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…war mir heute morgen zumute, nachdem der Bus voller “großer” Grundschüler, in dem sich auch mein Sohnemann befand, Richtung Schullandheim um die Ecke gebogen war. Plötzlich liefen mir die Tränen runter, womit ich gar nicht gerechnet hatte, war er doch öfter schon mal eine Woche weg, sei es mit dem Papa oder der Oma.
Nach kräftig Tränenwischen und etwas Grübelei meinerseits kam ich darauf, dass diese unerwarteten Gefühle verursacht wurden durch eine Kombi aus “Oh, wie irre! Jetzt ist er schon so groß, dass er ins Schullandheim fährt!” und “Ogottogottogott, er fährt GANZ ALLEINE fort! Kein Papa, keine Oma, kein Familienmitglied an seiner Seite!” …auch wenn er das ebenfalls schon mal erlebt hat – nämlich zum Kindergartenabschluss. Damals waren sie drei Tage lang auf einem Bauernhof in der Nähe. Was ich übrigens komplett übertrieben fand. Einmal ganz klassisch im Kindergarten übernachten hätte es wirklich auch getan.
Ist schon aufregend, das alles, auch wenn es faktisch nur vier Tage sind, denn am Freitagvormittag kommen sie schon wieder heim.
RAAAH!
In den letzten Tagen musste ich ein paar Mal zur weinenden Schlafemaus hineingehen und ich hatte eine gehörige Portion Muffe davor – was würde ich tun, wenn sie aus Leibeskräften schreien und nach Milch verlangen würde? Würde ich es aushalten, würde ich stark bleiben können?
Alle Sorgen waren jedoch umsonst. Die Maus kuschelte sich an mich, beruhigte sich schnell und schlief gleich wieder ein. Jedes Mal. Oft langte es auch, sie einfach nur ein wenig am Rücken zu streicheln. So ein Glück! Ich bin so froh, dass sie es jetzt gelernt hat, ohne Br.ust zu schlafen und vor allem einzuschlafen! Heute Nacht z.B. war sie einmal für ca. 20 Minuten wach, hat superniedlich vor sich hin erzählt und ist dann mittendrin sang- und klanglos wieder ins Land der Träume geruscht. Sowas gab es “vorher” nie. Da musste immer die Mama herhalten und den Weg in den Schlaf weisen.
Ich habe sie auch schon einmal ins Bett gebracht und auch in diesem Falle klappte es, ohne, dass die Maus den Bu.sen vermisst hätte.
Halleluja, ich bin so froh! Morgen muss mein Mann wieder für 5 Tage in den Außendienst, aber ich sehe dem – zumindest was den Mausschlaf angeht – recht gelassen entgegen! Uff!
Nun geht die Maus ja schon seit einer Woche mit dem Papa schlafen und nach anfänglichem “Na guuuut, dann trink ich halt einmal in der Nacht aus dem Fläschel!” wurde ein “Och nööö, dann lieber gar nix!”. Und so hat sich die Fläschelmacherei recht schnell erledigt und diese Nacht ist sie nur einmal so gegen elf aufgewacht, hat dann schnell weitergeschlafen und sich bis viertel vor acht nicht mehr gemeldet! Das heißt: Tadaaaa! Die erste wirklich durchgeschlafene Nacht von der Maus, dem Göttergatten und mir! Wow! Ich bin so froh, dass ich es endlich gepackt habe!
Und der zweite Sieg kam gänzlich unerwartet: Der Kurze wollte gestern von jetzt auf gleich plötzlich keine Schlafwindel anziehen. Begründung war: “Ich brauch keine Windel mehr, der N. (großer Bruder) braucht ja auch keine!” Ich habe das Experiment gewagt, obwohl das Bett nicht wirklich für Notfälle präpariert war und was soll ich sagen – es hat wunderbar funktioniert! Ist das nicht toll?!
