Aller Anfang ist schwer

Gestern saß ich mit der Maus am Tisch, sie hantierte mit Malpapier und Wachsstiften, ich telefonierte. So nebenher griff ich mir auch ein Papier und malte einen dicken hellblauen Kreis drauf, der mir plötzlich wie die Nase eines knuffigen Teddybärs anmutete. Also malte ich weiter. Die Maus sah mir fasziniert zu und mutmaßte ständig, was ich denn da fabrizierte: „Du malst? Maus? …. Was des wird? ….. Ah, ein Bär wird!“

Mama malt einen Bär

Mama malt einen etwas seltsamen Bär

Ein paar Minuten später, ich war schon vom Tisch aufgestanden und hatte mein Telefongespräch beendet, ertönte ein markerschütterndes, verzweifeltes Schluchzen. Schnell rannte ich zum Tisch, ich dachte schon, die Maus hätte sich wehgetan. Aber weit gefehlt. „Ich nicht Bär malen kann!!!“, weinte sie, „Nich richtig aussieht!!“ Ganz untröstlich war sie und auch meine Versicherungen, dass man nur mit gaaanz viel Üben so einen Bär malen kann und dass ich das auch nicht gekonnt hätte, als ich zwei Jahre alt war, konnten sie nur schwer trösten. Mein daraufhin erteiltes großes Lob und die Aufzählung all dessen, was sie schließlich schon hingemalt hatte, konnten sie ebenfalls nicht drüber hinwegtäuschen, dass dieser „Bär“ definitiv nicht wie Mamas Bär aussieht. Armes Mäuslein…. 🙂

Der Mausversuch eines Bärs - man beachte den sehr wichtigen Bauchnabel!

Der Mausversuch eines Bärs – man beachte den sehr wichtigen Bauchnabel!

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8 Gedanken zu „Aller Anfang ist schwer

  1. 🙂 Diesen Frust kenne ich irgendwoher …. Der Teddy deiner Tochter könnte als Original-Vorlage für Barbarapapa gedient haben, diese Zeichentrickserie aus den 70ern, kennst du die?

  2. Ui, das hatten wir hier lange, dass der kleine Riesensohn gar nichts mehr malen wollte, weil ich besser malen kann. Ich habe ähnlich argumentiert wie du, aber nichts zu machen. Eine Erzieherin hat mir geraten, nicht selbst zu malen, wenn die Kinder malen, was mir echt schwer fiel.
    Letztens aber kam er an und erklärte mir ernst: Mama, man muss ja erstmal Dinge ausprobieren, bevor man sagen kann, dass man sie nicht kann. Ich probiere das einfach und wenn es nicht klappt, dann lasse ich es und probiere es später noch einmal.
    Da hat es wohl ein paar Wochen gebraucht, aber meine Worte hat er nicht vergessen.
    Nach der langen Regenbogenphase (physikalisch korrekt mit Regen und Sonne) werde ich nun mit Bildern von einem Haus beglückt. Oder mit abstrakten Motiven. Und ich freue mich immer 🙂 . Hebt ihr eigentlich alle Bilder auf?
    Der Mausbär ist übrigens wirklich klasse! Den würde ich auf jeden Fall aufheben.

    • Das mit dem „Nicht selber malen“, das klappte noch bei Kind 1. Danach war es hinfällig, weil große Geschwister grundsätzlich „besser“ malen als die kleineren und ich ihnen natürlich das gemeinsame Malen weder verbieten kann, noch will.
      Ich freue mich selbstverfreilich auch über jedes Bild und wir hängen hier vieles auf, archivieren aber auch oder fotografieren und konservieren es dadurch.
      Durch diese Phase muss die Maus wohl einfach durch. 😉 Immerhin startet sie ja gut durch, das wird schon noch… 😀

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