Geschafft!

Unglaublich – ich habe mein erstes Schuljahr an der neuen Schule hinter mir. Mein erstes Schuljahr als Dreifach-Mama, mein erstes Schuljahr von hoffentlich vielen, die ich an dieser schönen Schule bleiben werde.

Ich bin ein bisschen stolz, weil ich es geschafft habe und ein bisschen geknickt, weil mir doch wieder Fehler unterlaufen sind, die mir peinlich waren, weil ich es oft nicht geschafft habe, meinem eigenen Anspruch gerecht zu werden, weil ich Menschen um mich herum enttäuscht habe.

Aber es ist ein Anfang. Ich arbeite an mir. Habe viele Ideen, die ich im kommenden Jahr umsetzen möchte, notiere mir gerade alles, was mir einfällt, um mich organisatorisch besser aufzustellen.

Ich finde es sehr schwer, all meinen Rollen gerecht zu werden. Mutter, Ehefrau, Lehrerin vor allem, dann aber auch noch Tochter, Schwester, Freundin… die fallen gerade sehr „hinten runter“.

Am meisten belastet mich, dass ich meinen Kindern und meinem Mann nicht geben kann, was sie bräuchten, was sie sich wünschen würden, was wirklich wichtig ist. Bei jedem Kind habe ich Baustellen – angefangen vom Rollo, das seit Wochen auf dem Fensterbrett liegt und unseren Großen schon morgens um fünf aus dem Schlaf reißt, weil es dadurch natürlich kein bisschen verdunkelt, bis hin zur Brille des Kurzen, die viiiel zu schwach ist, für die wir nun endlich seit drei Wochen ein neues Rezept haben – und ich es trotzdem immer noch nicht geschafft habe, mit ihm zum Optiker zu gehen, damit er diese dringend benötigte neue Sehhilfe nun auch endlich bekommt.

Von dem Zeit- und Kraftdefizit in unserer Elternbeziehung will ich gar nicht erst reden….

Ich hoffe, einiges in diesen kommenden sechs Wochen aufholen und wieder gutmachen zu können. Und ich bete, dass es im kommenden – zweiten -Schuljahr besser laufen wird. Dass wir uns doch noch alle besser an den neuen Zustand gewöhnen, dass ich mich besser organisieren kann, dass mir und meinem Mann ein paar Freiräume mehr bleiben werden.

In diesem Sinne: Auf in die Ferien! Auf in die Familienzeit!

Solche Tage….

…sollte es nicht geben im Kalender. Nein, sooo schlimm war bzw. ist er nun auch nicht, das wäre Jammern auf höchstem Niveau. Trotzdem ist es nicht gerade spaßig, wenn man sich nach einer viel zu kurzen Nacht aus einem überbelegten Bett schält, in dem man gefühlte 10% der Bettfläche belegen durfte, während zwei kleine Klammeraffen sich die breite Mitte teilten und der gegenüberliegende Bettrand zur Einöde verkommt.

Einöde auch deshalb, weil der Liebste seit Anfang der Woche mit einem weiteren fetten fieberhaften Infekt im Arbeitszimmer in Quarantäne liegt.

Der Große hat sich den, genau wie meinen letzte Woche, gleich wieder mit eingefangen, jammerte gestern bereits und lag heute ebenfalls flach.

Die Maus klagt zwar über Halsschmerzen, ab und an auch über Bauchweh, hat aber kein Fieber und wird deshalb allmorgendlich von der deutlich angespannten und immer noch leicht angeschlagenen Mutter als gesund deklariert und in die Kita verfrachtet.

Einzig unser Schulanfänger erfreut sich bester Gesundheit, bereitet uns aber schlaftechnisch im Moment einige Sorgen, da er sich zur Zeit dermaßen fürchtet, dass er nur im Beisein eines Erwachsenen ein- und durchschlafen kann. Also campiert er ebenfalls jeden Abend im Arbeitszimmer, wo ich meinen Unterricht vorbereite, und tapert dann irgendwann nachts runter ins Schlafzimmer – vorzugsweise dann, wenn ich gerade mal wieder viel zu spät und mit viel zu vielen Problemen im Kopf eingeschlafen bin.

