Familienurlaub in Bibione

Am Samstag, den 25. August setzte sich der Tross in Bewegung: Zwei vollbepackte Autos mit vier Erwachsenen und fünf Kindern und dem Ziel, dem Alltag für 14 Tage zu entfliehen. Wir urlaubten gemeinsam mit meiner besten Freundin Frau Dekogöttin, ihrem Mann und ihren zwei Söhnen, von denen der kleinere der beste Freund unseres Kurzen ist.

Endlich ging es los nach Italien – erst mal quer durch die Alpen…

Sind das die Dolomiten? Keine Ahnung, aber schön sah es aus.

…und leider von einem Stau in den nächsten:

Wenigstens konnten wir hier schon mal ein Hinweisschild auf unser Ziel erspähen…

Nach doch ganz schön anstrengenden NEUN Stunden Autofahrt waren wir endlich am Ziel: Dem „Villaggio Marco Polo“ in Bibione, einer Ferienhaus-Anlage mit Pool.

Der kleine Garten unseres Ferien-Reihenhauses

Das Haus gefiel uns gleich gut, es war freundlich und doch funktional eingerichtet und toll aufgeteilt. Im unteren Stockwerk befinden sich eine Wohnküche mit bequemer (Schlaf)Couch, Esstisch, TV, Toilette, Waschbecken und Dusche, viel Stauraum in Schränken und eine wirklich sehr gut ausgestattete Küchenzeile.

Toll auch der große Kühlschrank mit ebenso großzügigem Tiefkühlfach. Dieses Haus ist in der Tat für 5-7 Personen geeignet!

Oben sind ein weiteres Bad und zwei Schlafzimmer, eines mit zwei Einzelbetten, eines mit Doppelbett plus Einzelbett. Zum Glück gibt es Klimaanlage, denn gerade im oberen Stockwerk war es auch nachts oft noch ziemlich heiß. Positiv fand ich auch, dass an den Fenstern gut schließende Fensterläden angebracht waren, so dass es im Kinderzimmer wirklich dunkel war, auch noch um zehn Uhr morgens. 😉

Die Anlage ist sehr schön begrünt und der Pool, um den die Reihenhäuser im Karree stehen, ist hübsch anzusehen und mit einem kleinen Zaun (hinten im Bild zu sehen) in Nichtschwimmer- und Schwimmerbereich unterteilt.

Unsere kleine Wasserratte im Pool – fast schneller als die Kamera

Negativ aufgefallen sind uns eigentlich nur zwei Dinge:

  • Zum einen knarzen die Holztreppen in den Häusern wirklich gigantomanisch – so sehr, dass man nicht nur aufwacht, wenn im eigenen Haus einer rumläuft, sondern auch, wenn das im Haus nebenan passiert.
  • Zum anderen sind die Gärten leider zum Großteil mit Robinien, Oleander und Himmelsbambus eingefasst und bepflanzt. Das sind lauter giftige Gartenpflanzen-arten, die so gar nicht geeignet sind für Orte, an denen sich viele (kleine) Kinder aufhalten.

Es gab auch eine (eher minimalistische) deutschsprachige Kinderbetreuung, die in einer Ecke des Poolbereichs angesiedelt war, die unsere Kinder aber nie genutzt haben, was mich auch nicht sehr wunderte, da sich das Programm in Basteln und zu „Kinder-Discomusik“ Rumhüpfen erschöpfte. Trotzdem wirkten die zwei Betreuer auf mich sympathisch und bemüht.

Der erste Gang führte uns erst mal zum Essen fassen – Pizza und Pasta für (fast) alle, leider blieben für die Maus und mich mit unserer Weizenunverträglichkeit nicht viel mehr Möglichkeiten als viel frischer Salat und Würstel mit Pommes. Zum Glück fand zumindest die Maus das alles sehr lecker – auch noch nach dem fünften Mal. 😉

Dieses Foto hat der Kurze aufgenommen – von seiner Lieblingspizzasorte „Prosciutto e Salame“

An den Abenden, an denen wir auswärts aßen, kamen wir fast immer an dem großen Brunnen vor der Therme vorbei, den die Kinder sofort ins Herz schlossen.

