Piep

Hier sollte jetzt eigentlich dringend ein schöner Artikel über die Maus, ihren dritten Geburtstag und all das stehen, aber ich fühle mich seit gestern wahnsinnig platt. Die letzten beiden Wochen inclusive Wochenenden waren Stress pur und die aktuelle Woche steht den anderen beiden in nichts nach – am Samstag ist der Kindergeburtstag geplant und ich konnte bis dato nicht wirklich viel dafür vorbereiten.

Ich bin aber energetisch gerade eh schon am am Limit. Weiß nicht wirklich, wie ich das Pensum schaffen soll, fühle mich ausgelaugt, leicht depressiv und sehr sehr schlapp und bleischwer.

Deshalb hier auch keine großen Artikel. Kommt alles noch, wenn ich mich wieder aufgerappelt habe….

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Hähä

Tipp zur Kinderbeschäftigung gefällig?

Einfach durch die Zimmer gehen und auf diverse, seit Äonen unbeachtete Teile deuten mit den Worten: „Morgen ist Flohmarkt, das verkaufen wir.“

Reaktionen:

  • entsetztes Gekreische: „NEEEIIIIN! Das BRAUCH ich noch!“
  • plötzliches, begeistertes, stundenlanges Spielen mit den zuvor verschmähten Objekten

😀

Schnipsel

Die Maus wird in vier Tagen drei Jahre alt. Letztes Jahr im Herbst hatte sie bereits starke Ambitionen, die Toilette aufzusuchen – leider wurden unsere Versuche durch die Weigerung der Kita zunichte gemacht, die sich aufgrund Personalmangels und der augenblicklichen Altersstruktur der Mausgruppe außerstande sah, diese Ambitionen gebührend zu unterstützen.

Nun denn, also wartete ich den Winter ab und auf gutes Frühlingswetter. Aber wie alle wissen, da konnte ich lange warten. Es war bis jetzt keine einzige Woche am Stück wirklich warm und so lief die Maus immer noch in Windeln rum, auch wenn wir immer mal nachmittags und am Wochenende eine Unterhosenphase einlegten.

Aber jetzt. Endlich ist Sommer! Vorgestern und gestern war die Maus jeweils einen halben Tag windelfrei, vor allem, weil es mit dem großen Geschäft einfach noch nicht hatte klappen wollen. So ließ ich sie immer danach ohne Windel, was auch erwartungsgemäß gut klappte.

Gestern redete ich auch mit den Erzieherinnen und diese versprachen, dieses Mal mitzuziehen. Heute ging sie den ersten Tag mit Unterwäsche in die Kita – ich hatte zur Sicherheit tonnenweise Wechselwäsche mitgebracht – und als ich sie gegen 16:15 Uhr wieder abholte, traute ich meinen Augen nicht: Sie hatte 1:1 exakt die selben Klamotten an wie morgens. Sogar die selbe Unterhose. Was war ich stolz, als sie mir erzählte, dass sie auch ihren Stinker ins Klo gemacht hätte! 😀 Hurra! Die wichtigste Hürde ist geschafft und ich glaube, wenn wir diesen Samstag Geburtstag feiern, wird das Thema Windeln zumindest tagsüber erledigt sein. Wow! 🙂

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Unser Kurzer hat seine vegetarische Phase vorerst beendet. Ich hatte ihn, nachdem er nachdrücklich immer wieder darauf hingewiesen hatte, dass er kein Fleisch mehr essen wolle, wirklich beim Wort genommen und ihm immer ein Alternativessen vorgeschlagen. Außerdem besorgte ich ihm vegetarischen Brotaufstrich und erinnerte ihn daran, dass es sehr wichtig sei, dass er viel Gemüse isst, um trotzdem genügend gesunde Stoffe aufzunehmen. Ich machte es in etwa so: „Morgen Mittag gibt’s Spaghetti Bolognese. Soll ich Dir eine Tomatensoße machen oder machst Du eine Ausnahme?“ (Er machte von sich aus ab und an „Ausnahmen“.) In den letzten Tagen wurden die Ausnahmen mehr. Heute saß er neben meinem Mann, der genüsslich an seinen Spareribs nagte, bekam Stielaugen und verkündete: „Ich mag kein Vegetarier mehr sein.“

Er isst es einfach zu gerne, hihi. Es ist natürlich leichter so für mich, aber ich hätte auch durchaus mit der anderen Variante leben können. Jetzt, wo ich mich innerlich und organisatorisch damit arrangiert hatte…. 🙂

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Anfang letzter Woche habe ich mein iPhone gehimmelt. Ich kam vom Einkaufen, hatte einen fetten Fleck auf meiner Hose und beschloss, sie gleich mal eben schnell einzuweichen, bevor ich die Sachen verräume.

