Kopflos

Aus langer Versenkung melde ich mich zurück mit einer Geschichte, wie sie nur das kopflose Dasein eines Teenagers schreiben kann….

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Heute morgen schreckte ich hoch und merkte: Auweh, verschlafen! Ich war aufgrund des Jetlags von der vorigen kurzen Fußballnacht gestern Abend über meinem Mobilfon eingeschlafen, das natürlich ohne Saft aus der Dose irgendwann die Schotten dicht machte und die eigentliche Weckzeit gemeinsam mit mir im Tiefschlaf verbrachte.

Nach einem schnellen Blick zur Wand – 7:27 Uhr !!!!! – flog ich geradezu die Treppen herunter und rief nach unserem Großen: „Schnell!!!! Wir haben verschlafen!“

Aus den Tiefen seines persönlichen Höhlenbunkers (Jugendzimmer im Tiefparterre) murmelte es mir mit sonorer Stimme entgegen: “ Ja! …. aber ich nicht!

Abrupt blieb ich stehen.

Diese Info musste ich erst mal verdauen…..

Er nicht ??????? …. %&!?§§$$%%&& !!!!!!!!

Ich überschüttete meinen inzwischen herangeschlurften, bereits komplett gestylten Teenager mit Flüchen pädagogisch fragwürdigen Phrasen, die er mit Schulterzucken und verschiedenen haltlosen Erklärungsansätzen beantwortete, die mit „Ich dachte…“ begannen, woran ich doch sehr zweifelte. Immer noch fassungslos drehte ich mich um und rannte wieder nach oben, um unseren Grundschüler zu wecken, der in diesem Moment eigentlich fix und fertig angezogen das Haus hätte verlassen müssen.

Nun folgte der in solchen Situationen übliche Wahnsinn und die verzweifelten Versuche, Frühstück, Ankleiden, Brotzeit schmieren und Getränke herrichten möglichst simultan und bis vorgestern erledigt zu haben. Dem Großen drückte ich Geld in die Hand: „Da, kauf dir was am Schulkiosk, ich hab jetzt keine Zeit!“

Während er sich schnell seine Trinkflasche – aus Zeitgründen mit fertigem Fruchtschorle – befüllte, rief der Teenager plötzlich wie aus heiterem Himmel: “ Mist! Ich hab ja heute einen Ausflug! Da musst du noch so nen Zettel schreiben, weil ich hab den verschlampt und sonst darf ich nicht mit…“

Was zum …. %&!?§§$$%%&& !!!!!!!!

Ich kritzle also schnell was von Kenntnisnahme und so auf eine leere Exenkopie, die zufällig noch von meinem gestrigen Unterricht hier rumliegt und schnipple emsig verdächtige Zeilen rundrum ab, so dass nur der Anschein von liniertem Papier übrig bleibt. Erst dann fällt mir auf, dass auf der Rückseite noch ein vierblättriges Kleeblatt mit dem verheißungsvollen  Wunsch „Viel Erfolg!“ prangt… na, auch egal!

Währenddessen fällt mir ein, dass die Nachbarskinder ja gar nicht wissen, dass unser Kurzer sie heute nicht abholen kommen kann. Mein Handy ruht immer noch in Grabesstille, so fällt die Option flach, alle schnell über WhatsApp zu informieren (weise Mütter haben für solche Fälle extra ne Gruppe! 😉 ). Also schreie bitte ich meinen Großen, schnell zu M. zu laufen und Bescheid zu geben. Der starrt mich (natürlich!!!) entgeistert an, als hätte er diesen Namen noch nie gehört. (Ja,es ist ein seltener Name, den es hier weit und breit nur einmal gibt. Ja, er kennt das Kind persönlich.) Ich fuchtle also mit Händen und Füßen, fluche erkläre nochmals, was ich möchte und Mister Kopflos zieht jammernd ab („Ich bin immer an allem schuld! Immer bin ich der Blöde!….“) , um seinen Auftrag auszuführen.

