Gespräche mit dem Großen

Heute entspann sich bei unserem zweisamen Mittagessen ein sehr interessantes Gespräch zwischen mir und dem Großen, in dem es um Wahlen, Politik und Parteien ging. Letztendlich landeten wir gemeinsam am iPad und ich zeigte ihm den Wahl-O-Mat, mit dessen Hilfe man wenigstens eine Anhaltspunkt darüber finden kann, mit wessen Wahlprogramm man so einigermaßen einverstanden sein würde.
Ausgangspunkt des Gesprächs war der Beruf meines Mannes und seine damit verbundene häufige Abwesenheit. Aus Spaß meinte dann der Große, er könne ja stattdessen Bundekanzler werden, schob aber gleich hinterher, dass er dann wohl noch seltener daheim wäre. Nach kurzer Denkpause kam dann die Frage : „Mama, könnte ich auch Bundeskanzler werden?“ und wir sprachen über politische Karrieren und deren meist zwingende Notwendigkeit einer Mitgliedschaft in einer der größeren Parteien.
Während wir über dem Wahl-O-Mat brüteten, erklärte ich ihm haufenweise aktuelle politische Themen und er durfte sich dann immer entscheiden und seine persönliche Meinung anklicken.
Insgesamt haben wir sicher eine ganze Stunde mit dem Thema verbracht und es hat sehr viel Spaß gemacht.
Ich liebe solche gehaltvollen Gespräche mit Kindern und natürlich insbesondere mit meinen eigenen. Und ich freue mich jetzt schon sehr darauf, dass noch viele Jahre vor mir liegen, die mit solchen und ähnlichen Gesprächsanlässen gespickt sein werden, die ich hoffentlich alle aufgreifen und für die Geistesentwicklung meiner Kinder fruchtbar umsetzen kann.

Jaja, „die Rechnung ohne den Wirt“…..

Gerade bin ich per Zufall über einen alten Artikel von mir gestolpert, in dem ich groß und breit darüber geschrieben habe, wie ich mir die Sache mit dem Stillen bei Kind Nummer Drei vorstelle.

Ganz am Ende des Artikels stelle ich dann doch lapidar fest, dass nichts sicher ist:

„Aber wie ich schon bei Kind Nr.2 erfahren musste, werde ich diese Rechnung nicht ohne den Wirt machen können. Ob es also so oder ganz anders laufen wird, steht (noch) in den Sternen. Eins weiß ich jedoch genau: wie auch immer es laufen wird, das Hauptkriterium wird bleiben: was ist für alle Beteiligten das Beste? Und genau das werde ich dann nach bestem Wissen und Gewissen tun. Ganz gelassen. Hoffe ich doch. „

Dazu kann ich im Rückblick eigentlich nur eines sagen: Ja, es ist anders gelaufen. Und es läuft immer noch, im doppelten Wortsinn. Denn ich stille noch immer. Die Maus habe ich nun länger als jedes andere Kind gestillt und im Moment ist auch kein Ende in Sicht.

Was ich allerdings geschafft habe (und daran habe ich auch zum damaligen Zeitpunkt nicht gezweifelt), ist, zu (zumindest fast) allen Zeiten gelassen zu bleiben. Inzwischen ist Stillen hier keine Mahlzeit mehr, sondern ein liebgewonnenes Morgenritual, ein Zusammenkuscheln und im Dunkeln noch ein wenig vor sich Hindösen und eben -stillen. In ganz seltenen Fällen fällt der Madame auch noch am Nachmittag ein, dass sie eine Portion Mama haben will. Und das war’s dann auch.

Da sie sich ohne Murren an die Regel „Gestillt wird nur Zuhause“ hält, weder alle fünf Minuten drauf besteht, noch in Panik verfällt, wenn mal keine Zeit dazu ist oder ich schlichtweg nicht da bin, ist der augenblickliche Zustand für uns beide sehr angenehm und wird sich wohl erst ändern, wenn sie selber irgendwann entscheidet, dass jetzt genug ist. Ich bin schon drauf gespannt, wann. Ich geh mal nicht davon aus, dass das erst mit 18 der Fall sein wird. 😉

Für mich ist das Stillen noch etwas anderes – nämlich das letzte zarte Band zur Fruchtbarkeit. Wenn diese Episode vorbei ist, dann ist endgültig Schluss, dann gibt es nie wieder Schwangerschaft, nie wieder Stillen. So richtig dran denken darf ich nicht. Und deshalb bin ich wahrscheinlich auch so bereitwillig, meinen Körper noch ein Weilchen länger zur Verfügung zu stellen….

Zum Reisefieber kam echtes…

Oweh! Die Maus ist krank! Heute mittag holte ich sie von der Kita ab und sie war schon sehr schlapp und weinerlich, eine Stunde später hatte sie bereits 38,5°C und inzwischen schläft sie seit 2 1/2 Stunden und ist glühend heiß. 😦

Das macht mir das Wegfahren morgen nicht eben leichter…. Ich weiß, die Daheimgebliebenen werden sich lieb kümmern und es wird ihr an nichts fehlen. Trotzdem tut es mir unheimlich leid, dass sie diese Erfahrung, das erste Mal ein paar Tage ohne Mama zu sein, nun auch noch krankerweise durchstehen muss.