Dann wurde mir plötzlich klar, dass das Fon noch in der Hosentasche steckte…. *seufz* Die Paar-Euro-Hose gerettet und das Paar-Hundert-Euro-Fon dafür geschrottet. *doppelseufz*

Es war hin. Unwiederbringlich. Und jetzt hat mir mein allerliebster bester Mann ein gebrauchtes besorgt. Gleiche Farbe, gleiche Kapazität, gleiches Modell. Hurra! Sooo lieb! Danke, Liebster!

11 Heimlichkeiten über mich

Im Rahmen des „Liebster Blog Award“ muss ich ja nun auch noch 11 Heimlichkeiten posten. Wow, das ist gar nicht so einfach! Was habe ich denn schon für Geheimnisse, ich Plaudertasche??? 😉

818ca-liebster

Nun, aber ich geh mal in mich und denke scharf nach. Und Vorsicht! Wenn ich Geheimnisse ausplaudere, dann sind das wirklich private Dinge! Also macht Euch auf was gefasst…

1. Ich habe in meiner Jugend gerne feuchtfröhlich gefeiert und die eine oder andere Semesterfete endete mit einem Filmriss… ich werde aber nie die eine vergessen, nach der mich alle süffisant anstarrten und pikante Andeutungen machten – mir aber bis zum heutigen Tage nie verrieten, was um alles in der Welt ich in meinem Vollsuff angestellt hatte. *hust*

2. Ich finde meinen Körperspeck nett. Wirklich. Auch wenn ich immer gerne schlanker bin  – vor allem wegen meinem Anblick mit Klamotten und wegen der Fitness – ab und an stehe ich nackt vorm Spiegel und begucke mir mit wohliger Belustigung meine üppigen Formen. Und ich mag mich genau so wie ich bin. Das ist ein wunderschönes Gefühl!

3. Ich habe bis zum heutigen Tage – außer das eine einzige Mal, als ich meinen jetzigen Ehemann kennengelernt habe – keinen meiner Partner jemals betrogen. Ich bin eine ganz schön treue Seele. 🙂

4. Ich habe in meiner Jugend auch ganz schön viel Jugend-Scheiß veranstaltet. Nicht immer gesetzeskonform…. aber ich hatte nie das Gefühl, die Kontrolle über meinen Weg zu verlieren – ich wusste immer, wo ich hin will und habe diese Ziele auch immer verfolgt. Alle Reize der Jugendzeit konnten mich nicht davon abhalten, weiterzugehen und im richtigen Moment auch diszipliniert zu ackern, um meine Ziele zu erreichen.

5. Ich habe während meiner Studienzeit als Aktmodell gearbeitet und auch mal bei einer Vernissage mit vielen vielen Gästen meine Hüllen fallen lassen.

6. Ich habe mit 12 meine erste Zigarette geraucht und mit 20 meine letzte. Igitt. Heute würde ich lieber nackt im Starkregen sitzen, als eine zu rauchen!

7. Rollenspiele mit meinen Kids zu spielen (also Kaufladen, Mutter und Kind etc.) langweilt mich fürchterlich und ich versuche so oft wie möglich, mich davor zu drücken.

8. Ich muss manchmal in mich hineinlachen, wenn ich das trotzige Kind in mir spüre, das immer noch aufmüpfig das Kinn vorstreckt, wenn ich z.B. bis nach 0:00 Uhr wach bleibe, eine ganze Tüte Chips auf einmal auffuttere oder mir die Zähne mal nicht putze. Krass, wie sehr uns unsere Biografie prägt!

9. Ich habe im ersten Staatsexamen in der schriftlichen Kunstprüfung geschummelt. Ich hatte einen Spickzettel für die Werkanalyse in Form von vielen vielen kleinen Symbolen auf meinem Schlampermäppchen. Jedes stand für einen zu analysierenden Aspekt und ich hatte sie mir alle selbst ausgedacht.