So werden wir heute nachmittag, wenn der Kurze aus dem Kindergarten kommt, gleich zwei Feste feiern können. Mit Eis und Gaudi im Garten. Hach, ich freu mich!
Schon seit geraumer Zeit experimentiert die Maus mit den freien Schritten. Mal mehr, mal weniger, mal immer nur ein paar, mal schon ganz schön weit, so 2 bis 3 Meter zum Beispiel. Zwischendurch immer wieder Pausen, in denen viel gekrabbelt, aber noch viel lieber an Möbeln entlang gesprintet (!!)
und vor allem an der Hand eines Erwachsenen gegangen wurde.
Aber jetzt am Wochenende hat es “Klick” gemacht. Und seitdem wird gelaufen, gelaufen, gelaufen. So weit die kleinen Füße tragen. Am besten natürlich barfuß. Zum Glück ist grad Barfußwetter!
Es ist so niedlich, wie stolz die kleine Dame ist! Wenn sie irgendwo “angekommen ist”, dreht sie sich sofort zu mir um und strahlt mit der Sonne um die Wette.
Die Maus ist 11 Monate und 2 Wochen alt.
Wow, du kleine Madam, ich kann es kaum fassen – nur noch drei Monate und wir feiern deinen ersten Geburtstag! Du kleine Maus hast in den letzten Wochen wieder mordsmäßig geschubt und warst auch ca. 2 Wochen lang ziemlich anstrengend. Sehr anhänglich, schlecht schlafend, weinerlich. Zumindest tagsüber bist du aber jetzt wieder die “Alte” – gut gelaunt, neugierig und schlichtweg cool.
Hier die Facts des Monats:
Wickeln und Umziehen ist dooooof! Die Wickelkommode war im ersten halben Jahr dein absoluter Lieblingsplatz – das ist zur Zeit komplett vorbei. Wenn ich dich nur hinlege, geht der Protest schon los. Mit Bürste, Socken, Klingelkäfer und Zahnbürste kann ich Dich jedoch meistens einigermaßen in Schach halten. Nur das Überziehen von Oberteilen nervt Dich zur Zeit so sehr, dass es dabei immer zu Geschrei kommt.
Das Aufstehen an unseren Möbeln ist zu langen Wanderungen an den Kanten entlang geworden. Im Affenzahn umrundest du so unser komplettes Wohnzimmer angefangen von der Schrankwand, über den Tisch zum Laufstall, dann weiter an der Couch entlang und wieder zurück. Du hast auch begonnen, an Stühlen aufzustehen und diese dann freudestrahlend durch den Raum zu schieben, bis du nicht mehr weiterkommst. Auf dem Weg zurück wird nicht gerobbt, sondern mutig an der Wand entlang gegangen, ganz ohne Festhalten, nur durch Abstützen.
Du wirst immer mutiger, stützt dich teilweise nur noch mit dem Oberkörper ab und spielst mit beiden Händen im Stehen. Oder hältst dich mit einer Hand fest, um dich hinunterzubeugen und etwas Heruntergefallenes vom Boden aufzuheben.
Fällst du doch mal um, rollst du dich inzwischen immer besser ab, kommst auch des öfteren schon auf dem Windelpopo zu sitzen, anstatt gänzlich umzufallen, was deinem Köpfchen sicher besser gefällt, als das baumlange Hinschlagen, das davor stattfand.
Ganz ab und zu krabbelst du ein paar “Schrittchen”, lässt dich dann aber gleich wieder in die bekannte Robb-Position fallen, in der du (noch) schneller vorankommst.
