Countdown für den Geburtstag des Großen

Morgen wird er elf Jahre alt, unser großer, wirklich großer Junge. Inzwischen hat er mich (fast?) eingeholt. Na gut, mit 1,62 m bin ich jetzt nicht gerade der Mensch, der auf andere herunterguckt… trotzdem irre. Letztes Jahr hatte er meine Schuhgröße, nun meine Körpergröße.

Mein Künstler, mein Träumer, mein wandelndes Hier-und-Jetzt. Immer noch schulterlanges Haar, liebt den Farbenrausch, ist chaotisch und unordentlich, gut in der Schule und sehr hilfsbereit. Ungeduldig, aufbrausend, voller vielfältiger Gefühle, immer mit dem Blick für das Besondere, sei es ein schöner Wolkenhimmel oder der Stein, der aussieht wie ein Gesicht. Vor allem aber ist er eine durch und durch ehrliche Haut. So ehrlich, dass es manchmal schon fast niedlich ist, wenn er, nachgefragt, wie lange er denn gestern noch im Bett gelesen hat, ganz bedröppelt guckt und selbstverständlich die richtige – viel zu späte – Uhrzeit verrät. Das ist schön und lässt ihn mir innerlich sehr nahe kommen. Offenheit zeugt von Vertrauen, Vertrauen zeugt von Liebe.

Vor ein, zwei Monaten kam er zu mir mit der Idee für einen LEGO-Geburtstag. Und den bekommt er nun morgen. Mit LEGO, Freunden, Spielen rund um und mit LEGO – und natürlich mit einer LEGO-Torte. Eigentlich sollte sie rot werden, das klappte aber nicht ganz so wie geplant, ist aber auch schwer so ganz ohne künstliche Farbstoffe. Trotzdem ist sie toll geworden, finde ich.

Schoko-Himbeer-Sahne-Legostein 🙂

Vor genau elf Jahren lag ich in den Wehen – morgens früh um sechs (kam nicht die alte Hex, nein…) platzte mir die Fruchtblase. Dann gings in die Klinik und leider setzten keine Wehen ein, also kam ich an den Tropf. Diese Wehen waren sehr schmerzhaft und es dauerte bis abends um acht, bis der Muttermund offen war. Dann hätte unser Schatz ja eigentlich kommen können. Aber leider ging dann gar nichts mehr. Ich probierte alle Features im Kreissaal von der Schlinge bis zum Hocker aus, aber nichts half.

Letztendlich ging der 31. März vorbei und kurz vor Mitternacht wurde mir dann ein Kaiserschnitt nahegelegt, der dann um 0:20 Uhr, leider in Vollnarkose, vollzogen wurde, weil sie die PDA aus unerfindlichen Gründen nicht setzen konnten. Kurz vorher probierten sie es noch mit der Saugglocke – und diese Momente gehören mit zum Schlimmsten, was ich in meinem Leben erlebt habe. So schlimm, dass ich darüber keine weiteren Worte verlieren möchte. Es war nicht wirklich eine Geburt, wie eine Frau sie sich wünscht. Trotzdem endete auch sie mit dem größten Wunder, den Gottes Erdboden hervorbringen kann: einem niedlichen neuen, einzigartigen, höchst lebendigen Wesen. Ich liebte unseren kleinen Mann sofort abgöttisch, lief bereits am nächsten Tag freudestrahlend auf der Wöchnerinnenstation herum und erzählte jedem, dass ich umgehend noch ein weiteres Kind haben wolle. 😀

So war das. Und nun wird er elf Jahre alt. Und ist (fast) so groß wie ich. Unfassbar. Ich freu mich auf morgen!

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3 Gedanken zu „Countdown für den Geburtstag des Großen

    • Liebe papillionis, das ist recht einfach und du bekommst es bestimmt auch hin. Nimm einfach ein leckeres Tortenrezept (es sollte eine gefüllte Bsiquittorte sein). Dann backe den Bisquit nicht in einer runden Form, sondern in einer Rechteckbackhilfe. Ich habe die doppelte Menge Bisquit gebacken in einem Rechteck, das genauso breit war wie mein Backblech und halb so lang wie breit, so dass es sich nach dem Backen in zwei quadratische Böden teilen ließ. Diese Böden habe ich mit einem Bindfaden nochmals in zwei Schichten geteilt und drei davon mit Cremefülle aufeinander gesetzt. Aus der vierten habe ich mit einem passend großen Glas (bei mir passte ein Sektglas) vier Kreise ausgestochen, die ich dann jeweisl mithilfe einer Fonduegabel vorsichtig wieder aus dem Glas holte. Das ganze mit einer Creme überziehen, die man auch mit Lebensmittelfarben einfärben kann. Ich habe zuerst den Würfel überzogen, dann die Kreise aufgesetzt und ebenfalls überzogen.

  1. hehe, auch ne Legotorte! Bei deinem Bericht musste ich an damals denken, als mein Jüngster zur Welt kam. Das tat weh, aber sie gehen zu lassen… das tut fast genauso weh, wenn auch unsichtbar. Aber man tut es, weil man sie liebt. Und: Von so einer schönen Torte hätte ich auch gern ein Stück. 🙂

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