10 Wochen Slow Carb mit 10 Weeks Body Change – Ein Fazit – Teil 3

Heute erzähle ich Euch etwas zu den letzten beiden Punkten meiner Liste:

  1. Kurze Info zur Erinnerung oder für neue Leser: Wie funktioniert Slow Carb?
  2. Ängste und Vorurteile bezüglich Slow Carb
  3. Wann ist Slow Carb wirklich nichts für mich?
  4. Stolpersteine: Das sogenannte „Plateau“ und mögliche Gründe dafür
  5. Slow Carb und Stevia
  6. Wer bietet Slow Carb an und wo liegen die Vor- und Nachteile?

5. Slow Carb und Stevia

Von den meisten Slow Carb – Verfechtern wird der Einsatz von Süßstoffen aller Art abgelehnt. Ich denke, dass der Grund in dem Verdacht begründet liegt, dass Süßstoffe Hungergefühle auslösen können, wie ich ja in den beiden anderen Teilen schon erwähnt habe.

Allerdings stehe ich persönlich dem ganzen Problem etwas gemäßigter gegenüber. Wer bei mir schon länger mitliest, weiß, dass Stevia, und zwar die reinen Steviosid-Kristalle, die keinen Beigschmack haben, in unserem Haushalt eine große Rolle spielen und den Haushaltszucker inzwischen fast vollständig verdrängt haben. Grund dafür war ursprünglich die Fruktoseintoleranz der beiden Kleinen. Wir anderen entdeckten schnell, wie positiv sich Stevia auf unsere Ernährung auswirkt und stiegen ebenfalls um.

Die Frage, ob der Genuss von deutlich mit Stevia gesüßten Nahrungsmitteln Hungergefühle auslösen kann, muss meiner Meinung nach jeder für sich selbst beantworten, am besten im Selbstversuch.

Ich kann Euch nur sagen, wie ich persönlich es halte: Zum einen denke ich, es stellt absolut kein Problem dar, Stevia als Gewürz zu verwenden, also in geringsten Mengen, z.B. um einer Tomatensoße den letzten Schuss Fruchtigkeit zu verleihen oder einem Salatdressing den letzten Pfiff zu geben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man massenweise mehr davon isst, nur weil es ein wenig „runder“ schmeckt, als vorher.

Zum anderen bin ich der Überzeugung, dass es immer noch besser ist, bei einem Anfall von Schwäche zu einem „Notfall-Schokoladenkuchen“ oder zu „Kokos-Mandel-Makronen“ (Rezepte unten) zu greifen, als wirklich ein Stück Schokolade oder sonstwas Verbotenes mit Zucker zu verspeisen.

Deshalb hat Stevia in meiner Küche seinen festen Platz – als Gewürz, für Notfälle oder wenn Besuch kommt und ich auch eine „Kuchen“ zu meinem Kaffee essen möchte.

Solltet Ihr Stevia noch nicht kennen und auprobieren wollen, ist eines ganz wichtig: Kauft auf gar keinen Fall die mit allerlei Füllstoffen und anderen Zuckerarten (!!) gepanschten Steviapulver, die es so in den Supermärkten gibt! Die sind dafür zum einen nicht für diese Ernährungsform geeignet, weil verbotene Stoffe enthalten sind, zum anderen schmecken sie einfach nur grausam.

Reine Steviosidkristalle könnt Ihr über verschiedene Quellen im Netz beziehen, googelt einfach den Begriff und ihr werdet fündig. (auch „Steviosid kristallklar“ ist ein guter Suchbegriff). Wundert Euch bitte nicht über die Preise, Steviosid ist so dermaßen sparsam im Verbrauch, dass es im Vergleich nicht teurer kommt als Haushaltszucker!

Nur so als Beispiel: Ich backe 12 Muffins (für Schlemmertage!) aus einem Teig, den ich mit einem einzigen Espressolöffelchen Stevia gesüßt habe – und keiner merkt, dass was „nicht stimmt“. 😉

Nun zu den oben erwähnten Rezepten:

Notfall-Schokokuchen A LA KUGELHOCh 3

  • 3 Eier
  • ca. 70g gemahlene Mandeln
  • ca. 10g Kokosraspeln
  • 2 EL Mandelmus (oder ein anderes reines Nussmus nach Geschmack)
  • 2 TL reiner Kakao
  • 1-2 TL Backpulver
  • wenige Steviakristalle (vorsichtig rantasten! Es ist wirklich SEHR wenig! Vielleicht eine Messerspitze oder so)

Alles in einem mikrowellengeeigneten Gefäß gut verquirlen (es sollte nur ca.  halbvoll sein, weil der Kuchen noch aufgeht) und für ca. 2-3 Minuten in die Mikrowelle. Länge hängt von der Wattzahl ab, das müsst ihr einfach ausprobieren!

