Schlaft, Kindlein schlaft….schlaft jetzt, verflixt nochmal!

Gerade neulich habe ich mal wieder einen Blogbeitrag über Kinderschlaf gelesen. Diejenige Mama welche hatte so gar keine Probleme mit dem Schlaf ihrer Kinder. Zumindest keine dramatischen. Das übliche halt.

Bei uns herrscht hingegen im Moment wieder ziemliches Drama, leider. Wir hatten schon Phasen, in denen hier recht gut und friedlich ein- und durchgeschlafen wurde. Aber diese scheinen mir endlose Nächte her zu sein….

Und so hatte alles begonnen: Irgendwann letzten Herbst hatte sich der Göttergatte aus Krankheitsgründen ins Arbeitszimmer in Quarantäne begeben. Die Kinder hatten das Ehebett schneller okkupiert, als wir „Husch!“ sagen konnten. Und so lagen sie da, jede Nacht. Entweder gleich von Anfang an oder eben ab „irgendwann zwischendrin“.

An Durchschlafen meinerseits war nicht mehr zu denken. Wanderungen von Bett zu Bett, Pipi, Durst, Träume, etc. hielten mich wach.  Der Göttergatte schnarchte derweil friedlich im Arbeitszimmer.

Was hingegen gut lief, zumindest aus Kindersicht, war das Einschlafen. Naja, relativ gut. Die Maus macht uns ja, seit sie zwei wurde, jeden Abend Stress, weil sie nicht schlafen gehen will. Das Ritual wurde immer weiter ausgedehnt, bis wir schließlich bei Lesen, Kuscheln, Singen und dann am Bett sitzen, bis sie eingeschlafen ist, angekommen waren, was durchaus eine volle Stunde in Anspruch nehmen konnte. Ein volle Stunde, die ich mir weder täglich Zeit nehmen kann, noch will. Ich habe drei Kinder. Ich kann nicht für eines alleine eine Stunde Abendritual einplanen.

Genauso aufwändig war die Einschlaferei beim Kurzen. Zum besseren Verständnis verweise ich mal auf diesen Artikel.

Nunja, das Ende vom Lied: Der Göttergatte verkündete neulich, die Ära „Papa ist ausgewandert“ sei nun beendet, er wolle wieder in seinem eigenen Bett schlafen und die Kinder sollen, bitteschön, wieder in ihren eigenen Betten nächtigen.

Alleine im eigenen Zimmer ein- und durchschlafen – diese Aussicht fanden die Kleinen nicht toll, deshalb baten sie sich aus, wenigstens gemeinsam im Zimmer des Kurzen schlafen zu dürfen. Kein Problem, unters Hochbett wurde wieder die kleine Matratze gelegt und beide hatten Platz genug.

Leider ging das nur am allerersten Abend wirklich gut. Denn im gleichen Zuge kürzten wir auch das Abendritual für die Maus deutlich ab – mit der Begründung, sie sei ja nun nicht mehr alleine, also müssten wir Großen auch nicht mehr ewig daneben sitzen bleiben.

Der Maus passt das aber gar nicht. Sie jammert und lamentiert jeden Abend mindestens ca. 15-20 Minuten, manchmal auch eine halbe Stunde lang, herum und zieht sämtliche Register, um nicht schlafen zu müssen. Hunger, Durst, Pipi, Angst – alles wird herangezogen, was dazu taugt, noch mal aus dem Bett zu flüchten.

Ehrlich gesagt, ich habe jeden Abend ein schlechtes Gewissen, fühle mich als Rabenmutter, weshalb das Geschrei mich auch mehr stresst, als es objektiv müsste.

Trotzdem will ich nicht in alte Muster zurückfallen. Mit meinen Kindern kann man sowas schlecht ausdiskutieren. Die wollen am liebsten alles. Am liebsten soll Mama die ganze Nacht mit im Bett liegen. Und im Idealfall noch in doppelter Ausführung, damit nur ja keiner teilen muss.

Das kann und will ich aber nicht leisten. Meine Kräfte sind nach jetzt fast 13 Jahren Muttersein wirklich aufgezehrt und ich brauche auch mal Abstand und vor allem ruhigen Schlaf. Das alles mögen für mich Argumente sein, für die Kinder sind sie das natürlich nicht.