Als er wiederkommt – ich habe inzwischen den Kurzen ins Bad bugsiert und schnell ein Brot für ihn geschmiert – wird mir klar, dass der Große sich ja gar keine Brotzeit am Schulkiosk kaufen kann, wenn er auf einem Ausflug unterwegs ist. „Hast du wenigstens was gefrühstückt?“, frage ich ihn. „Nö, hatte keinen Hunger.“, kommt prompt die Antwort. „Kauf dir schnell noch was vorne beim Discounter an der Ecke!“, schlage ich vor, da fällt mein Blick auf die dunklen Wolken draußen am Himmel, während mein Teenager irgendwas von „Ach Mann, ich komm voll zu spät!“ nölt.

Es folgt eine kurze, gefühlte 1000000 Mal geführte Diskussion darüber, warum sich Sweatshirtjacken bei Regenwetter weniger gut eignen ais Regenjacken, dann stopft er missmutig seine Regenjacke in den vorhin schnell befüllten Rucksack meines Mannes.

Aus dem nun unten eine rötliche Brühe tropft.

„Mist, die Flasche läuft aus!“

Also alles schnell raus aus dem väterlichen Rucksack (Na, der wird sich freuen!), Regenjacke notdürftig abgewischt, eine original verpackte Fruchtschorle rein und los gehts. Für Einkäufe im Discounter ist nun natürlich endgültig keine Zeit mehr….

..oder vielleicht doch? „Wann trefft ihr euch eigentlich?“, fragte ich mein kopfloses Wesen.

Dass ich auf diese Frage keine wirklich zufriedenstellende Antwort bekomme, wird dem aufmerksamen Leser schon bewusst sein. Und so zieht er also ab, begleitet von meinen beschwörenden Worten, er möge aber BITTE vorsichtig fahren! (…und dem fiesen Gedanken, ich gebe es offen zu, er möge sich verspäten und seine Schuld in einem elendslangweiligen Unterricht der Parallelklasse absitzen müssen.)

Der Kurze indessen kämpft inzwischen mit T-Shirt und Hose und verfällt nun ersatzweise in des Bruders jammernden Tonfall: „Mamaaaa, du musst mich hin-fah-reeeen! Ich kann doch nicht alleine zur Schule laufen!!!“

„Nein, Schatz, das geht nicht! Deine Schwester liegt oben im Bett und schläft. (Wie auch immer – bei dem Krach, ein wahres Wunder!) Es folgt eine kleine Unterweisung in moralischer Psychologie, in der ich in schillernden Worten ausmale, was in einer Kinderseele vorgeht, wenn sie morgens entdeckt, dass das Haus komplett menschenleer ist. Was den Kurzen natürlich nicht im geringsten beeindruckt, er weint inzwischen sogar und klammert sich panisch an mich.

Also ziehe ich alle Register:

  • Positiv verstärken: „Du kannst das! Du warst schon alleine in der Bibliothek und da kommst du ja auch an der Schule vorbei!“ (schluchz)
  • Bestechen: „Du bekommst auch Gummibärchen als Wegzehrung mit!“ (schluchz!)
  • Drohen: „Los jetzt, du musst los, reiß dich zusammen!“ (schluchz!!!)

Es hilft alles nichts, der Kurze wird nun mit einem dicken Schmatz energisch aus der Tür geschoben und muss seine inneren Widerstände allein überwinden. Ich denke, die Gummibärchen haben dann schon noch geholfen….

Jetzt aber schnell ans Telefon und die Schule informiert, dass der kleine Herr sich wohl um ein paar Minuten verspäten wird.

Dann tieeeeefes Durchschnaufen. Endlich geschafft….

Aber Nein, das war’s noch nicht ganz:

Epilog:

Gegen halbneun rief ich in der Schule des Großen im Nachbarort an, um zu erfahren, ob er auch angekommen sei, da klärte mich die Schulsekretärin darüber auf, dass Herr Kopflos, ähnlich verwirrt wie er hier weggefahren war, kurz vor acht bei ihr aufgetaucht sei, um zu erfahren, dass sich die Klasse um halbneun an der S-Bahn-Station in unserem Ort zum Ausflug trifft.

