Schlaft, Kindlein schlaft….schlaft jetzt, verflixt nochmal!

Gerade neulich habe ich mal wieder einen Blogbeitrag über Kinderschlaf gelesen. Diejenige Mama welche hatte so gar keine Probleme mit dem Schlaf ihrer Kinder. Zumindest keine dramatischen. Das übliche halt.

Bei uns herrscht hingegen im Moment wieder ziemliches Drama, leider. Wir hatten schon Phasen, in denen hier recht gut und friedlich ein- und durchgeschlafen wurde. Aber diese scheinen mir endlose Nächte her zu sein….

Und so hatte alles begonnen: Irgendwann letzten Herbst hatte sich der Göttergatte aus Krankheitsgründen ins Arbeitszimmer in Quarantäne begeben. Die Kinder hatten das Ehebett schneller okkupiert, als wir „Husch!“ sagen konnten. Und so lagen sie da, jede Nacht. Entweder gleich von Anfang an oder eben ab „irgendwann zwischendrin“.

An Durchschlafen meinerseits war nicht mehr zu denken. Wanderungen von Bett zu Bett, Pipi, Durst, Träume, etc. hielten mich wach.  Der Göttergatte schnarchte derweil friedlich im Arbeitszimmer.

Was hingegen gut lief, zumindest aus Kindersicht, war das Einschlafen. Naja, relativ gut. Die Maus macht uns ja, seit sie zwei wurde, jeden Abend Stress, weil sie nicht schlafen gehen will. Das Ritual wurde immer weiter ausgedehnt, bis wir schließlich bei Lesen, Kuscheln, Singen und dann am Bett sitzen, bis sie eingeschlafen ist, angekommen waren, was durchaus eine volle Stunde in Anspruch nehmen konnte. Ein volle Stunde, die ich mir weder täglich Zeit nehmen kann, noch will. Ich habe drei Kinder. Ich kann nicht für eines alleine eine Stunde Abendritual einplanen.

Genauso aufwändig war die Einschlaferei beim Kurzen. Zum besseren Verständnis verweise ich mal auf diesen Artikel.

Nunja, das Ende vom Lied: Der Göttergatte verkündete neulich, die Ära „Papa ist ausgewandert“ sei nun beendet, er wolle wieder in seinem eigenen Bett schlafen und die Kinder sollen, bitteschön, wieder in ihren eigenen Betten nächtigen.

Alleine im eigenen Zimmer ein- und durchschlafen – diese Aussicht fanden die Kleinen nicht toll, deshalb baten sie sich aus, wenigstens gemeinsam im Zimmer des Kurzen schlafen zu dürfen. Kein Problem, unters Hochbett wurde wieder die kleine Matratze gelegt und beide hatten Platz genug.

Leider ging das nur am allerersten Abend wirklich gut. Denn im gleichen Zuge kürzten wir auch das Abendritual für die Maus deutlich ab – mit der Begründung, sie sei ja nun nicht mehr alleine, also müssten wir Großen auch nicht mehr ewig daneben sitzen bleiben.

Der Maus passt das aber gar nicht. Sie jammert und lamentiert jeden Abend mindestens ca. 15-20 Minuten, manchmal auch eine halbe Stunde lang, herum und zieht sämtliche Register, um nicht schlafen zu müssen. Hunger, Durst, Pipi, Angst – alles wird herangezogen, was dazu taugt, noch mal aus dem Bett zu flüchten.

Ehrlich gesagt, ich habe jeden Abend ein schlechtes Gewissen, fühle mich als Rabenmutter, weshalb das Geschrei mich auch mehr stresst, als es objektiv müsste.

Trotzdem will ich nicht in alte Muster zurückfallen. Mit meinen Kindern kann man sowas schlecht ausdiskutieren. Die wollen am liebsten alles. Am liebsten soll Mama die ganze Nacht mit im Bett liegen. Und im Idealfall noch in doppelter Ausführung, damit nur ja keiner teilen muss.