Inzwischen isst du eine Menge, am liebsten natürlich direkt vom Teller der Familienmitglieder. So hast du in den letzten Wochen schon Kartoffelknödel, Käsebrot, Spinatravioli mit Tomatensoße, Putenburger, Apfelkuchen und Spaghetti probiert. Deinen Gemüsebrei nimmst du eher gelangweilt zu dir oder verweigerst ihn ganz, den Getreide-Obstbrei magst du gerne. Gedämpftes Gemüse, Birnenschnitze, Bananenstücke, Brotscheiben, Reiswaffeln usw. hingegen vertilgst du mit Hingabe und schon sehr professionell. Am Esstisch übst du auch fleißig den Pinzettengriff, um noch die kleinsten Bröckchen aufzusammeln. Das klappt auch schon sehr gut, nur den Weg in den Mund finden sie noch nicht ganz, da du die falsche Stelle der Hand in den Mund schiebst und das Essen dann zu deinem Mißfallen oft außen runterfällt.
Schöner Nebeneffekt dieses Speiseplans: Deine Mama darf jetzt endlich wieder alles essen, denn du isst ja selber so gut wie alles und verträgst es auch, was bedeutet, dass auch etwaige Minimengen in der MuMi nicht ins Gewicht fallen. Abendliche Bauchweh-Schreiattacken gehören nun definitiv der Vergangenheit an und Mama hat schon Sate-Hühnchen und Schweinebraten mit Knödel genossen – lauter Dinge, die sie im letzten Dreivierteljahr doch etwas vermisst hat.
Ganz stark entwickelt hat sich dein Verstehen von Kommunikation und Interaktion. Du spielst jetzt aktiv, also auch von Dir selber ausgehend, “Geben-und-Nehmen” und “Guguck” und hast eine Riesenfreude daran, verstehst eine Menge von dem, was wir sagen und – wir sind selber platt – fängst bereits an, selber zu reden!
Das erste bewusst verwendete Wort war – wie könnte es auch anders sein – “Baba”. Zuerst waren wir uns nicht sicher, aber inzwischen ist es eindeutig, dass du das im Zusammenhang mit deinem Papa benutzt, z.B. wenn er den Raum betritt und du ihn freudestrahlend mit einem lauten “Baba!” begrüßt. Das zweite Wort ist “Wawa”. Ähem. Das soll definitiv “Mama” heißen, auch wenn es sich etwas seltsam anhört.
Häufig genutzt abends, wenn dein Papa dich beruhigen will, du aber lieber Mamas Br.ust haben willst und zwischen deinem lauten Gejammere immer wieder ein ganz deutliches “Wawa!!” herauszuhören ist. Das dritte Wort, das du verwendest, ist “A-Be”, was “Lampe” bedeutet. Immer wieder schaust du abends fasziniert an die Decke und flüsterst ehrfürchtig: “A-Be!” und auch wenn wir auswärts sind, kommentierst du jede entdeckte Lampe stolz. Seit Sonntag ist deine Oma mit ihrem Jack-Russel-Terrier Lilly zu Besuch und schwupp gibt es ein neues Wort, nämlich “Hö-Di” (Hundi). Wir sind ziemlich platt, kleine Maus! Du legst ja echt los….mal sehen, wann uns die Ohren dann bluten!
Du wächst und wächst - die ersten Stücke in Gr. 74 weden langsam knapp und so einiges in Gr. 80 beginnt zu passen. Und noch etwas wächst – genau heute früh habe ich das erste winzige Fitzelchen Schneidezahn in deinem Mund entdeckt! Unten links befindet sich ein kaum wahrnehmbares Löchlein im Zahnfleisch, durch das es weiß nach draußen blitzt.
Auf den Frühling freuen wir uns alle sehr, vorige Woche hast du schon zum ersten Mal selber die Außenwelt erkunden dürfen, bist zum ersten Mal durchs Gras gerobbt, hast mit Rindenmulch gespielt und im Sand gegraben. Davon bist du sehr angetan und ich kann es kaum erwarten, bis es endlich richtig warm wird und du zwischen all den vielen Kindern auf dem Spielplatz so richtig mitmachen kannst.