Ich konnte mir ein hämisches Lachen nicht ganz verkneifen, war aber letztlich doch froh, dass er sich nun (inzwischen von ihm per WhatsApp bestätigt) doch noch beim Kiosk am Bahnhof ein Frühstück hatte kaufen können.

Oh.

Mann.

Kopflos.

😀

Scotland Yard LIVE in München

Bei den Geburtstagsfeiern meiner Kinder, die ich ja bekannterweise sehr gerne vorbereite, achte ich im Vorfeld schon immer auf aktuelle Vorlieben und streue entsprechende Vorschläge ein. So auch geschehen vor zwei Monaten im Bezug auf den Geburtstag des Großen:

Wir spielten mal wieder Scotland Yard, ein bekanntes Brettspiel, das beide Jungs sehr gerne mögen. Da kam mir der zündende Gedanke: Das Spiel lässt sich nämlich auch im „Reallife“ in der Art einer Schnitzeljagd spielen.

Der Große war gleich begeistert und so begannen wir mit Netz-Recherchen zum Thema, stellten To Do-Listen auf und werkelten vor uns hin.

Unsere Variante lief folgendermaßen ab:

Vier Agententeams (je 2 Leute) jagen Mr. X (das Geburtstagskind) durch die Münchner Innenstadt. Genutzt werden durften ausschließlich öffentliche Verkehrsmittel: S-Bahn, U-Bahn, Tram und Bus. Den Radius beschränkten wir aufgrund der wenigen Agenten-gruppen auf die inneren drei Ringe des Münchner MVV-Innenrings:

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Jede Gruppe und Mr.X hatten ein voll geladenes Smartfon mit Internetflat und installiertem WhatsApp. Die Agenten mussten jeden Ein- und Ausstieg und ggf. Zwischenstationen posten, Mr. X meldete seine Position nur alle 20 Minuten.

Zur von uns gestellten Ausrüstung gehörten für jedes Team Snackpacks, Getränke, ein Erste-Hilfe-Kit, Netzplan, Kurzregeln, Notfallnummern und ein Stift zum Notizen machen. Mitbringen mussten alle einen Rucksack und passende Kleidung. (Gutes Schuhwerk, regenfest, etc.) Im Nachhinein würde ich jeder Gruppe noch eine Schnellbahn-Übersichtskarte mitgeben, da sie oft nicht wussten, in welche Richtung sie denn jetzt einsteigen müssen, um da oder dorthin zu gelangen.

Der Inhalt der  vom Geburtstagskind zusammengestellten Snackpacks

Der Inhalt der vom Geburtstagskind zusammengestellten Snackpacks

Die bedruckten Lanyards in allen Teamfarben...

Die bedruckten Lanyards in allen Teamfarben…

...für den schnellen Zugriff auf Plan und Regeln

…für den schnellen Zugriff auf Plan und Regeln

Jeder Mitspieler bekam ein solches bedrucktes Lanyard. Bestellt und designt hatte ich sie hier. Der Onlineshop gehört jetzt nicht zu den bedienerfreundlichsten, aber die Bänder waren einfach unschlagbar günstig, schnell geliefert und sind von der Qualität her absolut super.

Ich selber saß bei uns Zuhause und machte die Zentrale, d.h. ich stellte das aktuelle Geschehen auf einem groß ausgedruckten Netzplan mit den echten Figuren aus dem Brettspiel optisch dar und schickte immer mal wieder ein Foto davon in die WhatsApp Gruppe. Außerdem half ich unserem Mr.X, der doch nicht so ganz den Überblick hatte und sonst schon in den ersten 10 Minuten aufgeflogen wäre… 😉 Einmal war es superknapp. Er saß am Marienplatz in einer U-Bahn und wartete auf die Abfahrt, während Team Gelb meldete, sie würden gleich am Marienplatz aussteigen. (Gleichzeitiger Aufenthalt an einer Haltestelle bedeutete: Gefangen! ) Ich bibberte schon, da meldete mein Großer: „Bahn fährt los!“ Nur Sekunden später meldete Team Gelb: „Angekommen!“ Puuuuuuhhh…. 😀

Schnell, schnell, Mr.X! Sie sind dir auf den Fersen.....

