Hui! Der Große wurde zweistellig

Am Freitag hatte unser Großer seinen 10. Geburtstag und wir haben quasi das gesamte Wochenende durchgefeiert. Die Woche davor war ich auch schon schwer beschäftigt mit Einkäufen für Kuchen, Deko usw. Am Donnerstag bin ich noch ununterbrochen rumgewieselt und habe Geschenke eingepackt, den Tisch gedeckt und dekoriert, den Kuchen gebacken und ebenfalls dekoriert, eine Karte geschrieben und all sowas.

Am Freitagmorgen haben wir dann alle ein wenig müde mit Kindersekt angestoßen, gratuliert und den Großen beim Geschenkeauspacken beguckt. Der hatte sich eigentlich „nur Bares“ gewünscht, weil er sich einen großen Wunsch selber erfüllen wollte, aber ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass er glücklich gewesen wäre, wenn wir ihm wirklich nur die in der Verwandtschaft gesammelten Geldscheine überreicht hätten….  Also gab es noch ein paar Kleinigkeiten dazu, u.a. eine „Kellogs Vintage“-Tasse. Leider konnte ich nicht genau die auftreiben, die er sich vor ein paar Jahren gekauft und vor zwei Monaten zerschmissen hatte, fand aber trotzdem eine, die gut zum noch vorhandenen Teller und Schälchen passt. Außerdem gab es noch ein LEGOduplo-Quad, weil die Jungs immer im Wohnzimmer mit den Duplosteinen spielen (das „kleine“ LEGO ist in die Jungszimmer verbannt wg. Maus-Verschluck-Gefahr) und sich ständig wegen dem einen Quad-Räder-Teil stritten, das wir besitzen, da man daraus so gut „Monstertrucks“ bauen kann. 🙂

Die Geschenke - Herzchen für mein liebes Kind - in Pink, seiner Lieblingsfarbe!

Kurz darauf durfte der Herr erst mal in die Schule abdampfen und eine Mathematik-Schulaufgabe schreiben – der Arme! Aber dafür hatte er ausnahmsweise schon um 11.20 Uhr aus und keine Hausaufgaben, das machte doch einiges wieder gut. Mittags waren wir alle zusammen essen – das Geburtstagskind hatte sich „griechisch“ gewünscht, wir haben einen neuen Griechen ausprobiert und es war wirklich lecker. Mein Göttergatte hatte sich den Tag extra freigehalten und den Kurzen haben wir früher vom Kindergarten abgeholt.

Nachmittags kam dann der Papa des Großen dazu und es gab Kaffee und Geburtstagskuchen – dieses Jahr wieder einmal ein „Buskuchen“, den hatte er sich als kleiner Junge mal gewünscht und seitdem ist er schon zur Familientradition geworden. Damals war er drei Jahre alt geworden und ich fragte ihn, was er sich denn für einen Kuchen wünsche. Ich dachte dabei an Antworten wie „Schokoladenkuchen“, „Apfelkuchen“ oder „Marmorkuchen“. Der kleine Herr baute sich aber vor mir auf und forderte: „BUSKUCHEN!“ Huch. Tja, da war dann erst mal meine kreative Ader gefordert. Das Kuchendesignen machte mir viel Spaß und so wurde unser Familienrezept „Buskuchen“ geboren: ein heller Kastenkuchen mit Füllung aus Löffelbisquits und pürierten Erdbeeren, verkehrt herum aufgestellt, mit weißer Schokolade überzogen und mit allerlei Schnickschnack (Lakritzschnecken oder Kekse als Räder, Schokobuchstaben als Nummernschilder etc…) zum Bus dekoriert.

Der diesjährige Buskuchen - in pink und mit Reiswaffelrädern, da ich vergessen hatte, runde Kekse zu besorgen

Und wer jetzt denkt, das sei ein Mädchengeburtstag – weit gefehlt, es ist nur so, dass die Lieblingsfarbe meines großen Sohnes immer schon Pink war und da wir dieses Jahr kein Motto hatten, dekorierte ich einfach alles in Pink und Rosa.

Geburtstagsblumen

Am Samstag stieg dann die große Geburtstagsparty mit 5 eingeladenen Freunden. Eigentlich hatten wir ins Kino gehen wollen, aber zum einen war ja dann unerwarteterweise bombastisches Wetter und zum anderen war die Maus im Laufe des Vormittags kränklich geworden, hatte Temperatur und war sehr unleidig. Also beschlossen wir kurzerhand, doch Zuhause zu bleiben. Es gab Eis im Garten, dann bauten die Jungs gemeinsam an der LEGO-Eisenbahn, die der Große noch am Freitag von seinem Geburtstagsgeld bestellt hatte.

