Jaja, „die Rechnung ohne den Wirt“…..

Gerade bin ich per Zufall über einen alten Artikel von mir gestolpert, in dem ich groß und breit darüber geschrieben habe, wie ich mir die Sache mit dem Stillen bei Kind Nummer Drei vorstelle.

Ganz am Ende des Artikels stelle ich dann doch lapidar fest, dass nichts sicher ist:

„Aber wie ich schon bei Kind Nr.2 erfahren musste, werde ich diese Rechnung nicht ohne den Wirt machen können. Ob es also so oder ganz anders laufen wird, steht (noch) in den Sternen. Eins weiß ich jedoch genau: wie auch immer es laufen wird, das Hauptkriterium wird bleiben: was ist für alle Beteiligten das Beste? Und genau das werde ich dann nach bestem Wissen und Gewissen tun. Ganz gelassen. Hoffe ich doch. „

Dazu kann ich im Rückblick eigentlich nur eines sagen: Ja, es ist anders gelaufen. Und es läuft immer noch, im doppelten Wortsinn. Denn ich stille noch immer. Die Maus habe ich nun länger als jedes andere Kind gestillt und im Moment ist auch kein Ende in Sicht.

Was ich allerdings geschafft habe (und daran habe ich auch zum damaligen Zeitpunkt nicht gezweifelt), ist, zu (zumindest fast) allen Zeiten gelassen zu bleiben. Inzwischen ist Stillen hier keine Mahlzeit mehr, sondern ein liebgewonnenes Morgenritual, ein Zusammenkuscheln und im Dunkeln noch ein wenig vor sich Hindösen und eben -stillen. In ganz seltenen Fällen fällt der Madame auch noch am Nachmittag ein, dass sie eine Portion Mama haben will. Und das war’s dann auch.

Da sie sich ohne Murren an die Regel „Gestillt wird nur Zuhause“ hält, weder alle fünf Minuten drauf besteht, noch in Panik verfällt, wenn mal keine Zeit dazu ist oder ich schlichtweg nicht da bin, ist der augenblickliche Zustand für uns beide sehr angenehm und wird sich wohl erst ändern, wenn sie selber irgendwann entscheidet, dass jetzt genug ist. Ich bin schon drauf gespannt, wann. Ich geh mal nicht davon aus, dass das erst mit 18 der Fall sein wird. 😉

Für mich ist das Stillen noch etwas anderes – nämlich das letzte zarte Band zur Fruchtbarkeit. Wenn diese Episode vorbei ist, dann ist endgültig Schluss, dann gibt es nie wieder Schwangerschaft, nie wieder Stillen. So richtig dran denken darf ich nicht. Und deshalb bin ich wahrscheinlich auch so bereitwillig, meinen Körper noch ein Weilchen länger zur Verfügung zu stellen….

First Fläschel Contact

Gestern abend haben wir nun also die Maus mit Fläschel ins Bett gebracht. Einfach ne Pulle warme Vollmilch, sie ist ja alt genug dafür. Erst hats der Papa probiert, aber es gab echt massives Protestgeschrei. Ich habe dann übernommen und sie war wirklich angep…t von der Situation. Aber ich bin einfach ruhig bei ihr geblieben, habe sie gestreichelt und ihr immer wieder versichert, dass sie das Fläschchen ja kennt und dass das lecker ist und dass sie das kann, dass ich mir ganz sicher bin, dass das auch geht. Immer wieder habe ich ihr den Sauger angeboten. Erst hat sie ihn weggeschubst, dann irgendwann zaghaft angefasst und so nach ca. 10 Minuten Protest doch getrunken und danach sofort weggeschlafen. 🙂

Zu ihrem üblichen „nach 40 Minuten Wieder Aufgewache“ habe ich es ihr wieder angeboten, sie hat dankend abgelehnt und nach etwas Gemaule einfach so weitergeschlafen. Hehe. 😉

Also ich finde, das lief den Umständen entsprechend ganz gut. Das machen wir jetzt einfach jeden Abend, bis sie es ohne Gejammer akzeptiert und dann denke ich, ist es durch. Heute werde ich noch mal ans Werk gehen und je nachdem wie sie sich anstellt, morgen wohl doch noch mal der Papa.

Eine bessere Lösung?

