Du durchsuchst gerade das Tag-Archiv des 'Muttergefühle Tags.
Diese Woche Dienstag hat bei uns die Schule wieder begonnen – und für unseren Großen war es besonders aufregend, weil er ja in die fünfte Klasse kam. Das letzte Schuljahr war spannend und auch stressig, weil es ständig darum ging, ob die Noten gut genug sind für diese und jene Schule… Er hat letztendlich den Notenschnitt fürs Gymnasium geschafft, obwohl wir gar nicht damit gerechnet hatten. Trotzdem geht er nun seit Dienstag auf die Realschule hier im nächsten Ort. Es war ein langer Prozess, diese Entscheidung zu fällen. Wir haben viele Gespräche geführt mit unserem Großen und ihm Vor- und Nachteile der beiden Schultypen aufgezeigt, sowie die Möglichkeiten, die er hat, auch von der RS-Grundlage aus das Abi nachzuschieben.
Ich persönlich stehe sehr auf Kriegsfuß mit dem G8-”Experiment” und kann aus Pädagogensicht das G8, so wie es heutzutage aussieht, guten Gewissens nur für Kinder empfehlen, die sehr gerne zur Schule gehen, hoch motiviert und neugierig sind, in der Grundschule bereits ohne Probleme ihre Hausaufgaben erledigt haben und einfach gerne lernen.
Mein Sohn hingegen ist zwar an Neuem immer sehr interessiert, aber zum einen längst nicht an allem Neuen und zum anderen hat er einfach kein Sitzfleisch. Hausaufgaben sind ihm ein Greuel, wir haben hier schon Kämpfe ausgefochten, da bin ich froh, dass wir kein Publikum dabei hatten! O_o
Und aus diesem Grund glaube ich, dass das G8 nichts für ihn ist. Ich möchte den Spaß, den mein Sohn an Schule hat, nicht im G8-Experiment verheizen, ich mache ihn nicht zum Versuchskaninchen der Bildungspolitik. Wäre Gymnasiun noch so, wie es früher war, hätte ich gesagt, das packst du. So nicht.
Ich bin mir trotzdem sicher, dass er auch auf diesem Wege das Abi machen wollen wird und auch schaffen kann, dann eben wie bisher in 13 Jahren statt in den zusammengepressten 12 des G8.
Aber genug debattiert, eigentlich wollte ich von der vergangenen Woche erzählen.
Am Wochenende haben wir den neuen Schulranzen und das neue Mäppchen mit allgemeinen Materialien bestückt. Der Große freute sich auf die Schule und war kein bisschen aufgeregt. Am Montagabend habe ich ihm noch eine kleine Schultüte fertiggemacht. Dienstag früh sollten wir um 8:30 Uhr an der Schule sein und uns in der Aula treffen. Das Wetter war wunderschön und mein Großer war auch wunderschön und fröhlich und positiv und freute sich schon so auf die neue Schule. Das war so wunderbar, ihn so zu sehen!
In der Aula wurden wir dann vom Rektor und den neuen Klassenleitern begrüßt, die jeweils eine riesige Schultüte in der Hand hielten, in der sich Süßigkeiten für die neuen Schüler befanden. Nach ein paar einführenden Worten wurden die Schüler der verschiedenen Klassen einzeln aufgerufen und durften dann durch ein Spalier, das die Tutorenschüler und -schülerinnen bildeten, und das sie mit einer langen blauen Stoffbahn in eine Art Tunnel verwandelt hatten, hinüberlaufen in ihr neues Schulleben. Einige der Tutoren bliesen noch Seifenblasen in den Tunnel. Am Ende desselbigen, am Fuße der Treppe zu den Klassenräumen, erwartete sie der jeweilige Klassenleiter und führte die Kinder dann gemeinsam in ihr neues Klassenzimmer. Es war ein aufregend-spannendes Ritual, sehr aufmerksam den Kindern gegenüber und sehr herzberührend für uns Eltern.
Unser Großer kam bisher jeden Tag sehr positiv gestimmt von der Schule nach Hause. Irgendwie hat es was in ihm verändert, nun zu den “Großen” zu gehören, zu denen, die nun noch ein paar Jahre auf die weiterführende Schule gehen und dann einfach fertig sind damit. Und – worüber ich wahnsinnig froh bin – die Entscheidung, ihn ab sofort in seinem eigenen Zimmer an seinem neu gestalteten Arbeitsplatz die Hausaufgaben erledigen zu lassen, war goldrichtig! Er schafft die Aufgaben jetzt in der Hälfte der Zeit, ist wesentlich ausgeglichener und auch stolz auf seine Leistung. Und sollte er mal wirklich inhaltlich eine Schwierigkeit haben, kann ich ganz anders auf ihn eingehen, da ich nicht durch vorhergehendes ewiges Gejammer und Geheule schon innerlich auf 180 bin.