Plantschvergnügen unter den wachsamen Augen von Papa

Ein Stück weiter befand sich ein Autocorso für Kinder, den wir aber nur einmal zu Beginn und einmal zum Abschluss des Urlaubs finanzierten und zumindest an diesen zwei Abenden leuchtende Kinderaugen ernteten.

In der Dunkelheit wurden leider alle Bilder unscharf

..und was natürlich jedes Mal sein musste: ein groooßes Eis! 🙂

Das sind „nur“ zwei Kugeln! Hier bekommt man noch was für sein Geld!

Zum Glück geht es unserem Filius inzwischen sehr viel besser und er konnte den Zucker im Eis ohne größere Verdauungsprobleme vertragen. Ich weiß nicht, was wir getan hätten, wenn er kein Eis hätte essen dürfen…. da darf ich gar nicht dran denken.

Die Kinder gingen spät ins Bett und schliefen laaaang – und wir auch. So dümpelten wir duch die 14 Tage. Spät aufstehen, ausgiebig frühstücken, mal kurz in den Pool hüpfen…

Freche kleine Spatzen allüberall

…dann irgendwann ein Mittagsimbiss – Salat, Spaghetti Pesto oder sonst irgendwas „Schnelles“. Die Zeit zwischen Spätnachmittag und Abend verbrachten wir fast täglich am Strand:

Buddeln…

Snacken…

Ausruhen…

…und natürlich Baden, Plantschen, Muscheln suchen und finden. Davon gibt es kaum Fotos, weil wir den Apparat ja nicht unbedingt nass werden lassen wollten. 😉

Ein stürmischer Tag, an dem wir nicht ins, sondern nur ans Wasser gingen.

Ab und an ging es auch auf den großen Spielplatz in unserer Anlage, der wirklich alles zu bieten hatte, was ein Spielplatz so braucht: Rutsche, viele verschiedene Klettermöglich-keiten, eine Wippe, viele Schaukeln, ein Karussell, Platz zum Rennen, Sand – und Bänke für die Entspannung suchenden Eltern.

Der Kurze erklimmt eine Strickleiter

Höhepunkt in der ersten Woche war der fünfte Geburtstag unseres Kurzen, den er schon sehr herbeigesehnt hatte. Ich machte eine Erdbeer-Kühlschranktorte (wie schon letztes Jahr, als wir den Mausgeburtstag im Urlaub feierten) und musste feststellen, dass es in Italien keinen Quark gibt. Ich wich dann auf die doch etwas kalorienhaltigere Variante Mascarpone aus und Frau Dekogöttin steuerte ihr letztes aus D eingefahrenes Paket Magerquark bei. Schmeckte köstlich! 🙂

Der Urlaubs-Geburtstagstisch

Er bekam übrigens keine Nintendo DS geschenkt, sondern der Große hatte ihm auf seiner eine Geburtstagskarte gestaltet. An Geschenken gab es ein LEGO Ninjago Set, ein TipToi- Buch (Unsere Stadt) und eine „Spiderman-Kiste“ mit Spiderman-Gummiclogs, zwei Spiderman-Langarmshirts und einem „Kuschel“spiderman für unseren kleinen Spinnenmann-Fan. Vom besten Freund bekam er noch Ninjago-Hör-CDs und StarWars-Heftpflaster 🙂 geschenkt. (Waaah, voll die Merchandise-Orgie, örgs!)

Beim Auspacken der Spiderman-Kiste

Einmal liehen wir uns so ein vierrädriges, wadenmuskelbetriebenes Vehikel aus, in dem wir alle Platz fanden, und kurvten damit über die Strandpromenade und durch die Straßen von Bibione.

Die zwei Kleinen saßen vorne in einer Art Kindersitz (oder Taschenablage, hihi) und genossen Fahrtwind und gute Aussicht.

Der Kurze klingelte immer wieder wie wild an der vorne links angebrachten Fahrradklingel und die Maus kommentierte alles und jeden: „Daaaa! Guck maaaal…..!“

Leider hatte das Glück nach 27 gefahrenen Minuten ein jähes Ende, als es plötzlich holperte, der Göttergatte seinen Blick nach rechts unten wendete und feststellte: „Wir haben einen Platten!“

Ich konnte es kaum fassen, vor allem deshalb, weil das in diesem Urlaub bereits der dritte platte Fahrradreifen war, mit dem wir zu kämpfen hatten.

