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Es wird dringend Zeit für einen neuen Tipp. Hier kommt er:

Mobiles Nachtlicht als “Warnlampe” für Geschwister

Viele Familien können ein leidvolles Lied davon singen, wenn jedes Wochenende wieder der Mittagsschlaf kleinerer Geschwister von dem/den größeren erschwert, gestört, im schlimmsten Falle unterbrochen wird, weil sie ihrem kindlichen Drang folgend nicht lange leise sein können und auch schnell vergessen, dass da ja das kleine Brüderchen oder Schwesterchen im Zimmer nebenan liegt und schläft.

Es gibt ein paar Möglichkeiten, sie so lange ruhig(er) zu halten – Bücher vorlesen, ein Spiel spielen, ab und an auch mal eine Runde TV (je nach Alter). Was aber, wenn der Sprössling unbedingt in seinem eigenen Zimmer mit der Eisenbahn / den Autos / den Puppen etc. weiterspielen will?

Meistens ist es nicht wirklich ein Problem, solange die Kids in ihren Zimmern bleiben und die Türen geschlossen sind. Wenn sie aber aus irgendwelchen Gründen das Zimmer verlassen, sei es weil sie zu Toilette müssen, Hunger /Durst oder ein technisches Problem haben, dann passiert (zumindest bei uns) oft Folgendes: Tür auf, Kopf raus, Luft holen und brüllen: “MAAMAAAA!!!! MAAAAAAAAAMAAAAAAA! ICH MUSS KACKAAAAAA!” (oder was auch immer. ;-) )

Und schon war es das (womöglich) mit dem seligen Schlaf des Zimmernachbarn….

Bei uns hat sich folgende Lösung zur Unterstützung des kindlichen Erinnerungsvermögens sehr bewährt:

Ich stelle im Falle des Mittagsschlafes der kleinen Madame unser bewegliches Barbapapa-Nachtlicht in den Flur / auf die Treppe – im Blickfeld des entsprechenden Delinquenten, sollte er die Türe öffnen. Diese “Warnlampe” erinnert meine Jungs sofort daran, dass sie versprochen hatten, im Flur leise zu sein und in den allermeisten Fällen klappt die Absprache dann auch wunderbar.

ACHTUNG! Schlafendes Schwesterchen!

Wie macht ihr das so bei Euch? Habt ihr Glück und Eure Kleinen schlafen wie ein Stein, auch wenn es rundrum trubelig zugeht, oder müsst ihr ebenso alle Register ziehen, damit es auch am Wochenende klappt?

Aus aktuellem Anlass kommt hier ein Beitrag zum Thema Einschlafschwierigkeiten. Im Moment rühren sie bei den meisten Kindern natürlich von der Zeitumstellung her. Aber wenn die nicht verantwortlich gemacht werden kann, was zum Teufel ist es dann? – das fragt sich sicher jeder Papa und jede Mama wiederholt im Alltag mit Kindern.

Ich habe in meiner jetzt fast genau elf Jahre währenden Erfahrung neben den üblichen (Entwicklungssprung, Schmerzen, Krankheit)  vier Hauptgründe ausmachen können, die immer wieder zu Schlafproblemen führen. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, zudem handelt es sich hier um eine Studie mit nur drei Probanden, sie ist also nicht wirklich allgemein aussagekräftig. Trotzdem denke ich, dass die einen oder anderen sich (bzw. ihre Kinder) darin wiedererkennen können – und vielleicht kann ich ja auch der einen oder anderen Mutter den entscheidenden Hinweis geben, der zu einer Lösung beiträgt.

Temperaturschwankungen

Ein sehr häufiger Grund: Durch Wetterwechsel bedingte Temperaturschwankungen. Ist das Kind zu warm oder zu kalt angezogen, kann es oft deshalb nur schlecht einschlafen bzw. wacht nachts immer wieder auf. Das gilt vonehmlich für kleine Kinder, die im Schlafsäckchen schlafen oder sich nachts öfters mal ab-, aber nicht wieder zudecken.