Schmeckt warm und frisch am besten, aber auch in Häppchen geschnitten und in einer luftdichten Dose über Nacht im Kühlschrank gelagert ist er durchaus noch genießbar. 🙂

Kokos-Mandel-makronen (aus der Rezeptdatenbank von Kilokegeln mit NicoDaVinci)

  • 3 Eiweiß
  • 3 EL Kokosraspeln
  • 1 EL gemahlene Mandeln
  • Stevia

Die Eiweiße mit etwas Stevia steif schlagen (Menge muss man ausprobieren, ist wieder so wenig, dass ich keine Angaben machen kann). Kokosraspeln und Mandeln unterheben, mit einem Löffel Nocken abstechen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben. Im vorgeheizten Ofen (ich hatte 110°C Umluft und ca. 30 Minuten Backzeit) „trocknen“.

Sie schmecken sehr luftig, aber nicht schlecht und man hat halt auch was Süßes in der Hand, wenn die anderen in ihre bösen Kekse beißen! 😉

6. Wer bietet Slow Carb an und wo liegen die Vor- und Nachteile?

Ich habe zu Beginn meiner Umstellung sehr viel im Netz recherchiert und bin auf drei große „Ansätze“ gestoßen, um Infos und Rezepte zur Slow Carb Ernährung zu erhalten:

Das Buch habe ich nicht gelesen, deshalb kann ich Euch auch keine Auskunft über die Vor- und Nachteile geben.

Die beiden Programme hingegen kenne ich, ich bin bei beiden Mitglied und möchte Euch eine kurze Vorstellung und Auflistung der Vor- und Nachteile geben.

10 Weeks Body Change

Zu 10 Weeks Body Change habe ich in diesem Artikel schon einiges geschrieben, das ich noch durch folgende Punkte ergänzen möchte:

  • 10 WBC bietet im Gegensatz zu KK ein begleitendes Workout-Programm an, das nicht schlecht zu sein scheint. Ich selber habe zwar nur das allererste Workout-Video durchexerziert, es war aber gut anstrengend und ich hatte zwei Tage danach noch „sakrischen“ Muskelkater, wie der Bayer zu sagen pflegt. 😉 Ich denke mal, dass die anderen Videos ebenso effekiv aufgebaut sind und würde sie somit als empfehlenswert einstufen. Ich halte das für sinnvoll vor allem für Leute, die zum Beginn noch keinen regelmäßigen Sport treiben und durch die Videos jederzeit die Möglichkeit haben, ihren Körper zu trainieren, ohne gleich Mitglied in einem Fitness-Studio oder Kursteilnehmer bei der VHS werden zu müssen.
  • Zu den Koch- und Sportvideos selber möchte ich sagen, dass sie relativ unprofessionell gedreht sind, d.h. Ton und Blickwinkel sind nicht immer optimal, D! verspricht sich auch schon mal und sie wirken eher wie ein privates Heimvideo. Inhaltlich ist das aber nicht von Belang, deshalb dies nur so als „Nebenpunkt“.
  • Das Forum halte ich für eher unnütz, da man es erst mal lange suchen muss (ich ging ja schon auf die extreme Unübersichtlichkeit der Seiten ein), kaum Rückmeldung bekommt und die Rezeptausbeute auch meines Erachtens eher mager ist.
  • Ganz brauchbar wiederum ist die zugehörige Facebook-Seite, auf der man immer schnell Rückmeldung zu wichtigen Fragen bekommt und die viele motivierende und positive Postings beinhaltet. Immer wieder beeindruckend und anspornend sind auch die Erfolgsstories verschiedener Mitglieder.
  • Allerdings ist diese Facebook-Seite im Vergleich zu der unten genannten Gruppe öffentlich, was bedeutet, dass Hinz und Kunz ihren (zugegebenermaßen oft unmöglichen) Senf dazu geben können. Ich würde meine Vorher-Nachher-Bilder dort ganz sicher niemals posten wollen, weil fünf von zehn Kommentaren geschmacklos und beleidigen sind. Daran sollten die Betreiber unbedingt etwas ändern.

Kilokegeln mit NicodaVinci

Hier findet Ihr das sehr informative und umfangreiche Blog von „Nico DaVinci“, und hier die Facebook-Gruppe, die allerdings eine sogenannte „geschlossene Gruppe“ ist. Wer mitmachen möchte, schreibt eine Mail und wird – ich denke mal, in den meisten Fällen problemlos – zugelassen. Vorteil: Die Wahrscheinlichkeit, hier auf Menschen zu treffen, die nur motzen wollen, tendiert gegen Null – und das ist sehr schön!