Schnell, schnell, Mr.X! Sie sind dir auf den Fersen…..

Angesetzte Spieldauer waren 3 Stunden (für 13jährige fast ein wenig lang, ich glaube 2 Stunden würden auch reichen). Nach guten 1 1/2 Stunden hatten sie Mr. X allerdings in Giesing am Bahnhof erwischt:

Geschnappt!! Gleich von zwei Teams: Blau und Rot

Geschnappt!! Gleich von zwei Teams: Blau und Rot

Abschließend gabs noch Pizza und ein Eis, dann ging es per S-Bahn wieder nach Hause.

War absolut ok von der Länge her, es hat allen sehr viel Spaß gemacht und ich würde es jederzeit wiederholen. Vom Vorbereitungsaufwand fand ich diesen Geburtstag sogar echt in Ordnung, vor allem, da sich ja alles außerhalb abspielt und wir nicht das Haus wienern mussten… 😉 Altersmäßig würde ich auf keinen Fall früher anfangen, je älter, desto besser. Es hängt auch ein wenig davon ab, wie sehr die Mitspieler das selbständige Bewegen im öffentlichen Netz gewohnt sind.  Wir hatten ein Team, in dem beide Jungs noch nie allein in M waren, das hat dann nicht gaaanz so gut geklappt. Spaß hatten sie trotzdem! 😉

Unser Mr.X mit selbstdesigntem Cap - einer tollen Erinnerung an das Spiel!

Unser Mr.X mit selbstdesigntem Cap – einer tollen Erinnerung an das Spiel!

Auf der Wikipedia-Seite zum Spiel gibt es übrigens ganz unten einen Hinweis auf eine App namens „Mr.X mobile“ bzw. „X-mobile“, mit der man das Spiel live umsetzen kann. Von der App wusste ich nichts, wir haben sie deshalb auch nicht benutzt. Wer Erfahrungen damit hat oder sammen kann, darf in den Kommentaren gerne seine Meinung darüber kundtun! 🙂

Der Große ist 13

Jetzt ist es schon wieder vierzehn Tage her, dass wir den Geburtstag des Großen gefeiert haben, da wird es Zeit, ein wenig Rückschau zu halten, bevor das Fest vollendes in Versenkung gerät….

Nun ist er ein „echter“ Teenager. *seufz* Das geht alles so schnell, also mal echt! Nicht, dass ich es nicht Klasse fände. Ich bin sehr stolz auf meinen Erstgeborenen. Er ist und bleibt ein ganz feiner Kerl. Hilfsbereit, nett, höflich, fair, seine Geschwister liebend. Das wiegt seine Schusseligkeit, die ihm selber in Schule und Altag genug zu schaffen macht, tausendfach auf! Gegen Schusseligkeit, die bei ihm 100%ig zur genetisch veranlagten Variante gehört (Neiiin, iiiich habs ihm NICHT vererbt!!!), gibts schließlich Klebezettel, Kalender und Co.

Da er genau an seinem Geburtstag, der dieses Jahr auf einen Dienstag fiel, die ganze Woche im Skilager war, splitteten wir die Feierlichkeiten auf: In der Familie feierten wie am Wochenende vor seinem Geburtstag, mit den Freunden ging es dann am Wochenende danach auf große Tour.

Ihr seht also, ich bin absolut nicht abergläubisch: Ich habe den 13. Geburtstag meines Kindes im Voraus gefeiert und ne Menge Spaß dabei gehabt! 😉

Ein paar Eindrücke vom Familiengeburtstag:

Ein bunter Tisch für unseren bunten Hund...