Die Maus hat vor einer knappen Woche beschlossen, dass sie von nun an auch nachts keine Windel mehr braucht, was in der Konsequenz bedeutet, dass Muttern die Wahl hat, entweder ihre Schlaftiefe gehörig zu reduzieren und wie ein Luchs auf jedes kleine Ächzen zu hören, damit sie wieselflink zur Mädchenbettstatt sprinten und selbiges auf den Pott verfrachten kann, bevor es zu spät ist, oder eben – was auch schon zwei mal passiert ist – mitten in der Nacht Betten abziehen und ein niedliches, schlaftrunkenes, aber deutlich feuchtes Mädchen neu einkleiden darf. Man will ja die Ambitionen der kleinen Menschlein nicht untergraben, also ziehe ich fleißig mit. Vier von sechs Nächten ohne größeres Malheur – das ist doch ein guter Schnitt! 🙂

Nebst den üblichen Tätigkeiten im Hause Kugelhoch fallen zur Zeit also noch etwas größere Mengen an Wäsche an, sind literweise Magentee zu kochen und an die Patienten zu verteilen, gilt es, den Menüplan entsprechend anzupassen ohne dadurch gleich dreimal Mittagessen kochen zu müssen und dann war da ja auch noch dieser Feiertagsmarathon im Anmarsch – ach ja, Weihnachten! Da ist ja auch „kaum“ was zu tun…

Im Job schaut es nicht besser aus, die halbe Schule liegt flach und nach meiner eigenen Krankheitswoche darf ich nun zusätzlich Hausaufsätze kranker Kollegen korrigieren und natürlich Vertretungsstunden aller Arten planen.

Zu all dem kamen heute auch noch kleinere Malheure verschiedenster Art – komischerweise immer rudelartig auftretende Absonderlichkeiten wie Toilettenunfälle der unangenehmeren Art bei den kleinen Beiden – was um alles in der Welt macht man mit einem Hausschuh mit Filzsohle, der leider Bekanntschaft mit einer danebengezielten Ladung Exkremente machen musste? Ich glaube, der ist hinüber!

Naja, aber wie gesagt, ich will eigentlich nicht jammern – abseits von all diesen Unannehmlichkeiten habe ich zur Zeit einfach wunderbare Kinder, die mir sagen, dass sie mich lieb haben, sich für leckeres Essen bedanken und fein mithelfen. Und einen sehr dankbaren Ehemann, der mich jedes Mal, wenn ich mich seinem Lager mit Zwieback und Tee, Kartoffelsuppe oder einer neuen Wärmflasche nähere, mit Komplimenten und Dankesreden überhäuft.

Es könnte schlimmer sein! Hoffen wir, dass es nicht schlimmer kommt. Ich wünsche mir eigentlich zu Weihnachten nur, dass alles gesund sind!

Und bei Euch so?

Den schickt der Himmel

Letzte Woche hatte mein Mann Geburtstag und aus diesem Anlass durften wir beide von Samstag auf Sonntag für 24… nein, halt, sogar 25 Stunden! ..abhauen und Zweisamkeit genießen. Meine Schwiegereltern waren so lieb, so lange auf unsere Kinderschar aufzupassen. Wir beide sind ihnen zu tiefstem Dank verpflichtet, denn unsere unglaublich anstrengenden, Zeit und Energie fressenden Alltagsgeschäfte haben unserer Paarbeziehung in den letzten Monaten doch einiges abgefordert und das Pflänzlein Liebe wurde dann und wann schon arg mit Füßen getreten.

Aber diese unglaublich schönen gemeinsamen Stunden haben es ganz wunderbar wieder aufblühen lassen! Und einen sehr wesentlichen Anteil daran hat der Film, den wir uns am frühen Samstagabend zu Gemüte geführt haben:

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„Alles eine Frage der Zeit“ – laut Wikipedia-Eintrag eine „romantische Komödie“, von der wir uns etwas leichte, unbeschwerte Unterhaltung versprachen, die uns aber beide komplett von den Beinen riss – im positiven Sinne!

Nicht nur das Setting (Mann, Frau, drei Kinder), sondern auch die Aussagen, die dieser Film macht, sind so unglaublich passend zu unserer eigenen Lebenssituation, dass ich mir nur noch dachte: „Den schickt der Himmel!“, während ich schniefend und tränenüberströmt dasaß und mir mal wieder ganz bewusst darüber klar wurde, dass wir selber ganz allein für unser Glück verantwortlich sind und dass wir mit unserer eigenen, persönlichen Perspektive aus jedem x-beliebigen Tag unseres Lebens einen schrecklichen oder einen wunderbaren machen können – wir haben die Wahl!

Es sind keine neuen Wahrheiten, die der Film transportiert, aber er schafft es, sie sehr eindringlich zu verpacken und zu präsentieren – ganz besonders für Menschen, die wie wir einen ähnlichen Lebensentwurf haben.

Nebenbei ist der Soundtrack (den ich gerade höre – mein Mann hat ihn am selben Abend noch bestellt) ganz wunderbar und die beiden Protagonisten sind einfach niedlich!

