Deprimiert….

…fühle ich mich heute. Katzenjammer-mäßig. Irgendwie wird mir gerade mal wieder alles zu viel. Es gibt so viele Baustellen, dass ich nicht weiß, wo ich zuerst anpacken soll. Und alles bleibt halbfertig oder liegt brach.

Drei Dinge plagen mich nebst dem äußerlichen Chaos besonders:

1. Ich werde den Kindern partout nicht allen gerecht

Der Große schreibt heute eine Englischarbeit, von der abhängt, ob er im Zeugnis noch eine 3 oder leider eine 4 bekommt und ich habe viel zu spät angefangen, mit ihm zu lernen, bzw. ihn zum Lernen anzutreiben. Von alleine macht er nicht viel. In vielen Fächern kommt er damit gut klar, aber Englisch ist sein Schwächelfach. Er hat Rechtschreib-Probleme, was ihn in Deutsch schon im Aufsatz immer eine Note kostet, aber im Fach Englisch eben den Kragen kosten kann, denn eine falsch geschriebene Vokabel ist automatisch eine falsche Vokabel, egal ob das Wort gewusst wurde oder nicht. 😦

Der Kurze war gestern mit dem Kindergarten auf einem Ausflug und ich habe es nicht mitbekommen gehabt, weil ich vor lauter Essensdiskussionen mit den Erzieherinnen gar nicht mehr in unser Fach geguckt hatte. So musste der Arme den ganzen Tag mit vier kleinen Schnitzelchen überstehen, die ich ihm als Ersatz für die Gemüsenuggets mitgegeben hatte, die es in der Kita zum Mittagessen gegeben hätte…. 😦 Ich habe ein so schlechtes Gewissen ihm gegenüber! Das wäre mir bei meinem Großen niemals passiert! Obwohl ich arbeiten gegangen bin. Aber jetzt mit den Dreien…. zur Zeit entgleitet mir mal wieder alles!

Das zweite, was mich plagt: 

Irgendwie geht alles so schnell vorbei. Bestürzt wurde mir klar, dass der Kurze nun bald sein letztes Kindergartenjahr beginnt, er aber in den letzten beiden Jahren nie so richtig zur Ruhe gefunden hat und angekommen ist. Ich konnte mich viel zu wenig einsetzen und in der Kita geht alles drunter und drüber, seit es die ständigen Erzieherwechsel gibt bzw. viel zu wenige da sind.

So geht es mir mit vielen Dingen, insbesondere auch mit mir und meinen eigenen Bedürfnissen und auch denen unserer Beziehung. Alles kommt zu kurz, die Tage gehen in Stress, Hektik und teils miesester Stimmung rum und sind dann einfach vergangen. Vorbei. Aus. Weg. Für immer. Wann soll es denn endlich mal wieder besser werden? Wird es jemals besser? Ist nicht jeder Tag, der unterm Strich ein „blöd gelaufener“ war, ein verlorener Tag? Ist das die Midlife Crisis? Meine Midlife Crisis?

Dann kommt noch etwas Drittes dazu, das mich zur Zeit sehr belastet: 

Im Moment sind die Kinder sehr fordernd.

Der Große „präpubertiert“ und will alles ausdiskutieren, stellt alles in Frage, hört nicht, hat seinen eigenen Kopf, egal ob ihm das schadet oder nicht. Bei Gegenwind wird mit großer Ausdauer getobt, geschrieen, gejammert und gezetert, was das Zeug hält.

Der Kurze ist einfach der Kurze. Er war immer schon fordernd und schnell in Rage zu bringen. Mit ihm ist vieles Kampf. Er liebt den Kampf in jeglicher Ausprägung so sehr, dass sein großer Bruder neulich schon zu ihm sagte, er solle doch später mal Soldat werden. Ich werde ihn im September im Judo anmelden, um das Ganze vielleicht in positivere Bahnen zu lenken.  Aber es schlaucht mich einfach. Ich bin überhaupt keine Kämpferin. Es strengt so an, täglich Kämpfe ausfechten zu müssen, obwohl man es überhaupt nicht will.

Die Maus ist knapp zwei. Und (noch) zu Hause. Mehr muss ich dazu nicht sagen, wer Kinder hat, weiß, was das bedeutet. Und die Dickschädelphase ist auch schon heftig im Anmarsch.

Unterm Strich ergibt sich dann für mich folgendes Bild: Mit drei Kindern ständig im Chlinch liegen, das schlaucht extrem. Und es drängt mich auch in eine Rolle, in der ich nicht sein will, die mir aufgedrückt wird. Ich will nicht dauernd schimpfen müssen, mit Konsequenzen drohen müssen, zwingen müssen, laut werden müssen, weil sonst die Ohren auf Durchzug sind.

Gelassen bleiben fällt mir häufig schwer, einfach weil die Batterien so schwach sind und weil ja immer schon das / der nächste in der Warteschleife hängt. Liebe austeilen, das kann ich gut, das tu‘ ich zu Hauf und sehr gerne. Aber das hilft halt auch nicht bei Meinungsverschiedenheiten…

Ich will das nicht! Und ich weiß grad nicht raus. Hat jemand eine Idee?

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6 Gedanken zu „Deprimiert….