Du bist so ein herziges kleines Mädchen, fremdelst kaum, lachst alle fröhlich an und nimmst die Welt mit großen Augen auf. Es ist eine tiefe Herzensfreude, dir beim Wachsen und Leben zuzusehen, mit dir die Welt zu entdecken und dich ganz nah herzukuscheln. Manchmal bin ich doch ein wenig wehmütig, weil du schon so “groß” geworden bist. Bald werde ich kein Baby mehr haben und das tut mir in der Seele weh. Ach, wenn ich doch nur ein paar Jährchen jünger wäre und nicht schon drei Mal aufgeschnitten worden wäre, dann hättest du ganz bestimmt noch ein Geschwisterchen bekommen, da sind sich dein Papa und ich sicher. Wir lieben Dich so sehr, kleine Maus und wir freuen uns so darüber, wie wunderbar du dich entwickelst!
Wie ich ja neulich schon berichtet habe, hatte sich nach einem Vorstoß meinerseits, als er letztes Jahr lernte, mit dem großen Bruder einzuschlafen, wieder ein Rückschritt ergeben. Bedingt durch die emotionalen Wirren von Kindergartenbeginn, Geschwisterzuwachs und Trotzphase hatte ich ihn ja wieder zu mir, d.h. zur Maus und mir ins Zimmer genommen.
Dann, vor ungefähr einem Monat, zog er wieder in sein eigenes Bett, weil er abends noch Bücher anschauen wollte.
Ich hatte ja eh vor, ihn langfristig endlich mal an ein seinem Alter angepasstes Schlafritual zu gewöhnen, fürchtete aber etwas die Konfrontation, da er ja sehr auf mich fixiert ist und das sicherlich nicht einfach so hinnehmen würde. Trotzdem machte ich mir jetzt ca. einen Monat lang meine Gedanken dazu und so langsam entstand ein für mich – und hoffentlich auch das Kind – passendes Szenario. Nur der zündende Funke fehlte noch. Ich wusste, dass ich das Ganze “attraktiv” verpacken musste, damit es cool klingt und angenommen wird.
Letzte Woche Mittwoch kam mir die passende Idee ganz spontan, während ich mal wieder erfolglos versuchte, den kleinen Rebellen zum Zähneputzen und Waschen zu überreden. Ich erzählte ihm nämlich, dass er, Lightning McQueen, nun Speed geben müsste in seinem Rennen, damit er den Piston Cup gewinnen kann und der kleine Herr war sogleich total begeistert und bei der Sache.
Also setzte ich mich noch am selben Abend hin und entwarf ein neues Zu-Bett-geh-Ritual im Cars-Format für unseren Kurzen. Mein Mann stand mir mit Rat und Tat zur Seite und so entstand innerhalb der folgenden 24 Stunden eine Cars-Rennstrecke zum Aufhängen, auf deren Teilstücke jeden Tag ein kleiner PistonCup aufgeklebt werden kann sowie eine Startampel, die eine Viertelstunde vor der Bettgehzeit im 5-Minutentakt weitergeschaltet wird und dann ein “Go!” gibt. (Gebastelt, alles nur Karton und so, keine Elektronik. Ich mach mal ein Foto).
Der “reine” Inhalt des Rituals sieht so aus: 19:15 Uhr wird die Startampel “eingeschaltet”, um 19:30 Uhr geht es hoch ins Bad zum Waschen, Zähneputzen und Umziehen. Dann hat er bis zu 15 Minuten zum selber Bücher angucken Zeit. Wenn er fertig geguckt hat, holt er mich und ich lese ihm noch ein Buch vor und kuschle und unterhalte mich 5 Minuten mit ihm. Dann gibts noch einen Kuss und das Nachttischlicht wird ausgemacht. Die Tür bleibt offen, draußen ist schummrige Beleuchtung. Damit er sich nicht so arg alleine vorkommt, bleibe ich bei ihm im ersten Stock, bis er schläft und erledige leise Haushaltsdinge wie Putzen oder Wäsche zusammenlegen im Schlafzimmer oder im Bad. Alle 5 Minuten sehe ich kurz nach ihm.
