Acht Jahre und ein Tag

Vor acht Jahren stand mein Leben Kopf. Ich hatte so viele Schmetterlinge im Bauch, dass sie überall in mir zu wuseln schienen: ein summendes, ziehendes Gefühl, als ob in meinem Körper Myriaden kleiner Magnete schwömmen, die allesamt in eine Richtung wollten – zu Dir.

Du warst alles, was ich mir immer erträumt hatte, nur noch viel toller. Am liebsten hätte ich Dich in die Arme geschlossen und nie wieder losgelassen, aber leider sollte ein langes Dreivierteljahr Wochenendbeziehung vor uns liegen.

Alles war plötzlich anders, von jetzt auf gleich. Ich zog aus der gemeinsamen Wohnung mit dem Papa des Großen aus und bei meinen Eltern ein. Der arme kleine überrumpelte Knopf kam in den Kindergarten bei meinen Eltern, wo er zum Glück eine sehr, sehr liebe- und verständnisvolle Erzieherin vorfand, die sich mit all ihrer Kraft um ihn sorgte und kümmerte. Meine Mutter holte ihn mittags ab, wenn ich noch auf dem Weg von der Schule nach Hause war – immerhin gute 50km einfach, was mich vor allem morgens sehr forderte. Zum Glück hat er diese turbulente Zeit gut überstanden!

Und wir? Wir sahen uns, so oft es ging. Noch lagen 400 km zwischen uns, eine halbe Tagesreise.

Aber schon sechs Wochen nachdem wir uns das erste Mal gesehen hatten, saßen wir gemeinsam in Deinem Auto und fuhren nach München zum Unterschreiben eines Mietvertrages.

Für den kommenden Februar hatten wir diese wunderschöne Wohnung gemietet und somit verkürzte sich die Fahrerei ab diesem Zeitpunkt auf „nur noch“ 275 km. War das eine Zeit! Ich schlief viel zu wenig, hatte eigentlich nie frei, lebte mal hier, mal da aus dem Koffer und hielt mich nur mit dem massenhaften Konsum dieser gekühlten Fertig-Kaffee-Drinks über Wasser, die ich im Auto vor mich hintrank – und mit dem Hören Deiner MixCD im Endlos-Loop… 🙂

Und trotzdem war es mit die wunderschönste Zeit in meinem Leben! Seitdem bist Du da, seitdem ist alles anders.

…und das jetzt seit acht langen Jahren! Der Wahnsinn…. ich war noch nie in meinem Leben mit einem Menschen so lange zusammen und so glücklich dabei. Ich hab mich noch nie so lange und ausdauernd mit einem Menschen auseinandergesetzt, gefetzt, wieder vertragen, wie mit Dir.

Du bist etwas ganz Besonderes. Kein Mensch, der mir jemals begegnet ist, war mir so nah wie Du. Du bist so unglaublich vielschichtig, so facettenreich, so sehr auf meiner Wellenlänge.

Ich liebe Deine grünen, tiefgründigen, immer noch für mich geheimnisvollen Augen. Ich sehe in diese Augen und sehe so viel Vertrautes, so viel Geliebtes, so viel Schelmisches, so viel Gefühl, viel Wärme und Liebe, aber auch viel Trauer, viel Verzweiflung, viel Zorn. Und trotzdem ist da auch noch so vieles, das mir noch fremd scheint, das ich noch nicht ergründen konnte. Der Blick in Deine Seele wird mir nie über werden, er wird nie zur Gewohnheit werden, er wird nie zu Ende gehen.

Ich liebe deinen Humor, ich liebe Deine Fähigkeit, die Dinge zu genießen (auch wenn uns zur Zeit wenig Kraft und Zeit dazu bleibt), ich liebe Deinen Scharfsinn und Deine Power, die Du an den Tag legen kannst, wenn Dir etwas wichtig ist.

Und ja, ich liebe auch Deine Achterbahn-Launen – weil ich sie von mir selber so gut kenne. Auch wenn es nicht immer einfach ist, ich weiß doch, du wärst nicht der, der du bist, wenn das nicht auch Teil deines Ichs wäre.

Wenn ich an Dich denke, dann läuft ein Schauer durch meinen Körper, auch heute noch. Auch heute noch bin ich aufgeregt und habe weiche Knie, wenn Du von einer Dienstreise zurückkommst. Ach, ich bin so glücklich, dass sich unsere Wege gekreuzt haben!

Danke, Schatz,  für diese wunderbaren acht Jahre!

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