  • Nico hat sich mit Slow Carb sehr intensiv und fundiert auseinandergesetzt und kann jedem mit wirklich guten Tipps helfen. 
  • In der facebook-Gruppe gibt es riesige Datenbanken mit Rezepten, Tipps, Links, Wissen rund um Slow Carb, Vorstellungen der Mitglieder, einer guten Einführung in Slow Carb und vielem mehr. Man kann tage- und wochenlang drin rumlesen und wird so selber immer mehr zum Profi!
  • Toll finde ich auch, dass die Seite ein super Forum darstellt. Man kann Fragen stellen, die von Nico und anderen „wissenden“ Mitgliedern meist umgehend beantwortet werden, man bekommt Rezeptideen, Motivation bei „Durchhängetagen“, Hilfe bei Problemen jeder Art – und man hat einfach noch jede Menge Spaß und lernt nette Menschen kennen.
  • In einer Ortsdatenbank kann man Mitkegler finden, die in der Nähe wohnen und ab  und an gibt es auch größere, organisierte Treffen in verschiedenen Gegenden in D.
  • In der Zusammenfassung kann ich sagen, dass das Wissen, das Nico zu Slow Carb zusammengetragen hat, sehr, sehr umfassend ist und man hier wirklich gut aufgehoben ist. Toll, dass jemand sich komplett unentgeltlich so viel Arbeit macht, um anderen Menschen zu Erfolg zu verhelfen!

Ein paar kleine Nachteile gibt es auch:

  • Begleitendes Sportprogramm gibt es keines, Nico macht aber deutlich, dass regelmäßiger Sport den Erfolg optimiert. 😉
  • Man muss facebook – Mitglied sein, um das volle Angebot nutzen zu können. Wer das aus welchen Gründen auch immer ablehnt, hat Pech gehabt.

Links zu Rezepten habe ich in einem meiner ersten Artikel bereits gepostet. Wen das interessiert, der sehe bitte hier nach.

Wenn Ihr gerne noch etwas über meine konkreten Mahlzeiten lesen (z.B. „Was gibts zum Frühstück?“) oder meine persönlichen Rezeptideen kennenlernen wollt, dann hinterlasst mir einen Kommentar, ich werde diese Infos dann ebenfalls veröffentlichen.

Im Text ausgewiesene Marken gehören ihren jeweiligen Eigentümern. Ich erwähne sie rein informationshalber.

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20 Gedanken zu „10 Wochen Slow Carb mit 10 Weeks Body Change – Ein Fazit – Teil 3

  1. Alle 3 Teile – einfach perfekt. Alle Infos – besonders Deine Eigenerfahrungen- , der gesamte Bericht ist Gold wert, für jemanden der bestens informiert werden möchte über dieses Konzept.

    Worüber ich mich z.B. gerade freue wie Bolle , ist dieses Kristall-Stevia. Ich habe bis jetzt immer nur die aus dem Supermarkt benutzt und das schmeckte so scheußlich, dass ich immer nur im nötigsten Fall, und dann möglichst wenig benutzte. Ich wusste überhaupt nicht, dass es Stevia ohne Beigeschmack gibt. Toll!
    Habe grade lange herumgegooglet bis ich das richtige fand und habe es sofort bestellt. Ich freu mich schon sehr darauf.

    Und ich kann mich gar nicht genug bei Dir bedanken Alex…

    LG
    Ayse

    • Danke, Danke, Danke! 🙂 Ich freu mich vor allem darüber, dass ich Dir und anderen Mut machen konnte und kann, es auch anzupacken und Erfolg zu haben! Es ist so viel einfacher, als man denkt!

    • Liebe Mama Schlaflos, Paleo finde ich auch sehr interessant!
      Allerdings reagiere ich persönlich auf jegliche Art von schnellen Kohlenhydraten (also auch Honig und Dicksäfte) mit Müdigkeit und Schlappheit. Deshalb werde ich die auch nach der Abnehmphase wohl in meinem Menüplan weitgehend weglassen. Die Pralinen sehen Klasse aus und schmecken sicher auch gut, sind aber ja leider mit schnellen KH’s.
      Welchen Grund gibt es für die Abneigung gegen Stevia? Rein geschmacklich? (Die Blätter mag ich auch nicht, aber die Kristalle schmecken sehr gut.) Oder eher eine Abneigung gegen verarbeitete Nahrungsmittel im allgemeinen?
      Ach ja, und noch was Kleines am Rande: Ich mache SLOW Carb, nicht Low Carb. 😉 Das ist ein himmelweiter Unterschied…

      • Ja, ich weiß. Ich benutze Honig auch seeeehhhr sparsam und habe ihn im Pralinen-Rezept ganz weggelassen. Seitdem ich meine Ernährung umgestellt habe erscheint mir alles viel zu süß 😉

        Stevia hat mir einfach nicht geschmeckt, ich fand es etwas bitter und wie gesagt, mittlerweile sehe ich kaum noch einen Grund etwas zu süßen. Wenn dann doch, reicht mir meist die Süße aus Bananen o.ä.