Am folgenden Abend eröffneten wir ihm die Neuigkeiten, die er zuerst sehr motiviert annahm, dann aber später, als es an die reale Umsetzung des Teils “mit ohne Mama” ging, doch plötzlich ziemlich doof fand.
Natürlich haben wir ihm auch eine für ihn sehr attraktive Belohnung in Aussicht gestellt, sobald er den Kurs geschafft hat und alle Straßenabschnitte (14 Stück) mit Piston Cups belegt sind. So lange (14 Tage) dauert es nämlich laut Wissenschaft, bis eine neue Gewohnheit sich wirklich eingeschliffen hat.
Fazit nach 4 Abenden:
1. Abend: der Herr zieht ALLE Register: wieder rauskommen, sich splitternackt ausziehen, heulen, toben, jammern, Lichter anschalten. Ich bleibe ruhig, lieb und konsequent. Konsequent bedeutet an diesem Abend, dass ich ihm zuerst die Nachttischlampe wegnehmen muss und dann die Sicherung in seinem Zimmer rausdrehe. Ein Nachtlicht bleibt da. Die Tür geht auch einmal zu und ich sorge dann auch dafür, dass sie das für eine Minute wirklich bleibt. Er verkündet zwischendurch dann auch, dass er den PistonCup gar nicht will, ich sage ihm, dass das nichts ändert, dass ich im Bad bleibe und er trotzdem alleine schlafen lernen wird und dass er das auch schafft. Immer wieder betone ich, dass ich mir absolut sicher bin, dass er das schaffen kann. Als er merkt, dass alles nichts nützt, ergibt er sich in sein Schicksal und schläft um 21:15 Uhr nach einer guten Stunde Kampf endlich ein. Er schläft durch und ist am nächsten Morgen sehr stolz. Obwohl es nicht wirklich ideal lief, bekommt er natürlich trotzdem einen PistonCup, aber die Auflage, dass er ab jetzt nur noch einen bekommt, wenn ich die Türe nicht ganz zumachen muss (wird jedes Mal ein Stückel weiter zugemacht, wenn er rauskommt und wird ganz zugemacht, wenn er zu laut rumbrüllt).
2. Abend: Wir sind später dran, weil die Maus krank ist und den Zeitplan durcheinander wirft. Dieses Mal kommt er “nur” noch wieder raus und jammert, sonst passiert nichts mehr. Erst sitzt er am Bettrand, dann im Bett, dann liegt er und beim letzten Mal Gucken ist er schon zugedeckt. Kurz darauf schläft er. Wieder um 21:15 Uhr, dieses Mal nach einer 3/4 Stunde. Ein sehr sehr stolzer kleiner Mann begrüßt uns am nächsten Morgen.
3. Abend: Wieder normaler Zeitplan. Er kommt zwei Mal aus dem Zimmer, jammert ein kleines bisschen und ist nach 20 Minuten weg.
4. Abend: ein mal “pro Forma” rauskommen, dann 3 Minuten später, als ich nach ihm gucke, liegt er schon zugedeckt im Bett und sagt doch tatsächlich. “Es geht mir gut, Mama!”
Und 5 Minuten später schläft er selig.
Na, das ist doch ein voller Erfolg, würd ich mal sagen! Und ich hab in den 4 Tagen mein komplettes Bad aufgeräumt und geputzt, das Schlafzimmer aufgeräumt sowie dreieinhalb Maschinen Wäsche gefaltet.
Ich weiß, dass es Rückschläge geben wird, trotzdem ist der Damm gebrochen und er merkt, dass er es kann. Das gibt ihm Selbstbewusstsein. Es ist so schön, ihn morgens so stolz zu sehen und da er auch wirklich gut schläft, weiß ich, dass ihn das neue Szenario nicht zu sehr belastet. Sonst würde er nämlich Alpträume bekommen. Ich selber habe von der neuen Freiheit nur bedingt was, denn so ungefähr exakt seit 4 Tage weigert sich unser 8-Monatskind, zu schlafen und wird ständig wieder wach. Höhö. Naja, es ist nur eine Phase und wird vorbeigehen. Und dann freu ich mich des Lebens Abends.