Abhilfe kann ein Raumthermometer schaffen, gepaart mit ein wenig empirischem Forscherdrang der Eltern. So sollten sie nach einiger Zeit herausbekommen, bei welchen Temperaturen das Kind welche Menge an Kleidung tragen sollte, welchen Schlafsack oder welche Decke es benötigt.  Das alles hört sich vielleicht banal an, aber man darf nicht vergessen, dass Kinder nicht so wie wir Erwachsenen ihre Temperatur im Schlaf selber regeln können, indem sie sich ab- oder zudecken, mal einen Fuß rausstrecken oder die Socken abstreifen.

Entwicklung

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Grund: Das Kind ist schlichtweg älter geworden und braucht weniger Schlaf. Um herauszubekommen, ob es daran liegt, kann man einfach mal ein bis zwei Wochen lang ein Schlafprotokoll führen und die Schlafzeiten mitteln. Dann zeigt sich, ob es z.B. sinnvoll wäre, den Mittagsschlaf zu kürzen oder gar ganz weguzlassen oder bei einem älteren Kind, ob man ihm einfach gestattet, noch eine halbe Stunde länger im Bett zu lesen etc.

Ritual

Das Schlafritual ist “überholt”. D.h. es funktioniert nicht mehr, erfüllt seinen Zweck nicht mehr und sollte deshalb überdacht und reformiert werden. Die Schlafrituale unserer Kinder haben sich über die Jahre immer wieder geändert – meist auf mein Bestreben hin, nachdem ein altes nicht mehr funktionierte.

Man merkt, dass ein Ritual überholt ist,…

  • wenn das Kind nicht mehr gut / schnell daraufhin einschläft
  • wenn es beginnt, die Eltern massiv zu nerven (z.B. weil man dabei zeitlich zu lange mit involviert ist oder man ständig gestört wird)
  • wenn das Kind beginnt, dessen Regeln auszuhöhlen

Dann ist es an der Zeit, zu überlegen, was einen genau nervt, was man von dem Kind möchte und wie man das in ein gutes, Ruhe bringendes Ritual verpacken kann. Erst, wenn man zu dem Schluss gekommen ist, ein perfektes Ritual gefunden zu haben,  sollte man es dem Kind nahebringen. Ich habe das einmal dokumentiert, da kann man gut nachlesen, wie so etwas ablaufen könnte.

Ängste

Ab und an kann es auch sein, dass ein Kind schlecht einschläft, weil es Ängste hat. Wobei das meistens der Grund ist, den es auch selber orten und benennen kann. Trotzdem finde ich, dass es der am schwierigsten zu bewältigende Grund für Schlafprobleme ist. Denn zum einen möchte ich meinem Kind natürlich das Gefühl der Geborgenheit zurückgeben, zum anderen möchte ich aber auch nicht mühsam aufgebaute Fähigkeiten (alleine einschlafen, durchschlafen) dafür opfern. Hier wandelt man auf einem dünnen Grat und oft ist guter Rat teuer…

Mir selber hat geholfen, zu verstehen, warum Kinder in einem gewissen Alter Angst vor Dunkelheit entwickeln. Der gute Herr Renz-Polster, den ich auch zu anderen Themen sehr empfehlen kann, hat es in Kapitel 4 und 5 seines Buches “Kinder verstehen – Born to be wild. Wie die Evolution unsere Kinder prägt” gut auf den Punkt gebracht, dass diese Ängste vollkommen natürlich sind und ihren Grund haben, bzw. hatten.

Nun ist damit das Problem natürlich noch nicht gelöst. Meine persönlichen Lösungsansätze sahen bisher so aus:

Äußerlich:

  • Tagesablauf des Kindes entstressen und auf zuviel Medieneinsatz etc. hin checken, ggf. anpassen.
  • Abendritual ebenfalls auf Störfaktoren untersuchen und ggf. anpassen.
  • V.a. vor dem Einschlafen für mehr Ruhe und Nähe sorgen. Gemeinsam ein Buch lesen, über den Tag reden, beten, was auch immer man da bevorzugt.

