und fast zeitgleich spitzte der Eckzahn links oben durch. Der schiebt sich jetzt auch gaaanz langsam immer weiter raus. Sie schläft sehr schlecht zur Zeit, oft nur mit “Doping” in Form von Zäpfchen oder Saft, und will spätestens alle zwei Stunden trinken. Allein schon deshalb wäre das mit dem Abstillen einfach doch keine gute Idee gewesen. Besser so!

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