Der Kurze geht nun weiterhin – zumindest die meiste Zeit – ohne Windel durchs Leben. Nur nachts und zum “Stinki” machen braucht er eine bzw. will unbedingt eine.
Gestern waren wir zum ersten Mal so richtig unterwegs: Zoobesuch mit jeweils 50 Minuten S- und U-Bahnfahrt hin und zurück. Ich war ja schon leicht nervös deswegen, schließlich kenne ich die Chose und bin mit meinem Großen mehr als einmal leicht panisch an irgendeiner Station aus dem Zug gehüpft, um dann 20 Minuten auf den nächsten zu warten… :-/
Aber was soll ich sagen? Null Problem! Der Herr hat die 5 Stunden Ausflug mit Bravour gemeistert! Er hat mit dem Trockenwerden ein Jahr länger gewartet als der große Bruder, dafür geht es nun aber auch ruckzuck und problemlos. Er ist auch nicht so ein ” Verdrücker”, d.h. er geht rechtzeitig und hampelt nicht erst minutenlang rum. Das ist sehr entspannend!
Jetzt muss er nur noch das “Ei-Legen” aufhören… das ist schließlich der für mich unangenehmste Teil des langen Wickelns gewesen und ich bin froh, wenn ich diese Bomben nicht mehr von Hand entsorgen muss….
Komisch, da ist er schon so richtig “männertypisch” – ich frag mich eh immer, was so toll dran ist, ewig lang auf der Kloschüssel in seinen eigenen “Aromen” zu schmoren und in irgendeinem Druckerzeugnis zu schmökern. Der Kurze macht im Prinzip das selbe in Grün, wenn er eine Windel verlangt, sich dann alleine in sein Zimmer verdrückt, sein Geschäft erledigt und dann “stundenlang” selig spielt, während der Duft in jede Ritze dringt. Ich muss ihn zum Wickeln dann immer nötigen und erst mal gründlich lüften… :-/
Vielleicht sollte ich ihm mal statt einer Windel ein Buch reichen…
Aufs Klo gehen? Bisher absolut KEIN Thema. Nun, seit ca. 3-4 Wochen sprechen wir über Unterhosen. Wir schauen sie uns auch ab und zu an. Und vorgestern nachmittag war es urplötzlich so weit: unser Kurzer beschloss, dass er jetzt eine anziehen wolle. Auslöser dafür war wahrscheinlich, dass wir am Sonntag Schwimmen waren und der Herr geschlagene 3 Stunden lang nicht ins Wasser gepieselt hat (“Das darf man nicht, gell, Mama!”), sich aber leider auch auf der gefühlte 10 Mal aufgesuchten Toilette nicht erleichtern konnte. Erst unter der warmen Dusche kam die Sache dann ins Rollen Laufen.
Er trug also bis zum Schlafengehen (ca. 2 1/2 Stunden lang) stolz seine “Cars”-Unterhose und machte das gaaanz prima. “Und morgen zieh ich in den Kindi auch eine an!”, verkündete er stolz.
Gestern also der erste “aushäusige” Tag, sogar ein langer, da er hinterher noch beim Busenfreund spielen war. Und es ging nur einmal was daneben und, was noch viel besser ist, so einiges ins Klo. Heute Tag 2. Mal sehen, ob es weiterhin spannend bleibt oder der Vorstoß irgendwann als “ach nee, zu stressig” wieder abgebrochen wird. Hoffentlich nicht! Zum Glück machte sein bester Freund gleich mal mit, der hielt nämlich ebenso an seiner Windel fest wie unser Knopf. Und zu zweit kann man ja schlecht wieder einen Rückzieher machen, wie steht man denn dann da!
