Medienzeit differenzieren?

Aus gegebenem Anlass möchte ich unbedingt unsere Medienzeiten (für alle in der Familie) wieder beschränken – wir sind da in der Urlaubszeit irgendwie in eine exzessive Nutzung reingrutscht, die keinem von uns noch guttut.

Nun bin ich aber am Überlegen, wie ich die Medienzeit einteilen soll. Bei den beiden Kleinen ist das weniger ein Problem, da bedeutet Medienzeit vor allem TV-Sendungen ansehen oder am iPad bzw. Nintendo Spiele spielen. Das ist gleichwertiges „Entertainment“ und kann entsprechend abgerechnet werden.

Anders verhält es sich bei meinem Großen. Er nutzt Medien zwar auch ab und an zum Spielen („Minecraft“ ist da grade sehr beliebt), aber er macht auch viele andere Sachen, wie z.B:

  • Sachinfos lesen (er hängt stundenlang an Wikipedia und liest sich durch die komplette Firmengeschichte von Boeing oder durch die Seite über die Voyager-Sonden etc.
  • Online-Bauanleitungen nachbauen für LEGO oder LEGOMindstorm, bzw. selber Programme für den Mindstorm schreiben

…und da sieht die Sache schon wieder anders aus.  Mit einer Online-Bauanleitung kann eine Stunde verd..t schnell vorbei sein, ich würde es aber nicht als das typische „Medienentertainment“ betrachten. Ich möchte aber andererseits auch nicht die generelle Medienzeit für den Großen so hoch ansetzen, dass er, wenn er Lust hat, genauso gut  3 Stunden Minecraft zocken kann.

Hmmm. Meint ihr, ich soll das differenzieren? Also quasi Medienchips für Spiele/TV und andere Medienchips für Recherche, Lesen, Anleitungen befolgen und ähnliches?

Die andere Frage ist: wie kontrolliere ich das? Ich kann ja nicht ständig neben ihm sitzen und aufpassen. Noch ist er eigentlich nicht so, dass er so was ausnutzt. Aber wer weiß…. kann ja noch kommen.

Was meint ihr zu diesem Thema?

Advertisements

4 Gedanken zu „Medienzeit differenzieren?

  1. ich finde, differenzieren klingt sehr gut. ob der jetzt die bauanleitungen per heft oder bildschirm beguckt, ist ja wohl wurscht.
    das mit der kontrolle wird sowieso nicht klappen und ist ja eigentlich auch nicht schön. je älter er wird, desto mehr wird er dein vertrauen brauchen, dass er selbst für sich sorgen kann, und wird es sicherlich auch mal missbrauchen – aber auch mit kontrolle wird dies geschehen, vermutlich sogar eher und mehr. er ist ja schon so alt, dass man ihm den eigenen standpunkt gut erklären kann und gründe nennen kann.
    und drei stunde minecrafts zuhause finde ich immer noch um längen besser, als schlimme spiele oder gar ganz schlimme filme beim freund gucken. über die höchstdauer von minecraft kann man sicherlich verhandeln. es dient ja zur entspannung und vllt kann man zu zweit auch noch entspannungsalternativen ohne compi finden.

    • Ja, das hast du recht. Mit allem. Zum Glück ist er auch sowieso nicht auf das Entspannen per Medien fixiert. Er liest ja auch sehr viel. Aber differenzieren werd ich wohl. Und hoffe,dass er es dann auch tut. 😉

  2. Bei uns geht’s im Sommer bzw. bei schönem Wetter immer eher runter mit dem Fernsehkonsum, weil die Kinder dann schlicht viel mehr draußen sind. Vor zwei Wochen haben wir wieder mit der ‚Abendrunde‘ angefange, d.h. KiKa von 18.15 – 19.00 Uhr. Danach ist momentan Schluss, denn es kommt dann nur Mist und durch das frühere Aufstehen sind die Kinder ansonsten morgens einfach zu platt. Dafür gibt’s Geschichten bzw. die beiden Mädchen dürfen sich noch Bücher angucken.
    Ansonsten gibt’s Sonntags von 11 – 12 Uhr erst Löwenzahn und dann die Sendung mit der Maus und nur bei Regenwetter oder Ausnahmesituationen mal einen Film. Aber die beiden sind ja auch erst klein, d.h. der PC ist größtenteils noch tabu und Spielekonsolen kennen sie auch noch nicht. Wie ich das später mal handhabe…puh. Wahrscheinlich so, wie mit der Ersatzbepflanzug beim Bäume fällen – wer daddelt, muss als Ausgleich entsprechend oder ähnlich lange raus gehen? Sicherlich auch nicht wirklich praktikabel. Ich grübel mal weiter.

    • Ja, dass das bei uns schon eher ein Problem ist, liegt einfach am doch recht großen großen Bruder…. Der hat eben eine Spielekonsole und dann will der Kleine das auch haben. Ebenso gucken eben die Brüder TV, also will die Kleine das auch. Mein Großer hat, bis er 3 Jahre alt war, fast nie einen eingeschalteten Fernseher gesehen – das ist bei Geschwisterkindern einfach nicht mehr machbar.
      Und zum Thema „Ausgleich“ – du wirst lachen, aber das funktioniert sogar ganz gut, zumindest bei uns. Wenn sie betteln und ich sage: „Du gehst jetzt ne Stunde raus, dann kannst du nachher noch was daddeln“, dann klappt das wunderbar, sie akzeptieren solche Ansagen, weil sie ja auch gut begründbar sind.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s