Psychisch:

  • Gibt es Stressfaktoren im Alltag? Hat das Kind Probleme z.B. in der Kita? nachforschen, ggf. einschreiten.
  • Oft sind die Ängste aber auch einfach entwicklungsbedingt, also nicht zuviel hineininterpretieren… (siehe Buch)
  • Manchmal helfen Schutzrituale (z.B. eine große, unsichtbare  ”Liebesblase” über dem Kind generieren, durch die nichts Böses hindurchkommt, nur die Eltern und Geschwister und die Kuscheltiere können diese Barriere überschreiten. Oder ein Beschützer wird aufgestellt, das kann z.B. ein Spielzeugdrache, -ritter oder -held sein, der das Bett bewacht, so lange das Kind schläft.)
  • dem Kind immer wieder versichern, dass die Ängste unbegründet sind, dass absolut nichts gergleichen passieren kann (ohne ihm das Gefühl zu geben, es nicht ernst zu nehmen!)

Körperlich:

  • tagsüber für ausreichend Bewegung sorgen (hilft allerdings bei meinen Kinder nur bedingt – ich habe das Gefühl, je mehr sie sich bewegen, desto fitter werden sie! ;-) )
  • Wir haben auch gute Erfahrungen mit Homöopathie gemacht: z.B. Schüssler Salze Nr. 5 (1-2 Tabs beim Zubettgehen) oder “Avena comp.” von Wala, 5-10 Kügelchen nach Angabe eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen.

Heute mittag habe ich diesen Artikel begonnen und gerade beim Zubettbringen der Kinder fiel mir noch ein fünfter Grund ein.

Falscher Zeitpunkt

Viele Kinder schlafen schlecht ein, wenn sie zum falschen Zeitpunkt ins Bett gelegt werden. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Kinder (und auch Erwachsene?!) einen regelmäßigen Rhythmus von Wach- und Ruhephasen haben. Abends sollte ca. alle 50 Minuten eine müde Phase wiederkehren, die etwa für 10-20 Minuten anhält.

Um diese Phasen herauszufinden lohnt es sich, das Kind einmal genau zu beobachten. Wann beginnt es, zu gähnen, sich die Augen zu reiben, sich freiwillig auf den Boden zu legen oder quengelig zu werden? Man kann sich (fast) sicher sein, dass eine gute Dreiviertelstunde später wieder ein Schlaffenster geöffnet wird. Und dann heißt es bereit sein!

Wichtig ist, mit dem Schlafritual nicht zu spät zu beginnen, denn dann kann es ein, dass das Kind das Schlaffenster bereits wieder verlassen hat, wenn es endlich im Bett liegt und das Licht aus ist. Bei unserem Kurzen hat dieses Vorgehen vor ca. einem dreiviertel Jahr die Einschlafphase von einer guten halben Stunde auf 10 Minuten verkürzen können.

Das war es von meiner Seite.

Und welche Gründe für Schlafprobleme gibts so bei Euch? Und wie geht ihr mit diesen und ggf. denen, die ich genannt habe, um? Das würde mich echt interessieren!

So mancher wird sich noch daran erinnern können, wie sehr ich unter dem Umstand litt, dass unser Kurzer so wahnsinnig mamabezogen war, vor allem was das “Ins Bett Bringen” anbelangte. Und an unsere mega-Cars-unterstützte Aktion “Der Kleine lernt alleine schlafen” im März diesen Jahres, nach der ich mich (wie so oft) fragte, warum ich das eigentlich nicht schon früher durchgezogen hatte.

Die Weiterführung des Projekts bestand im letzten halben Jahr darin, dass auch andere Personen ihn zu Bett bringen dürfen. Das war zuerst der große Bruder (der nach mir immer noch die Lieblingswahl darstellt) und dann der Papa.