Alles in allem bin ich wahnsinnig stolz auf ihn. Er hat seine Schulsachen ordentlich im Griff, hat so “schön” in seine neuen Hefte geschrieben, wie es ihm nur möglich war und vieles mit einer Hingabe erledigt, die einem das Herz aufgehen lässt. Mein wunderbarer, großer Junge. Mein bunter Kreativling. Meine hitzige Springbombe. Mein Träumer.
Wenn du trotz allgegenwärtiger Bauchgrippe erst eine ganze Weile von drei wirklich fröhlich und stressfrei miteinander spielenden Kindern umringt bist, die sich Bälle zuwerfen, aus Kissen auf dem Boden Betten bauen und sich unter den Decken verstecken und zusammen kichern und dann plötzlich alleine dasitzt, weil der Große in seinem Zimmer in den LEGOkisten ganz dringend einen bestimmten Stein finden muss, sich der Kurze in sein Zimmer zu den Spielzeugautos verkrümelt hat und die Maus fünf Meter weiter im Badezimmer in sich versunken einen vom großen Bruder eroberten Autokran an dessen Haken hinter sich herzieht, dann spürst du ein so warmes und liebevolles Gefühl in dir, das können nur Glück, Liebe und Dankbarkeit im Luxuspackage sein.
Gerade die Tage hat eine Bloggerin so treffend darüber geschrieben, dass sie ihre Kinder ab und zu gerne mal aussetzen würde, gleich nachdem sie sie vom Kindergarten geholt hat… ich glaube es war Katja von 24sieben. Habe gerade keinen Nerv, es nachzuprüfen oder gar einen Link zu setzen.
Denn mich k…t es gerade auch gewaltig an. Ich bin seit undenklichen Zeiten nicht mehr abends weggewesen. Bis vor guten vier Wochen ging es eh nicht, weil ich ja nachts noch gestillt habe und seitdem hatte es sich einfach noch nicht ergeben.
Nun wäre heute sozusagen “Premiere” gewesen – nichts Wildes, nur ein gemütliches Abschlussessen des Elternbeirats unserer Kita. Nichts desto Trotz hatte ich mich wirklich drauf gefreut – in Ruhe essen! – Erwachsenengespräche! – mal nicht zuständig sein!
Tjoa. Und nun. Der Kurze ist noch angeschlagen, die Kleine krank. Und wie der Teufel will, schläft keiner von beiden. Bis jetzt nicht. Der Kurze nicht, obwohl er seit einer geschlagenen Stunde im Bett liegt und die Maus nicht, weiß der Geier warum. Sie schreit und schreit und schreit, egal ob jemand bei ihr ist oder nicht. Schmerzen können es schier nicht sein, weil ich ihr zum Schlafen ein Fieberzäpfchen gegeben habe. ISie hat die Tage jetzt sehr viel gestillt tagsüber, einfach weil sie so schlecht beeieinander war. Vielleicht ist es das. Sie langt ständig nach meiner Brust und ist stocksauer, wenn ich ihr erkläre, dass der Bu.si nachts leer sei.
Grmpf. Die anderen sitzen jetzt seit einer Dreiviertelstunde gemütlich beisammen, essen was Leckeres (ich habe HUNGER!) und ratschen. Ich sitze hier, bin gerade von meinem Mann abgelöst worden und ärgere mich schwarz. Ich kann ihn auch mit dieser Situation nicht alleine lassen. Außerdem würde mein Kleiner ausflippen, wenn er mitkriegen würde,dass ich gegangen bin. Der kann das bis heute kaum ab.
Nun werden wir uns halt ablösen und ich schmier mir ne Stulle. Es ist doch so zum Heulen!
[Edit:] Der Kurze ist gegen 21:45 endlich eingeschlafen, die Maus um 23:15 !!!! Die Nacht war mehr als bescheiden. Die Maus hat heute Durchfall. Gestern vormittag hatte sie übrigens im Sandkasten aus einem Sandförmchen ein gut abgestandenes Sand-Regenwassergebräu gesüffelt…. *seufz*
Unser Kurzer hatte heute völlig spontan Damenbesuch. Sein Interesse an einem Mädel aus seiner Kindergartengruppe bekundete er schon seit letzter Woche, als er unvermittelt begann, von ihr zu erzählen. “Die J. will immer mit uns mitspielen!” “Die J. macht das auch immer!” “Die J. hat heute mit mir Dino gespielt.” ….