Ein bunter Tisch für unseren bunten Hund…

...mit gleich zwei Geburtstagskuchen: Möhre mit den gewünschten viiiiielen Marzipanmöhren obendrauf und Erdbeer

…mit gleich zwei Geburtstagskuchen: Möhre mit den gewünschten viiiiielen Marzipanmöhren obendrauf und Erdbeer

Der ebenfalls gewünschte neue Scooter neben dem alten, der nach sechs Jahren den Dienst quittiert

Der ebenfalls gewünschte neue Scooter neben dem alten, der nach sechs Jahren den Dienst quittiert

Und eines der Überraschungsgeschenke, das voll einschlug!

Und eines der Überraschungsgeschenke, das bei unserem Lexikonliebhaber voll einschlug!

Geburtstagsessen bei Superwetter im nahen Biergarten...

Geburtstagsessen bei Superwetter im nahen Biergarten…

...mit einem Jubilar, der hoch hinauf kletterte...

…mit einem Jubilar, der im noch kahlen Geäst hoch hinauf kletterte…

...und schließlich die fünf Kilometer nach Hause mit dem neuen Gefährt zurücklegte.

…und schließlich die fünf Kilometer nach Hause mit dem neuen Gefährt zurücklegte.

 

Abenteuer-Tag – für uns die tollste Art des Familienausflugs!

Zu dem wunderbaren Abenteuer-Tag, den wir vorgestern miteinander verbracht haben, gibt es eine kleine Vorgeschichte: Irgendwann diese Woche war so ein Tag, an dem wir viel rumgestresst und irgendwie nichts Schönes gemacht hatten. Unzufriedenheit machte sich in mir breit und als die Kleinen dann abends genauso unzufrieden und zappelig im Wohnzimmer rumhampelten, schlug ich ihnen spontan vor, einen „Dunkelspaziergang“ mit ihnen zu machen. Wir zogen uns also an, die Maus nahm zur Sicherheit noch eine Taschenlampe mit und los gings. 12957213944_acda8db46f_b

Abmachung war, dass an jeder möglichen Abzweigung abwechselnd ein anderer die Richtung angeben durfte. Diese Abmachung führte uns dann zum Discounter in der Nähe, wo sich die beiden erst mal mit zugegebenermaßen nicht sehr gesundem Wegproviant versorgten. 😉 Aber zu Abenteuern gehören eben auch nicht alltägliche Details… 12956413385_1d8308cb5b_b

Mit Hilfe unseres Erstklässlers rechneten wir aus, ob das mitgenommene Geld reichen würde und verglichen Preise und Inhaltsmengen. Nach dem eigenständigen Bezahlen ging es weiter munter und im ZickZack im Ort umher. Der Maus wurde es zwischendurch mulmig, in der Dunkelheit auf unbekannten Wegen zu wandeln, aber der Kurze und ich ermutigten sie, mit uns weiterzugehen. Später folgte auf den Hunger der Durst und ich übernahm die Führung zur nächsten Wasserquelle (=Tanke). Dort angekommen entdeckten wir bei der Freiwilligen Feuerwehr nebenan noch reges Treiben und guckten dort ein Weilchen zu. 12957317774_8875ea1387_b

Kleines Highlight am Ende unseres nächtlichen Kurztrips: Der Mann an der Tankstellenkasse hörte unseren Ausführungen über den Grund unseres Besuchs interessiert zu, verschwand kurz und kam daraufhin noch mit einigen Schätzen für meine zwei Abenteurer zurück, die er großzügig an sie verschenkte. 12957469344_5d06865be0_b

Daraufhin riefen wir dann kurzerhand das Papataxi, weil die zwei Kleinen doch inzwischen recht erschöpft schienen und zu Hause auch recht schnell und brav in ihre Betten fielen.

