Gewissensfrage

Eigentlich wollte ich die Kleine schon im März nachts abstillen. Denn ich bin inzwischen einfach ausgelaugt von den unruhigen Nächten und sehne mich danach, einfach auch mal nicht mehr zuständig sein zu dürfen. Für die ersten anstrengenden Nächte, bis sich die Maus an die neue Tatsache gewöhnt hat, dass die Milchbar nicht mehr 24h geöffnet hat, brauche ich aber die Hilfe meines Mannes. Und der kann nur helfen, wenn er Urlaub hat, denn er ist wirklich zu nichts zu gebrauchen, wenn er sich die halbe Nacht um die Ohren schlägt. Der letzte Urlaub war, wie eingangs schon erwähnt, im März. Einen Strich durch die Rechnung machte uns damals ein Magen-Darm-Virus, der die Maus in der fraglichen Zeit komplett schachmatt setzte und vor allem dafür sorgte, dass die Milchbar (wieder) zur ausschließlichen Nahrungsquelle mutierte. Alles andere wurde von der Maus instinktiv abgelehnt, um den kleinen geschundenen Verdauungstrakt zu schonen.

Nun steht ein neuer Urlaub ins Haus. Ab morgen ist der Göttergatte 14 Tage lang daheim. Dann könnten wir ja….

Hm. Aaaaber….

  • wenn, dann müssen wir gleich morgen loslegen, denn ab kommenden Mi sind wir wirklich weg, was heißt, dass es bis dahin erledigt sein sollte, denn neue Riten plus neue Umgebung wollten wir der Maus dann doch nicht antun.
  • sie ist nicht ganz fit. Die Nase läuft, sie zahnt und ist quengelig. Schläft zur Zeit eh schlecht deswegen. Hat seit ein paar Wochen einen (nicht ansteckenden) Hautausschlag, von dem ich mir nicht immer sicher bin, ob er tatsächlich nicht juckt.
  • sie nimmt IMMER noch keinen Schnuller
…und jetzt bin ich mir nicht sicher, ob wir morgen wirklich loslegen sollen. Wenigstens trinkt sie inzwischen auch Wasser aus einem Fläschchen. Das hat sie bis vor ein paar Tagen auch nicht getan, und dann hätte ich ihr rein gar nichts als Ersatz anbieten können….
Die nächste Chance kommt erst wieder Mitte August!
Was meint ihr?
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13 Gedanken zu „Gewissensfrage

  1. Was wäre, wenn du versuchst ihren ersten Hunger mit einer Flasche zu stillen und ihr dann noch die Milchbar anbietest. Natürlich nur wenn sie möchte 🙂

    • Eigentlich möchte ich nicht jetzt noch mit Fläschchen anfangen. Ich finde, sie ist alt genug, um nachts ohne „Essen“ auszukommen. Wasser werde ich ihr natürlich anbieten.

  2. Ich hatte das mit 11 Monaten auch etwa vor, habs dann immer wieder aufgeschoben, dann wurde die flasche verweigert, dann war der zwerg krank und plötzlich wach ich morgens auf und der zwerg hat durchgeschlafen. so etwa mit 15 Monaten, einfach so ohne vorige anzeichen und das behielt sich dann auch bei.

    • Hm. Wenn es bei meinem zweiten Kind auch so gewesen wäre, dann würde ich mir das wirklich auch zutrauen, einfach abzuwarten. Aber wenn ich bei ihm abgewartet hätte, würde er heute noch an meiner Brust hängen… und ich möchte das kein zweites Mal, dazu fehlt mir echt die Kraft.

  3. Ich habe immer mal wieder die Flasche angeboten und jetzt ist sie als Ersatz anerkannt. Was dir natürlich jetzt nicht so wirklich weiter hilft. Was ich aber sagen will – für mich bedeutet die Flasche eine enorme Erleichterung. Bei den anderen beiden haben wir diesen ‚Zwischenschritt‘ auch gemacht, denn sie haben noch relativ lange abends auf dem Arm gemütlich ihre Milli getrunken, bevor es dann ins Bett ging. Allerdings stille ich Carl hin und wieder immer noch, allerdings ist das nicht mehr zur Sättigung, sondern eher als ‚Schlückchen‘ zwischendurch, zum Kuscheln, runterkommen.

    • Ja, ich hab mir auch schon überlegt, ggf. ein Fläschchen anzubieten. Nur frag ich mich halt, ob ich dann nicht den Teufel mit dem Beelzebub austreibe und irgendwann 3, 4 Mal die Nacht eine Flasche anrühren darf…. :-/

      • Nee, das glaub‘ ich nicht. Wobei natürlich jedes Kind anders ist, aber bei uns war das nie der Fall. Und sonst kann das ja ggf. auch mal jemand anders machen. So im Notfall. 😉 Bei uns mache nämlich auch ich das meistens. Also immer, wenn ich ehrlich bin. Grins.

