Mein Standpunkt #3: Für mehr Toleranz

Vorurteile gegen Fremde(s) – wer will sich sowas schon gerne vorwerfen lassen? Kaum einer unter uns würde wohl von sich behaupten bzw. offen zugeben, fremdenfeindlich zu denken.

Und doch gibt es so viel Ablehnung, so viel Misstrauen, so viel regelrechten Hass gegen Fremdes im Netz, dass es einen schaudert. Wenn man die Kommentare zu diesem oder auch zu diesem Artikel liest, schlägt einem blanke Wut und Abfälligkeit erster Güte entgegen. Und das, obwohl schätzungsweise mindestens 90% der Gegner (hier von Osteopathie und von Montessoripädagogik) überhaupt keine Ahnung vom Thema haben, noch nie in Kontakt damit gekommen sind und sich somit keinerlei fundierte persönliche Meinung bilden konnten.

Und jetzt sage mal einer, das seien keine Vor-Urteile. Das ist m.E. Misstrauen gegen Fremdes übelster Sorte. Und kaum schreit einer „Nieder mit dem Schund!“, stimmen gleich zehn andere mit ein, holen ihre verbale Mistgabel raus und laufen Sturm gegen die Befürworter (Übrigens allesamt Leute mit persönlichen Erfahrungen zum Thema).

Kein Problem habe ich selbstverständlich damit, wenn jemand von einer Sache nichts hält, weil er selber schlechte Erfahrungen damit gemacht hat oder andere glaubwürdige Quellen kennt, die selbiges bestätigen. Kritik ist wichtig und wünschenswert, so lange sie begründet werden kann. Denn dann, und nur dann wird echte Diskussion möglich.

Die oben erwähnten vorurteilsbelasteten und unbegründeten Aussagen jedoch finde ich höchst bedenklich, vor allem, wenn man weiß, dass da auch durchaus Leute drunter sind, die objektiv als „gebildet“ gelten, weil sie z.B. erfolgreich ein Hochschulstudium absolviert haben.

Gerade hier in Deutschland, wo seit 50 Jahren angeblich alles dafür getan wird, die Menschen zu toleranten, global denkenden Individuen heranzuziehen, sind die Hetze gegen das Unbekannte oder das Neue, das „Sich Echauffieren“ über alles und jedes, egal ob man davon irgend einen Schimmer hat oder nicht, für mein Dafürhalten schlimmer denn je zuvor.

Es ist mir unbehaglich, wenn ich das mitansehen muss. Es mutet mich mittelalterlich an, ich denke da an Scheiterhaufen und Inquisition. Wo kommen wir noch hin, wenn weiterhin fröhlich drauflosge“basht“ wird, was das Zeug hält? Diese Negativität tut uns allen nicht gut. Sie verhindert echte Auseinandersetzung, echte Diskussion, echten Wissenszuwachs. Und echten Kontakt.

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6 Gedanken zu „Mein Standpunkt #3: Für mehr Toleranz

    • Ich denke, dass sich solche Angriffswellen zu fast allen, wenn nicht allen Themen finden lassen. Diese zwei sind nichts als Beispiele. Es ist m.E. die Art und Weise, wie miteinander und mit dem Thema umgegangen wird, die uns schockt…

  1. Ja, die (vermeintliche) Anonymität des Internets ermöglicht so etwas natürlich viel eher, als ein persönlicher face-to-face Austausch. DA trauen sich die entsprechenden Leute dann nämlich nicht und halten die Klappe. ‚Hier‘, als im Netz, kann man doch einfach mal so alles (Frust, Lust, gefährliches Halbwissen, etc.) rauslassen.

    • Ja, da ist schon was dran. Was ich allerdings auch im Real-Life nicht mag, ist diese unglaubliche Negativität vielen Dingen gegenüber. Ständig wird lamentiert, gejammert, werden Vorwürfe verteilt. Ich nehm mich da nicht mal raus, ich hab auch Phasen, in denen ich echt übelst jammern und lamentieren kann. Trotzdem bin ich der Meinung, dass uns diese „Jammerkultur“ überhaupt nicht gut tut. Die Dinge positiv und entspannt sehen, optimistisch sein, Tatsachen einfach auch mal so nehmen wie sie sind, das ist echt seltener geworden, finde ich.

      • DAS stimmt, auf jeden Fall. Nach unserem USA Urlaub ist mir das besonder aufgefallen. Die motzen bestimmt auch mal, aber die Grundtendenz da war irgendwie positiver.

        Ich bin aber momentan auch oft eine Motzerin vom Feinsten. 😉 Da kann ich doch deinen Post mal zum Anlass nehmen und VERSUCHEN morgen etwas lockerer zu sein. 😀

      • Ja, tu‘ das! 🙂 Mir tut es auch gut, mir das immer mal wieder bewusst zu machen, dass ich diese Jammerkultur partout nicht an meine Kids weitergeben möchte…. (auch wenns schwer ist…)

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