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Unverhofft habe ich diese Woche im Kindergarten unter anderem diese Tasse überreicht bekommen. Da ich am Elternabend nicht habe anwesend sein können, gab mir eine Erzieherin diese kleine Aufmerksamkeit, die sie allen Elternbeiräten des letzten Kindergartenjahres an diesem Abend überreicht hatten. In der Tasse waren noch ein paar Schokolädchen und ein schöner Kuli. Aber der Text auf der Tasse kam genau zum richtigen Zeitpunkt! Ich mochte mich selber nämlich gar nicht leiden dieser Tage und irgenwie ging es mir beim Anblick dieser Zeilen gleich wieder ein wenig besser…
Stell dir vor, du kommst aus dem Urlaub nach Hause und jemand hat alle deine persönlichen Dinge weggeräumt und die Möbel umgestellt.
So ungefähr müssen sich die Kinder in unserer Kita vorkommen, wenn sie nach den großen Ferien wieder in ihre Gruppenräume kommen. Aus “pädagogischen Gründen” (würg!) wird jeden Sommer alles komplett leer- und umgeräumt. Alle gemalten Bilder, alles Deko-Schnickeldi und viele Spielsachen sind einfach weg. In unserer Gruppe beispielsweise war vor kurzem noch die Bastelecke und jetzt ist da plötzlich die Puppenecke.
Ich finde das sowas von unnötig und Sch…e. Also echt mal.
Unser Kurzer hatte heute völlig spontan Damenbesuch. Sein Interesse an einem Mädel aus seiner Kindergartengruppe bekundete er schon seit letzter Woche, als er unvermittelt begann, von ihr zu erzählen. “Die J. will immer mit uns mitspielen!” “Die J. macht das auch immer!” “Die J. hat heute mit mir Dino gespielt.” ….
Heute Nachmittag beim Abholen dann plötzlich ein strahlendes Bubengesicht: “Guck, Mama, DAS ist die J.!” und dann: “Kann die J. heute zu uns kommen?” Wer bin ich, dass ich ich ihn darum bringen würde?! Also kam J. mit zu uns und es wurde erst mal Eis gegessen.
Dann stellte sich heraus, dass die Herrschaften etwas unschlüssig / unsicher waren bezüglich dessen, was sie spielen sollten und wollten. Nachdem ich durch vorsichtiges Nachfragen herausbekommen hatte, dass J. Zuhause gerne Verkleiden spielt, war die Sache geritzt. Ich holte unsere riesige rote Kiste aus dem Zimmer des Großen und wir fanden sogar genügend bunte Tücher, um eine Prinzessin daraus zu generieren – mindestens 80% der Sachen sind schließlich eher aus der Ritter-Räuber-Piraten-Ecke.
Unser Kurzer entschied sich dann schnell für “Ich bin ein Prinzessin-Ritter!”, legte einen Umhang um und griff sich ein Holzschwert. Dann brauchte er etwas Nachhilfe: “Ähhhhm, Süßer, Ritter kämpfen nicht mit Prinzessinnen, sie beschützen sie vor bösen Drachen, schwarzen Rittern und anderen Feinden!”
Schließlich wechselten die beiden dann noch ins Zimmer der Maus, um mit der dortigen Spielküche weiterzuspielen. Die Prinzessin kochte Essen und es wurde am schnell aus ein paar Windelkisten und einer Decke generierten Tisch gespiesen. Der “Prinzessinritter” wurde zum König, wollte noch ein paar bunte Tücher an seine Gemahlin verteilen und wurde umgehend von selbiger über die Gebräuche aufgeklärt: “Nein, das darf da nicht hin, wir haben uns doch schon geküsst und haben geheiratet, da hat die Prinzessin keinen Schleier mehr vor dem Gesicht!” Die Maus durfte übrigens auch mitspielen und wurde zum Baby des Herrscherpaares gekürt.
Es war sooooo süß! Ich kenne solche Spiele von meinen Jungs gar nicht, die sonst eigentlich immer nur Ritter, Räuber, Piraten, Diebe, Monster…. spielen und fand das echt Klasse. Das ist genau das, was unserem Fratz noch gefehlt hat – ein wenig weiblicher Einfluss. Einfach herrlich!
Wer bisher davon ausging, dass das Gejammer, dass unser Kleiner morgens anstimmt, seit er in den Kindergarten geht, bemitleidenswert sei, der hat nicht gehört, was heute morgen hier los war, als ich ihm mitteilte, dass er nicht in den Kindi gehen könne, weil er krank sei.
Herzzerreißendes Schluchzen war die Folge. Er war untröstlich, dass sein bester Freund nun im Kindergarten spielen darf, während er “alleine” Zuhause sitzen muss. Sieh mal einer an!
Da relativiert sich doch sofort das “Ich will nicht in den Kindi!” und “Ich will, dass du hier bleibst!” -Gejammer, das ich sonst des öfteren zu hören bekomme. Zum Glück wird das immer seltener und es gibt auch schon Tage, an denen es wirklich gut klappt.