  4. Ich würds lassen, weil du zweifelst. Das merkt die Maus doch. Wartet ab bis die Maus wirklich gut drauf ist. und ähhhh….das mit dem Urlaub vom Mann, naja… ich finde wenn die Mutter am Stock geht, dann kann der Mann auch mal die A.backen zusammenkneifen, auch wenn er arbeiten muss. Du hast Schlafmangel und musst auch tagsüber arbeiten und dich zusammenreißen. Naja vielleicht seh ich das auch falsch, schließlich könnt ihr das viel besser beurteilen.

    • Evi, mein Mann hat einen wirklich sehr fordernden Job, bei dem nichts schief laufen darf und bei dem man auch nicht einfach mal n paar Tage „bissel langsamer“ machen kann – so wie ich das zuhause mache, wenn die Nächte mal hart waren. Und er ist – im Gegensatz zu mir – einfach total neben der Kappe, wenn er nicht gescheit schlafen kann, Dafür kann er nichts, es ärgert ihn auch oft genug selber, aber wir müssen halt irgendwie alle damit leben. Und weil so ein Stillentzug einfach besser klappt, wenn die Mama gar nicht erst auftaucht, wäre er da schon in den ersten Tagen sehr stark gefordert. Das kann und will ich nicht von ihm verlangen, während er auch noch arbeiten muss.

    • Ach ja, und noch was: ich habe jede dieser Entscheidungen bei meinen Kids „angezweifelt“, so lange, bis sie sich „richtig“ anfühlten. Und sie dann felsenfest vertreten und es hat immer gut geklappt. Ich stimme dir zu, dass die Kinder genau merken, wenn man nicht ganz hinter seinen Ansagen steht. Genau deshalb mach ich mir ja im Vorfeld so viele Gedanken, damit dann, wenn es wirklich losgeht, alles geklärt ist. 🙂

  5. das ist eine situation, in der man schlecht raten kann… mein kind ist 22 monate und ich stille immer noch. weil sie es will und weil ich es (gern) hinnehme. flasche und nuckel wurden hier nie akzeptiert. ich wollte eigentlich warten, bis sie nicht mehr fordert, der große stillte sich mit 13 monaten ab. wir haben es mal zwei, drei nächte versucht, in denen ich ausgezogen bin. als ich wiederkam, war alles beim alten. anscheinend war mein entschluss auch nicht ausgereift.
    viel erfolg!

  6. Hab festgestellt, dass mein jüngstes (drittes :-)) Kind fast so alt ist wie Deins. Also ich hätt beim Abstillen nix gegen Flasche, will allerdings kein Pulver mehr anrühren, sondern wir versuchen immer mal wieder (H-)Vollmilch. Mit fast einem Jahr find ich das bei uns vertretbar. Und das wäre zur Not auch nachts leistbar. Mein Sohn hat z.B. noch bis mindestens zu seinem zweiten Geburtstag (davon gibt es Beweisfotos) morgens zum Frühstück eine Pulle weggehauen, so lange will ich tatsächlich nicht stillen.

    Aber natürlich sind wir andere Menschen und haben andere Situationen. Meine Kleine schläft im Moment (uaah, Holz zum Klopfen!) ganz gut und wacht so einmal auf zum Stillen und ein- bis zwei Mal zum Schnullerkriegen, das find ich grad gut erträglich. Bei mir steht die Entscheidung an, wenn ich wieder arbeiten gehe (August), ich kann mit Schlafmangel nämlich auch nicht gut umgehen!

    Ich wüsste aber tatsächlich nicht, was ich meinem Kind anbieten sollte, wenn es wach wird, keinen Schnuller nimmt und keine Milch. Hast Du da schon mal Erfahrungen gemacht? Schlafen sie dann irgendwann tatsächlich einfach wieder ein? Ich wart ja auch schon manchmal, ob das Gejammer vielleicht von allein wieder aufhört. Aber ein bis drei Mal pro Nacht tut es das eben nicht …

    • Milch aus der Flasche trinkt sie. Ich hatte auch vor, normale Bio-Vollmilch zu geben, falls es nötig wird. Die erste Nacht ist jedenfalls gründlich schief gelaufen – das Experiment wurde 10 Minuten nach dem ersten Aufwachen vom Papa abgebrochen – ihm blutete das Herz zu arg! 😉 Naja, vielleicht verschieben wir diese Aktion wirklich einfach. Aber nochmal 2 Jahre stillen will ich halt auch nicht. Mal sehen…

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