  1. ich habe mal den schönen satz gehört: man kann nur geben, was man kann. und hier hört es sich irgendwie danach an, als ob du ein selbstschutzprogramm installieren könntest. vllt mal sagen: ich will jetzt nicht diskutieren. und, so altbacken das klingt, abstriche an bestimmte projekte machen (dann isses eben sandig, unaufgeräumt und es gibt fertigessen), stattdessen projekte machen, die deinem selbstbewußtsein und deiner seele gut tun, basteln? abends mit der freundin ins kino? unter erwachsene kommen?
    es hört sich jedenfalls für mich sehr stressig an und ich drücke dir die daumen, dass die schönen momente wieder häufiger durch die türe gucken.
    liebe grüße, mara

    • Ach, Danke Dir! Es tut schon gut, es sich mal von der Seele zu schreiben und so ein paar aufmunternde Worte zu hören!
      „Ich will jetzt nicht mehr diskutieren“ ist mein Standardhilferuf, der ungehört verhallt…. ich kann es nur unterbinden, wenn ich selber den Raum verlasse, was in vielen Situationen (z.B: ich stehe am Herd und koche) einfach nicht geht.
      Abstriche mache ich sooo viele, dass es mir schon ganz schlecht ist – hier ist es immer sandig und immer unaufgeräumt… 😉
      „Unter Erwachsene kommen“ hört sich für mich wie das Paradies auf Erden an. Ich denke, hier sollte ich dringend ansetzen! 😉
      Und vielen Dank für’s Daumendrücken. Wird schon werden….

  2. Was mir manchmal hilft: Einen Schritt zurücktreten, innerlich. Geht meist nicht in der konkreten Situation. Aber vielleicht mal abends, wenn die Kinder schlafen. Und überlegen, wie die Kinder es so, alles in allem, haben. Und ich komme zu dem Schluss: Die haben es ganz schön gut. Keinen Grund, sich zu beklagen. Kein Kind wirklich vernachlässigt (sie kriegen alle ausreichend Essen, Schlaf und LIebe. Alles weitere ist Luxus, der eben nicht immer drin ist). Wir machen ein paar Sachen: Der Große turnt. Die mittlere singt. Beide haben Schwimmen gelernt und machen das einmal die Woche. Die Kleine muss sich momentan noch damit begnügen, so mitzulaufen, aber beim dritten Kind weiß man ja auch, dass das in dem Alter völlig ausreicht und die nicht wirklich schon „Freunde“ brauchen. Ich hab sie noch nie gehauen (also ehrlich, manchmal juckt es einen schon in den Fingern, oder?), materiell sind sie gut versorgt. Mir hilft das, die Dinge in Perspektive zu setzen. Klar könnte man ganz viel mehr tun. Ein Instrument lernen, am Selbstbewusstsein arbeiten (der Kinder. meinem vielleicht auch, aber das steht hier ja nicht zur Debatte), mehr für die Schule tun. Kann. Muss aber nicht. So!

    • Danke für deine ausführlichen Gedanken, Kirsten! Ich mach das auch, dieses „in einer ruhigen Minute mal das Ganze von außen betrachten“. Im Moment bin ich allerdings in einer Phase, in der auch das nicht mehr hilft, da zu vieles im Argen liegt. Ich konnte (und wollte) in meinem Artikel ja gar nicht alles aufzählen…
      Natürlich weiß ich unterm Strich, dass es ihnen gut geht, das stimmt schon.
      Aber ich denke nicht, dass meine Ansprüche (an mich sowie an das Verhalten / die Mithilfe usw. der Kinder) überzogen sind und ich spüre schon deutlich, dass es grade einfach „schief“ läuft. Schief im Sinne von „nicht rund“.
      Toll, dass deine beiden Großen Hobbies haben – meine machen grad gar nichts – auch so eine meiner Baustellen! Dafür gehe ich mit der Kleinsten in den Musikgarten, das habe ich bei keinem der Jungs gemacht und es tut gut, ihr auch etwas besonderes zu gönnen. Naja, zumindest für den Kurzen steht ja bald das Judo an. Und den Großen versuche ich gerade zu ermuntern, öfters mal im „FabLab“ in M vorbeizuschauen, das kommt seiner kreativen Ader sehr entgegen. Es wird schon wieder werden…. zum Glück weiß ich als „alter Hase“ ja, dass alles immer nur „eine Phase“ ist und irgendwann wieder vorbei geht! 😀

      • Na ja, ich könnte natürlich genauso viel schreiben über was alles nicht läuft, obwohl es laufen sollte. Nervtötende Diskussionen, die zu nichts führen (mit 8-Jährigen) stehen ganz oben auf meiner Liste. „Mitarbeit der Kinder“, ganz großes Thema, das ich angehen müsste, müsste, müsste. Vermutlich erst mal verbindlich regeln, damit ich nicht jedes Mal um jedes Ausräumen der Spülmaschinen (ha! Oder allein Wegräumen des Geschirrs) kämpfen müsste weil „immer zwingst Du uns“. Ach ja. Aber das hilft ja auch nicht weiter.

      • Ja, es stimmt, es hilft nicht weiter. Aber es kann (was meinen Teil angeht) schon entlasten, es einfach mal loszuwerden. Und es tut gut, zu hören, dass man nicht alleine damit ist. :)Übrigens, Sprüche wie „Du bist gemein / fies!“ usw. muss ich mir auch dauernd anhören…. 😉 Bei uns hat jeder eine feste Aufgabe, dem Alter entsprechend (Der Große muss die Spülmaschine ausräumen, beim abendlichen Wohnzimmer-Aufräumen helfen und ab und an die Maus bespaßen, wenn ich z.B. duschen will. Der Kurze muss beim abendlichen Aufräumen immer die Duplosteine wegräumen – das ist mal mehr, mal weniger, aber es ist eine feste Einheit. Die Kleine muss noch nichts machen.) Es entlastet mich, aber um das Genörgel komme auch ich nicht herum. Es sind jedes Mal wieder dieselben Diskussionen…. *seufz*

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