Das kann und will ich aber nicht leisten. Meine Kräfte sind nach jetzt fast 13 Jahren Muttersein wirklich aufgezehrt und ich brauche auch mal Abstand und vor allem ruhigen Schlaf. Das alles mögen für mich Argumente sein, für die Kinder sind sie das natürlich nicht.

Ich sehe im Moment aber keine andere Lösung als die aktuelle. Denn eines muss gesagt sein: Seit sie wieder in ihren eigenen Betten und ohne „Beobachtung“ unsererseits einschlafen, schlafen sie auch wieder durch. Meistens. Und deshalb hoffe ich natürlich jeden Abend aufs Neue, dass die Maus sich irgendwann einkriegt und doch noch mal gerne oder wenigstens ohne Drama schlafen geht.

Wenn es absolut gut wäre, sobald ich mich dazulege, würde ich ja noch eher schwach werden, aber weit gefehlt – je mehr ich ihr gebe, desto mehr fordert sie ein. Und wenn ich dann beim Maximum angekommen bin (ganz nah bei ihr liegen und kuscheln, bis sie schläft), macht sie das keinen Deut ruhiger. Dann mäkelt sie eben an anderen Dingen rum. Fazit: Sie. Will. Nicht. Schlafen. Punkt.

Ist aber gleichzeitig todmüde, kreischt und schreit nur noch, wenn wir sie länger auflassen. Ist also auch keine Option.

Es ist anstrengend.

Ich hoffe, es ändert sich bald, auf welche Weise auch immer. Seufz.

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Doofe Übergangszeit

Meine beiden Jungs haben es ja schon lange hinter sich, aber die Maus steckt gerade mittendrin – in der Phase, in der der Mittagsschlaf total abgelehnt wird, sie auch um die Mittagsschlafzeit nicht mehr (bzw. noch nicht) müde ist, aber leider leider eben noch nicht bis abends wirklich durchhält.

Meine Jungs haben tagsüber in dem Alter gar nicht mehr so lange geschlafen – maximal eine Stunde, eher weniger. Da ist das dann an dem Punkt, an dem sie das nicht mehr wollten, gar nicht soo sehr ins Gewicht gefallen. Aber die Maus schläft, wenn sie denn nun mal schläft, locker 1 1/2 bis 2 Stunden. Und die fehlen ihr dann natürlich am Nachmittag.

An solchen Tagen ist sie spätestens gegen vier, halbfünf so müde, dass so gut wie gar nichts mehr geht. Entweder sie schläft uns dann trotz aller Wachhaltversuche trotzdem so zwischen fünf und sechs ein oder wir schaffen es, sie durchzuziehen. Dann ist sie aber irgendwann so übermüdet, dass sie nur noch brüllt und tobt und letztendlich auch nicht mehr in Ruhe ins Bett zu bringen ist.

Im ersteren Fall schläft sie dann durch bis irgendwann zwischen vier und fünf Uhr in der Früh und ist dann nicht mehr zum Weiterschlafen zu bewegen. Ächz!

Im zweiteren Falle ist einfach die Zeit am Abend zu nix mehr gut und das Gebrüll ist sehr anstrengend. Auch ist sie dann am kommenden Tag irgendwie durch den Wind.

Ich habe schon so einiges probiert, aber ich komme einfach auf keinen grünen Zweig, wie ich das mit dem Schlafen im Moment handhaben soll.

Tagsüber ist sie einfach nicht mehr zum Schlafen zu bewegen, sie „hummelt“ und wurstelt die ganze Zeit im Bett herum, nur damit sie ja nicht zur Ruhe kommt, geschweige denn einschläft. Leider hat sie die letzte Woche in der Kita ebenso schlecht bzw. auch gar nicht geschlafen. 😦  Sie macht auch mittags einfach keinen müden Eindruck. Sie gähnt nicht, reibt sich nicht die Augen, ist nicht weinerlich, gar nichts.

Hat irgendjemand eine Idee, wie wir diese doofe Übergangszeit einigermaßen gut rumbringen können, ohne dass sämtliche Rhythmen dabei den Bach runtergehen?

