Wieselflinke Haushaltshilfen

Vor einiger Zeit habe ich Euch ein Konzept für die Mithilfe der Kinder im Haushalt vorgestellt. Heute möchte ich gerne von meinen bisherigen Erfahrungen mit dem Konzept berichten.

Zu allererst: Es gibt sie noch bei uns, die Haushaltsaufgaben für alle. Und ich bin sehr sehr dankbar dafür, dass ich sie eingeführt habe. Sie stellen eine wirkliche Erleichterung für mich dar und ich habe auch weiterhin das Gefühl, dass es den Kindern gut tut, aktiv mitzuwirken und sich wichtig und gebraucht zu fühlen.

Ein paar Änderungen haben sich allerdings eingeschlichen:

  • Die feste Beschriftung der Hölzchen hat sich als nicht sehr praktikabel erwiesen, da es ja doch immer mal wieder unterschiedliche Dinge zu tun gibt, die dann eben nirgends aufgeschrieben sind. Ebenso haben sich einige der ursprünglichen Aufgaben als nicht sinnvoll / nicht praktikabel erwiesen.
  • Zudem war es sehr mühsam, das richtige Hölzchen aus all den vielen, die es gibt, herauszufischen.
  • Es haben sich bestimmte „Standardaufgaben“ herauskristallisiert, die das einzelne Kind besonders gerne oder gut erledigt, und die sowieso wöchentlich getan werden müssen.
  • Die Aufgaben werden natürlich so lange wie möglich vor sich hergeschoben, bis es dann so brennt, dass sie erledigt werden.

Folglich läuft es bei uns seit geraumer Zeit so ab:

Haupt „Aufgabentag“ ist der Freitagnachmittag, da ja ansonsten bei Nichterledigung der Wochenaufgaben die Medienzeit am WE wegfällt. 😉  Was ich aber als sehr angenehm empfinde, da dieser Nachmittag sowieso der entspannteste von allen ist. Keiner muss unbedingt Berge von Hausaufgaben erledigen, keiner muss dringend auf eine Schulaufgabe lernen usw. Zweiter Vorteil: Ich packe mit den Kindern gemeinsam an und so kommen wir innerhalb von ein paar Stunden zu einem recht gut aufgeräumten und sauberen Haus fürs gemeinsame Wochenende, das ja vor der Tür steht.

Die Jungs arbeiten meist Hand in Hand und erledigen einiges gemeinsam, wie z.B. Papier- und Glasmüll zum Container bringen, Wäsche in den Waschkeller transportieren oder den Hausflur aufräumen.

Einige Aufgaben laufen schon wie von selber, andere generiere ich spontan je nach Haushaltslage. Es fallen mir jedenfalls immer genügend für alle ein! 😀

Die Maus arbeitet mit mir zusammen, hilft mir z.B. Wäsche zusammenzulegen oder zu verräumen. Meistens ist ihre Motivation nach spätestens drei Aufgaben flöten, aber die restlichen drei erledigt sie dann mit sehr viel Freude am Samstagmorgen, wenn sie mir beim Frühstückmachen hilft. Sie trägt Geschirr und Besteck ins Wohnzimmer, deckt den Tisch und stellt schon mal Marmeladengläser etc. bereit. Das genügt mir vollkommen und sie hat das Gefühl, was getan und sich ihre Medienzeit auch verdient zu haben. Ganz nebenbei lernt sie gleich noch, was man alles braucht, um genüsslich frühstücken zu können. 🙂

Somit kann ich das Fazit ziehen: lohnende Sache, aber das mit den Stäbchen kann man einfacher und besser lösen!

Ich würde z.B. Murmeln oder Muggelsteine etc. besorgen und jedes Kind bekommt eine Schale. Für jede erledigte Aufgabe darf es einen Stein hineinlegen. Oder Magnete auf eine Tafel pappen, Zettelchen an eine Pinwand pinnen. Oder. Oder. Aufgaben kann man auch spontan auf einem Whiteboard sammeln, an einer Zettelwand oder sonstwo, wo sie alle sehen. ich schreib sie mir oft auf einen Fresszettel, den ich Freitagnachmittags erst mal vorlese. Oder ich seh mich um und improvisiere. ^^

Das Prinzip „doppelt so viele Aufgaben wie Lebensjahre“ hat sich übrigens hervorragend bewährt. Ich halte die Menge für durchaus angemessen und kann ja auch zusätzlich noch in der Länge / Schwierigkeit der Aufgaben je nach Kind variieren.

