Vom Sterben

Seit einer Weile beschäftigt unseren Kurzen das Thema Tod und Sterben sehr. Und er hat Angst. „Mama, ich will aber nicht sterben!“ sagt er immer wieder. Ich bin schon ganz ratlos, wie ich damit umgehen soll, denn ich kann ihm ja schließlich nicht sagen „Du musst nicht sterben.“ Ich versuche immer, ihm klar zu machen, dass das, wenn er gut auf sich aufpasst, noch gaaanz lang kein Thema sein wird. Aber nimm ihm mal die Angst. Wie soll ich das nur machen?

Dooferweise habe ich diese Angst wohl auch noch gesät, denn ich habe ihm neulich sehr ins Gewissen geredet, als er zum wiederholten Male am offenen Fenster herumturnte, obwohl ich ihm das ganz deutlich verboten hatte. Ich sagte ihm, dass man sich sehr schlimm verletzen oder eben auch sterben könne, wenn man aus einem hohen Fenster auf den harten Boden fällt. Und nachdem auch das nichts fruchtete, erklärte ich ihm, dass Sterben eben bedeutet, dass man nie wieder essen, spielen, lachen könne und dass man auch seine Familie nicht wieder sehen würde. Irgendwie musste ich ihm doch meine eigene Angst und auch die eventuellen Konsequenzen seiner Fensterturnerei klar machen.

Tja und jetzt hab ich den Salat. Jetzt hat er selber totale Ängste entwickelt, klebt an mir, weint, will nicht, dass ich ihn alleine lasse und spricht ständig vom Sterben. Hätt ich das geahnt, hätte ich es nicht gesagt.

Was mache ich nur? Wie kann ich das wieder normalisieren???

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Falsch gedacht :)

Wer bisher davon ausging, dass das Gejammer, dass unser Kleiner morgens anstimmt, seit er in den Kindergarten geht, bemitleidenswert sei, der hat nicht gehört, was heute morgen hier los war, als ich ihm mitteilte, dass er nicht in den Kindi gehen könne, weil er krank sei.

Herzzerreißendes Schluchzen war die Folge. Er war untröstlich, dass sein bester Freund nun im Kindergarten spielen darf, während er „alleine“ Zuhause sitzen muss. Sieh mal einer an! 🙂

Da relativiert sich doch sofort das „Ich will nicht in den Kindi!“ und „Ich will, dass du hier bleibst!“ -Gejammer, das ich sonst des öfteren zu hören bekomme. Zum Glück wird das immer seltener und es gibt auch schon Tage, an denen es wirklich gut klappt.

Ich kenne die Prozedur ja schon vom Großen und nehme das nicht so schwer, es ist klar, dass er sich erst mal umgewöhnen muss, aber er weiß schon aus dem ein mal wöchentlichen Vorkindergarten, in den er ein Jahr lang ging, dass das Weinen am Anfang schlimm ist, dann weniger wird und dann ganz verschwindet. Diese Portion Lebenserfahrung beruhigt ihn und er kann seinen eigenen Schmerz dadurch besser ertragen. Ich selber mache ebenfalls immer eine sehr zuversichtliche Miene und bestärke ihn darin, dass alles nicht so schlimm ist, wie es sich vielleicht im Augenblick anfühlt. Denn meine eigene Erfahrung hat mir gezeigt, dass Kinder immer das für besonders schlimm halten, was auch die Eltern beunruhigt. Und jeden Vormittag ein paar Stunden gemeinsam mit anderen Kindern verbringen, spielen und Spaß haben, ist definitiv nichts Beuhruhigendes! 🙂

Dass der kleine Mann das ganz genau so sieht, das zeigte die Episode heute morgen. Übrigens, gerade versuchte er es noch mal. „Ich bin jetzt total wieder desund, Mama!“ 😉

Aaaaah! Immer mal was Neues…

Heute vormittag habe ich einen Anruf von einer der Freundinnen bekommen, die ich für kommende Woche als Notdienst eingeplant hatte, dass ihre und die Kids meiner anderen, auch eingeplanten Freundin Kontakt mit einem an Windpocken erkrankten Mädel hatten. Die anderen sind geimpft, aber ihre Kinder nicht.

Für mich selber stellen Windpocken kein Problem dar, ich bin immun, aber meine Kids sind ebenfalls nicht geimpft und ich will jetzt eigentlich nicht unbedingt zwei pustelige Kinder Zuhause haben, wenn die Mauseline auf die Welt kommt! *gnarz*

Zum einen sind Windpocken für Neugeborene nicht so das Gelbe vom Ei, zum anderen könnte dann meine Ma schlichtweg nicht zum Helfen kommen, da sie nierentransplantiert und aus diesem Grunde  immunsupprimiert ist, also auch auf keinen Fall mit windpockenkranken Kindern in Kontakt kommen sollte….

Oh Mann! Ich bete jetzt einfach, dass wir es nicht bekommen!!! Was soll ich sonst machen? Unseren Kurzen, der sich im Moment jeden Infekt einsammelt, der rumschwirrt,  lasse ich jedenfalls am Montag von seiner Spielgruppe daheim, der Große soll weiter zur Schule gehen, das kann ich eh nicht für 14 Tage verhindern.

Und für die Betreuung der Kids habe ich kurzfristigen Ersatz gefunden – mein Onkel und meine Tante haben sich bereiterklärt, im Notfall spontan anzurücken. Gott sei Dank!

Drückt uns die Daumen, dass dieser Kelch (zumindest in dieser „Runde“) an uns vorübergehen möge!!!