10. Ich bin faul. Und ich stehe dazu. Im Zweifelsfall mache ich immer nur das Nötigste. Außer natürlich, ich habe Lust drauf. Dann kann ich auch übelst loslegen und ackern. Aber das Nötigste ist immer drin. Und das hat einen guten Grund: Ich habe als Jugendliche und junge Frau mit angesehen, wie sich meine Ma todkrank (und fast tot) geackert hat und habe einen Höllenrespekt davor. Ich weiß, wie wichtig es ist, sich im richtigen Moment auch mal hinzusetzen und sich einfach was Gutes zu tun. Deshalb mache ich das auch, egal wie es gerade in der Küche aussieht oder wie ranzig die Waschbecken sind, wie voll der Wäschekorb oder wie leer der Kühlschrank.

11. Ich habe leicht zwanghafte Züge. Zum Beispiel zähle ich ganz vieles ab. Auch Dinge, die man gar nicht zählen müsste. Umdrehungen der Pfeffermühle zum Beispiel, oder Kleiderbügel, die ich im Wäschekeller aufhänge. Ab und an bekomme ich auch Beklemmungen bei scheinbar freien Entscheidungen. Zum Beispiel, wenn ich ziellos mit dem Fahrrad unterwegs bin und es wirklich wurst ist, ob ich nun links oder rechts abbiege. Dann bekomme ich Angst, dass ich die falsche Entscheidung treffen könnte. Zum Glück weiß ich um diese Dinge, kann sie mit einer inneren Distanz wahrnehmen und sie somit nicht zum Herr über meinen Alltag werden lassen.

So. jetzt habt ihr’s. Das hättet ihr nicht gedacht, was?! 🙂 Und jetzt muss ich was arbeiten. Und nebenher überlege ich mir 11 wunderhübsche Fragen für meine nominierten Bloggerinnen! 🙂 B.t.w., wie um alles in der Welt findet man raus, wieviele Follower ein Blog hat???

Liebster Blog Award

Die liebste Mara hat mir und zehn weiteren Bloggern diesen Award verliehen, was mich sehr ehrt:

818ca-liebster

Sehr gerne beantworte ich die Fragen – weiß nur noch nicht, ob es mir wiederum gelingt, noch 11 weitere Blogs zu nominieren, da mir Mara die Auswahl mit ihren eigenen Nominierungen schon eeetwas eingeschränkt hat. Nathalie und ihr Blog Mango küsst Sonne z.B. wäre definitiv bei mir auch dabei gewesen! 🙂

1. In welchem (Kinder)Buch wärest du gerne zuhause?

Oh, gar nicht so einfach…. Wenn die Frage gelautet hätte „Mit welchem Kinderbuchheld identifizierst du dich?“ , dann hieße meine Antwort „Pippi Langstrumpf“ 😉 …aber „Zuhause“…hmmm….. ich glaube, irgendwo in Bullerbü, oder auf dem Bauernhof von Michel. Schweden eben. Schwedisch-ländliche Idylle. Wo die Welt noch in Ordung war. Ein weiterer Platz aus Büchern, der mir immer sehr gut gefallen hat, sind z.B. die Beschreibungen aus der Provence in „Salz auf unserer Haut“. Ich bin halt ein Land-Mensch. Oder besser gesagt, ein „Europäischer-Idylle-auch-gerne-am-Meer-Mensch“. Auf ferne Inseln oder andere Kontinente hat es mich eigentlich nie so gezogen….

2. Am liebsten bin ich …

positiv, gelassen und humorvoll. So lange es mir gelingt, in dieser Stimmung zu bleiben, ist die Welt für mich in Ordnung. Natürlich falle ich aus eindeutigen Gründen (Stress, Schlafmangel etc.) immer wieder hinunter in die Tiefen der Anspannung, Ungeduld, Unruhe und auch ab und an ins Jammertal. Aber seit ich in einer Therapie gelernt habe, dass die paradiesischen Gärten der Positivität nicht verschwunden sind, solange ich im Jammertal sitze, sondern einfach auf mich warten, bis ich wieder genug Kraft geschöpft habe, den Bergrücken zwischen diesen beiden Orten zu erklimmen und auf der anderen Seite wieder herabzusteigen, seitdem bin ich nie wieder so tief in ein Schlamassel gefallen, dass es meinen Optimismus ganz zerstört hätte.