Ich kenne die Prozedur ja schon vom Großen und nehme das nicht so schwer, es ist klar, dass er sich erst mal umgewöhnen muss, aber er weiß schon aus dem ein mal wöchentlichen Vorkindergarten, in den er ein Jahr lang ging, dass das Weinen am Anfang schlimm ist, dann weniger wird und dann ganz verschwindet. Diese Portion Lebenserfahrung beruhigt ihn und er kann seinen eigenen Schmerz dadurch besser ertragen. Ich selber mache ebenfalls immer eine sehr zuversichtliche Miene und bestärke ihn darin, dass alles nicht so schlimm ist, wie es sich vielleicht im Augenblick anfühlt. Denn meine eigene Erfahrung hat mir gezeigt, dass Kinder immer das für besonders schlimm halten, was auch die Eltern beunruhigt. Und jeden Vormittag ein paar Stunden gemeinsam mit anderen Kindern verbringen, spielen und Spaß haben, ist definitiv nichts Beuhruhigendes!
Dass der kleine Mann das ganz genau so sieht, das zeigte die Episode heute morgen. Übrigens, gerade versuchte er es noch mal. “Ich bin jetzt total wieder desund, Mama!”
Heute wird gefeiert – mit Geburtstagskrone, Eisenbahn-Schoko-Kuchen und allem drum und dran. Lustig, wie jedes Kind anders ist: Unser Großer war die Tage aufgeregter und ungeduldiger als das Geburtstagskind selber! Der hatte die Ruhe weg und fand sogar während des Spielens mit den neuen Sachen noch Zeit, wenigstens ein Stück Geburtstagskuchen zu frühstücken, während der Große bis jetzt (es ist halbzwölf mittags!) noch keinen Bissen gegessen hat und stattdessen inbrünstig mit dem neuen “Space Shuttle Spielset” vom Kleinen spielt.
Schon in den letzten 1-2 Monaten merkten wir, dass eine neue Ära anbricht, dass unser Kleinkind sich zum Kindergartenkind entwickelt. Massive Trotzphase, gepaart mit einem Selbständigkeits-Schub (“Lass das, ich kann das schon selber!!!!”), der wie immer einhergeht mit Verlustängsten, die ihn an mich kletten (“Ich will zu meiner MAMAAAAAA!”)
Es beutelt ihn sehr zur Zeit, das ganze wird natürlich noch verstärkt durch unsere Maus, die seine Welt zusätzlich durcheinanderschüttelt. Aber es ist eindeutig, dass nun Kindergarten angesagt ist: “Mir ist soooooo langweilig! Ich hab niemand zum Spielen! Wer spielt mit mir??” So geht es den ganzen Tag. Er will nun nicht mehr hauptsächlich für sich alleine spielen, sondern das Spiel mit anderen tritt in den Vordergrund. Und da ich nicht gewillt bin, respektive die Zeit habe, den ganzen Tag Thomas-Züge durch die Gegend zu schieben oder Bob-der-Baumeister-Memory zu spielen, verweise ich auf den nahenden Kindergarten-Besuch! Am Donnerstag geht’s los und ich mache drei Kreuze.
Gleichzeitig kann ich es manchmal kaum fassen, gerade lag er doch selber noch in der Babyschale, es kommt mir wie gestern vor, dass er sich so klein an meine Brust kuschelte, wie es jetzt die Mauseline tut. Wie die Zeit vergeht! Unser Kleiner wird groß!
Fotos folgen…
Gerade komme ich vom Kindergarten und jetzt ist unser Kleiner also ganz hochoffiziell ab 1. September ein Kindergartenkind. Wow, die Zeit vergeht soooo schnell! Gerade eben lag er doch noch so winzig in meinen Armen und sah mich mit großen, erwartungsvollen Augen an… unfassbar!
Toll finde ich, dass er am 30. August seinen 3. Geburtstag feiert und tatsächlich zwei Tage später, am 1. September gleich in den Kindi gehen kann. Hier müssen viele Kinder, die im Frühjahr drei werden, bis zum September warten, weil keine Plätze frei sind, das wird bei uns zum Glück nicht so sein. Schließlich redet der kleine Herr davon, seit er es aussprechen kann: “Und dann werd ich drei und dann tomm ich in den Tinderdarten!” Bei einem großen Bruder, der schon zur Schule geht, ist das ja das mindeste, was zu erwarten ist.
Am liebsten würde er ja gleich auch zur Schule gehen…
Neulich war Tag der offenen Tür im Kindergarten, da haben wir ihn schier nicht mehr nach Hause bekommen. Sogar auf die Aussage hin: “Du, die machen jetzt bald zu, dann müssen wir hier übernachten!”, kam bloß ein: “Dann schlaf ich eben hier!”
Am 13.März ist Osterbazar, da werden wir natürlich auch wieder dort sein. Ich finde es wichtig, dass er sich schon etwas mit der Umgebung vertraut machen kann! Aber er sieht das Gebäude sowieso fast täglich, denn es liegt quasi nur einen Steinwurf weit von unserem Haus entfernt im angrenzenden Park. Das ist gigantisch praktisch, deshalb habe ich mir gar nicht erst die Mühe gemacht, die anderen beiden Kindergärten am Ort zu besichtigen. Es gibt Verfechterinnen für jeden davon und es gibt überall auch Leute, die was zu kritisieren haben. Somit zählen für mich definitiv zwei Argumente für den Kindi hier vorm Haus: die unmittelbare Nähe und die Tatsache, dass alle seine bisherigen Spiel(platz)freunde auch dorthin gehen werden.





