„Wolfgang und das Trampolin“ oder „Wenn dir plötzlich klar wird, was wirklich wichtig ist“

Wolfgang ist Sanitäter. Ein sehr netter. Er hat einen großen Krankenwagen und eine liebe Begleiterin. Und er kennt jetzt meine Kinder mit Namen. Sie haben sich alle sehr nett mit ihm unterhalten, nachdem sich herausgestellt hat, dass die Maus wohl 57 000 Schutzengel gehabt haben muss, als ihr gestern Abend um halbsieben ihr Bruder im Trampolin mit voller Wucht auf den Kopf gesprungen ist.

Keiner konnte was dafür – sie muss sich wohl plötzlich hingelegt haben, als unser Kurzer sich schon mitten im Flug für seine „Arschbombe“ befand. Direkt unter den Popo ihres Bruders. Und der konnte gar nicht anders, als voll drauf zu krachen.

Ich habe es nicht gesehen, wurde aber sofort vom Geschrei der Kinder alarmiert. Beide Jungs waren ganz aufgelöst und die Maus schrie wie am Spieß.

Völlig panisch holte ich sie aus dem Trampolin und wählte sofort die Notrufnummer – ich dachte, jetzt sei alles aus!

Wolfgang war mit seinem Krankenwagen in gerade mal sechs Minuten hier. Sechs Minuten, die mir wie eine halbe Ewigkeit vorkamen. Aber zum Glück beruhigte sich die Maus in diesen sechs Minuten und machte einen ganz normalen Eindruck auf mich.

Dieser Eindruck bestätigte sich auch nach Wolfgangs Untersuchung und wir beschlossen gemeinsam, dass es nicht nötig sein würde, sie ins Krankenhaus zu transportieren, sondern dass ich sie einfach in den kommenden 24 Stunden genau beobachten sollte und mich sofort melden würde, wenn sie irgendwelche Symptome zeigen sollte.

Welche Symptome das wären, darin bin ich Profi – unser Großer hatte bereits mindestens drei schwere Gehirnerschütterungen (er behauptet, es wären sechs). Ich bin im Besitz diverser Merkzettel für Schädel-Hirn-Traumen und habe bereits mehr als einmal des Nächtens auf die Atmung eines meiner Kinder geachtet und regelmäßig den Puls gefühlt. 

Also nächtigte ich heute im Kinderzimmer direkt neben dem Bett unserer Maus und stellte mehrmals beruhigt fest, dass es ihr weiterhin gut ging. Sie ist vollkommen symptomfrei, deshalb habe ich sie heute morgen sogar in die Kita geschickt. Sollte sich irgendwas ändern, werde ich sofort informiert. Wobei ich nicht glaube, dass noch was nachkommt.

Wolfgang und seine Begleiterin haben die Kids übrigens noch in den Krankenwagen eingeladen, sie durften auf der Liege liegen, sich alles angucken und bekamen Einmalspritzen geschenkt, während sie den Bericht ausfüllten. Das war natürlich sehr spannend für meine drei.

Trotz gutem Ende machte mir diese Episode wieder einmal mehr bewusst, welche Dinge im Leben wirklich von Belang sind – und welche Kleinkram. Mein Gejammer über Gewicht und Nahrungsmittel kommt mir so banal vor gegen die Tatsache, dass so ein kleines Leben so schnell zu Ende sein kann, wenn es mal blöd läuft.

Ich bin dem da oben so unendlich dankbar dafür, dass nichts weiter passiert ist!

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2 Gedanken zu „„Wolfgang und das Trampolin“ oder „Wenn dir plötzlich klar wird, was wirklich wichtig ist“

  1. Oh Gott, Gott sei Dank ist das noch einmal glimpflich ausgegangen!
    Fühl dich mal gedrückt!
    Und ja, manchmal benötigt man einen kleinen A…tritt, trotzdem sind deine Wünsche nicht unwichtig und auch nicht blöd, solche Ereignisse relavierieren eben einfach ein bisschen.
    Der Schutzengel deiner Tochter ist auf alle Fälle gut in seinem Job.

    Liebe Grüsse
    Nathalie

  2. Kann mich Mamachaos nur anschließen Alex. GOTT sei Dank, dass alles gut ausgegangen ist!

    Und auch wenn unsere Wünsche uns natürlich wichtig sind, nichts ist wichtiger als unsere Gesundheit, und die unserer Lieben.
    Das wurde MIR auch nochmal so richtig bewusst, letztes Wochenende…

    Fühl Dich umarmt. Weiterhin alles Gute für die kleine Maus.
    LG
    Ayse

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