Ich freu mich so!!!!
Unser Kurzer kostet mich zur Zeit eine Menge Nerven. Nachdem er in den Monaten vor Weihnachten immer aggressiver wurde und ich dieses Verhalten als Überforderung seinerseits durch seine eigenen Trotzphase, durch die neue Familiensituation sowie durch die neuen Erfahrungen im Kindergartenalltag identifiziert hatte, entschloss ich mich, ihn nachts (und eben auch wieder abends – ich liege bei ihm, bis er schläft) ganz nah zu mir, d.h. in mein Bett zu holen. Diese Entscheidung kostete mich einiges an über die Jahre gewonnener Freiheit, verfehlte aber ihr Ziel nicht – er wurde wieder ruhiger, sicherer, entspannter.
Nachdem der Sturm über den Jahreswechsel etwas abgeebbt war und ich die wiedergewonnene entspannte Atmosphäre genoss, rollt nun eine neue Welle an – er beginnt, dieses neue Schlafritual infrage zu stellen und probiert aus, in wie weit er sich mit eigenen Wünschen durchsetzen kann.
Begonnen hatte es vor ein paar Wochen mit “Ich habe Hunger”, kurz bevor er ins Bett sollte. Dem kam ich zuvor, indem ich ihn immer kurz vor dem eigentlichen Gang ins Bad noch einmal von mir aus fragte und er die Möglichkeit bekam, ggf. noch etwas zu sich zu nehmen. Nun hat er vor ein paar Tagen vom großen Bruder gehört, dass der vor dem Schlafengehen noch liest. Also will er das nun auch. Wir lesen sowieso, und zwar vor dem Schlafengehen im Wohnzimmer. Denn im Kinderzimmer geht es nicht, da schläft ja schon die Maus im Bett gleich nebenan. Er wird aber fuchsteufelswild und will das unbedingt. Bis jetzt habe ich noch keine Lösung gefunden, die allen gerecht wird, bin aber noch am Grübeln. Irgendwo ist es ja gut, wenn er wieder selbständiger wird, andererseits muss (und vor allem kann) ich nicht allen Ideen nachgeben.
Also hatten wir die letzten Tage wieder heftige Diskussionen. Letztendlich geht es nämlich darum, dass er einfach nicht ins Bett will. Er ist aber hundemüde und braucht den Schlaf auch. Länger auflassen bringt leider gar nichts, habe ich schon probiert.
So auch heute. Er spackte in der Dunkelheit neben mir rum und versuchte es mit allem, was ihm einfiel. Hunger, gar nicht müde, zu heiß, zu kalt, Hemd nass gelutscht, Akrobatik statt liegen…. usw.
Als ich merkte, wie ich selber schon Aggressionen bekam, startete ich mein Gedankenkino:
Der Kurze feiert seinen 18. Geburtstag. Alle sitzen um den Tisch, sind fröhlich. Er ist zu einem hübschen jungen Mann herangewachsen. Ich schaue ihn an, lache und sage: “Mensch, weißt du noch, du hast uns als kleines Kind manchmal den letzten Nerv gekostet mit deinem unglaublichen Dickschädel! (alle lachen). Dann erzähle ich die eine oder andere Anekdote und schließe meine kleine Rede mit den Worten “Ich bin mir sicher, dass du es mit deinem Dickschädel noch ganz weit bringen kannst im Leben, wenn du ihn richtig einsetzt!”
Unglaublich, was diese innere Distanz alles auslösen kann. Ich hatte meinen kleinen Rebellen sofort wieder ganz lieb und konnte gelassen bei ihm sein und ihn seine kleinen Kämpfe kämpfen lassen. Mit liebevoller Konsequenz.
Ich kann es nicht fassen…. noch vier Wochen und ein halbes Jahr ist um! Irgendwie ist im letzten Monat nicht so offensichtlich viel passiert, aber die Maus war auch intensiv mit Wachsen und mit ihrem Infekt beschäftigt.