Reifen Nr. 1 platzte 150 m von der Garage entfernt, aus der wir die für den Urlaub geliehenen Fahrräder abgeholt hatten. Dieser Platzer war vergleichsweise schnell behoben, da wir sofort umkehrten und der Reifen unkompliziert und schnell vom Hausmeister unserer Anlage ausgetauscht wurde.

Reifen Nr.2 entpuppte sich als mausetot, als wir müde und schon etwas feucht vom einsetzenden Nieselregen nach einem Abendessen auswärts zu unseren Rädern kamen. Dummerweise war es ausgerechnet das Rad, auf dem der Kindersitz für die Maus montiert war. Nach einigem Hin- und Her einigten wir uns darauf, dass wir das kaputte Rad da ansperrten, wo wir standen, mein Mann mit einem der intakten Räder heimfahren und das Auto hollen sollte und ich währenddessen mit den Kindern (und den restlichen Rädern) zurück zu einer der zahlreichen Eisdielen tapern und dort ein Trosteis spendieren würde. Ich schleppte die schon sehr müde Maus, versuchte währenddessen den wild herumzirkelnden Kurzen zu dirigieren und unser Großer schob sein Rad nebenher. Als wir unser Eis fast aufgegessen hatten, kam mein Mann, gönnte sich auch eines und holte dann das kaputte Rad zum Auto. Wir packten dieses plus das Kinderrad vom Kurzen hinein (zum Glück haben wir ein groooßes Auto!) und ich fuhr mit den Kindern nach Hause, während mein Mann (nun zum vierten Mal an diesem Abend) die doch beachtliche Strecke nach  Hause mit dem nun übrig gebliebenen Rad des Großen bewältigte. Auf der Heimfahrt kam uns dann noch eine Großraum-Mülltonne auf der Straße entgegengefahren. Ja, es war windig. 😉 Die Kinder lachten sich kaputt und wir witzelten den Rest der Fahrt herum, wie wir es dem Papa erzählen sollten:

„Wir hatten einen Beinahe-Unfall mit einer Mülltonne!“

„Warum? Seid ihr dagegengefahren?“

„Nein, die Mülltonne hätte beinahe uns angefahren!“

😀

Aber nun zurück zu Reifen Nr.3: Da standen wir nun mitten in Bibione mit unserem platten Familiengefährt. Wir riefen beim Verleiher an und der versprach, „in 10 Minuten“ da zu sein um uns zu helfen. Also gab es mal wieder ein Trost-Eis und wir vertrieben uns die Zeit mit Amarena, Pistazie, „Ssokonille“ und dergleichen.

Man sieht nicht viel, aber er war platt. Schuld war der wahrscheinlich einzige Reißnagel, der in Bibiones Straßen rumlag und den wir glatt erwischt hatten.

Leider war auch 20 Minuten später keiner zu sehen und die Kinder wurden langsam wepsig. Letztendlich mussten wir (trotz versuchter Hilfeleistung des Verleihers) eine gute Stunde nach der Panne mit Autos wieder zum Shop zurückgekarrt werden, weil das Vehikel einfach nicht mehr flottzukriegen war. Inzwischen war uns die Lust ausgegangen, noch mal eines auszuleihen und netterweise bekamen wir die Pannenfahrt gratis, hatten also eine knappe halbe Stunde umsonst fahren dürfen. Das war dann auch ok.

Trotzdem waren mir das dann definitiv genug platte Reifen und ich betete, dass uns nicht auch noch auf der Heimfahrt ein platter Autoreifen bevorstand. Zum Glück blieb das aber aus.

