Nackenfaltenmessung in der 12.SSW

Heute war der langersehnte Termin, an dem nun also festgestellt werden sollte, ob unser kleinstes Knöpflein zumindest mal so rein optisch gesehen gesund und munter ist.

Ich hatte einen ziemlichen Respekt vor dem Termin, weil ich einfach einen Mordsschiss davor hatte, dass ein Gendefekt vorliegen könnte, weil ich halt nicht mehr die Jüngste bin. Ich habe mich viel mit der Möglichkeit beschäftigt, dass das Kind womöglich nicht gesund sein könnte und was ich, respektive wir, dann machen würden. Das ist ein sehr schwieriges Thema. Es war uns trotzdem schnell klar, dass wir es uns und unserer Familie nicht wirklich zutrauen, ein schwer behindertes Kind zu haben und deshalb die möglichen Untersuchungen durchführen lassen wollen. Bevor jetzt gleich einer schreit: Ja, ich weiß, auch alle noch so tollen Untersuchungen können einen nicht davor schützen, dass doch noch irgendwas passiert. Aber es macht für mich doch einen Unterschied, bei einem bereits frühen Befund eine Entscheidung treffen zu können oder eben mit einer unabänderbaren Tatsache nach der Geburt konfrontiert zu sein.

Was mir viel mehr Probleme bereitet (hat), ist das Thema Trisomie 21. Ich kenne Menschen mit Downsyndrom und habe mich auch in jeder Schwangerschaft mit dem Thema beschäftigt. Außerdem lese ich sporadisch auf der Ohrenkuss-Seite. Ohrenkuss ist ein Magazin, in dem Down-Menschen Artikel schreiben. D.h., mir ist schlichtweg klar, dass ein Mensch mit dem Downsyndrom fraglos und absolut das Recht auf sein durchaus lebenswertes Leben hat und ich mich nicht einfach  hinstellen und sagen kann „Och nö, Mann, is mir echt zu stressig grad!“ Und genau das bereitet mir große Probleme, davor habe ich ganz einfach einen Mordsrespekt.

Da nun aber heute bei dem Ultraschall zumindest mal rein physisch nichts an unserem Murkelchen auf irgendeine Fehlbildung oder Auffälligkeit hinwies, gehe ich jetzt einfach mal optimistisch davon aus, dass es gesund ist. Und damit fällt mir ein Riesenstein vom Herzen!

Es hat mich in den letzten Wochen und Monaten innerlich so geplagt, dass ich mich nicht richtig traute, mich auf unser Kleinstes emotional ganz einzulassen. Das lag an den großen Ängsten, die ich hatte, soviel verstand ich. Trotzdem fühlte ich mich mies, weil ich merkte, wie ich die Schwangerschaft oft innerlich von mir schob und einfach nicht dran dachte bzw. unter der Übelkeit umso mehr litt, weil die Vorfreude fehlte, die sie erträglicher macht.

Heute hat sich das sehr geändert. Ich weiß, dass ich immer noch nicht sicher sein kann, dass alles in Ordnung ist, trotzdem scheinen mich die positiven Ergebnisse heute soweit zu beruhigen, dass ich mein Herz endlich richtig öffnen kann für das kleine Leben, das ich in mir trage.

Dazu beigetragen hat natürlich auch das Begucken unseres Knöpfchens per Super-Mega-Edel-Ultraschall, ab und zu sogar in 4D, also in 3D-Action. Unser Mini war sehr aktiv, hat mit den Händchen gefuchtelt, gestrampelt was das Zeug hält und Purzelbäume geschlagen. Das war so niedlich und mir wurde ganz warm ums Herz, als ich es da so fröhlich vor sich hin turnen sah. Der Doc hatte es natürlich nicht so leicht und musste den Knopf mit seinem Ultraschallkopf regelrecht „verfolgen“, um überhaupt aussagekräftige Bilder zu bekommen. Aber das war eher lustig als ärgerlich und sorgte dafür, dass wir fast eine Stunde lang „Babyfernsehen“ genießen durften, bis alle Untersuchungen abgeschlossen waren.

Und ganz nebenbei hat der Doc noch eine vorsichtige Prognose auf das Geschlecht des kleinen Knopfes gewagt. Bis die sich bestätigt oder entkräftet hat, werde ich aber hier nichts verraten. 🙂

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2 Gedanken zu „Nackenfaltenmessung in der 12.SSW

    • In der 12. Woche kann man, wenn man gute Bedingungen hat (gutes Gerät, entsprechende Lage vom Kind etc.), trotzdem nur eine Tendenz angeben, denn zu diesem Zeitpunkt haben beide Geschlechter noch ein „Schwänzchen“, nur die Richtungen (Winkel im Vergleich zur Wirbesläule) sind wohl etwas unterschiedlich und können deswegen einen vagen Hinweis ergeben. (Nach wissenschaftlichen Untersuchungen ergab sich eine Trefferquote von 70%.)

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