Gretchenfrage, Dilemma, einfach Mist

Seit mir am Wochenende ungewollt ein Gespräch über Totgeburten in den letzten Schwangerschaftswochen aufgedrängt wurde, bin ich ziemlich neben der Kappe. Es ärgert mich jetzt noch, dass jemand so unsensibel sein kann und es ärgert mich noch mehr, dass ich es nicht schaffe, mich von dem Thema innerlich zu distanzieren.

Vor allem, weil ich ja in einer besonderen Situation bin – denn letztendlich entscheide ICH alleine, (außer es kommt was anderes, wie z.B. ein Blasensprung dazwischen), wann die Maus auf die Welt kommen soll. Bedingt durch die Tatsache, dass ich um einen Kaiserschnitt nicht drumrumkomme.

Das bedeutet konkret, dass ich entscheiden soll/muss/darf, ob die Mauseline bis zum Schluss (also bis Wehen einsetzen) drinbleiben darf oder ob wir sie doch schon ein paar Tage (mehr kommt nicht infrage!) früher holen sollen. Beides kann richtig sein, beides kann falsch sein. Und das macht mich ganz kirre. Ich weiß genau, wie ich mich auch entscheide, es könnte ein Fehler sein.

Ursprünglich wollte ich ja auf jeden Fall warten, bis sie sich von selber meldet. Aber seit dem Wochenende und dazu den „komischen“ Messwerten beim Doc bin ich total verunsichert.

Im Moment tendiere ich zu einem geplanten Schnitt so ca. 5-6 Tage vor dem Termin. Es hätte viele logistische Vorteile (Kinder können in Ruhe untergebracht werden und sich aufs Geschwisterchen einstellen, meine „special wishes“ bezüglich Bett usw. können in der Klinik vorbereitet werden, wir können den Termin so legen, dass ein Wochenende folgt, was sämtliche Organisation erleichtert und auch Urlaubstage spart usw.)

Aber das sind halt 1000 rationale Gründe. Und mein inneres Chaos ist ein emotionales. Am kommenden Di habe ich einen Termin in der Klinik um das entgültig zu besprechen und zu entscheiden. Im Moment bin ich mir noch nicht sicher, was ich dann einfordern soll, kann, will.  Ich fühl mich echt überfragt.

???

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10 Gedanken zu „Gretchenfrage, Dilemma, einfach Mist

  1. Es wird alles gut werden, ganz sicher! Kannst Du vielleicht schon vor Dienstag mit jemandem, z.B. Deiner Frauenärztin über Deine Sorgen reden?

    Ich wünsch Euch allen von ganzem Herzen alles Gute!

    • Ich habe bereits mit meiner Hebamme, mit meiner Ma und mit meinem Mann darüber gesprochen. Mein FA ist jetzt nicht die erste Adresse, mit der ich darüber reden würde. Auch der FA in der Klinik ist sicher kein guter Berater, denn die denken (und entscheiden) alle aus medizinischer Sicht. Nicht aus emotionaler. Leider.
      Danke Dir für Deine guten Wünsche! 🙂 Das tut gut!

  2. Mmmmh. Das ist schon schwierig.
    Ich kann jetzt ja nur aus meiner eigenen Erfahrung raten.
    Beim Kleinen Diktator wurde ein Kaiserschnitt gemacht, als es losging und das war wirklich hektisch und schlußendlich musste ich eine Vollnarkose bekommen, weil die spinale nicht gesetzt werden konnte.
    Bei der Kleinen Göttin war es ein geplanter Kaiserschnitt und das war viel entspannter und ich war viel schneller auf den Beinen als beim Kleinen Diktator.
    Es nimmt einfach den Druck, man kann wirklich in Ruhe planen und das war gerade im Hinblick auf den Großen schon wichtig.
    Nun ist der geplante Terminkaiserschnitt vielleicht nicht dein Wunsch, aber ich denke, er würde dir jetzt ziemlich viel Druck nehmen.
    WEnn deine beiden älteren kinder über dem Entbindungstermin waren, dann kannst du bestimmt auch den Kaiserschnitttermin auf den Entbindungstermin legen lassen.