3. Dabei entspanne ich mich: …

Lesen – Blogs, Bücher, Zeitschriften….alles, was mir in die Hände fällt! 🙂

Tagträumen – irgendwo draußen auf einer Decke liegen, das Gras begucken, Käfer, die drin rumkrabbeln, den Wolken beim Fliegen zusehen und sich einfach zeitlos fühlen

Baden – wenn es hart auf hart kommt, flüchte ich in die Badewanne. Natürlich immer mit etwas zu Lesen! 😉

Schreiben & Gespräche führen – mich ausdrücken, meine Gedanken ordnen, entweder auf Papier, digital oder im Gespräch, das ist für mich Seelenbalsam! Ich habe vieles über mich selber und meine Welt erst durch meine eigenen geschriebenen oder gesprochenen Worte erfahren – plötzlich war es da, war greif- und begreifbar.

4.  Heute war mein ein erster Gedanke nach dem Aufwachen:

…was, schon wieder viertel vor sieben? Oh Mann, ich bin müüüüüüde! 🙂

5. Welche Beziehung hast du zu deiner Schlafstätte? Nur zum Schlafen da oder auch Ort für…

…Lese- und andere Orgien

…gute Gespräche

…Ablage für „Was zieh ich nur an“-Gelage

…Kitzelspiele mit den Kids

…Familienkuscheln

6. In meiner Bloggerseele steckt viel …

…Mitteilungsbedürfnis. Dieses Wort kam mir gerade ganz spontan in den Sinn und ich lasse es auch einfach mal so stehen. 🙂

7. Dafür habe ich immer Geld:

ein interessantes Magazin – eine Obdachlosen-Zeitschrift – ein schönes Modeschmuckstück – ein Blümchen für mich oder jemanden, dem ich ein Freude machen möchte – jemanden / eine gute Sache unterstützen, auch wenn es nur mal wenig ist, was ich geben kann

8. Dafür würde ich nie Geld ausgeben:

Fragwürdige Delikatessen wie Froschschenkel, einen Bus-Urlaub, eine Waffe, fragwürdige Spendenaktionen, um mir Aufmerksamkeit zu erkaufen

9. Auf meinem Schreibtisch stehen …

…ich besitze zur Zeit keinen Schreibtisch. Mein Laptop steht mitten im Wohnzimmer auf unserem riesigen Esstisch. Und hier steht und liegt gerade so einiges rum: Bastelsachen, haufenweise Malereien der Kinder, Stifte, Klebebandrollen, Einkaufszettel in progress, Zeitschriften, die Reste meines gestrigen Apothekenbesuches (ein Handwaschöl, das mir endlich Linderung für meine Handekzeme bringen soll), ein Telefon, eine Glaskugel, die sich unser Kurzer im Urlaub als Mitbringsel ausgesucht hat, übrige Reinigungstabletten von unserer kaputten Kaffeemaschine,die ich noch entsorgen muss usw…..

10. Meine Lieblingspflanze ist …

schwer zu benennen! Ich müsste mich entscheiden zwischen strahlend blauen Vergissmeinicht, duftenden Rosen mit samtweichen Blütenblättern, wild wucherndem Klee, bäuerlich anmutenden Ranunkeln, edlen weißen Lilien und …oh Gott, ich hör jetzt einfach auf! 🙂

11. Heute abend tue ich mir etwas Gutes. Ich …

mach mir eine Tasse Pfefferminztee, kuschle mich an meinen Liebsten und guck mir die heute show an – meiner Meinung nach mit das Beste, was die deutsche TV-Landschaft zur Zeit an Satire zu bieten hat!

Sooo…. und jetzt geh ich in mich und überleg mir, wen ich denn hier was fragen will! Bis bald! Ein schönes Wochenende Euch allen! 🙂

Des Krimis zweiter Teil – diesmal sogar mit Leiche

Leider hat die Geschichte mit der Abgabe der Datei in der Druckerei am Donnerstag doch noch kein Ende gefunden. Denn der Träger unserer Kita wollte, obwohl sie alle Texte schon zur Korrektur hatten, bevor ich sie eingebaut habe, das fertige Stück nochmal sehen, bevor es in den Druck geht.