Maus in der Kita – Lagebericht

Die Maus ist jetzt die 5. Woche in der Kita und heute hatten wir den ersten Abschied ohne Tränen! „Düss Mama!“ sagte sie und drückte mir ein Bussi auf. Dann ging sie Murmeln spielen.

Und das ausgerechnet heute, wo sie zum ersten Mal dort schläft…. das gibt bestimmt wieder einen Rückschritt. So schade.

Ich bin sehr aufgeregt, wie das wohl für sie sein wird mit dem Mittagsschlaf. Bei mir macht sie jedenfalls immer Terror und will nicht schlafen, bäumt sich auf und brüllt. Aber ohne schafft sie es einfach noch nicht. Ich habe es ein paar Mal probiert, aber dann ist sie abends ab fünf so übermüdet, dass sie nur noch rumjammert.

Ich muss sie dann „sanft zu ihrem Glück zwingen“, indem ich sie im Arm halte und summe. Nach ca. 3-5 Minuten Gezeter und Gezupfe fügt sie sich in ihr Schicksal, gähnt, kuschelt sich ein und schläft in meinem Arm ein. Ich kann sie dann problemlos in ihr Bett legen und dort schläft sie dann ca. 1 1/2 bis 2 Stunden tief und fest weiter.

Wie das in der Kita gehen soll ist mir schleierhaft…. puuuh. Die Erzieherin meinte schon, ich soll mir keinen Kopf machen, alle Eingewöhnungskinder brüllen die ersten drei Tege rum, bis sie sich an die neuen Umstände gewöhnt haben.

Im Kopf weiß ich es – sie hat ja alles, ihr Kuscheltier, ihr Kissen, die anderen Kinder sind da, die Erzieherin, zu der sie ein gutes Verhältnis hat. Mein Herz blutet trotzdem. Das ist ja etwas völlig Neues für mich. Keiner der beiden Jungs machte noch Mittagsschlaf, als sie mit gut 3 Jahren in die Kita kamen.

Raaah! Zum Glück muss ich heut viel putzen. Das tu‘ ich eh immer, wenn ich überschüssige Emotionen loswerden muss. 😉

Selfmade-Einschlafritual

Seit die Maus alleine einschlafen muss, hat sie ein eigenes Ritual entwickelt, das ich hier mal kurz beschreiben möchte. Warum ich es so genau kenne? Nun, wir haben eine Webcam im Kinderzimmer…. die können natürlich nur wir angucken und sie ergänzt unser Babyfon hervorragend. Als mein Mann sie vor ca. einem Jahr angeschleppt hat, habe ich ihn für verrückt erklärt, aber ich muss sagen, dass ich ihre Vorzüge schon bald erkannt habe und sie nun nicht mehr missen möchte.

Wie oft bin ich früher in ein Kinderzimmer zu einem schlafenden Kind getappt, um nachzusehen, ob alles in Ordnung ist, und habe dabei jenes selig schlafende Kind aus selbigem herausgerissen? Ich bin sehr froh, dass ich das nicht mehr tun muss, sondern einfach einen kurzen Blick auf die Cam werfen kann, um zu erfahren, ob mein Kind gut zugedeckt ist, ob es vielleicht schief im Bett liegt und droht, herauszufallen, ob es jammert, weil es träumt, weil es sich irgendwie verwurschtelt hat oder weil es wach ist und nicht mehr einschlafen kann. Wunderbar! Echt empfehlenswert!

Aber ich schweife ab….