Und meine Befürchtung, sie könnten darauf verfallen, nur noch gegen Hölzchen mitzuhelfen, hat sich übrigens überhaupt nicht bewahrheitet. Es wird weiterhin auch so mitgeholfen – ich möchte sogar behaupten, eher mehr und mit weniger Gemaule. Vielleicht einfach deswegen, weil ihnen durch die Tätigkeiten klar geworden ist, wieviel mein Mann und ich eigentlich täglich so leisten. Klar kommt ab und an mal ein „Zählt das als Aufgabe?!“ – und manchmal tut es das dann sogar. Alles kein Problem! 🙂

Ich kann jeder Familie nur empfehlen, dieses oder ein ähnliches System einzuführen. Bei uns profitieren wirklich alle davon!

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6 Gedanken zu „Wieselflinke Haushaltshilfen

  1. Habe deinen Urspungsbeitrag grad mal nachgelesen. Wenn´s „brennt“ und ohne nicht klappt finde ich das eine schöne Idee.
    Bisher ist es bei uns zum Glück noch nicht nötig.
    Die Familie ist ein Team und wir helfen uns gegenseitig, auch bei Aufgaben die uns nicht gefallen. Und das klappt bisher sehr gut.
    Was mich interessieren würde. Mit deiner Medienzeit für die Kids.
    Wie sortierst du das nach Alter? Kommen die Kids dafür in getrennte Zimmer damit jeder nur seine zugewiesene Zeit bekommt?

    • Schön, dass es bei Euch ohne System klappt! Das ist sicher auch Charaktersache der Kids…. bei unseren Dickköpfen geht’s nicht anders, wird aber ja sehr gut akzeptiert.
      Medienzeit. Ja, das geht so: Der Große nimmt seine Medienzeit eh allermeistens in seinem Zimmer am Computer. Der Kurze ist meist im Wohnzimmer an der Wii oder er spielt Nintendo in seinem Zimmer und die Maus nehm ich mit nach oben ins Schlafzimmer oder Arbeitszimmer, wo sie eine Weile „iPaddeln“ darf. Sollte wirklich mal einer beim anderen eine Weile zugucken, sag ich meistens nichts, es hält sich in Grenzen.
      Zusätzlich zu der abgemachten Zeit gibt es im Winter ab und an noch einen Familienfilm am Nachmittag oder mal was etwas Aufregenderes für die großen Jungs am frühen Abend, wenn die Maus schon schläft.
      Und in akuten Notfällen (ein Kind oder ich sind krank etc) wird die Beschränkung auch mal zeitweilig aufgehoben.

      • Ah ok. Danke für die „Aufklärung“ 😉
        So isses natürlich umsetzbar.
        Sehe auch grad das deine Kids n ganzes Stück älter sind (zumindest 2).
        Bei uns gibts nur einen Fernseher im Haus und auch nur 2 Konsolen die auch nur über den Ferseher laufen. Daher ist das schwieriger zu trennen bei uns.
        Bin mal gespannt wie es in ein paar Jahren läuft bei uns.
        Hoffe es läuft weiterhin dann ohne solch ein Aufgabensystem.
        Aber wenn nicht hab ich ja was im Hinterkopf 😉

      • Ja, sowas kann sich schnell ändern. Aber so kreativ wie Du bist, fällt Dir dann ganz bestimmt auch ne für Euch passende Lösung ein! 🙂

  2. Ich bin mal gespannt, wie das bei uns wird. Ich versuche jetzt schon immer unsere Tochter mit einzubeziehen. Bücher wegräumen, Müll in den Mülleimer werfen, Sachen holen… Sie ist 17 Monate alt. Wie alt ist eure Jüngste?

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