Mein Gewissen bezüglich der Abstillfrage plagte mich, wie ich ja vor drei Tagen schon erzählt habe. Der so fest vorgenommene Versuch scheiterte übrigens nach den ersten 10 Minuten des „Wieder-Aufwachens“ der Maus an dem blutenden Herz des sehr gefühlvollen Herrn Papas, das mit dem Protestgeschrei der Maus bei seinem Einsatz überhaupt nicht klarkam. Erst war ich etwas sauer, aber letztendlich bin ich froh darüber. So ein „Brutalo-Abstillen“ ist einfach nicht mein Ding, das habe ich jetzt gemerkt. Das habe ich bei meinen Jungs nicht gemacht und warum sollte ich es dann jetzt tun? Klar, mein Körper fordert Auszeit. Deshalb ja dieses Hin und Her. Der Körper sagt „Genug jetzt! Ich MUSS schlafen!“ und die Seele ruft „Ojeee, aber die arme arme kleine Maus…!“

Und was soll ich sagen? Gerade lese ich per Zufall einen von Mama Miez getwitterten Abstill-Artikel von FrauNebeL und der beinhaltet DIE Lösung. Hoffe ich jedenfalls.

Sie hat es nämlich so gemacht, dass der Papa und sie das Kindelein abwechselnd ins Bett gebracht haben und der Papa dann eine Flasche mit normaler Milch gab. Auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen, weiß der Geier warum? Lustigerweise habe ich der Maus gerade vor zwei Tagen mal probehalber eine Pulle angeboten, als sie nach der Br.ust verlangte und sie hat sie sehr zufrieden weggezogen. Ich weiß nicht, in wie weit sie damit auch nachts zu besänftigen wäre, aber das ist absolut einen Versuch wert! So könnte ich mal ne Auszeit nehmen ohne gleich alles auf den Kopf stellen zu müssen…

Danke, Danke, Danke FrauNebeL! Hach, was täte ich nur ohne all diese Blogs…?

Gewissensfrage

Eigentlich wollte ich die Kleine schon im März nachts abstillen. Denn ich bin inzwischen einfach ausgelaugt von den unruhigen Nächten und sehne mich danach, einfach auch mal nicht mehr zuständig sein zu dürfen. Für die ersten anstrengenden Nächte, bis sich die Maus an die neue Tatsache gewöhnt hat, dass die Milchbar nicht mehr 24h geöffnet hat, brauche ich aber die Hilfe meines Mannes. Und der kann nur helfen, wenn er Urlaub hat, denn er ist wirklich zu nichts zu gebrauchen, wenn er sich die halbe Nacht um die Ohren schlägt. Der letzte Urlaub war, wie eingangs schon erwähnt, im März. Einen Strich durch die Rechnung machte uns damals ein Magen-Darm-Virus, der die Maus in der fraglichen Zeit komplett schachmatt setzte und vor allem dafür sorgte, dass die Milchbar (wieder) zur ausschließlichen Nahrungsquelle mutierte. Alles andere wurde von der Maus instinktiv abgelehnt, um den kleinen geschundenen Verdauungstrakt zu schonen.

Nun steht ein neuer Urlaub ins Haus. Ab morgen ist der Göttergatte 14 Tage lang daheim. Dann könnten wir ja….

Hm. Aaaaber….

  • wenn, dann müssen wir gleich morgen loslegen, denn ab kommenden Mi sind wir wirklich weg, was heißt, dass es bis dahin erledigt sein sollte, denn neue Riten plus neue Umgebung wollten wir der Maus dann doch nicht antun.
  • sie ist nicht ganz fit. Die Nase läuft, sie zahnt und ist quengelig. Schläft zur Zeit eh schlecht deswegen. Hat seit ein paar Wochen einen (nicht ansteckenden) Hautausschlag, von dem ich mir nicht immer sicher bin, ob er tatsächlich nicht juckt.
  • sie nimmt IMMER noch keinen Schnuller
…und jetzt bin ich mir nicht sicher, ob wir morgen wirklich loslegen sollen. Wenigstens trinkt sie inzwischen auch Wasser aus einem Fläschchen. Das hat sie bis vor ein paar Tagen auch nicht getan, und dann hätte ich ihr rein gar nichts als Ersatz anbieten können….
Die nächste Chance kommt erst wieder Mitte August!
Was meint ihr?

Ach ja, die Sache mit dem Stillen

Gerade wird wieder viel übers Stillen geschrieben – bei Kassiopeia und Frau Miez zum Beispiel – und da kommen bei mir natürlich auch wieder eine Menge Gedanken hoch, die ich nun gerne „zu Papier“ bringen möchte.

Ich habe bereits zwei Kinder gestillt, es kam für mich damals nichts anderes in Frage und es hat zum Glück auch geklappt. Beide 6 Monate voll und den Großen dann bis zum 9. Lebensmonat, den Kleinen sogar fast bis zu seinem 2. Geburtstag. Auch das dritte möchte ich stillen, und ich habe inzwischen so viel drüber gelernt, dass ich weiß, dass es eine ganz zentrale Sache gibt, die Stillen überhaupt erst möglich macht – und das ist Gelassenheit.

Das schreibt sich so schön hin und jede(r) weiß, dass es sich viel viel einfacher liest, als es ist. Gelassen bleiben, auch wenn mal etwas nicht so läuft, ist eine große Tugend, die erst mal erlernt sein will.