Die Maus (wenn sie nicht gerade rumjammert oder lautstark nach mir ruft, was sie leider seit ein paar Tagen wieder macht) wurschtelt in ihrem Bett herum, setzt sich hin, sortiert ihre Kuscheltiere, Schnullis, das Nachtlicht und die Wasserflasche immer wieder aufs Neue in eine andere Ecke. Dann legt sie sich das Stillkissen, das ihre Bettbegrenzung darstellt, über den Schoß und legt die Hände drauf. Nach einer Weile holt sie ihren Bettbezug, der ihr (überm Sommerschlafsäckchen) als „Decke“ dient, und versteckt sich darunter. So sitzt sie eine ganze Weile. Man sieht nur ein kleines Gespenst, das im Bett sitzt. Das sieht sehr niedlich aus! Das Gespenst sinkt mit der Zeit ein, legt sich hin, dann lugen Äuglein hervor, die langsam zufallen. Und dann schläft sie. Eingemummelt in ihren Bettbezug.

Sehr, sehr niedlich!

Kinderschlaf-News

Ich kann es selber fast nicht glauben, aber endlich, endlich, endlich habe ich auch drei Kinder, denen ich einfach abends ein dickes Bussi auf die Stirn schmatzen und dann mit einem ehrlich gewünschten „Gute Nacht!“ den Raum verlassen kann.

Das Thema „Einschlafen“ war hier die letzten fünf Jahre nicht gerade ein leichtes. Oder besser gesagt eines, das nur schwer ohne meine Beteiligung abzuhaken war.

Der Kurze schlief ja nicht alleine ein, bis er ca 3 1/4 Jahre alt war und wir ihn einem regelrechten Training unterzogen. Dann folgte eine kurze Zeit, in der die Maus zwar mit mir, aber recht schnell und unkompliziert einschlief. Aber seit ca. 4 Monaten gestaltete sich das Zubettbringen der kleinen Madame recht anstrengend und Zeit raubend. Sie zog sämtliche Register von „Maus Aua Fuß“ über „Maus Decke baucht!“  bis hin zu „Wassa dinken!“ oder „Hase/Bär/Maus… [Insert random Kuscheltier] haben!“ und hielt sich auf diese Weise zum Teil über eine halbe Stunde lang vom Einschlafen ab – und mich in Bettnähe.

Jeden Abend wieder ärgerte ich mich darüber, dass ich tagsüber wieder mal vergessen hatte, mir über ein neues Abendritual Gedanken zu machen und dieses dann auch umzusetzen. Bis ich es endlich zu Pfingsten schaffte und das Projekt „Maus schläft alleine ein“ in Angriff nahm.

So änderte ich also ein paar Dinge im Abendablauf und legte die Maus schließlich in ihr Bett, wünschte ihr eine „Gute Nacht“ und verließ das Zimmer, dessen Tür offen blieb.  Alle 5 Minuten sah ich nach ihr, die natürlich am ersten (und den beiden darauffolgenden Abenden) ziemlich meuterte, aber siehe da: auch so war sie spätestens nach einer halben Stunde eingeschlafen. Und zwar, ohne mir das Ohr vollzuquasseln und vor allem ohne, dass ich neben ihr auf dem Boden auf einer Minimatratze kauern musste!

Schon am vierten Tag lief die Sache wesentlich besser und an Tag 6 starteten wir in unseren Urlaub, wo die drei Kinder ein Zimmer gemeinsam bewohnten. Hier konnte sie nochmal wunderbar sehen, wie gelassen ihre Brüder mit dem Thema „Mama sagt Gute Nacht und geht dann“ umgingen und erstaunlicherweise klappte das Einschlafen aller drei hier sehr gut. Kein Geschrei mehr bei der Maus, ein schnelles Wegdösen des Kurzen. …und der Große hielt sich eh total still, weil er die Erlaubnis hatte, nach dem dadurch erhofften schnellen Einschlafen  der Kleinen noch ein wenig auf seiner DS zu daddeln. 😉

Wieder Zuhause angekommen, führte ich das Ritual einfach ohne den Großen weiter, d.h. die beiden Kleinen schlafen gemeinsam in einem Zimmer und gehen auch gemeinsam schlafen. Da sie ja jetzt morgens ohnehin den selben Rhythmus haben und gemeinsam in den Kindergarten gehen, passte der Zeitpunkt auch sehr gut.