Sie ist aus der 62 komplett raus und rasend schnell in die 68 hineingewachsen, so schnell, dass ich am Überlegen bin,ob ich nicht gleich auch noch die 74 durchwaschen soll…
Inzwischen dreht sie sich super vom Rücken auf den Bauch und nun ist die Rückwärtsdrehung im Versuchsstadium. Außerdem schuftet sie sich auf dem Bauch im Kreis herum, um an diverse Spielsachen zu gelangen, die ich um sie herum auf ihrer Decke oder im Laufstall verteile.
Sie kann jetzt gezielt nach Dingen greifen und sie dann auch gut festhalten, um sie ausgiebig zu belutschen und zu benagen. Tageweise sabbert sie wieder wie wild, aber es ist noch kein Zähnchen so wirklich in Sicht.
Das Daumenlutschen hat sich nicht weiter etabliert, ich weiß noch nicht genau, ob ich das gut oder schade finden soll. Weiterhin ist die Br.ust ihr einziger “Nuckel”.
Trotzdem habe ich es geschafft, ihr ein stillunabhängiges Schlafritual anzugewöhnen, da mir das nur an der Br.ust oder im Tragetuch Einschlafen nicht wirklich recht war. Nun lässt sie sich auch im Bett auf dem Bauch liegend mit “Guten Abend, gut Nacht”-Gesumme und sanftem Poposchuckeln schnell und unkompliziert zum Schlafen bringen. Bei der richtigen Bettschwere sogar in 30 Sekunden… Das hat auch den Vorteil, dass sie jetzt endlich im Schlafsäckchen schlafen kann, was beim Einschlafen im Tuch nicht wirklich möglich war.
Zudem hat sich an der Schlafsituation geändert, dass ich so gut wie die ganze Nacht wieder in meinem eigenen Bett verbringe und nur noch zum Stillen rüber ins Kinderzimmer gehe. Sie schläft ohne mich tiefer und länger, als wenn sie ständig meinen Milchgeruch in der Nase hat. Und ich schlafe auch besser… und das brauche ich dringend! Meine Nächte sind zur Zeit immer wieder grauenhaft, weil der Kleine im Wechsel mit der Maus aufwacht und ich gefühlsmäßig die halbe Nacht nur am Hin- und Herwandern bin…
In der Küche steht nun ihr TrippTrapp und sie sitzt jetzt immer bei uns, wenn wir essen. Inzwischen ist sie sehr interessiert und ich bin schon gespannt, wie sie sich in 14 Tagen macht, wenn wir mit der Beikost beginnen.
Ach ja, und ich kann inzwischen gut nachvollziehen, was Mama Miez mit dem “ohrenbetäubendem Quietschen” ihres Sohnes meint – die Maus kann das nämlich auch! Wow, da fallen einem echt die Ohren ab. Nur letzte Woche, als sie so heiser war, ging gar nichts mehr, aber kaum dass es ihr wieder besser geht, quietscht sie wieder in den höchsten Tönen. ^^
So langsam beginnt sie auch zu lernen, wie wir alle heißen – auf die Frage “Wo ist….(die Mama/der Papa usw)?” reagiert sie immer öfter mit einem Blick zur betreffenden Person oder auch Sache. Zum Beispiel die Filztaube, die über ihrem Wickeltisch hängt, die kennt sie schon beim Namen: “Wo ist die Taube?” – und zack! guckt sie hoch zu ihr.
Meine Güte, die Zeit rennt! Ich kann es gar nicht glauben, dass die kleine Frau schon bald ein halbes Jahr alt sein wird. Ich freu mich schon sehr auf unser erstes Weihnachtsfest zu fünft. Auch wenn die Maus das alles noch nicht begreift, so wird sie doch die besondere Stimmung, die Lichter und die Musik wahrnehmen und genießen. Ich hab Dich lieb, Maus! *kuss*






