Unwirklich und doch wahr

Ich sitze in der Hotellobby – leider gibt’s auf den Zimmern kein WLAN – und tippe auf dem iPad vor mich hin. Die ersten Stunden mit meinen Eltern und Geschwistern kamen mir extrem unwirklich vor. Da sitze ich nun plötzlich in Spanien am Meer und um mich rum meine Mutter, mein Vater, meine Schwester, mein Bruder. Leute, die ich sonst nur selten und noch viel seltener alle auf einmal sehe, da sie quasi über die ganze Republik verteilt sind.
Mein Bruder hat viel zu erzählen, er ist die letzten vier Wochen den Jakobsweg gelaufen und kam heute direkt aus Santiago de Compostela angeflogen. Die lebensverändernden Eindrücke dieser ganz besonderen Reise gepaart mit dem materialistischen Hightech-Leben einer Großstadt macht die ganze Situation noch grotesker.
Und seine Worte hallen noch lange in mir nach, vor allem, als ich kurz darauf durch die direkt neben unserem Hotel gelegene Shoppingmall schlendere und mir das Warenangebot zu 90% nutzlos und sinnentleert vorkommt.
Ich lasse mich trotzdem von Glanz und Glitzer einfangen und freue mich über einen desigual-Shop, den ich auch sofort entere. In die Klamotten passe ich ja leider nicht rein, aber ich sehe mir die Taschen und Geldbeutel an. Gegen die bunte Sommerkollektion sind mir aber die neuen Herbsttöne zu dunkel und ich lasse es bleiben, etwas zu kaufen.
Dafür stolpere ich per Zufall über ein variables Armbanduhren-Konzept namens STAMPS und bin gleich begeistert. Man kann Uhren und Bänder einzeln kaufen und immer wieder neu kombinieren. Sowas liebe ich. Und das Tollste: Es ist nicht mal übermäßig teuer. Eine Uhr kostet 25,- Euro, die Bänder zwischen 14 und 25 Euro. Ich entscheide mich (Waaah, total schwierig!) für zwei Uhren, eine in Schwarz-Weiß mit einer Katze drauf und eine mit einem Fernseh-Testbild, sowie für ein khakifarbenes Lederband. Eigentlich will ich auch noch ein schwarzes, aber das gibt es nicht. (Ich muss jetzt gleich mal im Netz forschen, ob ich das irgendwo bekommen kann.)
Dann shoppe ich noch Mitbringsel für die Kids, aber die werden an dieser Stelle nicht verraten, „Feind“ liest mit. 😉
Inzwischen ist es ein Uhr nachts, ein wunderschöner Abend in einer Tapasbar gleich bei der Sagrada Familia liegt hinter mir und ich werde mich jetzt ins Bett begeben. Ein bisschen fürchte ich mich vor der Ruhe in meinem Einzelzimmer… Ich weiß, das in dieser Ruhe der Gedankenkreisel beginnen wird – Wie geht es meiner kranken Maus? Ist der Kleine inzwischen auch malad? Wie geht es meinem Liebsten? Er wird bestimmt erschöpft sein. Und er fehlt mir….
Verrückt, das alles.
Aber das ist das Leben.
Schön.

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5 Gedanken zu „Unwirklich und doch wahr

  1. Na, dann bist du ja jetzt am Ziel! Ich gratuliere und wünsche dir eine wundervolle Zeit voller ungeteilter Aufmersamkeit (=ohne viel Grübeln), Kinder brauchen auch mutterfreie Tage (und Mütter kinderfreie), dann freut man sich umso mehr aufeinander. Aber das weißt du ja. Ich werd ja direkt ein bisschen neidisch 😉 und hoffe auf weitere Fotos. Ganz liebe Grüße, Mara *winkt*

  2. Das läuft zu Hause schon alles gut. Keine Sorge 🙂
    Da hast ja schon einen ordentlichen Tag hinter dir. Die Uhr sieht zwar nicht schlecht uas – aber nicht so mein Geschmack 😉
    Das letzte Foto ist echt oberklasse.

  3. Hallo aus der Heimat, ich freu mich so für dich und hoffe, dass du dich so richtig entspannst. Ich bin heute zufällig über den Q.iero Katalog gestolpert und stell dir vor: da gibts STAMPS Uhren, also – brauchst nur gut erholt zurückkommen, dann kannst du loslegen… 🙂

    • Das ist ja lustig… ! 😀 Ich hab auch schon im Internetshop nachgeguckt, da gibt es das Lederband in Schwarz, wie ichs gerne wollte. Und was die Erholung angeht: Daumen hoch! Das ist hier Erholung pur.

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