*seufz*

Fehlinterpretation

Gestern holte ich unseren Kleinen vom Kindergarten ab und fand folgendes Kunstwerk in seiner Garderobenkiste:

Niedlich….

Er selber war noch kurz auf der Toilette, also lächelte ich vor mich hin und bewunderte die niedlichen Marienkäfer, die er da wohl gezeichnet hatte. Als ich ihn darauf ansprach, guckte er mich jedoch nur unverständig mit dem Kopf schüttelnd an, drehte mir das Papier in den Händen um und sagte:

…oder doch nicht?

„Nee, Mama, das sind doch die Roboter aus ‚Star Wars‘!“

Aha. :-/

Unser Mittelkind ist fünf

Oh, mein kleiner Mittelstürmer! Mein Rumpelstilzchen, mein Wirbelwind. Du bist ein Menschlein, an dem man nicht vorbeikommt. Wenn du einen Raum betrittst, übersieht (oder besser… überhört?!) dich keiner.

Meine Gefühle für Dich fahren die wildeste Achterbahn der Welt. So heiß und innig ich Dich liebe, so warm mir ums Herz wird, wenn Du mir ganz ernst etwas über Dein neuestes LEGO-Bauwerk erzählst oder wenn Du breit und laut über etwas lachst, das Dich freut, so sehr mir der Schreck in die Glieder fährt, wenn Du Dich plötzlich in einer gefährlichen Situation befindest, so sehr möchte ich auch manchmal vor Dir fliehen, vor Deinen Urgewalten, Deinen Zornesausbrüchen, Deinen Urschrei-Arien. Wenn etwas nicht nach Deinem Kopf geht, brennt die Hölle los.

Du schreist und  tobst mit einer bewundernswerten Ausdauer – und leider trittst, haust und beisst du dann auch. Was haben wir schon alles probiert… nichts scheint zu helfen. Wir können nur hoffen, dass die Zeit für uns und für Dich spielt und mit dem zunehmenden Alter auch die Vernunft einsetzt.

Dabei gibt es so viel anderes, was du gut kannst, was du liebst:

  • Du bist ein fantastischer Kletterer
  • Du bist der mutigste und furchtloseste kleine Junge, der mir je begegnet ist
  • Du bist unglaublich stark und kraftvoll
  • Du bist sehr aufmerksam, bemerkst auch kleine Dinge sofort
  • Du kannst schon fast ohne Hilfe bis 100 zählen, einfach, weil du das können willst
  • Du baust tolle Sachen aus LEGO – kleine Raumschiffe, Fahrzeuge und noch viel mehr
  • Du kannst wirklich klasse aufräumen – wenn du dich endlich dazu durchgerungen hast
  • Du kannst sehr niedlich und schön malen, wenn Du Dir Zeit dafür nimmst
  • Du beherrschst Nintendo, iPad und Co. wie ein Großer, auch ohne Lesen zu können
  • Du bist sehr willensstark. Wenn Du Dir etwas in den Kopf gesetzt hast, dann verfolgst Du dieses Ziel hartnäckig

Du bist ein Kämpfer, ein Krieger – mutig, stark und kraftvoll. Wie sehr wünsche ich mir, dass du es schaffst, diese Fähigkeiten in Deinem zukünftigen Leben zu Deinem und dem Wohle anderer einzusetzen. Du wirst ein Mensch sein, der die Welt bewegt. Ich hoffe nur, in die richtige Richtung. Ich werde alles tun, was mir möglich ist, um Dich darin zu unterstützen.

Manchmal bin ich traurig darüber, dass ich Dir oft nicht die Anreize bieten kann, die Du sicher bräuchtest. Manchmal denke ich, dass einiges in Deinem Leben irgendwie verkehrt läuft, anders sein müsste. Aber auch mein Leben setzt so viele Beschränkungen. So wenig Zeit, so viel zu tun. Da fällt so vieles „hinten runter“. Dir gerecht werden zu wollen, das wäre ein Vollzeitjob. Ich hoffe in solchen Momenten auf Deine eigenen Kräfte und dass Du Dir im Leben holen wirst, was Du brauchst, sobald Du älter und selbständiger geworden bist.

Dein letztes Lebensjahr war kein leichtes. Im Kindergarten ging es drunter und drüber, Erzieherinnen kamen und gingen und nichts blieb, wie es mal war. Du musstest lernen, Deinen allerbesten Freund mit einem dritten zu teilen. Deine kleine Schwester wurde immer älter und auch fordernder und somit zu einer noch größeren Konkurrenz für Dich. Deine Gesundheit ließ Dich im Stich und Du musstest Dich zusammennehmen und auf sehr vieles verzichten, was für andere in Deinem Alter tägliche Normalität ist.

Eigentlich kein Wunder, dass man da ’ne Menge Wut im Bauch hat….