    • Deine Erfahrungen decken sich mit dem, was mir auch schon durch den Kopf ging…. ich will nämlich auf keinen Fall eine Vollnarkose, die hatte ich bei Kind 1, bei Kind 2 war dann eine PDA möglich. Und das geht natürlich alles entspannter, wenn nicht gegen irgendeinen Zeitdruck angearbeitet wrrden muss….
      Meine beiden Großen kamen 10 Tage vor Termin (Blasensprung) und 1 Tag vor Termin…. deshalb denke ich, wenn ich plane, dann doch lieber so ca. ne Woche vorher… Du machst mir jedenfalls Mut, mich zu entspannen und die Option „Termin-Schnitt“ nicht mehr so „verteufelt“ zu sehen 🙂 Danke!

  3. Es wundert mich ein wenig, das die den geplanten Kaiserschnitt solange heraus zögern, bis die wehen von selbst einsetzten. Das war bei mir nicht möglich und stand aus ärztlicher Sicht gar nicht zur Debatte – ich hab meinen Zwerg am letztmöglichen Termin holen lassen, das war SSW38+5 – ein Freitag – 38+7 wäre wohl auch noch gegangen, aber das wäre ein Sonntag gewesen. Und eine Woche vor Termin ist ja nun wirklich nichts und er kam mit 3300gramm auf die Welt. Das gute daran war, das man vorbereitet ist, das alles in Ruhe ablaufen kann, das nicht auf einmal hektik ausbricht, das man selber noch bei Sinnen ist. Der erste war ein Notkaiserschnitt und es war alles irgendwie zu hektisch. Beim 2. war ich darauf gefasst, der KS war sehr angenehm und ich hab es eben bewusst erlebt. Aber die entscheidung kann dir keiner abnehmen, vielleicht sprichst du wirklich noch mal mit der FÄ und wozu sie raten würde

    • Mit dem Schnitt zu warten, bis die Wehen einsetzen, war beim Erstgespräch meine Bedingung, die ich auch durchsetzen konnte. Die Gründe, die dazu führten, kannst Du hier nachlesen. Ich wusste aber auch damals schon, dass ich mich nicht komplett darauf versteifen würde, sondern mir dadurch im Prinzip beide Optionen offenhalten konnte – die Planung sowie den spontanen Schnitt nach Wehenbeginn. Und diese Alternativmöglichkeiten ließen mich den Rest der SS (bis hierher…) echt gelassen bleiben.

  4. Also ich find beides ok. Nur meine Erfahrung und die hatte ich ja 2 Mal ist einfach, das es geplant einfach ruhiger von statten geht, unkomplizierter. Wenn man schon auf KS ausweichen muss, dann auch vielleicht so angenehm wie möglich.

  5. Erstmal muss ich sagen, so ein Dämlack, der mit dem Thema Totgeburt in den letzten Wochen anfängt! Mir hat auch jemand diesen „Gefallen“ getan. Das ist echt sch…

    Ich habe den KS genau eine Woche vor Termin machen lassen (auf Rat von Klinik und Hebamme, das war der spätestmögliche Termin, den sie „erlaubten“). Meiner Meinung nach ist das auch nicht verwerflich, das Kind nach 39 vollendeten Wochen zu holen. Aber auch ich hatte ein bisschen schlechtes Gewissen, dass die Maus sich ihren Geburtstag nicht selbst aussuchen durfte. Von daher kann ich den Zwiespalt verstehen.
    Da es aber für die anderen Kinder auch besser ist, den Termin zu planen, finde ich, du bräuchtest erst recht kein schlechtes Gewissen zu haben. Es ist ja dann für die ganze Familie von Vorteil und keine „egoistische Tat“.

    • Na, so langsam kristallisiert sich ja hier ein eindeutiges Votum pro geplantem Schnitt heraus 🙂 Irgendwie tut mir das gut, ich fühl mich nicht mehr so „rabenmuttermäßig“ wie vorher…. 🙂

    • Ähem… und „Dämlack“ find ich klasse, hab das Wort schon lange nicht mehr gehört, früher im Schwäbischen schon aber hier scheint es das gar nicht zu geben 🙂 Hat mich sehr erheitert!

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