Und vor zwei Wochen dann plötzlich und quasi aus dem Nichts heraus folgende Ansage: “Ich bring mich heute SELBER ins Bett!” Auf  Nachfragen begründete er seine Entscheidung mit den Worten: ” Der N. (großer Bruder) bringt sich ja auch immer selber ins Bett. Da kann ich das auch!” Beim Zähneputzen musste ich noch ein wenig helfen, auch beim Schlafanzug-Anziehen, aber den Rest (noch ein Buch angucken, Licht aus) hat er ganz alleine erledigt. Aus Gewohnheit blieb ich wie zuvor auch immer im Schlafzimmer nebenan und legte Wäsche zusammen. Am nächsten Morgen, als wir dann alle am Frühstückstisch saßen und ich ihn daran erinnerte, dass er sich ja “ganz alleine ins Bett gebracht hatte” und dass ich das ganz toll fände; dass der große Bruder das mit vier noch nicht gekonnt habe, da sprang er auf, riss die kleinen Fäuste in die Höhe und rief begeistert und voller Stolz: “Jaaaaaaa! Ich bin der Besteeee!!!” :-D Das war so nett mit anzusehen, wie unglaublich stolz und selbstzufrieden dieses Kind war, das wie eingangs erwähnt, bis vor einem dreiviertel Jahr schon Panik schob, wenn ich nur die Möglichkeit erwähnte, dass ich zur Bettzeit nicht anwesend sein würde.

Dabei blieb es nicht, er hat sich seitdem mindestens fünf Mal “selber ins Bett gebracht!. Gestern dann das Tüpfelchen auf de m”i”: Als ich ihm den vom morgendlichen Anziehen verwurschtelten Schlafanzug zum Anziehen umdrehte, meinte er: “Du kannst dann runtergehen!” und schickte mich fort. Runter! Nix Schlafzimmer! Die mir geschenkte Zeit verbrachte ich im Wohnzimmer mit Weihnachtsvorbereitungen, die ich sonst erst ca. 30 Minuten später hätte erledigen können. Hurra!

Das wärs dann. Schlafensproblem erledigt. Bis zum letzten Punkt. Und ganz von alleine. Wow! Ich bin stolz auf diesen kleinen Mann!

Die Maus hat von gestern auf heute komplett durchgeschlafen. Will heißen, ich habe sie gegen sieben ins Bett gebracht und dann das Zimmer nicht mehr betreten, bis sie mich um viertel vor sieben heute morgen rief. In der Nacht hat sie öfters mal gemiezelt und geträumt, sich aber immer wieder selber beruhigt.

Ich bin beeindruckt. Und sehr, sehr froh. ^^

In den letzten Tagen musste ich ein paar Mal zur weinenden Schlafemaus hineingehen und ich hatte eine gehörige Portion Muffe davor – was würde ich tun, wenn sie aus Leibeskräften schreien und nach Milch verlangen würde? Würde ich es aushalten, würde ich stark bleiben können?

Alle Sorgen waren jedoch umsonst. Die Maus kuschelte sich an mich, beruhigte sich schnell und schlief gleich wieder ein. Jedes Mal. Oft langte es auch, sie einfach nur ein wenig am Rücken zu streicheln. So ein Glück! Ich bin so froh, dass sie es jetzt gelernt hat, ohne Br.ust zu schlafen und vor allem einzuschlafen! Heute Nacht z.B. war sie einmal für ca. 20 Minuten wach, hat superniedlich vor sich hin erzählt und ist dann mittendrin sang- und klanglos wieder ins Land der Träume geruscht. Sowas gab es “vorher” nie. Da musste immer die Mama herhalten und den Weg in den Schlaf weisen.

Ich habe sie auch schon einmal ins Bett gebracht und auch in diesem Falle klappte es, ohne, dass die Maus den Bu.sen vermisst hätte.

Halleluja, ich bin so froh! Morgen muss mein Mann wieder für 5 Tage in den Außendienst, aber ich sehe dem – zumindest was den Mausschlaf angeht – recht gelassen entgegen! Uff!