Dieser spontane Mini-Ausflug (den wir in dieser Art sicher wiederholen werden) brachte uns auf den Gedanken, einen ganzen langen Tag so ins Blaue hinein zu verbringen, was wir vorgestern mit durchschlagendem Erfolg in die Tat umgesetzt haben: Wir frühstückten, bestückten unsere Rucksäcke mit Getränken, Brotzeit und Erste-Hilfe-Täschlein (das wir natürlich nicht brauchten, WEIL wir es dabei hatten! 😉 ) , liefen zum S-Bahnhof, kauften eine Familien-Tages-Netzkarte und fuhren einfach drauflos. 13013958295_4d9a9c1ffc_b

Alle waren sehr gespannt darauf, was uns der Tag bescheren würde. Kein Laut des Unmuts kam über die Lippen der Kinder, von denen sonst immer mindestens einer schon zu Beginn eines Tagesausflugs meuterte und das anvisierte Ziel als miese Idee ablehnte. 13018157655_f34cec15ed_b

Die S-Bahnfahrt verlief komplett entspannt – kein stressiges „Auf-die-Ansagen-Hören“, damit man nur ja rechtzeitig alles wieder zusammenraffen konnte, kein unruhiges „Wann-sind-wir-da-Gezappel“ seitens der Kinder, nur gespannte Vorfreude und ein lustvolles In-Sich-Hineinhören, ob man noch fahren oder schon aussteigen möchte. Den Zeitpunkt des Ausstiegs entschieden wir demokratisch – bei fünf Leuten ne tolle Sache, da es nie ein Patt geben kann. 😉 An der uns unbekannten Haltestelle orientierten wir uns erst mal und dann ging es nach dem auf dem Dunkelspaziergang erprobten Prinzip weiter – an jeder Weggabelung durfte ein anderes Familienmitglied den weiteren Weg entscheiden. 13017784745_771eefb0c1_b

Dabei achteten wir viel mehr auf unsere Umgebung als sonst, wenn wir mit einem Ziel im Hinterkopf unterwegs sind. Die Kinder bewunderten riesige Bahnanlagen… 13018060433_678959d8da_b

seltsame Schaufensterauslagen… 13017531314_7ff55c6f3d_b

die riesigen Waschmaschinen (und den Hund) in einem Waschsalon… 12993763805_f8947cfd3f_b

und die vielen verschiedenen Frühblüher, die schon überall ihre bunten Köpfchen aus der Erde strecken.

An einer anderen Ecke stiegen wir in eine Tram ein – wieder demokratisch entschieden – und viele Stationen und Blicke nach draußen später wieder aus.

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Irgendwann stellte mein Mann bei einem Blick auf GoogleMaps fest, dass wir uns ganz in der Nähe von Schloss Nymphenburg befanden. Die Mehrheit wollte hin und so gings in einem Gelenkbus (Ui!) noch näher ran, dann über den Umweg eines kleinen Spielplatzes erst mal zum Mittagessen – zu einem tollen Italiener, den wir wohl auf andere Art niemals entdeckt hätten.

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Es wurden Bekanntschaften geschlossen, alle drei Kinder spielten sehr intensiv und hatten viel Spaß und wir Eltern konnten ein wenig in der Sonne chillen und mit anderen Eltern und Großeltern ein Pläuschchen halten. Der Große schoss von verschiedensten Stellen aus mit seinem Smartphone Fotos von uns, schickte sie uns per Whatsapp und wir mussten raten, von wo aus er fotografiert hatte – Paparazzispiel, hihi! 😉

Stunden später enterten wir dann den Schlosspark, studierten den Lageplan, spazierten durch die weitläufige Anlage, genossen weiter die Frühlingssonne, die Kinder fanden Stöcke und stocherten in Pfützen. Hier hörten wir zum ersten (und eigentlich einzigen Mal) von den beiden Kleinen Gejammer a la „mir tun die Füüüße weeeh!“ oder „Iiich kaaaannn nicht meeehr…“, dem Großen hingegen gefiel es sehr und er betonte mehrmals, dass er gerne nochmal wiederkommen wolle, wenn die Blätter an den Bäumen grün seien.