Anschaubefehl für alle vom stressigen Alltag frustrierten Eltern! 🙂

 

Vorsicht, ansteckende Kreischeritis

Zur Zeit hat sich – wie in Abständen immer mal wieder – die grauenvolle Unsitte des Kleinkinderkreischens hier eingenistet. Will heißen, dass vornehmlich die beiden Kleinen auf beliebige Ansagen, die ihnen aus welchen Gründen auch immer nicht behagen, mit ohrenbetäubendem Geheul, Gejammer, Geschrei und Gekreische reagieren.
Das macht mich fast wahnsinnig.
Denn um es zu unterbrechen – und sei es nur, um zu erklären, dass der Grund für’s Gekreische vollkommen hinfällig ist – muss ich meistens selber anfangen zu brüllen, um mir überhaupt irgendwie Gehör zu verschaffen.
Ich dreh noch dorsch. 😦
Das Gekeife macht mich aggressiv und ratlos. Denn es war hier eigentlich noch nie so, dass es zu irgendwas geführt hätte, zu kreischen. Es bringt im Regelfall dem Kreischer nur Ärger ein. Trotzdem wird hier gekreischt, was das Zeug hält.
Tipps, anyone?

Piep

Hier sollte jetzt eigentlich dringend ein schöner Artikel über die Maus, ihren dritten Geburtstag und all das stehen, aber ich fühle mich seit gestern wahnsinnig platt. Die letzten beiden Wochen inclusive Wochenenden waren Stress pur und die aktuelle Woche steht den anderen beiden in nichts nach – am Samstag ist der Kindergeburtstag geplant und ich konnte bis dato nicht wirklich viel dafür vorbereiten.

Ich bin aber energetisch gerade eh schon am am Limit. Weiß nicht wirklich, wie ich das Pensum schaffen soll, fühle mich ausgelaugt, leicht depressiv und sehr sehr schlapp und bleischwer.

Deshalb hier auch keine großen Artikel. Kommt alles noch, wenn ich mich wieder aufgerappelt habe….

Eine Frau, ein Buch, ein Krimi

Die letzten Tage und Wochen war es hier etwas stiller, was daran lag, dass ich mich in eine Situation hineinmanövriert hatte, die mir doch fast noch über den Kopf zu wachsen drohte.

Begonnen hatte alles mit einem kleinen „Ja“. Dieses Ja hatte ich einer lieben Freundin letztes Jahr im Herbst entgegengeworfen auf die Frage, ob ich nicht Lust hätte, an der Festschrift zum 10jährigen Bestehen unserer Kita mitzuwirken.

Klar, dachte ich mir. Ich habe ja schon als Vierzehnjährige bei der Schülerzeitung mitgearbeitet. Das war der erste, aber lange nicht der letzte Job in dieser Richtung in meinem Leben. Diese Leidenschaft zog sich weiter über die langjährige Mitarbeit an einer Studentenzeitung und diverse Einzelprojekte wie Hochzeitszeitungen und dergleichen. Das geschriebene Wort im allgemeinen und Printmedien im besonderen lagen mir immer schon sehr am Herzen.

Ende Januar sollte es konkret losgehen. Wir saßen zu acht um einen Tisch, die Kita-Leiterin, diverse Elternbeiräte, eine Erzieherin, ein Vater, der eine Druckerei hier im Ort leitet, und ich.

Wir sammelten, was in die Festschrift hineinkommen sollte und der Herr von der Druckerei, der sich dankenswerterweise dazu bereit erklärt hatte, sie kostenlos für die Kita zu drucken, lud uns für Anfang März in seine Firma ein. Wir sollten dorthin schon einige fertige Texte und Bilder mitbringen, damit er mit uns gemeinsam besprechen könne, wie das Layout aussehen soll.

Die sechs Wochen vergingen wie im Flug und wir fanden uns in einem Konferenzraum wieder, wurden zu Kaffee und Tee eingeladen, bekamen Schreibblöcke und Kulis von der Druckerei geschenkt und harrten der Dinge, die da kommen sollten.

Allerdings kamen sie nicht. Stattdessen kam ein netter Herr, der uns erklärte, dass er sich um unsere Angelegenheit kümmern werde und dass das mit dem Layout ein großes Missverständnis sei, dass wir das schon selber machen müssten. Die Druckerei könne die Festschrift nur drucken. Und zwar bräuchten sie das fertige Dokument in vier Wochen.

Er zeigte uns noch die Firma, wir bestaunten beeindruckt große Druckmaschinen und ließen uns in der sogenannten „Vorstufe“ erklären, wie Druckvorlagen hergestellt werden. Alles war sehr interessant. Aber wie wir nun zu unserer Festschrift kommen sollten, wussten wir nicht.