Und damit begann das Elend. Aus Gründen massiver Fehlkommunikation zwischen verschiedenen Beteiligten wurde mir nie mitgeteilt, dass oben genannter Träger ein Farbkonzept hat, dem alle Publikationen unterliegen und dass das Logo des Trägers auf der Titelseite zu erscheinen hat. Zu dem erwähnten Farbkonzept kann ich nur sagen, dass es schlichtweg grauenvoll ist – mein Bruder vermutete schon, dass der hauseigene Grafiker vormals wohl eher Metzger war, oder „Optiker – und wegen Berufsunfähigkeit aufhören musste.“ 😉

Nun, lange Rede, kurzer Sinn – zu einem niedlichen Foto in Gelb- und Grüntönen sollte ich nun ein Titelblatt in Blau und Rot erstellen. *würg*

Sehr, sehr schweren Herzens entfernte ich also mein wunderbares Deckblatt und ersetzte es durch ein undurchdachtes, hässliches Konglomerat an Farben, Formen und Schriften. Es sieht jetzt nicht nur ein wenig wie ein billiger Werbeprospekt aus.

Mein Farbkonzept im Inneren der Festschrift fiel natürlich ebenfalls dem Corporate Design des Trägers zum Opfer. Fröhliche, kindgerechte Farben, erledigt von einem Schreibtisch-täter, der auf die hauseigene Optik bestand.

Ich hätte es nicht Krimi nennen sollen. Vielleicht hätte es dann auch keine Fast-Leiche gegeben. Ich bin jedenfalls traurig. Mein Baby hat die Korrektur zwar überlebt, aber jetzt sieht es eher wie ein Zombie aus. 😦

Eine Frau, ein Buch, ein Krimi

Die letzten Tage und Wochen war es hier etwas stiller, was daran lag, dass ich mich in eine Situation hineinmanövriert hatte, die mir doch fast noch über den Kopf zu wachsen drohte.

Begonnen hatte alles mit einem kleinen „Ja“. Dieses Ja hatte ich einer lieben Freundin letztes Jahr im Herbst entgegengeworfen auf die Frage, ob ich nicht Lust hätte, an der Festschrift zum 10jährigen Bestehen unserer Kita mitzuwirken.

Klar, dachte ich mir. Ich habe ja schon als Vierzehnjährige bei der Schülerzeitung mitgearbeitet. Das war der erste, aber lange nicht der letzte Job in dieser Richtung in meinem Leben. Diese Leidenschaft zog sich weiter über die langjährige Mitarbeit an einer Studentenzeitung und diverse Einzelprojekte wie Hochzeitszeitungen und dergleichen. Das geschriebene Wort im allgemeinen und Printmedien im besonderen lagen mir immer schon sehr am Herzen.

Ende Januar sollte es konkret losgehen. Wir saßen zu acht um einen Tisch, die Kita-Leiterin, diverse Elternbeiräte, eine Erzieherin, ein Vater, der eine Druckerei hier im Ort leitet, und ich.

Wir sammelten, was in die Festschrift hineinkommen sollte und der Herr von der Druckerei, der sich dankenswerterweise dazu bereit erklärt hatte, sie kostenlos für die Kita zu drucken, lud uns für Anfang März in seine Firma ein. Wir sollten dorthin schon einige fertige Texte und Bilder mitbringen, damit er mit uns gemeinsam besprechen könne, wie das Layout aussehen soll.

Die sechs Wochen vergingen wie im Flug und wir fanden uns in einem Konferenzraum wieder, wurden zu Kaffee und Tee eingeladen, bekamen Schreibblöcke und Kulis von der Druckerei geschenkt und harrten der Dinge, die da kommen sollten.

Allerdings kamen sie nicht. Stattdessen kam ein netter Herr, der uns erklärte, dass er sich um unsere Angelegenheit kümmern werde und dass das mit dem Layout ein großes Missverständnis sei, dass wir das schon selber machen müssten. Die Druckerei könne die Festschrift nur drucken. Und zwar bräuchten sie das fertige Dokument in vier Wochen.

Er zeigte uns noch die Firma, wir bestaunten beeindruckt große Druckmaschinen und ließen uns in der sogenannten „Vorstufe“ erklären, wie Druckvorlagen hergestellt werden. Alles war sehr interessant. Aber wie wir nun zu unserer Festschrift kommen sollten, wussten wir nicht.

Mein Hirn rotierte und ich ging im Geiste sämtliche Connections durch. Da fiel mir mein kleiner Bruder ein, der irgendwas mit Medien studiert hat und der zur Zeit ohne feste Anstellung ist. Ich zählte Eins und Eins zusammen und erklärte der versammelten Menge gönnerhaft, dass ich das Problem lösen könne. (Dies war nach dem „Ja“ am Anfang der zweite Punkt, an dem ich mich tiefer in die Sache hineinritt…)

Es kostete mich sieben Tage, bis ich es endlich schaffte, meinen Bruder in sein Glück einzuweihen. Leider war er schlauer als ich und ersetzte das „Ja“ durch ein „Nein“. Zu meinem Glück (?!?) fügte er allerdings ein „aber“ hintenan.