Nun geht die Maus ja schon seit einer Woche mit dem Papa schlafen und nach anfänglichem “Na guuuut, dann trink ich halt einmal in der Nacht aus dem Fläschel!” wurde ein “Och nööö, dann lieber gar nix!”. Und so hat sich die Fläschelmacherei recht schnell erledigt und diese Nacht ist sie nur einmal so gegen elf aufgewacht, hat dann schnell weitergeschlafen und sich bis viertel vor acht nicht mehr gemeldet! Das heißt: Tadaaaa! Die erste wirklich durchgeschlafene Nacht von der Maus, dem Göttergatten und mir! Wow! Ich bin so froh, dass ich es endlich gepackt habe!

Und der zweite Sieg kam gänzlich unerwartet: Der Kurze wollte gestern von jetzt auf gleich plötzlich keine Schlafwindel anziehen. Begründung war: “Ich brauch keine Windel mehr, der N. (großer Bruder) braucht ja auch keine!” Ich habe das Experiment gewagt, obwohl das Bett nicht wirklich für Notfälle präpariert war und was soll ich sagen – es hat wunderbar funktioniert! Ist das nicht toll?!

So werden wir heute nachmittag, wenn der Kurze aus dem Kindergarten kommt, gleich zwei Feste feiern können. Mit Eis und Gaudi im Garten. Hach, ich freu mich!

Gestern abend haben wir nun also die Maus mit Fläschel ins Bett gebracht. Einfach ne Pulle warme Vollmilch, sie ist ja alt genug dafür. Erst hats der Papa probiert, aber es gab echt massives Protestgeschrei. Ich habe dann übernommen und sie war wirklich angep…t von der Situation. Aber ich bin einfach ruhig bei ihr geblieben, habe sie gestreichelt und ihr immer wieder versichert, dass sie das Fläschchen ja kennt und dass das lecker ist und dass sie das kann, dass ich mir ganz sicher bin, dass das auch geht. Immer wieder habe ich ihr den Sauger angeboten. Erst hat sie ihn weggeschubst, dann irgendwann zaghaft angefasst und so nach ca. 10 Minuten Protest doch getrunken und danach sofort weggeschlafen. :-)

Zu ihrem üblichen “nach 40 Minuten Wieder Aufgewache” habe ich es ihr wieder angeboten, sie hat dankend abgelehnt und nach etwas Gemaule einfach so weitergeschlafen. Hehe. ;-)

Also ich finde, das lief den Umständen entsprechend ganz gut. Das machen wir jetzt einfach jeden Abend, bis sie es ohne Gejammer akzeptiert und dann denke ich, ist es durch. Heute werde ich noch mal ans Werk gehen und je nachdem wie sie sich anstellt, morgen wohl doch noch mal der Papa.

Kissenbezug als Sommer-Schlafsack-Ersatz

Noch ist es nicht sooo heiß, aber bald werden auch innerhalb unserer Gemäuer wieder Temperaturen herrschen, die Kreativität bezüglich des ersehnten Schlafpensums erfordert. Denn wenn die lieben Kinderlein zu warm oder zu kühl liegen, wachen sie ständig auf und zitieren lauthals ihre Ernährer ans Bett.

Deshalb folgender Tipp an Eltern kleiner Säuglinge: (selbst erprobt am Großen im ersten Sommer seines Lebens, dessen Nächte er zubrachte im nicht kühl zu kriegenden Dachschrägen-Kinderzimmer unserer damaligen Wohnung.)

Benötigt wird dazu ein Kopfkissenbezug der guten alten Sorte: Baumwolle, 80×80 cm, mit Knopfleiste. Nun stecke man guter Dinge das frisch gewickelte, müde Kindelein von oben in diesen Bezug und knöpfe diesen so zu, dass je links und rechts auf der Schulter ein geschlossener Knopf zu liegen kommt. in der Mitte guckt das Köpfchen raus, links und rechts die Ärmchen. Verstanden? Ich habe leider kein Bild davon, aber hier kommt ein Beispiel am eigenen Körper (hier natürlich mit dem Deckenbezug ;-) ) :

Kein Starfoto, aber hoffentlich aussagekräftig genug :)