Heute Nachmittag beim Abholen dann plötzlich ein strahlendes Bubengesicht: “Guck, Mama, DAS ist die J.!” und dann: “Kann die J. heute zu uns kommen?” Wer bin ich, dass ich ich ihn darum bringen würde?! Also kam J. mit zu uns und es wurde erst mal Eis gegessen.
Dann stellte sich heraus, dass die Herrschaften etwas unschlüssig / unsicher waren bezüglich dessen, was sie spielen sollten und wollten. Nachdem ich durch vorsichtiges Nachfragen herausbekommen hatte, dass J. Zuhause gerne Verkleiden spielt, war die Sache geritzt. Ich holte unsere riesige rote Kiste aus dem Zimmer des Großen und wir fanden sogar genügend bunte Tücher, um eine Prinzessin daraus zu generieren – mindestens 80% der Sachen sind schließlich eher aus der Ritter-Räuber-Piraten-Ecke.
Unser Kurzer entschied sich dann schnell für “Ich bin ein Prinzessin-Ritter!”, legte einen Umhang um und griff sich ein Holzschwert. Dann brauchte er etwas Nachhilfe: “Ähhhhm, Süßer, Ritter kämpfen nicht mit Prinzessinnen, sie beschützen sie vor bösen Drachen, schwarzen Rittern und anderen Feinden!”
Schließlich wechselten die beiden dann noch ins Zimmer der Maus, um mit der dortigen Spielküche weiterzuspielen. Die Prinzessin kochte Essen und es wurde am schnell aus ein paar Windelkisten und einer Decke generierten Tisch gespiesen. Der “Prinzessinritter” wurde zum König, wollte noch ein paar bunte Tücher an seine Gemahlin verteilen und wurde umgehend von selbiger über die Gebräuche aufgeklärt: “Nein, das darf da nicht hin, wir haben uns doch schon geküsst und haben geheiratet, da hat die Prinzessin keinen Schleier mehr vor dem Gesicht!” Die Maus durfte übrigens auch mitspielen und wurde zum Baby des Herrscherpaares gekürt.
Es war sooooo süß! Ich kenne solche Spiele von meinen Jungs gar nicht, die sonst eigentlich immer nur Ritter, Räuber, Piraten, Diebe, Monster…. spielen und fand das echt Klasse. Das ist genau das, was unserem Fratz noch gefehlt hat – ein wenig weiblicher Einfluss. Einfach herrlich!
…war mir heute morgen zumute, nachdem der Bus voller “großer” Grundschüler, in dem sich auch mein Sohnemann befand, Richtung Schullandheim um die Ecke gebogen war. Plötzlich liefen mir die Tränen runter, womit ich gar nicht gerechnet hatte, war er doch öfter schon mal eine Woche weg, sei es mit dem Papa oder der Oma.
Nach kräftig Tränenwischen und etwas Grübelei meinerseits kam ich darauf, dass diese unerwarteten Gefühle verursacht wurden durch eine Kombi aus “Oh, wie irre! Jetzt ist er schon so groß, dass er ins Schullandheim fährt!” und “Ogottogottogott, er fährt GANZ ALLEINE fort! Kein Papa, keine Oma, kein Familienmitglied an seiner Seite!” …auch wenn er das ebenfalls schon mal erlebt hat – nämlich zum Kindergartenabschluss. Damals waren sie drei Tage lang auf einem Bauernhof in der Nähe. Was ich übrigens komplett übertrieben fand. Einmal ganz klassisch im Kindergarten übernachten hätte es wirklich auch getan.
Ist schon aufregend, das alles, auch wenn es faktisch nur vier Tage sind, denn am Freitagvormittag kommen sie schon wieder heim.
RAAAH!
Mein Gewissen bezüglich der Abstillfrage plagte mich, wie ich ja vor drei Tagen schon erzählt habe. Der so fest vorgenommene Versuch scheiterte übrigens nach den ersten 10 Minuten des “Wieder-Aufwachens” der Maus an dem blutenden Herz des sehr gefühlvollen Herrn Papas, das mit dem Protestgeschrei der Maus bei seinem Einsatz überhaupt nicht klarkam. Erst war ich etwas sauer, aber letztendlich bin ich froh darüber. So ein “Brutalo-Abstillen” ist einfach nicht mein Ding, das habe ich jetzt gemerkt. Das habe ich bei meinen Jungs nicht gemacht und warum sollte ich es dann jetzt tun? Klar, mein Körper fordert Auszeit. Deshalb ja dieses Hin und Her. Der Körper sagt “Genug jetzt! Ich MUSS schlafen!” und die Seele ruft “Ojeee, aber die arme arme kleine Maus…!”