Und was soll ich sagen? Es klappt wunderbar! Sie wurschteln noch ein wenig herum, wenn ich das Zimmer verlassen habe, leuchten ein bisschen mit ihren Pabobo Nomades herum und schlafen dann klaglos ein. Kein Geschrei mehr, kein Gezeter, kein Gejammer, keine Diskussionen. Das ist wie das Paradies für mich! Ich habe mindestens 30 Minuten Zeit gewonnen und spare mir extrem viele Nerven dabei! So schön!

Dass ich diesen Artikel genau jetzt schreibe (es ist 2:14 Uhr in der Nacht), weil ich nicht schlafen kann, ist eine andere Geschichte und tut hier nichts zur Sache! 😉

Frau Kugelhochs Tipps für junge Eltern – Tipp #16

Es wird dringend Zeit für einen neuen Tipp. Hier kommt er:

Mobiles Nachtlicht als „Warnlampe“ für Geschwister

Viele Familien können ein leidvolles Lied davon singen, wenn jedes Wochenende wieder der Mittagsschlaf kleinerer Geschwister von dem/den größeren erschwert, gestört, im schlimmsten Falle unterbrochen wird, weil sie ihrem kindlichen Drang folgend nicht lange leise sein können und auch schnell vergessen, dass da ja das kleine Brüderchen oder Schwesterchen im Zimmer nebenan liegt und schläft.

Es gibt ein paar Möglichkeiten, sie so lange ruhig(er) zu halten – Bücher vorlesen, ein Spiel spielen, ab und an auch mal eine Runde TV (je nach Alter). Was aber, wenn der Sprössling unbedingt in seinem eigenen Zimmer mit der Eisenbahn / den Autos / den Puppen etc. weiterspielen will?

Meistens ist es nicht wirklich ein Problem, solange die Kids in ihren Zimmern bleiben und die Türen geschlossen sind. Wenn sie aber aus irgendwelchen Gründen das Zimmer verlassen, sei es weil sie zu Toilette müssen, Hunger /Durst oder ein technisches Problem haben, dann passiert (zumindest bei uns) oft Folgendes: Tür auf, Kopf raus, Luft holen und brüllen: „MAAMAAAA!!!! MAAAAAAAAAMAAAAAAA! ICH MUSS KACKAAAAAA!“ (oder was auch immer. 😉 )

Und schon war es das (womöglich) mit dem seligen Schlaf des Zimmernachbarn….

Bei uns hat sich folgende Lösung zur Unterstützung des kindlichen Erinnerungsvermögens sehr bewährt:

Ich stelle im Falle des Mittagsschlafes der kleinen Madame unser bewegliches Barbapapa-Nachtlicht in den Flur / auf die Treppe – im Blickfeld des entsprechenden Delinquenten, sollte er die Türe öffnen. Diese „Warnlampe“ erinnert meine Jungs sofort daran, dass sie versprochen hatten, im Flur leise zu sein und in den allermeisten Fällen klappt die Absprache dann auch wunderbar.

ACHTUNG! Schlafendes Schwesterchen!

Wie macht ihr das so bei Euch? Habt ihr Glück und Eure Kleinen schlafen wie ein Stein, auch wenn es rundrum trubelig zugeht, oder müsst ihr ebenso alle Register ziehen, damit es auch am Wochenende klappt?

Wenn die lieben Kleinen nicht einschlafen wollen (oder können)

Aus aktuellem Anlass kommt hier ein Beitrag zum Thema Einschlafschwierigkeiten. Im Moment rühren sie bei den meisten Kindern natürlich von der Zeitumstellung her. Aber wenn die nicht verantwortlich gemacht werden kann, was zum Teufel ist es dann? – das fragt sich sicher jeder Papa und jede Mama wiederholt im Alltag mit Kindern.