„…,aber ich kann dir zeigen, wie man es macht!“

Dieser kleine Nebensatz beförderte mich zur Chefredakteurin, Layouterin und Setzerin der Festschrift in Personalunion. Mit einer Frist zur Projektfertigstellung von drei Wochen. Mit Hilfe eines Layoutprogrammes, von dem ich bis eben nicht mal gewusst hatte, dass es existiert.

Gönnerhaftigkeit ist eine Unart in unserer Familie und so redete mir mein Bruder die Aufgabe so lange schön, bis ich überzeugt war, es locker zu schaffen. Auf seinen Rat hin lud ich mir eine 30-Tage-Test-Version von Adobe InDesign herunter und er brachte mir über TeamViewer und das Telefon die ersten Schritte bei. Zum Glück erstellte er mir eine sogenannte Masterseite, die mir bereits Hilfslinien etc. bot, an denen ich mich orientieren konnte.

Ich machte mir schier in die Hose angesichts der Aufgabe. Die angstgeweiteten Blicke in der Kita hingegen beschwichtigte ich fast täglich mit einem herzhaften (oder war es eher „gönnerhaften“ ) „Das schaffen wir schon!“

Wir? Ich.

Inzwischen war wieder eine Woche rum und das Abgabedatum 5. April drohte schon am Horizont. Also fasste ich mir ein Herz und rief in der Druckerei an, um den spätestmöglichen Termin zu erfragen. Der wurde auf den 16./17.4. festgelegt und ich atmete auf.

„Das schaff ich locker!“ säuselte ich mir mutig zu.

Ich hangelte mich durchs Programm wie ein Kleinkind beim Laufenlernen. Es dauerte ewig, der Telefondraht zu meinem Bruder glühte, aber nach ein paar Tagen hatte ich ein Konzept und ein paar Probeseiten, die ich stolz bei einer Elternbeiratssitzung in der Kita herumreichte.

Dann kam die Karwoche. Ich schob den Job vor mir her – ich hatte ja noch sooo viel Zeit! Wir feierten Ostern, mein Großer hatte Geburtstag, ich packte unsere Siebensachen und wir fuhren in den Schwarzwald, um mit meinen Eltern ihren Siebzigsten zu feiern. InDesign und alles was dranhing, hatte ich innerlich irgendwo ganz weit hinten weggepackt. Das wollte ich in der Woche nach den Ferien in Angriff nehmen.

Doch dann hatte meine Mutter eine Herzattacke und wir fuhren erst am Montagnachmittag nach Hause. Ich war erschöpft von den Tagen, die hinter mir lagen und brauchte erst mal zwei Tage, um mich wieder aufzurappeln. Mein Mann war – wie eigentlich immer in prekären Situationen – auf Dienstreise. Nicht dass er da was dafür könnte!

Letzten Donnerstag dann schlich ich endlich an die Kiste, öffnete das Programm und versuchte, mich daran zu erinnern, wie das denn verflixt nochmal alles funktionierte. Ich konferierte im Minutentakt mit meinem Bruder, konnte zum Glück einen lieben Freund finden, der mir die 450 Fotos in ein anderes, besser druckbares Format konvertierte, und layoutete, was das Zeug hielt. Bis Freitagabend hatte ich vielleicht ein Drittel fertig.

Der zigte Korrekturausdruck

Der zigte Korrekturausdruck in Schwarz-Weiß

Am Samstag war die Geburtstagsparty des Großen, am Sonntag ruht sogar Gott, also ruhte auch ich.

Montags ging es weiter. Donnerstag!, sagte ich mir. Am Donnerstag ist der Siebzehnte, bis dahin muss ich fertig sein! Zum Glück hatte mir die Kita-Leiterin zugesagt, dass ich die beiden Kleinen selbstverständlich länger da lassen dürfe, damit ich in Ruhe arbeiten kann. Also holte ich sie am Montag erst gegen 16:30 Uhr ab und war guter Dinge, da ich wirklich ein deutliches Stück weitergekommen war und die Sache langsam anfing, Spaß zu machen.