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Hinter der Schlossanlage liegt das „Schlosscafe im Palmenhaus“, in dem wir einen gemütlichen Tisch ergatterten. Die Kinder ließen sich ein Eis schmecken, zu dem es sogar richtig tolle Gadgets gab, unter anderem auch so einen „Springgummi“, ein halbkugelförmiges Etwas, das man umstülpen und auf den Boden legen kann und das dann umploppt und hoch in die Luft hüpft.

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Nach dem Eis schlenderten wir ganz gemütlich bis zur nächsten Trambahnhaltestelle, fütterten unterwegs noch ein paar Gänse mit unseren Brot(zeit)resten und fuhren müde und zufrieden nach Hause.

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Die Kinder vertrieben sich die Fahrzeit mit „Schnick-Schnack-Schnuck“-Spielen und waren wirklich gut gelaunt:

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Das war ein wunderschöner, spannender, fast komplett unstressiger Tagesausflug und wir freuen uns jetzt schon auf unseren nächsten Abenteuertag! Fazit: Absolut weiterempfehlenswert! 😀

Ferienzeit ist Umräumzeit

Da ich ja in zwei Wochen wieder anfange zu arbeiten, brauche ich auch wieder einen Arbeitsplatz – denn bis dato musste ich mich mit einem Eckchen am Wohnzimmertisch zufrieden geben.

Irgendwann reifte in uns der Entschluss, nicht meinen Büroplatz zusätzlich ins kleine Arbeitszimmer meines Mannes zu stopfen, sondern lieber einen Zimmertausch zu veranstalten. Der Große zog vom Dach in den Keller und mein Mann vom Keller unters Dach – und ich dazu. Das Dachzimmer ist viel größer, aber für ein einzelnes Kind eigentlich eh zu groß. Unser Fast-Teenie war damit schlicht überfordert – es vermüllte immer mehr und er nutzte es kaum noch.

In den letzten Tagen haben wir nun in einer Mammutaktion die beiden Zimmer getauscht – wobei wir zum Glück nur ganz wenig Möbel tauschen mussten. Es ging hauptsächlich ums Ausmisten und Kruscht „verschieben“. An Möbeln selber haben wir nur eine Kommode vom Büro ins Mauszimmer verschoben, einen großen Ledersessel vom Keller unters Dach geschleppt und ein Bett vom Dach runter in den Keller – das wars. Schreibtische, Regale und Schränke blieben einfach an Ort und Stelle.

Trotzdem alles noch mehr als genug Arbeit…. 😉 Zum Glück haben uns meine Schwiegereltern übers Wochenende geholfen. Ohne sie wäre hier fast gar nichts voran gegangen! Aber so konnten mein Mann, der Große und ich räumen, während mein Schwiegervater vieles in Ordnung brachte, was mal wieder aus dem Leim gegangen war und meine Schwiegermutter die Küche regierte, den Putzlappen schwang und die Kinder versorgte.

Vom neuen Arbeitszimmer gibts noch keine Fotos, aber vom Zimmer des Großen, das er selber frisch gestrichen hat und nun und nach seinen Vorstellungen gestaltet. Beim Möbelschweden haben wir noch eine tolle neue Bettwäsche dazu gefunden. Sehr schön wird es! 🙂

Noch nicht ganz fertig, aber es wird!

Noch nicht ganz fertig, aber es wird!

Tolle Wandfarbe mit schönem Bett und süßem Inhalt!

Tolle Wandfarbe mit schönem Bett und süßem Geschwisterinhalt!

So, und jetzt muss ich weiterräumen gehen! 🙂

 

 

Ferienzeit ist Auszeit

Auszeit vom Alltag, Auszeit vom üblichen Familienwahnsinn – jeder auf seine Art.

Der Große ist für eine Woche beim Papa, besucht mit ihm seine Großeltern und darf für ein paar Tage unsere Hauptstadt entdecken. Berlin alleine mit dem Papa – cool!