Personenzug und Güterzug von LEGO City - erstanden vom Geburtstagsgeld plus Erspartem

Vor dem Abendessen überredeten wir sie noch zum Rausgehen und spielten Verstecken und Fangspiele mit ihnen im Park. Zum Abendessen gab es Spaghetti (dreierlei Nudeln (Helle, Vollkorn oder Chili) mit dreierlei Soßen (Bolognese, vegetarische Bolognese und Pesto)) und danach einen Filmabend. Da nur einer der Jungs Toy Story 1 kannte, guckten wir den an. Unser Kurzer durfte mitgucken und fiel danach todmüde ins Bett. Die großen Jungs hingegen blieben noch laaaange wach – die letzten beiden verdonnerte ich um 10 vor 3 zum endlich Schlafen, nachdem ich ihnen die heimlich mitgebrachten Nintendo DS abgenommen hatte….

Der Kleine und der Große - draußen beim Spielen im Park

Am nächsten Morgen gabs noch Frühstück und um 10:00 Uhr vormittags war das Haus dann wieder leer. Und das große Aufräumen war angesagt. Ich war sehr froh, dass wir zu dritt waren, denn zu zweit hätten wir das mit den beiden Kleinen im Hintergund gar nicht alles schaffen können.

Eigentlich ein schöner Geburtstag, wäre nicht das obligatorische Störerkind dabeigewesen. Warum gibt es eigentlich immer eines??? Der diesjährige Kandidat (den ich schon als solchen vermutet hatte, war er doch die letzten beiden Male immer erst viel zu spät abgeholt worden…) führte sich bereits gut ein, indem er mit Sack und Pack eine Stunde zu früh vor der Tür stand. Im Garten beim Eisessen fragte ich kurz in die Runde, wer welche Spaghettisorte mag, worauf er nachfragte, welche Soße es denn gäbe. Ich klärte ihn auf und natürlich gefiel ihm keine der Optionen. Er verkündete, er esse NUR Ketchup mit Sahne zu Spaghetti. Daraufhin meinte ich nur: „Gibts hier nicht!“ Interessanterweise aß er dann später von der Bolognese einen ganzen Teller voll, natürlich nicht, ohne zu betonen, dass er die darin enthaltenen Karottenraspel nicht möge. Später musste ich feststellen, dass er seine Nintendo DS mitgebracht hatte, was ich für absolut fehl am Platze hielt und sie einkassierte mit der Begründung, dass wir genügend Programm machen würden und ich nicht wolle, dass ein Teil der Jungs ständig in die Kiste starre. Er bat mich dann darum, dass ich sie angesteckt lassen solle, damit sie nicht ausgeht. Das war kein Problem für mich, ich überlegte kurz, wo ich sie hinpacken könnte, so dass sie „aus dem Weg“ wäre und stöpselte sie kurzerhand im Schlafzimmer neben dem Bett meines Mannes an.

Draußen beim Spielen war er derjenige, der meine Spielevorschläge durch die Bank „doof“ fand. Aber das war alles nichts, gegen das, was er sich dann leistete. Als ich nämlich gegen halbelf noch einmal hoch ins Zimmer kam, musste ich feststellen, dass die einkassierte DS wieder in seinen Händen war! Ich war echt perplex und stocksauer. Niemals hätte ich es früher gewagt, ohne Erlaubnis ein privates Zimmer fremder Leute zu betreten, schon gar nicht, um darin herumzusuchen. Ich möchte gar nicht wissen, wo er noch überall gesucht hat! Er gab es zuerst nicht einmal zu, erst später dann indirekt, als er als einziger „Ja“ sagte, nachdem ich in die Runde geworfen hatte, dass ich über den Vorfall noch einmal sprechen möchte. Ich habe mir überlegt, dass ich die Mutter über diese Sache informieren werde. Mal sehen, wie sie reagiert. Ich habe lange hin- und herüberlegt, aber wenn mein Sohn so etwas anstellen würde, wäre ich froh, wenn es mir einer sagen würde, damit ich mit ihm darüber reden kann.

Das Störerkind kam natürlich am kommenden Morgen an den Esstisch und verzog erst einmal angewidert das Gesicht: „Iiih, hier richts irgendwie so komsich!“ Dann, leiser: „Ach, das ist bestimmt der Käse.“ Und außerdem war er der einzige, dem die Semmelauswahl nicht zusagte (normale, Mohn, Kürbis und Laugen). „Gibts keine Kartoffelbrötchen?“ kommentierte er den Blick in den Brotkorb. *seufz*

Ach ja, und natürlich wurde er als letzter abgeholt. Zwanzig Minuten nach dem offiziellen Ende. Und erst, nachdem er  Zuhause angerufen hatte. Stand zwar auf der Einladung, aber was solls.

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3 Gedanken zu „Hui! Der Große wurde zweistellig

  1. Der Buskuchen ist ja genial! Super Idee, das werde ich auch mal probieren! Alles Gute nachträglich zum Geburtstag! Wow schon 10!!! So einen schwarzen Peter gibts wohl immer, oder? Ich würde auch mit der Mutter reden, denn ich würde es als Mutter auch wissen wollen. Unbedingt und in ein fremdes SCHLAFZIMMER gehen, ist absolut tabu! Vor allem in dem Alter. Ansonsten wirklich ein schöner Geburtstag für den Großen!

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