Aber dies ist ja schließlich ein Krimi. Krimis sind keine Autobahnen, sondern eher mit verwinkelten kleinen Hohlwegen im Wald zu vergleichen, solche, auf denen man sehr genau hinschauen muss, um nicht einen Stein oder eine vorstehende Wurzel zu übersehen.

Die fiese kleine Stolperwurzel enttarnte sich, als die Maus plötzlich gegen 17:15 Uhr verkündete, sie wolle jetzt schlafengehen, und in meinen Armen mit vierzig Fieber einschlief. Soviel also zu der Planung, am Dienstag und Mittwoch noch schnell aber heftig durchzustarten und das Layout fertigzustellen.

Wo ist nur im richtigen leben der Escape-Button?

Wo ist nur im richtigen Leben der Escape-Button? Und kann bitte mal jemand meine Tastatur putzen!?

Also arbeitete ich am Montagabend bis weit nach Mitternacht weiter, weil ich ja nicht wusste, was der kommende Tag bringen würde.

Am Dienstagfrüh ging es der Maus etwas besser, sie früstückte und saß danach ganz lieb bei mir am Tisch und knetete. Ich konnte mehr tun, als erhofft. Nach dem Kneten folgte noch eine Runde „Sendung mit der Maus“, dann schlug das Fieber erneut zu und sie schlief ein – von halbelf bis nach fünfzehn Uhr. Selten war ich so froh, dass meine Kinder Fieberschübe immer „ausschlafen“.

Wer beim Lesen ganz genau aufgepasst hat, weiß, dass es noch weitere potenzielle Stolpersteine in dieser Story gibt. Einer davon war mein Fehlschluss, der Donnerstag sei der 17.4. Dieser Tag, liebe Leser, war nämlich gestern, ein Mittwoch. Nicht heute.

Die Herren von der Druckerei gaben sich verschnupft, aber diesmal konnte auch ich nur „Nein“ sagen. Ich gab mein Bestes, aber Mittwoch konnte ich beim besten Willen nicht fertig werden.

Ich ackerte, so gut es ging, Haushaltsdinge erledigte ich schon seit Tagen nur marginal und während so das Chaos um mich herum wuchs, entstand unter meinen inzwischen schon recht geübten Händen ein wundervolles Buch mit über fünfzig Seiten voller Erinnerungen, Kinderfotos und Mitarbeiterportraits.

Oh. Mein. Gott.

Oh. Mein. Gott.

Gestern Nacht um 0.57 Uhr beendete ich die letzte Korrekturrunde. Es war vollbracht. Seufzend fiel ich gegen halbzwei ins Bett und wusste, heute würde ich „nur noch“ die fertige Datei an die Druckerei liefern müssen.

Leider beschloss die Maus, heute schon um 5:45 die Augen aufzuschlagen und so kroch ich nach gerade mal vier Stunden Schlaf aus den Federn und hinunter in mein Chaos, um den Tag zu beginnen.

Vagabundierende Kinderspielüberbleibsel

Vagabundierende Kinderspielüberbleibsel – und wo ist Platz für mich?

Gegen neun rief ich in der Druckerei an, um die letzten Anweisungen bezüglich der Konvertierung der Datei in ein druckbares Format einzuholen. Ein weiterer netter Herr dirigierte mich am Telefon durch das Exportmenü, während ich nebenher versuchte, meine Tochter davon abzuhalten, auf unseren Klappstuhl zu steigen und zwischen den zusammenklappenden Hälften plattgedrückt zu werden.

Die Vorbereitungen liefen wie am Schnürchen, nur eine einzige Einstellung konnte ich nicht übernehmen, weil sie sich nicht anklicken ließ. Als wir durch waren, fragte ich nach, ob ich nun auf „Export“ klicken soll, der nette Herr bejahte dies und mein Mausfinger zuckte.

Millisekunden, nachdem ich den Export gestartet hatte, bat er mich, doch noch mal in den Eistellungen zurückzugehen. Ich klärte ihn darüber auf, dass der Export schon laufe, wir beschlossen aber, das Dokument einfach ein zweites Mal mit den hoffentlich besseren Druckeinstellungen zu exportieren. Also stellte ich noch dies und das um und beendete unser Telefonat mit der Ankündigung, noch etwas mit dem Starten des zweiten Exports zu warten, bis der erste abgeschlossen sei.

Kurz darauf hängte sich mein Computer auf.

