Vorsicht, ansteckende Kreischeritis

Zur Zeit hat sich – wie in Abständen immer mal wieder – die grauenvolle Unsitte des Kleinkinderkreischens hier eingenistet. Will heißen, dass vornehmlich die beiden Kleinen auf beliebige Ansagen, die ihnen aus welchen Gründen auch immer nicht behagen, mit ohrenbetäubendem Geheul, Gejammer, Geschrei und Gekreische reagieren.
Das macht mich fast wahnsinnig.
Denn um es zu unterbrechen – und sei es nur, um zu erklären, dass der Grund für’s Gekreische vollkommen hinfällig ist – muss ich meistens selber anfangen zu brüllen, um mir überhaupt irgendwie Gehör zu verschaffen.
Ich dreh noch dorsch. 😦
Das Gekeife macht mich aggressiv und ratlos. Denn es war hier eigentlich noch nie so, dass es zu irgendwas geführt hätte, zu kreischen. Es bringt im Regelfall dem Kreischer nur Ärger ein. Trotzdem wird hier gekreischt, was das Zeug hält.
Tipps, anyone?

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15 Gedanken zu „Vorsicht, ansteckende Kreischeritis

  1. Situation verlassen. Habe ich öfter gemacht, auf die Toilette gehen, ein paar Minuten Luft holen, kaltes Wasser ins Gesicht (ins eigene) und beim größeren Kind an die Vernunft appellieren, indem man dem Kinde mittels Ich-Botschaften erklärt, dass man selbst davon Ohrweh, Kopfweh und schlechte Laune bekommt. Ansonsten: Ohren zu und durch …
    (ich habe auch schon mal die Lärmampel, die ich sonst nur in lauten Klassen nutze, zu Hause ins Wohnzimmer gestellt, und oh Schreck, das Kreischen unserer Kinder bewegt sich zwischen 60 und 90 Dezibel (Hilfe, das ist ein Lastwagen!) – in jedem Fall beeindruckend …)

    • Liebe Patricia, vielen lieben Dank für Deine Gedanken! Situation verlassen, das mach ich auch des öfteren. Leider werde ich dann meist – in noch höheren Tönen kreischend – verfolgt! 😉
      Trotzdem halte auch ich das für eine der brauchbarsten Reaktionen meinerseits. 🙂

    • Danke! 😄 Leider ist das bei uns so eine Art Bumerang-Phase…. Die kommt immer wieder! 😟 Heute morgen habe ich auch mal probiert, ganz bewusst sehr ruhig zu bleiben. War auch nicht ganz verkehrt!

  2. Leider keine Tipps parat. Im Gegenteil: Ich lese hier besonders aufmerksam mit, um mir selbst Tipps zu holen. Mein Kleiner (1 Jahr alt) hat jetzt nämlich selbst das Kreischen für sich entdeckt. Schlimm! Versuche es, ihn aus der jeweiligen Situation heraus zu holen und abzulenken. Vor allem zeige ich ihm nach Möglichkeit, dass er mit Kreischen nichts bis wenig ausrichtet. Aber bei einem Einjährigen ist das noch nicht ganz so leicht… Will ihn ja auch nicht verunsichern.

    • Das kenne ich – Kreischanfälle bei Einjährigen sind m.E. wirklich anders zu behandeln als bei Drei- oder gar Sechsjährigen. Die Ablenktaktik hat bei uns unterschiedlich gut funktioniert, je nach Charakter des Kindes. Ich wünsche Dir viel Erfolg! 🙂

  3. Zumindest manchmal kann es sehr hilfreich sein, einfach mit zu heulen. Man kann dann auch noch einen Spaß daraus machen und „dirigieren“ wer, wann schreien darf. („Und jetzt du!“ „Und jetzt ich!“…)

    • Ja, da haben wir vor ein paar Monaten mal so viel Spaß dran gefunden, dass wir Videos davon gedreht haben – einer tut so, als ob er kreischt und hinter einem Vorhang kreischt ein anderer. Gab witzige Effekte – z.B. wenn die Maus dann auf dem Video mit Papas Stimme brüllt… 😀
      Aber im Moment bin ich leider nur genervt vom augenblicklichen Kreischlevel hier im Haus… :-/

  4. Simples Auszählen. Vorher die Regeln erklären dann emotionslos u. ohne Erläuterungen/ Diskussionen durchziehen. Sprich: 1. Warnung, nach 5 -10 sec 2. Warnung, bei 3 = Auszeit o. andere Konsequenz. Bei Kreischem brauchst du so nur die entspr. Finger zu heben. Ich versuch das grad, habe Anregungen bei 1-2-3 Magic for Parents (o. so ähnlich) gefunden, gab’s günstig als Kindle Version. Ich Stimme d. Autor nicht in allem zu, aber einen Versuch schien’s mir wert. 😉 Eigentlich wollte ich die Version für Lehrer für meine Schüler…die kommt demnächst per Post.

    • Emotionslos meint, d. eigene Wut u. Frustration nicht zeigend. Fällt mir uuuuuunheimlich schwer. Und diskussionlos meint, sich nicht auf Diskussionen mit d. Kids einlassend. Ebenfalls schwierig, ich neige zu zu viel Gelaber. 😉 Ach so, u. das Auszählen nur zum „Abstellen“ von unerwünschten Aktionen nehmen. Zum „Anstellen“ von erwünschten Dingen gibt’s eine andere Maßnahme, aber so weit bin ich mit d. Lesen noch nicht. Ich glaube es geht in d. Richtung positiver Verstärkung.

      • Oh, sehr interessant… klingt plausibel, das alles. Wir zählen auch schon Dinge aus, aber nicht das Kreischen. Gute Idee, das mit den Fingern! 😀
        Und diskussionslos sowie emotionslos dürfte mir ebenso schwer fallen wie Dir. 😉
        Ach, ich bin so gerührt, wieviele hilfreiche Kommentare ich in der kurzen Zeit bekommen habe! Danke, dass ihr alle noch mitlest, auch wenn es gerade sehr dünne ist mit Neuigkeiten. ❤

      • Na, irgendwie war’s aber doch mehr als meine kläglichen Ergüsse… 🙂 Ich les bei Euch auf jeden Fall immer fleißig mit und freu mich, wenn’s was Neues gibt! 🙂

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