Es gibt Bezüge, bei denen die Knöpfe nicht den richtigen Abstand haben, oder deren Knöpfe nicht gut genug zuhalten, aber irgendeiner aus der eigenen Kollektion passt bestimmt. Natürlich kann ich keine hundertprozentige Garantie darauf geben, dass diese Methode eine sichere ist, da dieses “Selfmade-Schlafsäckchen” natürlich nicht “TÜV-geprüft” wurde. Ich kann nur sagen, dass sie bei uns (beim noch eher wenig beweglichen ca. 2-4 Monate alten Säugling) gut geklappt hat und dass die dünne Baumwollhülle genau die richtige Menge an “Kuschligkeit” und “Schutz” bot, aber im sowieso schon paarundzwanzig Grad warmen Raum nicht noch großmächtig wärmte.

Wie ich ja neulich schon berichtet habe, hatte sich nach einem Vorstoß meinerseits, als er letztes Jahr lernte, mit dem großen Bruder einzuschlafen, wieder ein Rückschritt ergeben. Bedingt durch die emotionalen Wirren von Kindergartenbeginn, Geschwisterzuwachs und Trotzphase hatte ich ihn ja wieder zu mir, d.h. zur Maus und mir ins Zimmer genommen.

Dann, vor ungefähr einem Monat, zog er wieder in sein eigenes Bett, weil er abends noch Bücher anschauen wollte.

Ich hatte ja eh vor, ihn langfristig endlich mal an ein seinem Alter angepasstes Schlafritual zu gewöhnen, fürchtete aber etwas die Konfrontation, da er ja sehr auf mich fixiert ist und das sicherlich nicht einfach so hinnehmen würde. Trotzdem machte ich mir jetzt ca. einen Monat lang meine Gedanken dazu und so langsam entstand ein für mich – und hoffentlich auch das Kind – passendes Szenario. Nur der zündende Funke fehlte noch. Ich wusste, dass ich das Ganze “attraktiv” verpacken musste, damit es cool klingt und angenommen wird.

Letzte Woche Mittwoch kam mir die passende Idee ganz spontan, während ich mal wieder erfolglos versuchte, den kleinen Rebellen zum Zähneputzen und Waschen zu überreden. Ich erzählte ihm nämlich, dass er, Lightning McQueen, nun Speed geben müsste in seinem Rennen, damit er den Piston Cup gewinnen kann und der kleine Herr war sogleich total begeistert und bei der Sache.

Also setzte ich mich noch am selben Abend hin und entwarf ein neues Zu-Bett-geh-Ritual im Cars-Format für unseren Kurzen. Mein Mann stand mir mit Rat und Tat zur Seite und so entstand innerhalb der folgenden 24 Stunden eine Cars-Rennstrecke zum Aufhängen, auf deren Teilstücke  jeden Tag ein kleiner PistonCup aufgeklebt werden kann sowie eine Startampel, die eine Viertelstunde vor der Bettgehzeit im 5-Minutentakt weitergeschaltet wird und dann ein “Go!” gibt. (Gebastelt, alles nur Karton und so, keine Elektronik. Ich mach mal ein Foto).

Der “reine” Inhalt des Rituals sieht so aus: 19:15 Uhr wird die Startampel “eingeschaltet”, um 19:30 Uhr geht es hoch ins Bad zum Waschen, Zähneputzen und Umziehen. Dann hat er bis zu 15 Minuten zum selber Bücher angucken Zeit. Wenn er fertig geguckt hat, holt er mich und ich lese ihm noch ein Buch vor und kuschle und unterhalte mich 5 Minuten mit ihm. Dann gibts noch einen Kuss und das Nachttischlicht wird ausgemacht. Die Tür bleibt offen, draußen ist schummrige Beleuchtung. Damit er sich nicht so arg alleine vorkommt, bleibe ich bei ihm im ersten Stock, bis er schläft und erledige leise Haushaltsdinge wie Putzen oder Wäsche zusammenlegen im Schlafzimmer oder im Bad. Alle 5 Minuten sehe ich kurz nach ihm.