Und was soll ich sagen? Gerade lese ich per Zufall einen von Mama Miez getwitterten Abstill-Artikel von FrauNebeL und der beinhaltet DIE Lösung. Hoffe ich jedenfalls.
Sie hat es nämlich so gemacht, dass der Papa und sie das Kindelein abwechselnd ins Bett gebracht haben und der Papa dann eine Flasche mit normaler Milch gab. Auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen, weiß der Geier warum? Lustigerweise habe ich der Maus gerade vor zwei Tagen mal probehalber eine Pulle angeboten, als sie nach der Br.ust verlangte und sie hat sie sehr zufrieden weggezogen. Ich weiß nicht, in wie weit sie damit auch nachts zu besänftigen wäre, aber das ist absolut einen Versuch wert! So könnte ich mal ne Auszeit nehmen ohne gleich alles auf den Kopf stellen zu müssen…
Danke, Danke, Danke FrauNebeL! Hach, was täte ich nur ohne all diese Blogs…?
Eigentlich wollte ich die Kleine schon im März nachts abstillen. Denn ich bin inzwischen einfach ausgelaugt von den unruhigen Nächten und sehne mich danach, einfach auch mal nicht mehr zuständig sein zu dürfen. Für die ersten anstrengenden Nächte, bis sich die Maus an die neue Tatsache gewöhnt hat, dass die Milchbar nicht mehr 24h geöffnet hat, brauche ich aber die Hilfe meines Mannes. Und der kann nur helfen, wenn er Urlaub hat, denn er ist wirklich zu nichts zu gebrauchen, wenn er sich die halbe Nacht um die Ohren schlägt. Der letzte Urlaub war, wie eingangs schon erwähnt, im März. Einen Strich durch die Rechnung machte uns damals ein Magen-Darm-Virus, der die Maus in der fraglichen Zeit komplett schachmatt setzte und vor allem dafür sorgte, dass die Milchbar (wieder) zur ausschließlichen Nahrungsquelle mutierte. Alles andere wurde von der Maus instinktiv abgelehnt, um den kleinen geschundenen Verdauungstrakt zu schonen.
Nun steht ein neuer Urlaub ins Haus. Ab morgen ist der Göttergatte 14 Tage lang daheim. Dann könnten wir ja….
Hm. Aaaaber….
- wenn, dann müssen wir gleich morgen loslegen, denn ab kommenden Mi sind wir wirklich weg, was heißt, dass es bis dahin erledigt sein sollte, denn neue Riten plus neue Umgebung wollten wir der Maus dann doch nicht antun.
- sie ist nicht ganz fit. Die Nase läuft, sie zahnt und ist quengelig. Schläft zur Zeit eh schlecht deswegen. Hat seit ein paar Wochen einen (nicht ansteckenden) Hautausschlag, von dem ich mir nicht immer sicher bin, ob er tatsächlich nicht juckt.
- sie nimmt IMMER noch keinen Schnuller
Unser Großer ist ja immer schon “ein wenig anders drauf” als die meisten anderen Jungs: Er trägt langes Haar, liebt Pink und andere knallige Farben, trägt gerne Schmuck, mag alles, was glitzert und findet sowieso, dass “Mädchenklamotten viel schöner sind, als die langweiligen Jungensachen!” Und vor allem steht er dazu, ist überzeugt davon und lässt sich auch nicht durch blöde Kommentare von anderen davon abbringen. Das finde ich wirklich klasse! Er propagierte schon in der ersten Klasse den Spruch: Jeder darf die Lieblingsfarben haben, die ihm gefallen! Es gibt keine Jungen- oder Mädchenfarben!” und trug dadurch sicher auch zu einer toleranteren Einstellung seiner Klassenkameraden bei.
Des öfteren habe ich mir schon mal Gedanken über diese Dinge gemacht – nicht im Sinne von “ich hab mir Sorgen gemacht”, sondern einfach im Sinne von “ich beschäftige mich mit den Bedürfnissen meiner Kinder”. Ich kam eigentlich immer zu dem Schluss, dass er trotz all dieser Dinge gerne ein Junge ist und dies auch sein will. Also dass er, deutlich ausgedrückt, nicht transsexuell veranlagt ist. Denn das hätte für mich bedeutet, dass ich noch wesentlich mehr für ihn hätte tun wollen, als ihn schlichtweg bei einer Art “Stilfindung” zu unterstützen.