Ich sehe im Moment aber keine andere Lösung als die aktuelle. Denn eines muss gesagt sein: Seit sie wieder in ihren eigenen Betten und ohne „Beobachtung“ unsererseits einschlafen, schlafen sie auch wieder durch. Meistens. Und deshalb hoffe ich natürlich jeden Abend aufs Neue, dass die Maus sich irgendwann einkriegt und doch noch mal gerne oder wenigstens ohne Drama schlafen geht.

Wenn es absolut gut wäre, sobald ich mich dazulege, würde ich ja noch eher schwach werden, aber weit gefehlt – je mehr ich ihr gebe, desto mehr fordert sie ein. Und wenn ich dann beim Maximum angekommen bin (ganz nah bei ihr liegen und kuscheln, bis sie schläft), macht sie das keinen Deut ruhiger. Dann mäkelt sie eben an anderen Dingen rum. Fazit: Sie. Will. Nicht. Schlafen. Punkt.

Ist aber gleichzeitig todmüde, kreischt und schreit nur noch, wenn wir sie länger auflassen. Ist also auch keine Option.

Es ist anstrengend.

Ich hoffe, es ändert sich bald, auf welche Weise auch immer. Seufz.

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Familienspiele auf der Couch

Kennt Ihr das auch? Die Kids wollen spielen, die Eltern sind müde und wollen ausruhen.  Ich glaube, es gibt in jeder Familie „Spiele“, die aus dieser Situation entstanden sind und die Bedürfnisse alle Beteiligten mehr oder weniger zufriedenstellen. Heute möchte ich Euch mal unsere persönlichen „Couchspiel – Favoriten“ vorstellen:

Da wären zuerst mal die Klassiker Arzt  und Mutter und Kind. Zu denen brauch ich ja nicht viel zu sagen. Das Schöne daran ist, so lange man als Elternteil Patient bzw. Kind (noch besser: Baby) ist, hat man nicht viel zu tun, außer ab und zu „Aua“ oder „Wääh, Wäääh“ zu rufen. 😉

Und dann gibt es da noch die selber erfundenen Spiele ohne Requisiten:

Vogelnest

Sehr einfach. Mama oder Papa liegen seitwärts auf der Couch und bilden mit ihren abgewinkelten Knieen eine Art dreieeckiges „Nest“ zwischen Beinen und Couchlehne. In dieses Nest setzen sich unsere Kleinen sehr gerne und spielen dort Vogel.

Höhle – oder wie bei uns: Pupskeller

Wir liegen mit einer Decke zugedeckt auf der Couch. Die Kids krabbeln unter die Decke und spielen dort Höhle. Wahlweise wollen sie auch, dass wir selber unseren Kopf mit drunterstecken und mitspielen, dann ist das Spiel ein bisschen anstrengender. 😉

Aus diesem Spiel ist auch das folgende entstanden:

Pupsgefängnis

Das Kind sitzt unter der Decke und wir halten es mit den Beinen fest. Es muss versuchen, sich zu befreien. Etwas anstrengender, aber sehr lustig, vor allem dann, wenn dem Erwachsenen dann doch wirklich mal ein Pups entweicht! 😀

Kitzelstrafe – Kitzelliebe

Ein Spiel, das besonders unser Mittlerer sehr liebt. Kitzelstrafe ist von mir erfunden worden für freche kleine Jungs, die mich auf der Couch ärgern. Wenn ich ihn zu fassen bekomme, halte ich ihn fest und kitzle ihn durch. Aus diesem Spiel ist dann auf Wunsch des Kurzen die „Kitzelliebe“ entstanden, die im Prinzip genau so funktioniert, aber eine entscheidende Regeländerung hat: Wenn der Gekitzelte „Stop!“ ruft, muss der Kitzler sofort aufhören. Der Gekitzelte kann also ganz nach Gusto selber dosieren, wieviel er gekitzelt wird. 🙂

Kitzelmonster / Fangmonster

…ist im Prinzip aus der Kitzelstrafe entstanden. Ein Erwachsener sitzt mit „geschlossenen“ Augen auf der Couch, die Mitspieler rennen / schleichen / wandern um den Couchtisch herum und versuchen, am Monster vorbeizukommen, ohne gefangen bzw. gekitzelt zu werden. Das macht den Kleinen immer superviel Spaß. 😀

Einmauern

Einer sitzt auf der Couch und die anderen müssen versuchen, ihn mit allen vorhandenen Kissen und Decken von unten nach oben so einzumauern, dass man ihn zum Schluss überhaupt nicht mehr sehen kann. Wenn derjenige fertig eingemauert ist, darf er sich wieder befreien. Sehr einfach, macht aber immer allen viel Spaß.