      • Ah ja, richtig, bei Paleo isst man ja auch Obst! Da es die Möglichkeit, Dinge mit Obst zu süßen, bei Slow Carb nicht gibt, bin ich ganz froh, ab und an auf Stevia zurückgreifen zu können. Zudem habe ich ja die Fruktose-Problematik bei meinen Kleinen – die könnten mit Bananen gesüßte Speisen gar nicht zu sich nehmen… 😦
        Find ich aber toll, dass du das so handhabst! In unserer Gesellschaft wird sowieso alles viel zu sehr gezuckert. Überall ist Zucker drin – warum auch immer – und in den richtig süßen Sachen ist so viel drin, dass es einem schon komplett per…s vorkommt, wenn man es nicht mehr so gewohnt ist.
        Ich bin immer wieder begeistert, wie süß eigentlich eine rote Paprika, eine Karotte oder eine Pastinake schmecken, wenn man Zucker weglässt…

        Zum Stevia: Die reinen Kristalle schmecken überhaupt nicht bitter, das ist nur der Fall, wenn noch andere Pflanzenbestandteile mit drin sind.

      • oh ja, es ist wirklich erstaunlich wie süß viele Sachen schmecken.

        An die Fruktose-Problematik hatte ich nicht gedacht, da ist Stevia natürlich eine Alternative.

  2. Du hast vergessen zu erwähnen, dass der Herr da Vinci das 10wbc-Programm komplett abgekupfert hat und daraus eine eigene Gruppe gegründet hat, weil er bei 10wbc geflogen ist!!!

    • Der „Herr DaVinci“ hält sich an eine sehr optimale Slow Carb Variante, was es übrigens schon lange gab, bevor der Herr D! sein Gesicht dafür hergegeben hat. Dass Herr DaVinci sich absolut nichts zu Schulden kommen hat lassen, ist daraus ersichtlich, dass 10WBC den Prozess, den sie gegen Herrn DaVinci angestrengt haben, verloren haben.
      Abgesehen davon, dass in einer sachlichen Beleuchtung der beiden Konzepte, wie ich sie m.E. geschrieben habe, so ein unschönes, eher für 10WBC peinliches Detail gar nichts verloren hat. Und damit ist die Diskussion für mich beendet. Einen schönen Tag noch!

    • Ok, es war ein Vergleich, bei dem von über 200 Seiten „Anklage“ 3 Punkte übrigblieben. Wenn Sie das unbedingt hier breittreten wollen, bitte. Man kann die Geschichte auch auf Hern DaVincis Blog nachlesen, einfach mal im März-Archiv gucken. Ich verstehe jetzt nicht ganz, warum jemand von 10WBC ernsthaft ein Interesse daran haben könnte, dass das publik wird. Schließlich kommen Sie doch hier auf meiner Seite gar nicht schlecht weg. Aber egal. Ich hätte Ihre Kommentare vielleicht doch lieber kommentarlos löschen sollen.

  3. Guten Tag,
    ein sehr interessanter Beitrag über Slow Carb. Ich hätte diesbezüglich eine Frage zu Proteinshakes, denn ich betreibe fast jeden Tag Sport undzwar Krafttraining und Fußball. Wie sieht es mit Whey Protein aus? Das Whey welches ich benutze hat 6-8g carbs auf 100g.
    Ein schönen Tag noch

    • Die Frage, ob man Proteinshakes in seinen Körper schütten möchte, muss sich m.E. jeder selber stellen. Ich persönlich halte nicht viel von künstlichen Nahrungsergänzungen, vor allem, weil sie in den allermeisten Fällen Zucker oder Zuckereraustauschstoffe enthalten, die die Ketose unterbrechen. Ich kenne zudem eine Menge Leute, die sehr viel Sport machen und vollkommen ohne Proteinshakes auskommen, also sind sie m.E. nicht zwingend nötig. Aber ich möchte mich nicht zum Moralapostel aufschwingen, wie gesagt, das muss jeder für sich selber entscheiden. Vielen Dank für das Kompliment zum Artikel!

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