Also habe ich ihn neulich mal geradeheraus danach gefragt. Er meinte genau dasselbe: dass er gerne ein Junge sei, dass er aber viele Mädchensachen toller fände als die Jungssachen. Weniger Spielzeug und so, als eben das “optische”, das Design. Also haben wir uns daraufhin öfters über Klamotten unterhalten und ich habe ihm klar gemacht, dass es auch noch ein Modeuniversum jenseits der Doppelbuchstabenketten gibt, denn irgendwie genügen ihm die pinkfarbenen Shirts, die es dort zu finden gibt, nicht mehr. Ich sagte ihm, dass ich mir sicher bin, dass er auch “Jungenklamotten” finden kann, die seinem Geschmack mehr gerecht werden und versprach ihm, mal ein paar Fotos aus dem Internet rauszusuchen, die ihm das auch illustrieren können. Während dieses Gesprächs waren wir gerade auf dem Weg in die nächstgelegene Shopping-Mall, um dem wieder mal gewachsenen Kerl neue Unterhosen zu besorgen, da die alten schon kneifen. Und wie wir da so langlaufen, kommen wir an einem Shop vorbei, der erst vor ca. einem halben Jahr eröffnet hat und den ich bisher immer nur so aus dem Augenwinkel wahrgenommen hatte.
Hey, sagte ich, sensibilisiert für die Farben und Muster des Großen, DAS ist DEIN Laden! Er guckte und rief: Wow, Mama, da will ich rein! Können wir mal rein? Bitte!!!
Gesagt, getan. Und natürlich kamen wir nicht ohne Tüte wieder raus. Er ist inzwischen so groß, dass ihm schon Herren-T-Shirts in S passen, und er fand ein Shirt, das ihm so gefiel und das so sehr seinen Wünschen entsprach, dass ich nicht Nein sagen konnte, obwohl es wahnsinnige 60 Euro kostete. Irgendwie fand ich, er brauchte eine Bestätigung, dass er 1. seinen Stil leben darf, 2. es seinen Stil auch wirklich gibt und 3. wir seine Bedürfnisse diesbezüglich auch ernst nehmen.
In der Kinderabteilung guckten wir uns auch um, aber die Kinderklamotten waren lustigerweise nicht so konsequent bunt und wild gemustert, wie die der Erwachsenen. D.h. doch, die Mädchenkleidung schon, aber die Sachen für Jungs waren wieder mal Blau, Orange, Oliv und Weiß. Seufz. Aber egal. Er ist groß genug für die “richtigen” Teile. Und somit m.E. auch weit genug, sie zu tragen und zu schätzen.
Er ist völlig happy mit dem Shirt, ich musste es sofort waschen und seitdem hat er es an. Das freut mich so! Und ich hab mich auch schon im Netz umgeguckt, es gibt auch andere Alternativen, die nicht ganz so kostenintensiv sind. Und ich habe vor, jetzt im Sommer mal mit den Jungs Shirts bunt zu batiken. Das gefällt ihm sicher auch, dem kleinen Künstler!
Ich bin schon so gespannt darauf, wie er sich in den nächsten Jahren entwickeln wird! Was wird er tragen? Welche Musik wird er hören? Welche Wertvorstellungen wird er entwickeln? – Im Moment ist er sehr tier-, menschen- und umweltfreundlich eingestellt. Ich denke, das wird auch so bleiben, sich nur weiter ausdifferenzieren und er wird sich vielleicht entsprechend engagieren.
Es ist so spannend, Kinder zu haben! So spannend, sie aufwachsen zu sehen. So spannend, sie zu begleiten, sie zu unterstützen, sie zu fordern, ihnen Dinge zu zeigen, beizubringen, zu erklären. Und unser Großer steuert auf einen neuen Lebensabschnitt zu – die Pubertät. Mit allem Drum und Dran. Auch mit universeller Faulheit, partieller Taubheit, Starrköpfigkeit und Mimosentum. Ach, ich bin so stolz auf ihn! Ich sehe ihn liebend an, ich liebe alles an ihm, auch wenn er mich auf die Palme bringt! Denn ich weiß, das muss so, das gehört so, das macht ihn zum eigenständigen Menschen. Das ist gut so. Und ich bin dabei. Mit ganzem Herzen.