Habt Ihr auch selber erfundene Couchspiele in Eurer Familie? Erzählt doch davon! 

Jetzt wird’s weihnachtlich

Gestern habe ich in einem Rundumschlag schnell noch rechtzeitig die Adventsdeko im Haus verteilt. (Das scheint mir übrigens öfters so zu gehen…. ;-)) Seit einer guten Woche hatte ich es schon auf der To-Do-Liste, aber die Sache mit dem Sofa hat alles durcheinander gebracht.

Vor dem Haus mit unserer blauen Haustür dekoriere ich immer in Blau, Weiß und Silber...

Vor dem Haus mit unserer blauen Haustür dekoriere ich immer in Blau, Weiß und Silber…

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Das silberne Bäumchen habe ich mir dieses Jahr neu gegönnt

Im Haus hingegen schmücke ich seit Jahren am liebsten in Rot-Grün-Gold. Das wirkt einfach so schön weihnachtlich, gemütlich und „vorfreudig“. 🙂 Meine „Drinnen-Fotos“ sind aber leider nicht wirklich herzeigbar geworden. Morgen mach ich noch mal welche bei besseren Lichtverhältnissen.

Die Kinder waren ganz hingerissen, als sie gestern nach Hause kamen und alles weihnachtlich erstrahlte, weihnachtliche Düfte durchs Haus schwebten und auch die passende Musik erklang.

Am Nachmittag setzten wir uns dann hin und schrieben Wunschzettel ans Christkind:

Post fürs Christkind!

Post fürs Christkind!

Wir haben die Briefe am Abend auf unseren Briefkasten gelegt, und als die Kinder morgens nachschauten, ob das Christkind sie auch abgeholt hat, lagen stattdessen drei winzigkleine Schokonikoläuse auf dem Briefkasten! 🙂

Ein schönes erstes Adventswochenende wünsche ich Euch allen!

Warum eigentlich Kastanien?

…das wird sich sicher schon mal der eine oder die andere beim Betrachten meines Blogs gefragt haben.

Nun, die Antwort ist einfach: Mein Mann und ich haben uns im Herbst kennen gelernt – Ende September 2004. Und an unserem allerersten gemeinsam verbrachten Tag sind wir durch den Stuttgarter Schlosspark spaziert und haben Kastanien gesammelt. Kastanien, die ich heute noch liebe und aufbewahre.

Jedes Jahr kommen ein paar neue dazu. Auch als unser Kleiner geboren wurde – Ende August – fanden sich im Garten des Krankenhauses schon ein paar Kastanien, die ich mir in die Tasche gesteckt und mit nach Hause genommen habe.

So kommt es, dass ich mein Lebensglück mit Kastanien assoziiere – und deshalb mein Blog damit schmücke. Ich werde nie wieder in meinem Leben einen Kastanienbaum anschauen und dabei nicht an meinen Mann und meine Kinder denken können… 🙂

Das wollte ich einfach mal erzählt haben. 🙂

Wünschezeit

In den letzten Wochen kreisten meine Gedanken wieder einmal um den Kurzen. Er zeigt seit einem halben Jahr zunehmend Verhaltensauffälligkeiten und ich habe versucht, Auslöser dafür dingfest zu machen. Ich habe da auch so ein paar „Baustellen“ im Visier und eine davon ist, dass er zu wenig Zeit mit uns Eltern verbringt. Das hat sich in den letzten Jahren so ergeben, weil er einen sehr sehr engen Freund hat, mit dem er zeitweise täglich von morgens bis abends gespielt hat – nach dem Frühstück bis zum Nachmittag im Kindergarten und im Anschluss an diese Zeit entweder bei uns oder bei den Eltern des Freundes bis zur Abendessenzeit.

Zum einen war und ist es schön zu sehen, wie vertraut die beiden miteinander sind – fast wie Geschwister. Zum anderen wurde mir aber immer klarer, dass unser Sohn einfach noch nicht die Kraft und den Überblick hat, zu merken, wann es genug ist und dass er ja auch Zeit mit mir und dem Papa haben möchte, dafür aber auf diese Weise kaum welche übrig bleibt.