Ich habe in meiner jetzt fast genau elf Jahre währenden Erfahrung neben den üblichen (Entwicklungssprung, Schmerzen, Krankheit)  vier Hauptgründe ausmachen können, die immer wieder zu Schlafproblemen führen. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, zudem handelt es sich hier um eine Studie mit nur drei Probanden, sie ist also nicht wirklich allgemein aussagekräftig. Trotzdem denke ich, dass die einen oder anderen sich (bzw. ihre Kinder) darin wiedererkennen können – und vielleicht kann ich ja auch der einen oder anderen Mutter den entscheidenden Hinweis geben, der zu einer Lösung beiträgt.

Temperaturschwankungen

Ein sehr häufiger Grund: Durch Wetterwechsel bedingte Temperaturschwankungen. Ist das Kind zu warm oder zu kalt angezogen, kann es oft deshalb nur schlecht einschlafen bzw. wacht nachts immer wieder auf. Das gilt vonehmlich für kleine Kinder, die im Schlafsäckchen schlafen oder sich nachts öfters mal ab-, aber nicht wieder zudecken.

Abhilfe kann ein Raumthermometer schaffen, gepaart mit ein wenig empirischem Forscherdrang der Eltern. So sollten sie nach einiger Zeit herausbekommen, bei welchen Temperaturen das Kind welche Menge an Kleidung tragen sollte, welchen Schlafsack oder welche Decke es benötigt.  Das alles hört sich vielleicht banal an, aber man darf nicht vergessen, dass Kinder nicht so wie wir Erwachsenen ihre Temperatur im Schlaf selber regeln können, indem sie sich ab- oder zudecken, mal einen Fuß rausstrecken oder die Socken abstreifen.

Entwicklung

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Grund: Das Kind ist schlichtweg älter geworden und braucht weniger Schlaf. Um herauszubekommen, ob es daran liegt, kann man einfach mal ein bis zwei Wochen lang ein Schlafprotokoll führen und die Schlafzeiten mitteln. Dann zeigt sich, ob es z.B. sinnvoll wäre, den Mittagsschlaf zu kürzen oder gar ganz weguzlassen oder bei einem älteren Kind, ob man ihm einfach gestattet, noch eine halbe Stunde länger im Bett zu lesen etc.

Ritual

Das Schlafritual ist „überholt“. D.h. es funktioniert nicht mehr, erfüllt seinen Zweck nicht mehr und sollte deshalb überdacht und reformiert werden. Die Schlafrituale unserer Kinder haben sich über die Jahre immer wieder geändert – meist auf mein Bestreben hin, nachdem ein altes nicht mehr funktionierte.

Man merkt, dass ein Ritual überholt ist,…

  • wenn das Kind nicht mehr gut / schnell daraufhin einschläft
  • wenn es beginnt, die Eltern massiv zu nerven (z.B. weil man dabei zeitlich zu lange mit involviert ist oder man ständig gestört wird)
  • wenn das Kind beginnt, dessen Regeln auszuhöhlen

Dann ist es an der Zeit, zu überlegen, was einen genau nervt, was man von dem Kind möchte und wie man das in ein gutes, Ruhe bringendes Ritual verpacken kann. Erst, wenn man zu dem Schluss gekommen ist, ein perfektes Ritual gefunden zu haben,  sollte man es dem Kind nahebringen. Ich habe das einmal dokumentiert, da kann man gut nachlesen, wie so etwas ablaufen könnte.

Ängste

Ab und an kann es auch sein, dass ein Kind schlecht einschläft, weil es Ängste hat. Wobei das meistens der Grund ist, den es auch selber orten und benennen kann. Trotzdem finde ich, dass es der am schwierigsten zu bewältigende Grund für Schlafprobleme ist. Denn zum einen möchte ich meinem Kind natürlich das Gefühl der Geborgenheit zurückgeben, zum anderen möchte ich aber auch nicht mühsam aufgebaute Fähigkeiten (alleine einschlafen, durchschlafen) dafür opfern. Hier wandelt man auf einem dünnen Grat und oft ist guter Rat teuer…

Mir selber hat geholfen, zu verstehen, warum Kinder in einem gewissen Alter Angst vor Dunkelheit entwickeln. Der gute Herr Renz-Polster, den ich auch zu anderen Themen sehr empfehlen kann, hat es in Kapitel 4 und 5 seines Buches „Kinder verstehen – Born to be wild. Wie die Evolution unsere Kinder prägt“ gut auf den Punkt gebracht, dass diese Ängste vollkommen natürlich sind und ihren Grund haben, bzw. hatten.