Die Kleinen durften stattdessen für zwei Nächte die Papa-Oma und den Papa-Opa in Straubing besuchen – inclusive Gäubodenvolksfest bis einem schwindlig ist. 😀 Das war absolute Premiere, die beiden waren noch nie über Nacht so weit weg – der Kurze hat zwar schon ein paar Mal bei Freunden übernachtet, aber noch nie alleine bei Oma und Opa, die Maus war noch überhaupt nie woanders als bei uns. Und was soll ich sagen? Es hat ganz vorzüglich geklappt, die Großeltern waren begeistert von ihren lieben Enkelkindern und alle vier hatten viel Spaß miteinander.

Super Volksfestwetter!

Riesenradfahren bei super Volksfestwetter…

...Eis und andere Leckereien genießen...

…Eis und andere Leckereien genießen…

...und Karussellfahren, bis es langweilig wird!

…und Karussellfahren, bis es langweilig wird!

Für uns Eltern bedeutete das ebenfalls eine wunderbare Auszeit – Auszeit vom Elternsein nämlich, für wunderbare 48 Stunden. 🙂

Romantisches Abendessen beim Mexikaner...

Romantisches Abendessen beim Mexikaner…

Eine gemütliche, ruhige Verdauungsrunde im abendlichen Englischen Garten...

…eine gemütliche, ruhige Verdauungsrunde im abendlichen Englischen Garten…

...Kino mit witzigen Sprüchen in gewohntem Klang...

…Kino mit witzigen Sprüchen in gewohntem Klang…

Dann Bettchen und am kommenden Tag:

...ein spätes Frühstück in lauschiger Antmosphäre...

…ein spätes Frühstück in lauschiger Atmosphäre…

...mit hausgemachtem Frischkäse und knusprigen Semmeln...

…mit hausgemachtem Frischkäse und knusprigen Semmeln…

...und dann absolute Entspannung in der Therme Bad Aibling...

…und dann absolute Entspannung in der Therme Bad Aibling…

…mit stundenlangem Treibenlassen in der „Sinneskuppel“, ausgedehnten Sonnenbädern mit Lektüre, einer laaaangen und wohltuenden Paarmassage in der „Beautykuppel“ und…

...leckeren Spezereien im angegliederten Restaurantbereich.

…leckeren Spezereien im angegliederten Restaurantbereich.

Es war extrem wenig los, ich glaube, den ganzen Tag waren insgesamt bloß 50 Leute da – davon exakt ein Kind, das wir nur einmal von Ferne sahen. 🙂

Den Abend haben wir dann noch Zuhause ausklingen lassen und nach einer weiteren absolut ungestörten Nacht machten wir uns am späten Vormittag auf, um unsere Racker wieder in Empfang zu nehmen, natürlich nicht, ohne selber noch eine Runde auf dem Volksfest zu drehen und Omas selbstgebackene Kuchen zu genießen.

Ferienzeit ist Auszeit – für jeden auf seine Art.

Pubertäre Hirnlosigkeit – #1

Die Jungs gehen mit einem Haufen Papiermüll zu den Containern. Ich rufe ihnen zu: „Macht den Schnapper an der Haustür runter, damit ihr gleich wieder reinkommen könnt!“

Drei Minuten später klopft es am Fenster. Ich schaue aus dem ersten Stock und frage:“Ja sagt mal, habt ihr den Schnapper nicht runter gemacht?“

„Ups, vergessen!“

Ich öffne ihnen die Tür, damit sie die zweite Fuhre Papier holen können und rufe:“Jetzt macht ihn aber runter!“

Als sie wieder abschieben, vergewissere ich mich noch einmal:“Habt ihr den Schnapper jetzt unten?“

„Ja, NATÜRLICH, Mama!“ schallt es vorwurfsvoll von unten.

Drei Minuten später klopft es wieder am Fenster. Ich reagiere nicht. Eine weitere Minute später scheint der Groschen zu fallen und die Tür wird aufgestoßen:

„Ups, wir hatten ja den Schnapper runtergemacht!“

*seufz* 😉