Wir haben schon wiederholt den Versuch gemacht, am Wochenende mit den Kids getrennt was zu unternehmen, aber das verlief immer wieder im Sand, vielleicht einfach auch, weil mein Mann und ich nicht auch noch am Wochenende getrennte Wege gehen wollen…

Um eine einfacher umsetzbare Lösung zu generieren, habe ich die „Wünschezeit“ erfunden und Mitte letzter Woche hier eingeführt. Meine Grob-Idee war: „Anstatt zwei Mal im Monat einen halben Tag lieber zwei Mal die Woche eine halbe Stunde allein mit Mama oder Papa sein.“

Bei der Wünschezeit handelt es sich folglich um einen festesetzen Zeitrahmen innerhalb der „Leerlaufdreiviertelstunde“ zwischen Abendessen und Bettgehzeit, in der unsere Kinder früher oft wild und ausgelassen miteinander herumgetobt haben, aber schon müde waren und es so schnell zu Streitigkeiten oder Verletzungen kam.

Jetzt ist diese Zeit zu einem Ritual veredelt worden, das aus diesem verlorenen Zeitfensterchen einen der Tageshöhepunkte gezaubert hat! Und so funktioniert es:

Am Montag und Mittwoch hat der Kurze Wünschezeit, am Dienstag und Donnerstag der Große. Die Maus ist noch außen vor, weil sie als Kleinste sowieso noch viel mit uns Großen spielt.

Die Wünschezeit dauert pi mal Daumen eine halbe Stunde und darf vom Kind mit völlig eigenen Wünschen gefüllt werden – die nur ein paar kleinen Regeln folgen müssen:

  • das Kind sucht sich einen Elterteil aus, mit dem es die Wünschezeit verbringen will (der andere kümmert sich derweil um die anderen Geschwister)
  • es darf frei entscheiden, was in der Wünschezeit miteinander gemacht wird.
  • Verboten sind: Mediennutzung (TV, Computer, Konsolen u.ä.) , Dinge, die (viel) Geld kosten (z.B. Los, geh mir ein teures Spielzeug kaufen!) und Unternehmungen, die einem der Teilnehmer schaden könnten. Alles andere ist nicht nur erlaubt, sondern geradezu erwünscht.

Inzwischen liegen 4 Wünschezeiten hinter unserem kleinen Mann und das hat er sich gewünscht:

  • mit der Mama in den LEGOShop fahren und vom eigenen Taschengeld ein ersehntes Objekt kaufen
  • mit der Mama Ball spielen
  • mit der Mama Spiele spielen
  • mit der Mama zur Eisdiele fahren und eine Kugel Eis essen

Man kann gut sehen, wessen Anwesenheit ihm am meisten gefehlt hat… 😉 Was mich nicht wundert, da die Maus, wenn wir alle beieinander sind, meistens an mir klebt und mich damit „für sich besetzt“. Den Wunsch mit der Kugel Eis (eine Kugel ab und zu verträgt er zum Glück!)  habe ich ihm übrigens selber „eingeflüstert“, da diese Wünschezeit eine Extra-Belohnungs-Zeit am Freitagabend war, weil er mir aus freien Stücken und sehr fleißig am Nachmittag beim Putzen geholfen hatte. Auch etwas, das es so schon seit mindestens einem Jahr nicht mehr gegeben hatte….

Der Große freute sich natürlich auch über die Option (ich habe sie bewusst beiden Kindern zugeteilt, um unseren Kleinen nicht so „herauszustellen“), aber es fällt ihm gar nicht so viel ein und ab und an nimmt er sie sich auch lieber mit seinem besten Freund, als mit einem von uns – woran deutlich zu erkennen ist, dass er kein Defizit in dieser Richtung hat. Auch das wundert mich nicht, denn er hat ja sowieso jeden Abend ca. 1 1/2 Stunden Zeit mit uns alleine, die wir zwar nicht immer aktiv miteinander verbringen, aber wir spielen schon ab und an mal ein Spiel, das für die Kleinen noch zu schwierig ist oder unterhalten uns gut miteinander. Der schönste Wunsch, den er bis jetzt geäußert hat, war folgender:

  • mit dem Kettcar eine groooße Runde ums Dorf drehen und die Mama ist auf dem Fahrrad dabei

An einem lauen Sommerabend mit dem Großen durch die Natur zu fahren und sich gut zu unterhalten, das hat wirklich großen Spaß gemacht und ich freue mich darüber, dass diese kleine Idee so großartige Momente hervorzaubert!