Ich liebe Dich, Du kleiner Rabauke. Nun bist Du schon fünf Jahre alt. Manchmal kann ich es kaum fassen. Im Winter wirst Du mit den Vorschulkindern bei der Seniorenweihnacht ein Theaterstück vorführen. Als Dein großer Bruder das getan hat, warst Du ein winziges Pünktchen in meinem Bauch, von dem ich (noch) nichts wusste… so vergeht die Zeit.

Ich wünsche Dir für Dein kommendes Lebensjahr vor allem eines: Dass Du darauf vertrauen lernst, dass die Menschen um Dich herum für Dich da sind, auch wenn sie mal keine Zeit, keine Lust oder keine Möglichkeit haben, sich mit Dir auseinanderzusetzen.

Bleib cool, Du kleiner Vulkan! Wir sind alle für dich da, wenn Du uns wirklich brauchst!

Ein halber Tag allein mit Mama

Das war das Tollste, was ich unserem Sandwichkind habe „schenken“ können. Ich wusste es vorher schon und mein Gefühl hat nicht getrogen, er hatte unheimlich viel Spaß und hat die Zeit mit mir alleine sehr genossen.

Neulich hatte ich ja schon davon erzählt, dass er diesen Vormittag mit mir alleine quasi als Belohnung dafür bekommt, dass er mich beim Eingewöhnen der Maus unterstützt.

Weil er eine totale Wasserratte ist, gingen wir schwimmen – und zwar nicht einfach ins nächstbeste Bad, sondern in eines, in dem wir zuvor noch nie waren, ins Westbad.

Meine kleine Wasserratte

Dort ist es wirklich schön, es gibt ein Schwimmerbecken und eine tolle Erlebnis-Beckenlandschaft mit vielen verschiedenen Düsen und Wirbeln, einem Strömungskanal, vielen Kurven und Ecken, Stufen und Schrägen. Außerdem wären da noch ein warmes Außenbecken, ein Babybereich und ein Whirlpool. Und nicht zu vergessen eine Wasserrutsche, die für mein Empfinden gerade richtig für Familien ist – man kann sie ganz gemächlich, aber auch schnell hinuntersausen, je nachdem wie man es anstellt.

Insgesamt ist alles sehr neu, hell und sauber. Besonders gut gefiel mir ein extra Eltern-Kind-Bereich direkt neben dem Kleinkinderbecken mit Wickelplatz, Dusche und Toilette. Das ist unglaublich praktisch, weil die Kleinen ja meistens eh erst kurz vor knapp Bescheid sagen… Meiner Meinung nach ist das Westbad für Familien mit Kindern ein absolut empfehlenswertes Bad!

Huhu, Mama, siehst du meine Hände?

Mein kleiner Wirbelwind war unheimlich lieb und genoss es sehr, dass ich die vollen zwei Stunden, die wir dort verbracht haben, ihm einfach immer nur folgte, bei allem was er machen wollte. Wir spielten miteinander, wir rutschten unzählige Male, ich unterstützte ihn, wenn er ohne Schwimmflügel schwimmen wollte und passte auf, dass mir der kleine Draufgänger nicht ausversehen absoff.

Beim Tauchen

Nebenher unterhielten wir uns über dies und das und es war eine Freude anzusehen, wie er dieses Mal richtig wahrnahm, dass das Wasser ihn trägt. Er traute sich immer mehr und eigentlich fehlen ihm nur noch die korrekten Schwimmbewegungen, dann hat dieses kleine Fischlein das Wasser komplett für sich erobert.

Ach ja, und die Taucherbrille. Er liebt das Wasser, aber es soll bitteschön nicht in seine Augen kommen, Danke. 😉

Nach dem Schwimmen waren wir gemeinsam Mittagessen und danach haben wir noch Bastelmaterial für den Nachmittag eingekauft – wir haben Ninja-Masken gebastelt (angelehnt an die L.E.G.O Ninjas).

Ich selber habe für mich wieder einmal gemerkt, dass ich einfach nicht so bei der Sache bin, wenn auch die anderen Kinder anwesend sind. Auch wenn sich mein Mann um die Maus kümmert, bin ich doch nie so ganz hundertprozentig „im Hier und Jetzt“, wie ich es heute war.

Diese Zeit alleine mit ihm möchte ich unbedingt wiederholen und überlege gerade, ob ich es nicht einfach zum Ritual machen soll, alle 14 Tage einen Vormittag mit ihm alleine zu verbringen, solange er noch nicht zur Schule geht. Das ist eh alles in einem Jahr vorbei…

Mit der Maus verbringe ich sowieso viel Zeit alleine, z.B. an den Nachmittagen, an denen der Kurze bei Spielfreunden ist, und auch mit dem Großen, weil er ja abends länger wach ist. Aber unser Mittelkind kommt einfach immer zu kurz.

Er war den Rest des Tages unglaublich ausgeglichen, auch als dann seine zwei Freunde da waren, mit denen es öfter mal Konkurrenz(kämpfe) gibt. Das sagt eigentlich schon alles. Ich sehe, dass ihm diese Zeit extrem gut getan hat.