Nun ist damit das Problem natürlich noch nicht gelöst. Meine persönlichen Lösungsansätze sahen bisher so aus:

Äußerlich:

  • Tagesablauf des Kindes entstressen und auf zuviel Medieneinsatz etc. hin checken, ggf. anpassen.
  • Abendritual ebenfalls auf Störfaktoren untersuchen und ggf. anpassen.
  • V.a. vor dem Einschlafen für mehr Ruhe und Nähe sorgen. Gemeinsam ein Buch lesen, über den Tag reden, beten, was auch immer man da bevorzugt.

Psychisch:

  • Gibt es Stressfaktoren im Alltag? Hat das Kind Probleme z.B. in der Kita? nachforschen, ggf. einschreiten.
  • Oft sind die Ängste aber auch einfach entwicklungsbedingt, also nicht zuviel hineininterpretieren… (siehe Buch)
  • Manchmal helfen Schutzrituale (z.B. eine große, unsichtbare  „Liebesblase“ über dem Kind generieren, durch die nichts Böses hindurchkommt, nur die Eltern und Geschwister und die Kuscheltiere können diese Barriere überschreiten. Oder ein Beschützer wird aufgestellt, das kann z.B. ein Spielzeugdrache, -ritter oder -held sein, der das Bett bewacht, so lange das Kind schläft.)
  • dem Kind immer wieder versichern, dass die Ängste unbegründet sind, dass absolut nichts gergleichen passieren kann (ohne ihm das Gefühl zu geben, es nicht ernst zu nehmen!)

Körperlich:

  • tagsüber für ausreichend Bewegung sorgen (hilft allerdings bei meinen Kinder nur bedingt – ich habe das Gefühl, je mehr sie sich bewegen, desto fitter werden sie! ;-))
  • Wir haben auch gute Erfahrungen mit Homöopathie gemacht: z.B. Schüssler Salze Nr. 5 (1-2 Tabs beim Zubettgehen) oder „Avena comp.“ von Wala, 5-10 Kügelchen nach Angabe eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen.

Heute mittag habe ich diesen Artikel begonnen und gerade beim Zubettbringen der Kinder fiel mir noch ein fünfter Grund ein.

Falscher Zeitpunkt

Viele Kinder schlafen schlecht ein, wenn sie zum falschen Zeitpunkt ins Bett gelegt werden. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Kinder (und auch Erwachsene?!) einen regelmäßigen Rhythmus von Wach- und Ruhephasen haben. Abends sollte ca. alle 50 Minuten eine müde Phase wiederkehren, die etwa für 10-20 Minuten anhält.

Um diese Phasen herauszufinden lohnt es sich, das Kind einmal genau zu beobachten. Wann beginnt es, zu gähnen, sich die Augen zu reiben, sich freiwillig auf den Boden zu legen oder quengelig zu werden? Man kann sich (fast) sicher sein, dass eine gute Dreiviertelstunde später wieder ein Schlaffenster geöffnet wird. Und dann heißt es bereit sein!

Wichtig ist, mit dem Schlafritual nicht zu spät zu beginnen, denn dann kann es ein, dass das Kind das Schlaffenster bereits wieder verlassen hat, wenn es endlich im Bett liegt und das Licht aus ist. Bei unserem Kurzen hat dieses Vorgehen vor ca. einem dreiviertel Jahr die Einschlafphase von einer guten halben Stunde auf 10 Minuten verkürzen können.

Das war es von meiner Seite.

Und welche Gründe für Schlafprobleme gibts so bei Euch? Und wie geht ihr mit diesen und ggf. denen, die ich genannt habe, um? Das würde mich echt interessieren!