Alles kein Problem!, suggerierte ich mir, und startet die Kiste neu. Aber ich hatte etwas Wesentliches übersehen.

Wie der geneigte Leser weiß, arbeitete ich mit einer „30-Tage-Testversion“. Und als ich das Programm wieder neu starten wollte, teilte es mir mit: „Der Testzeitraum ist abgelaufen. Bitte registrieren Sie sich.“ Auf Deutsch: Kauf‘ es oder hau ab!

Leicht panisch rief ich den Herrn von der Druckerei wieder an und wir versuchten noch, das Programm mit dem Umstellen der Systemzeit zu besch…ummeln. Leider war es ungnädig.

Zum Glück hatte wenigstens der Export mit der etwas weniger guten Druckeinstellung geklappt, also fuhr ich eine Viertelstunde später (Frau Dekogöttin war so lieb, so lange auf meine kranke Tochter aufzupassen) mit dem über 7 GB großen Dokument auf einem Stick in die Druckerei.

Der nette Herr vom Telefon bekam ein Gesicht und wir nahmen gemeinsam an einer der riesigen Workstations Platz, um eine letzte Prüfung meines Dokuments vorzunehmen. Und was soll ich sagen? Bis auf drei Fotos im falschen Bildformat, bei denen ich vergessen hatte, sie durch die von meinem Freund konvertierten zu ersetzen, war wirklich drucktechnisch alles makellos! Die Fotos konnten wir vor Ort nachkonvertieren und somit hat nun alles seine Richtigkeit und ist – unfassbarerweise – erledigt!

Ich kann es noch kaum glauben, dass ich es tatsächlich geschafft habe!

Da sieht man mal wieder, wohin einen so ein unbedachtes „Ja“ bringen kann. Nämlich bis an die eigenen Grenzen und darüber hinaus. Und das macht mich nicht nur sauer auf mein gönnerhaftes Unterbewusstsein, sondern vor allem auch ganz schön stolz auf mein Durchhaltevermögen.

Und jetzt erstmal einen riesengroßen, lieben Dank an alle, die mir dabei geholfen haben, das zu schaffen:

  • Allen voran meinem Liebsten, der mir immer wieder aus der Ferne Mut zugesprochen und mir am Wochenende meinen vernachlässigten Haushalt auf Vordermann gebracht hat
  • meinem Bruder, der sich nach einer Weile schon mit „InDesign-Hotline, was kann ich für Sie tun?“ am Telefon meldete, und mir auch zum fünften Mal erklärte, wie man einem Farbfeld eine andere Farbe zuweist
  • meinem guten Freund aus alten Zeiten, der mir mit einem Augenzwinkern auch noch die fünfunddreißigste Mail mit dem Betreff „Nur noch dieses EINE Foto bitte!“ konvertierte und umgehend zurückschickte
  • Dann natürlich auch Frau Dekogöttin, die für mich beim Einkaufen war und meine Kinder betreut hat
  • unserer Kita-Leiterin, die Korrekturfahnen und anderes bei mir abholte, damit ich nicht jedesmal mit der kranken Maus aus dem Haus musste
  • meiner Mama, die mich am Telefon über meine missliche Lage jammern ließ, so oft ich das wollte und die mir so schwierige Entscheidungen wie „Was soll ich denn bloß heute auch noch kochen?“ abnahm
  • und zu guter Letzt natürlich meinen Kindern, die sich die letzten Tage bravourös durchs häusliche Chaos schlugen, mit der x-ten Portion warme Wiener mit Butterbrot zum Mittagessen vorlieb nahmen und mit einer nervenzerrütteten, übernächtigten Mama auskommen mussten
  • …und all den vielen anderen Beteiligten, die ihr Puzzleteilchen zu diesem Riesending beigetragen haben!

Wie gerne würde ich Euch nun auch das Ergebnis zeigen. Aber um meiner Anonymität willen und natürlich auch aus anderen Datenschutzgründen werdet ihr diese Festschrift leider nie zu Gesicht bekommen. Glaubt mir, sie ist wunderschön!

Der eine oder die andere von Euch wird sich sicher auch fragen, warum um alles in der Welt ich mich nach Beendigen einer sochen Mammutaktion nicht einfach aufs Sofa fallen lasse und ausruhe und stattdessen hier sitze und diesen ellenlangen Artikel formuliere.

Tja nun – meine Liebe zum geschriebenen Wort und ich können nicht anders – mein Fluch, Euer Segen. 😉