Ich erinnere mich noch ganz genau an die Stillzeit mit meinem Großen, damals noch Stillen nach Zeitplan, nicht mehr so streng wie anno dazumal, aber doch so einigermaßen regelmäßig. Was dazu führte, dass der Knopf seine Schübe natürlich nicht ausleben konnte, ich nicht merkte, dass er mehr braucht und prompt das gefürchtete Grauen über uns hereinbrach: die Milch langte plötzlich nicht mehr. Ich war panisch, begann ihn vor und nach dem Stillen zu wiegen, fühlte mich wie der komplette Versager und meine damals größte Angst hing wie ein Damoklesschwert über uns – Fertigmilch!!! All diese Gedanken führten nur zu kompletter Verkrampfung meinerseits und daraus resultierend natürlich dem weiteren Wegbleiben von Milch. Erst das Stillen im Halbschlaf in der Nacht, ohne Stress, weil zu müde zum Stressen, zeigte mir, dass es doch noch klappt und ließ mich durchhalten.

Heute kommt mir das alles ziemlich lächerlich vor, bei unserem Zweiten war ich sehr viel gelassener und ließ mich nicht verunsichern, nicht einschüchtern und vor allem auch nicht von eigenen Ansprüchen unter Druck setzen. Sollte es klappen, würde es klappen, wenn nicht, dann nicht, nahm ich mir vor. Zudem war mir von Anfang an klar, sollte die Milch mal nicht (mehr) reichen, bekommt der kleine Herr eben zwischendurch mal ein Fläschchen. Punkt. In den ersten Tagen habe ich auch wirklich etwas zugefüttert, da ich per Kaiserschnitt entbinden musste und in diesem Falle der Milcheinschuss einfach länger auf sich warten lässt. Das machte mir nichts aus, ich wusste ja, sie wird noch kommen. Ich wusste aber auch, ich will nicht, dass der kleine Mann vor Hunger weinen muss. Und alles wurde gut. Lustigerweise hatte ich in dieser zweiten Stillzeit niemals zu wenig Milch, und ich führe das auf zwei Umstände zurück: zum einen auf meine absolute Gelassenheit und zum anderen auf das Stillen nach Bedarf.

Und trotzdem habe ich bezüglich unseres dritten Kindes wieder andere Vorstellungen. Ich war nämlich mit Kind Nr. 2 mit einem kompletten Bu.senfeti.schisten gesegnet, der wohl heute noch an meiner Brust hängen würde, hätte ich nicht selber die Initiative ergriffen und ihn von seinem ersten Geburtstag an schrittweise aktiv entwöhnt. Dieser Prozess dauerte bis eine Woche vor seinem zweiten Geburtstag, er war langwierig und verlangte auch mir einiges ab, auch weil ich den Anspruch hatte, ihn so zu entwöhnen, dass er kein „Verlust-Trauma“ davontragen würde. Es hat geklappt, darauf bin ich stolz. Trotzdem war mir schon in den ersten Tagen meiner dritten Schwangerschaft klar, dass ich so einen Marathon nicht mehr schaffen und auch gar nicht mehr wollen würde.

Ein paar Dinge möchte ich nun im Sommer in der „dritten Runde“ anders machen:

  • ich möchte versuchen, so ein „Mittelding“ zwischen sturem Zeitplan und völliger Bedarfsorientierung zu finden, denn es wäre mir schon wichtig, mir durch das Wissen, dass ich erst wieder in ca. x Stunden „gefragt“ bin, ein klein wenig mehr Freiheit zu sichern
  • ich möchte versuchen, unser Kind von Anfang an auch an das Trinken aus einem Fläschchen zu gewöhnen, im Idealfall gefüllt mit Muttermilch, aber ich werde auch nicht den „Idealistentod“ sterben, wenn es Fertigmilch ist. Dadurch erhoffe ich mir ebenfalls ein wenig mehr Freiheit und auch das Wissen, dass das Kind auch dann nicht „verhungern“ bzw. sich mit Unbekanntem quälen muss, wenn ich aus welchen Gründen auch immer mal nicht stillen kann oder will
  • Ich möchte früher mit dem Abstillen beginnen, denn noch mal zwei volle Jahre Stillen möchte ich auf gar keinen Fall

Tja. So sieht das im Moment aus. Aber wie ich schon bei Kind Nr.2 erfahren musste, werde ich diese Rechnung nicht ohne den Wirt machen können. 🙂 Ob es also so oder ganz anders laufen wird, steht (noch) in den Sternen. Eins weiß ich jedoch genau: wie auch immer es laufen wird, das Hauptkriterium wird bleiben: was ist für alle Beteiligten das Beste? Und genau das werde ich dann nach bestem Wissen und Gewissen tun. Ganz gelassen. Hoffe ich doch. 🙂