Die – eigentlich wenige, aber sehr intensive – Zeit, die ich mit unserem Kleinen bisher auf diese Weise verbracht habe, hat nicht nur auf ihn, sondern auch auf mich einen sehr positiven Effekt. Unsere Beziehung ist wieder viel enger geworden, wir teilen nun auch besonders schöne Momente miteinander, der Kontakt beschränkt sich nicht mehr  auf fast ausschließlich Notwendiges wie Essen, Anziehen, Körperpflege oder, noch schlimmer, die Augenblicke, in denen wir im Streit aneinandergeraten, sondern wir kuscheln uns beim Eisessen ohne Anwesenheit anderer Familienmitglieder aneinander, lassen uns gegenseitig probieren, fachsimpeln über Eissorten, lachen ein anderes Mal gemeinsam beim Ballspielen oder freuen uns an einem neuen Spielzeug und er kann mir in völliger Ruhe und ohne Unterbrechungen erzählen, was er darüber denkt. Das ist wunderschön und ich bin erstaunt, was man alles aus einer halben, ganz bewusst erlebten Stunde herausholen kann.

Es ist nicht so, dass ich nicht sonst auch mal mit ihm ein Buch lesen, ein Spiel spielen, etwas basteln oder draußen sein würde. Das tun wir schon. Aber wir sind dabei eigentlich so gut wie nie alleine. Ständig ist die Maus anwesend und macht im positiven Falle mit, im negativen stört und untergräbt sie unser Projekt, weil sie sich langweilt.

Die Maus hat übrigens auch was von der Wünschezeit – und auch mein Mann. Sie gehen nämlich seitdem mit schöner Regelmäßigkeit noch auf den Spielplatz, während ich mit dem Kleinen unterwegs bin. Zwischen sieben und acht ist so gut wie niemand mehr dort, die Luft ist lau, die Sonne brennt nicht mehr. Die Spielgeräte sind frei und sie kann sich noch auf der Schaukel anschubsen lassen, was sie so liebt, klettert x-mal die Leiter hoch und rutscht, bewegt sich viel und wird – Hurra! – müüüüde. 🙂

Der Kurze und ich gesellen uns oft noch dazu, wenn unsere Extrazeit rum ist und diese Viertelstunde genießen wir dann auch alle vier sehr. Dann gehts nach Hause und ins Bad zum Zähneputzen. Das geht natürlich nur bei schönem Wetter und im Sommer. Im Winter wird das anders laufen, aber auch da wird es Wünsche geben und ebenso Alternativen für die anderen Kinder.

Alles in allem kann ich sagen: diese Idee war eine gute und alle profitieren davon! Nachmachen empfohlen! 🙂

Selfmade-Einschlafritual

Seit die Maus alleine einschlafen muss, hat sie ein eigenes Ritual entwickelt, das ich hier mal kurz beschreiben möchte. Warum ich es so genau kenne? Nun, wir haben eine Webcam im Kinderzimmer…. die können natürlich nur wir angucken und sie ergänzt unser Babyfon hervorragend. Als mein Mann sie vor ca. einem Jahr angeschleppt hat, habe ich ihn für verrückt erklärt, aber ich muss sagen, dass ich ihre Vorzüge schon bald erkannt habe und sie nun nicht mehr missen möchte.

Wie oft bin ich früher in ein Kinderzimmer zu einem schlafenden Kind getappt, um nachzusehen, ob alles in Ordnung ist, und habe dabei jenes selig schlafende Kind aus selbigem herausgerissen? Ich bin sehr froh, dass ich das nicht mehr tun muss, sondern einfach einen kurzen Blick auf die Cam werfen kann, um zu erfahren, ob mein Kind gut zugedeckt ist, ob es vielleicht schief im Bett liegt und droht, herauszufallen, ob es jammert, weil es träumt, weil es sich irgendwie verwurschtelt hat oder weil es wach ist und nicht mehr einschlafen kann. Wunderbar! Echt empfehlenswert!

Aber ich schweife ab….

Die Maus (wenn sie nicht gerade rumjammert oder lautstark nach mir ruft, was sie leider seit ein paar Tagen wieder macht) wurschtelt in ihrem Bett herum, setzt sich hin, sortiert ihre Kuscheltiere, Schnullis, das Nachtlicht und die Wasserflasche immer wieder aufs Neue in eine andere Ecke. Dann legt sie sich das Stillkissen, das ihre Bettbegrenzung darstellt, über den Schoß und legt die Hände drauf. Nach einer Weile holt sie ihren Bettbezug, der ihr (überm Sommerschlafsäckchen) als „Decke“ dient, und versteckt sich darunter. So sitzt sie eine ganze Weile. Man sieht nur ein kleines Gespenst, das im Bett sitzt. Das sieht sehr niedlich aus! Das Gespenst sinkt mit der Zeit ein, legt sich hin, dann lugen Äuglein hervor, die langsam zufallen. Und dann schläft sie. Eingemummelt in ihren Bettbezug.

