Hört das denn niemals auf?

Ich bin gerade komplett gefrustet. Es geht um die Situation in der Kindertagesstätte meiner beiden Kleinen.

Seit unser Kurzer von gut zwei Jahren dort angefangen hat, ist eine Erzieherin nach der anderen gegangen und hat schmerzende Löcher hinterlassen. Auch diesen Sommer, nachdem alle dachten, jetzt wird es besser, verließen gleich drei Erzieher gleichzeitig die beiden Gruppen, die sehr nah und offen waren und in denen sich unser Kurzer letztendlich doch noch heimisch fühlte.

Dann ein Neuanfang diesen September. Alles klang gut. Der Elternabend war vielversprechend. Aber leider weit gefehlt. Eine der gerade erst neu eingearbeiteten Kräfte schmeißt hin und verlässt zum 1.11. die Gruppe.

Reaktion meines Kindes: ein Bild voller Herzchen und Sonnen, das er ihr zum Abschied schenken wollte. Und das, wo er sonst nur Laserschwerter schwingende Finstermänner zeichnet….

Mir als Mutter zwirbeln sich schneidende Fäden ums Herz und mir wird ganz weh.

Aber auch das ist noch nicht genug. Gerade checke ich meine Mails, bevor ich schlafen gehen will und was muss ich lesen? Die langjährige Erzieherin, die schon den Kurzen zu Beginn betreut hat und nun die Gruppe der Maus leitet, verlässt zum Ende des Jahres die Einrichtung.

Bäm.

Ich mag das nicht mehr. Langsam frage ich mich, was wir unseren Kindern eigentlich antun. Der Grund, warum ich nie die Option eines Au Pairs überdacht habe, war, dass ich meinen Kindern ersparen wollte, einen Menschen gehen lassen zu müssen, an den sie sich ein Jahr lang gewöhnt haben, den sie mögen, vielleicht sogar lieb haben.

Aber das, was in dieser Kita abläuft ist eine hässliche, potenzierte Persiflage dieses Problems. Das haben meine Kinder nicht verdient!

Ich bin traurig und wütend und fühle mich komplett hilflos.

Aaaaah! Reisefieber!

Jetzt ist es so weit – morgen geht’s los nach Barcelona. Ich bin to-tal aufgeregt, ist es zu fassen? Die Freude über diese Einladung wich, je näher der Termin rückte, den unterirdischsten Kopfkino-Attacken, die allesamt meine Trennung vom Rest der Familie und deren mögliche Auswirkungen zum Thema hatten, inclusive „Und was, wenn der Flieger abstürzt???“

Nicht nur meine beiden Kleinen waren noch nie „so lange“ (mein Gott, es sind 3 1/2 Tage!) von ihrer Mama getrennt, auch ich war ja noch nie so lange alleine weg. Und das nimmt mich doch deutlich mehr mit, als erwartet.

Egal, ich werde jetzt packen, morgen all meinen Mut zusammennehmen, zum Flughafen fahren und Euch hoffentlich von unterwegs aus etwas berichten können. Ich werde das iPad mitnehmen und falls ich im Hotel WLAN habe, melde ich mich auf jeden Fall.

Gehabt Euch wohl, bis dann!

Jetzt ist es so weit….

…ab Montag sind die beiden Kleinen nicht mehr im Kita-Essensabo. Es ist einfach nicht mehr tragbar – wir zahlen 80 Euro pro Kind dafür, dass sie nie dort frühstücken, der Kurze ca. 60% und die Maus mindestens 95% der Mittagessen nicht mitessen können und die Nachmittags-Brotzeit auch noch von uns ersetzt werden muss, da sie meist aus Obst besteht.

Zur Erinnerung: beide Kinder leiden an Fructose-Intoleranz  (der Kurze schlimmer als die Maus) und die Maus hat zusätzlich eine wirklich üble Weizenallergie – schon bei kleinsten Mengen muss sie sich blutig kratzen, weil alles so juckt. 😦

Von der Kita ist null Entgegenkommen da. Keine Kapazitäten / Geld / Zeit usw. Also muss ich selber ran.

Heute habe ich mich hingesetzt und erst mal alle Hauptmahlzeiten aufgeschrieben, die die Kids mögen und essen dürfen. Dann habe ich sie sortiert nach

  • einfrierbaren
  • einfrierbaren plus schnell zu ergänzenden
  • am Vorabend zubereitbaren
  • nur frisch zubereitbaren

Mahlzeiten. Ich plane nun, jede Woche 2-3 Mahlzeiten aus der Gefriertruhe zu bestreiten bzw. wieder frisch zu kochen und einzufrieren, 1-2 Mahlzeiten am Abend vorher oder am selben Tag frisch zu kochen und ab und an 1 Mahlzeit als kalte Brotzeit mitzugeben.

Die ersten Wochen werden sicher sehr sehr stressig (und auch teuer!), da ich mir ja erst mal einen gewissen Tiefkühl-Vorrat erkochen muss.

Die Nachmittagsbrotzeit variiere ich je nach Gusto und ein wenig im Kontrast zum Mittagessen. Wenn ich mir nicht sicher bin, ob ein Kind mittags genug isst (z.B. weil es das betreffende Essen nicht sooo sehr mag), gebe ich lieber etwas mehr Brotzeit mit.