Dafür passierten andere unvorhergesehene Dinge:

  • unser Kurzer schaffte es, sich innerhalb von 1 1/2 Tagen gleich zweimal die rechte Hand einzuklemmen – einmal in der Autotür, die unser Großer hinter sich zuziehen wollte (Aua!) und einmal in der Terassentür, die ich zudrücken wollte (auch Aua!). Zum Glück passierte nichts Schlimmeres außer ein paar gequetschten Fingern…
  • unser Großer verlor ausgerechnet am allerletzten Tag den Fahrradschlüssel für sein Schloss und musste deshalb zu Fuß vom Strand nach Hause laufen, einen Bolzenschneider vom Hausmeister organisieren und damit wieder zum Strand laufen, um mit Papas Hilfe das Rad zu befreien. Netterweise musste er nicht mal was für das geschrottete Schloss bezahlen!
  • weniger nett: zwei Tage vor der Heimfahrt kam die Maus ins Haus gelaufen und spuckte eine der im Garten wachsenden giftigen Beeren mit den Worten „Guck mal, Mama, kleiner Apfel!“ vor mir auf den Boden. Mir wurde ganz anders! Wir bekamen nicht aus ihr heraus, wieviele Beeren sie (trotz mehrmaliger Hinweise unsererseits, das bleiben zu lassen!) gegessen hatte, aber sie bestand darauf, dass sie welche intus hatte. Daraufhin verbrachte ich einen halben Tag mit ihr in der Kinderabteilung des Krankenhauses in Portogruaro, damit sie bei ggf. einsetzenden Komplikationen sofort behandelt werden hätte können. Sie musste eine Wasser-Kohle-Pampe trinken („Bäh ‚meckt!!!“), bekam ein EKG (toll gemacht!) und Blut abgenommen (stieß auf wenig Gegenliebe), hat sich aber super geschlagen und – das Wichtigste – keinerlei Vergiftungssymptome gezeigt. Uff!!!

Die Maus fährt Dreirad im Krankenhaus

Trotz aller Widrigkeiten hatten wir zwei aber auch Spaß:

Im Spielzimmer der Kinderambulanz fanden wir ein lustiges Spiel, das sich auch hervorragend zum Faxenmachen eignete: eine Art Kleinkindervariante des Klassikers „Wer ist es?“

So bewahrheitete sich also letztendlich mein mulmiges Gefühl angesichts der zwar schönen aber gefährlichen Gartenbepflanzung im Villaggio. Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert!

Letztendlich hat es uns in Bibione trotzdem gut gefallen. Auch wenn es eine typische „Touristenhochburg“ ist, sprich: alles ist voller Touristen und Touristenangeboten, es gibt keine gewachsene Altstadt, außer im Service trifft man kaum Italiener, außer sie machen selber gerade Urlaub, so hat der Ort doch viele Vorteile:

  • der Strand ist meilenweit feinsandig und seeeeeehr flach – also bestens geeignet für Familien mit kleineren Kindern
  • die Preise sind wirklich moderat – Pizza, Pasta und Eis kosten nicht die Welt und sind meist guter Qualität. Nur ab und an wird kräftig zugelangt, vor allem bei Verbrauchsgütern, auf die man angewiesen ist, wie Grillkohle oder Toilettenpapier.
  • die Einheimischen (oder Saisonarbeiter?!) sind durchweg alle sehr freundlich, kinderlieb und hilfsbereit – das ist deutlich besser als hier in D
  • die Kinder treffen auf viele andere deutschsprachige Kinder, mit denen sie sich schnell anfreunden können
  • überhaupt machen dort hauptsächlich Familien Urlaub und so ist die Atmosphäre insgesamt sehr kinderfreundlich

Unser „Villaggio Marco Polo“ kann ich uneingeschränkt Familien mit größeren Kindern empfehlen, Leute mit kleineren Kindern müssen sich über einige Risiken im Klaren sein:

  • offene Gärten, aus denen man schnell mal abhauen kann
  • die Tore zum Pool stehen oft offen, somit ist auch der Zugang zum tiefen Wasser ungeschützt
  • wie schon erwähnt gibt es giftige Pflanzen zuhauf
  • die knarzenden Treppen wecken so manches kleinere Kind womöglich zu Unzeiten auf

Aber in Bibione gibt es noch Tausende von anderen Wohnmöglichkeiten und sicher ist für jeden Bedarf und jeden Geldbeutel etwas dabei.

Ciao Bibione, Ciao bella Italia!

….schön wars!

2 Gedanken zu „Familienurlaub in Bibione

    • Liebe Sophie, vielen herzlichen Dank für Ihr Kompliment zu meinem Blog. Immer fleißig Deutsch lesen und unbekannte Wörter nachschlagen, dann wird es sicher bald besser! Viel Erfolg wünscht Frau Kugelhoch 🙂

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