Am folgenden Abend eröffneten wir ihm die Neuigkeiten, die er zuerst sehr motiviert annahm, dann aber später, als es an die reale Umsetzung des Teils “mit ohne Mama” ging, doch plötzlich ziemlich doof fand. ;-) Natürlich haben wir ihm auch eine für ihn sehr attraktive Belohnung in Aussicht gestellt, sobald er den Kurs geschafft hat und alle Straßenabschnitte (14 Stück) mit Piston Cups belegt sind. So lange (14 Tage) dauert es nämlich laut Wissenschaft, bis eine neue Gewohnheit sich wirklich eingeschliffen hat.

Fazit nach 4 Abenden:

1. Abend: der Herr zieht ALLE Register: wieder rauskommen, sich splitternackt ausziehen, heulen, toben, jammern, Lichter anschalten. Ich bleibe ruhig, lieb und konsequent. Konsequent bedeutet an diesem Abend, dass ich ihm zuerst die Nachttischlampe wegnehmen muss und dann die Sicherung in seinem Zimmer rausdrehe. Ein Nachtlicht bleibt da. Die Tür geht auch einmal zu und ich sorge dann auch dafür, dass sie das für eine Minute wirklich bleibt. Er verkündet zwischendurch dann auch, dass er den PistonCup gar nicht will, ich sage ihm, dass das nichts ändert, dass ich im Bad bleibe und er trotzdem alleine schlafen lernen wird und dass er das auch schafft. Immer wieder betone ich, dass ich mir absolut sicher bin, dass er das schaffen kann. Als er merkt, dass alles nichts nützt, ergibt er sich in sein Schicksal und schläft um 21:15 Uhr nach einer guten Stunde Kampf endlich ein. Er schläft durch und ist am nächsten Morgen sehr stolz. Obwohl es nicht wirklich ideal lief, bekommt er natürlich trotzdem einen PistonCup, aber die Auflage, dass er ab jetzt nur noch einen bekommt, wenn ich die Türe nicht ganz zumachen muss (wird jedes Mal ein Stückel weiter zugemacht, wenn er rauskommt und wird ganz zugemacht, wenn er zu laut rumbrüllt).

2. Abend: Wir sind später dran, weil die Maus krank ist und den Zeitplan durcheinander wirft. Dieses Mal kommt er “nur” noch wieder raus und jammert, sonst passiert nichts mehr. Erst sitzt er am Bettrand, dann im Bett, dann liegt er und beim letzten Mal Gucken ist er schon zugedeckt. Kurz darauf schläft er. Wieder um 21:15 Uhr, dieses Mal nach einer 3/4 Stunde. Ein sehr sehr stolzer kleiner Mann begrüßt uns am nächsten Morgen.

3. Abend: Wieder normaler Zeitplan. Er kommt zwei Mal aus dem Zimmer, jammert ein kleines bisschen und ist nach 20 Minuten weg.

4. Abend: ein mal “pro Forma” rauskommen, dann 3 Minuten später, als ich nach ihm gucke, liegt er schon zugedeckt im Bett und sagt doch tatsächlich. “Es geht mir gut, Mama!” :) Und 5 Minuten später schläft er selig.

Na, das ist doch ein voller Erfolg, würd ich mal sagen! Und ich hab in den 4 Tagen mein komplettes Bad aufgeräumt und geputzt, das Schlafzimmer aufgeräumt sowie dreieinhalb Maschinen Wäsche gefaltet. :)

Ich weiß, dass es Rückschläge geben wird, trotzdem ist der Damm gebrochen und er merkt, dass er es kann. Das gibt ihm Selbstbewusstsein. Es ist so schön, ihn morgens so stolz zu sehen und da er auch wirklich gut schläft, weiß ich, dass ihn das neue Szenario nicht zu sehr belastet. Sonst würde er nämlich Alpträume bekommen. Ich selber habe von der neuen Freiheit nur bedingt was, denn so ungefähr exakt seit 4 Tage weigert sich unser 8-Monatskind, zu schlafen und wird ständig wieder wach. Höhö. Naja, es ist nur eine Phase und wird vorbeigehen. Und dann freu ich mich des Lebens Abends. :-D

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