In der kommenden Woche wird es folgende Essen geben:

MO – Dinkelspaghetti mit Bolognese und Reibekäse (die Bolognese koche ich in Riesenportion und friere dann ein)

Joghurt mit Crunchys

DI –  Fleischpflanzerl mit Kartoffelpüree und Bratensoße (die Fleischpflanzerl in Mengen zum ***)

süße Dinkelwaffeln

MI – Brokkoliauflauf (wieder in Großportion zum ***)

Wurstbrot mit Gurkenscheiben

DO – Kartoffelsuppe mit Würsteln und Brot (Suppe zum ***)

Schokoquark

FR – Paprika-Putengeschnetzeltes mit Reis (Geschnetzeltes zum ***)

Miniwiener, Babybel und Dinkelbrezelchen

Ich werde wohl kaum zu irgendwas anderem kommen in dieser ersten Woche – und auch in den zwei bis drei darauf folgenden. Denn ich möchte gerne einen ca. 4-wöchigen Turnus etablieren, in dem ich die Menüfolge wiederhole. Die armen Kids können ja nicht ständig das Gleiche essen..

Ich muss alles selber kochen, backen und anrühren, auch solche Dinge wie die Dinkelwaffeln oder den Schokoquark, da kein Haushaltszucker drin sein darf. Das ist eine Menge Arbeit!

Im Vorfeld habe ich schon Mikrowellengeschirr besorgt, das in Fächer unterteilt ist und in dem ich die Mahlzeiten ordentlich in die Kita transportieren kann. Auch für Joghurt etc. gibt es jetzt Döschen. Wichtig erscheint mir, dass ich immer die selben benutze, damit der Wiedererkennungswert für die Kids und die Erzieherinnen gegeben ist. (Unsere Kinder sind ja nicht die einzigen, deren besonderes Essen im Kühlschrank gelagert wird.)

Ich habe eine Heidenangst vor dieser Aufgabe – denn eigentlich sollten diese Wochen dafür reserviert sein, mein Arbeitszimmer wieder „auszumotten“, damit ich im September einen guten Wiedereinstieg hinlegen kann. Im August ist die Kita geschlossen und mein Mann beruflich unterwegs – mit drei Kindern Zuhause – wie soll ich da was vorbereiten????

Feuerprobe bestanden

In den letzten Tagen musste ich ein paar Mal zur weinenden Schlafemaus hineingehen und ich hatte eine gehörige Portion Muffe davor – was würde ich tun, wenn sie aus Leibeskräften schreien und nach Milch verlangen würde? Würde ich es aushalten, würde ich stark bleiben können?

Alle Sorgen waren jedoch umsonst. Die Maus kuschelte sich an mich, beruhigte sich schnell und schlief gleich wieder ein. Jedes Mal. Oft langte es auch, sie einfach nur ein wenig am Rücken zu streicheln. So ein Glück! Ich bin so froh, dass sie es jetzt gelernt hat, ohne Br.ust zu schlafen und vor allem einzuschlafen! Heute Nacht z.B. war sie einmal für ca. 20 Minuten wach, hat superniedlich vor sich hin erzählt und ist dann mittendrin sang- und klanglos wieder ins Land der Träume geruscht. Sowas gab es „vorher“ nie. Da musste immer die Mama herhalten und den Weg in den Schlaf weisen.

Ich habe sie auch schon einmal ins Bett gebracht und auch in diesem Falle klappte es, ohne, dass die Maus den Bu.sen vermisst hätte.

Halleluja, ich bin so froh! Morgen muss mein Mann wieder für 5 Tage in den Außendienst, aber ich sehe dem – zumindest was den Mausschlaf angeht – recht gelassen entgegen! Uff!

Gewissensfrage

Eigentlich wollte ich die Kleine schon im März nachts abstillen. Denn ich bin inzwischen einfach ausgelaugt von den unruhigen Nächten und sehne mich danach, einfach auch mal nicht mehr zuständig sein zu dürfen. Für die ersten anstrengenden Nächte, bis sich die Maus an die neue Tatsache gewöhnt hat, dass die Milchbar nicht mehr 24h geöffnet hat, brauche ich aber die Hilfe meines Mannes. Und der kann nur helfen, wenn er Urlaub hat, denn er ist wirklich zu nichts zu gebrauchen, wenn er sich die halbe Nacht um die Ohren schlägt. Der letzte Urlaub war, wie eingangs schon erwähnt, im März. Einen Strich durch die Rechnung machte uns damals ein Magen-Darm-Virus, der die Maus in der fraglichen Zeit komplett schachmatt setzte und vor allem dafür sorgte, dass die Milchbar (wieder) zur ausschließlichen Nahrungsquelle mutierte. Alles andere wurde von der Maus instinktiv abgelehnt, um den kleinen geschundenen Verdauungstrakt zu schonen.

Nun steht ein neuer Urlaub ins Haus. Ab morgen ist der Göttergatte 14 Tage lang daheim. Dann könnten wir ja….