Sehr, sehr niedlich!

Kinderschlaf-News

Ich kann es selber fast nicht glauben, aber endlich, endlich, endlich habe ich auch drei Kinder, denen ich einfach abends ein dickes Bussi auf die Stirn schmatzen und dann mit einem ehrlich gewünschten „Gute Nacht!“ den Raum verlassen kann.

Das Thema „Einschlafen“ war hier die letzten fünf Jahre nicht gerade ein leichtes. Oder besser gesagt eines, das nur schwer ohne meine Beteiligung abzuhaken war.

Der Kurze schlief ja nicht alleine ein, bis er ca 3 1/4 Jahre alt war und wir ihn einem regelrechten Training unterzogen. Dann folgte eine kurze Zeit, in der die Maus zwar mit mir, aber recht schnell und unkompliziert einschlief. Aber seit ca. 4 Monaten gestaltete sich das Zubettbringen der kleinen Madame recht anstrengend und Zeit raubend. Sie zog sämtliche Register von „Maus Aua Fuß“ über „Maus Decke baucht!“  bis hin zu „Wassa dinken!“ oder „Hase/Bär/Maus… [Insert random Kuscheltier] haben!“ und hielt sich auf diese Weise zum Teil über eine halbe Stunde lang vom Einschlafen ab – und mich in Bettnähe.

Jeden Abend wieder ärgerte ich mich darüber, dass ich tagsüber wieder mal vergessen hatte, mir über ein neues Abendritual Gedanken zu machen und dieses dann auch umzusetzen. Bis ich es endlich zu Pfingsten schaffte und das Projekt „Maus schläft alleine ein“ in Angriff nahm.

So änderte ich also ein paar Dinge im Abendablauf und legte die Maus schließlich in ihr Bett, wünschte ihr eine „Gute Nacht“ und verließ das Zimmer, dessen Tür offen blieb.  Alle 5 Minuten sah ich nach ihr, die natürlich am ersten (und den beiden darauffolgenden Abenden) ziemlich meuterte, aber siehe da: auch so war sie spätestens nach einer halben Stunde eingeschlafen. Und zwar, ohne mir das Ohr vollzuquasseln und vor allem ohne, dass ich neben ihr auf dem Boden auf einer Minimatratze kauern musste!

Schon am vierten Tag lief die Sache wesentlich besser und an Tag 6 starteten wir in unseren Urlaub, wo die drei Kinder ein Zimmer gemeinsam bewohnten. Hier konnte sie nochmal wunderbar sehen, wie gelassen ihre Brüder mit dem Thema „Mama sagt Gute Nacht und geht dann“ umgingen und erstaunlicherweise klappte das Einschlafen aller drei hier sehr gut. Kein Geschrei mehr bei der Maus, ein schnelles Wegdösen des Kurzen. …und der Große hielt sich eh total still, weil er die Erlaubnis hatte, nach dem dadurch erhofften schnellen Einschlafen  der Kleinen noch ein wenig auf seiner DS zu daddeln. 😉

Wieder Zuhause angekommen, führte ich das Ritual einfach ohne den Großen weiter, d.h. die beiden Kleinen schlafen gemeinsam in einem Zimmer und gehen auch gemeinsam schlafen. Da sie ja jetzt morgens ohnehin den selben Rhythmus haben und gemeinsam in den Kindergarten gehen, passte der Zeitpunkt auch sehr gut.

Und was soll ich sagen? Es klappt wunderbar! Sie wurschteln noch ein wenig herum, wenn ich das Zimmer verlassen habe, leuchten ein bisschen mit ihren Pabobo Nomades herum und schlafen dann klaglos ein. Kein Geschrei mehr, kein Gezeter, kein Gejammer, keine Diskussionen. Das ist wie das Paradies für mich! Ich habe mindestens 30 Minuten Zeit gewonnen und spare mir extrem viele Nerven dabei! So schön!

Dass ich diesen Artikel genau jetzt schreibe (es ist 2:14 Uhr in der Nacht), weil ich nicht schlafen kann, ist eine andere Geschichte und tut hier nichts zur Sache! 😉