Hm. Aaaaber….

  • wenn, dann müssen wir gleich morgen loslegen, denn ab kommenden Mi sind wir wirklich weg, was heißt, dass es bis dahin erledigt sein sollte, denn neue Riten plus neue Umgebung wollten wir der Maus dann doch nicht antun.
  • sie ist nicht ganz fit. Die Nase läuft, sie zahnt und ist quengelig. Schläft zur Zeit eh schlecht deswegen. Hat seit ein paar Wochen einen (nicht ansteckenden) Hautausschlag, von dem ich mir nicht immer sicher bin, ob er tatsächlich nicht juckt.
  • sie nimmt IMMER noch keinen Schnuller
…und jetzt bin ich mir nicht sicher, ob wir morgen wirklich loslegen sollen. Wenigstens trinkt sie inzwischen auch Wasser aus einem Fläschchen. Das hat sie bis vor ein paar Tagen auch nicht getan, und dann hätte ich ihr rein gar nichts als Ersatz anbieten können….
Die nächste Chance kommt erst wieder Mitte August!
Was meint ihr?

Die Liebe hinter dem Stress

Eines macht mich zur Zeit wieder mal so richtig fertig: so viele Tage, Stunden, Augenblicke, in denen ich schimpfe, drohe, ermahne, maßregle, strafe, einschränke…. und ich werde das Gefühl nicht los, dass die Liebe, die Verantwortung, die Zuneigung, der Beschützerinstinkt und die Zärtlichkeit, die eigentlich dahinterstecken, nicht mehr durchkommen, kaum wahrgenommen werden können in all dem Geschrei und Gejammer, das unsere Tage durchzieht.

Ausgerechnet ich, die es ja „gelernt“ haben sollte, schaffe es nur so selten, mit meinen Kindern geduldig, tolerant, aufbauend, liebevoll umzugehen.

Wie kann ich unserem Großen klar machen, dass er ganz wundervoll ist, so wie er ist, mit all seiner Fantasie, seiner Einzigartigkeit und seinem tollen eigenen Kopf? Wieso resultiert aus meinem Verhalten ihm gegenüber, dass er sich selber eher als defizitär, unfähig und eigenartig wahrnimmt?  Das heißt, ich weiß schon, wieso das so ist, aber ich hadere damit, warum es mir einfach nicht gelingt, anders zu sein, ihn mehr zu stärken, ihm Kraft zu geben, ihn selbstbewusst und fröhlich zu machen.

Wie kann ich unserem Kleinen nur genug Liebe und Zuneigung, genug Aufmerksamkeit schenken, damit er nicht mehr das Gefühl hat, zu kurz zu kommen? Ich ertappe mich dabei, wie ich ihm diese Dinge ab und zu vorenthalte, weil ich das Gefühl habe, es kann doch nie genug sein, er wird immer weiter unglücklich sein, egal wieviel ich ihm gebe. Wie kann ich nur diese tiefe innere Überzeugung in ihm zünden, dass alles gut ist, dass ich immer für ihn da bin und dass ich ihn liebe? Dass er nichts befürchten muss, dass er beruhigt und zufrieden sein kann?

Nun gut, die Maus. Die bekommt noch so gut wie alles, was sie braucht. Auch Geduld und all diese pädagogisch wertvollen Skills. Aber auch sie ist schon dabei, bekommt es doch irgendwie schon mit, wenn ich mit den anderen schreie, schimpfe, diskutiere.

Ich habe so Angst zu versagen. Als Mutter. Ich spüre, dass meine Kinder immer wieder unter mir leiden und schaffe es nicht, mich zu ändern. Ja, doch, es gibt auch immer wieder gute Phasen. Da reiß‘ ich mich wieder am Riemen, setze mir Ziele, hänge Motivationszettelchen auf und versuche, positive Verhaltensweisen in mir zu verankern. Und dann stürzt plötzlich alles wieder in sich zusammen und ich spüre, dass meine Kinder oft nicht wissen, wie ist sie heute drauf, ist sie heute eine gute Mama oder flippt sie mal wieder rum. Ich bin genau das, was ich nie sein wollte: ambivalent. Meine Kinder können sich nicht auf mich verlassen. Das macht mich fertig. Denn ich weiß selber, wie dringend man als Kind Erwachsene nötig hat, auf die man sich verlassen kann. Die nicht unberechenbar sind, vor denen man sich nicht fürchten muss.

Ich habe auch immer wieder Versuche gemacht, mich in professionelle Hände zu begeben. Beratungsstellen, pipapo. Wie gehabt: gute Ansätze, es läuft ein Weilchen, und dann – peng – irgendeine Stresssituation und ich finde mich mit den Kindern im selben Hamsterrad wieder, Geschrei, Gejammer, einfach alles ungut.

Ich will es so gerne besser machen. Und ich bin es leid, immer nur Sonnenscheinartikel zu lesen in vielen (nicht allen) Blogs. Haben denn die anderen wirklich immer alles im Griff? Oder ist das ein Tabu? Spricht man da nicht drüber, dass man an (und über) seine Grenzen tritt mit den Kindern? Ach je, mir ist so düster zumute.