Mein Hirn rotierte und ich ging im Geiste sämtliche Connections durch. Da fiel mir mein kleiner Bruder ein, der irgendwas mit Medien studiert hat und der zur Zeit ohne feste Anstellung ist. Ich zählte Eins und Eins zusammen und erklärte der versammelten Menge gönnerhaft, dass ich das Problem lösen könne. (Dies war nach dem „Ja“ am Anfang der zweite Punkt, an dem ich mich tiefer in die Sache hineinritt…)

Es kostete mich sieben Tage, bis ich es endlich schaffte, meinen Bruder in sein Glück einzuweihen. Leider war er schlauer als ich und ersetzte das „Ja“ durch ein „Nein“. Zu meinem Glück (?!?) fügte er allerdings ein „aber“ hintenan.

„…,aber ich kann dir zeigen, wie man es macht!“

Dieser kleine Nebensatz beförderte mich zur Chefredakteurin, Layouterin und Setzerin der Festschrift in Personalunion. Mit einer Frist zur Projektfertigstellung von drei Wochen. Mit Hilfe eines Layoutprogrammes, von dem ich bis eben nicht mal gewusst hatte, dass es existiert.

Gönnerhaftigkeit ist eine Unart in unserer Familie und so redete mir mein Bruder die Aufgabe so lange schön, bis ich überzeugt war, es locker zu schaffen. Auf seinen Rat hin lud ich mir eine 30-Tage-Test-Version von Adobe InDesign herunter und er brachte mir über TeamViewer und das Telefon die ersten Schritte bei. Zum Glück erstellte er mir eine sogenannte Masterseite, die mir bereits Hilfslinien etc. bot, an denen ich mich orientieren konnte.

Ich machte mir schier in die Hose angesichts der Aufgabe. Die angstgeweiteten Blicke in der Kita hingegen beschwichtigte ich fast täglich mit einem herzhaften (oder war es eher „gönnerhaften“ ) „Das schaffen wir schon!“

Wir? Ich.

Inzwischen war wieder eine Woche rum und das Abgabedatum 5. April drohte schon am Horizont. Also fasste ich mir ein Herz und rief in der Druckerei an, um den spätestmöglichen Termin zu erfragen. Der wurde auf den 16./17.4. festgelegt und ich atmete auf.

„Das schaff ich locker!“ säuselte ich mir mutig zu.

Ich hangelte mich durchs Programm wie ein Kleinkind beim Laufenlernen. Es dauerte ewig, der Telefondraht zu meinem Bruder glühte, aber nach ein paar Tagen hatte ich ein Konzept und ein paar Probeseiten, die ich stolz bei einer Elternbeiratssitzung in der Kita herumreichte.

Dann kam die Karwoche. Ich schob den Job vor mir her – ich hatte ja noch sooo viel Zeit! Wir feierten Ostern, mein Großer hatte Geburtstag, ich packte unsere Siebensachen und wir fuhren in den Schwarzwald, um mit meinen Eltern ihren Siebzigsten zu feiern. InDesign und alles was dranhing, hatte ich innerlich irgendwo ganz weit hinten weggepackt. Das wollte ich in der Woche nach den Ferien in Angriff nehmen.

Doch dann hatte meine Mutter eine Herzattacke und wir fuhren erst am Montagnachmittag nach Hause. Ich war erschöpft von den Tagen, die hinter mir lagen und brauchte erst mal zwei Tage, um mich wieder aufzurappeln. Mein Mann war – wie eigentlich immer in prekären Situationen – auf Dienstreise. Nicht dass er da was dafür könnte!

Letzten Donnerstag dann schlich ich endlich an die Kiste, öffnete das Programm und versuchte, mich daran zu erinnern, wie das denn verflixt nochmal alles funktionierte. Ich konferierte im Minutentakt mit meinem Bruder, konnte zum Glück einen lieben Freund finden, der mir die 450 Fotos in ein anderes, besser druckbares Format konvertierte, und layoutete, was das Zeug hielt. Bis Freitagabend hatte ich vielleicht ein Drittel fertig.

Der zigte Korrekturausdruck

Der zigte Korrekturausdruck in Schwarz-Weiß

Am Samstag war die Geburtstagsparty des Großen, am Sonntag ruht sogar Gott, also ruhte auch ich.

Montags ging es weiter. Donnerstag!, sagte ich mir. Am Donnerstag ist der Siebzehnte, bis dahin muss ich fertig sein! Zum Glück hatte mir die Kita-Leiterin zugesagt, dass ich die beiden Kleinen selbstverständlich länger da lassen dürfe, damit ich in Ruhe arbeiten kann. Also holte ich sie am Montag erst gegen 16:30 Uhr ab und war guter Dinge, da ich wirklich ein deutliches Stück weitergekommen war und die Sache langsam anfing, Spaß zu machen.

Aber dies ist ja schließlich ein Krimi. Krimis sind keine Autobahnen, sondern eher mit verwinkelten kleinen Hohlwegen im Wald zu vergleichen, solche, auf denen man sehr genau hinschauen muss, um nicht einen Stein oder eine vorstehende Wurzel zu übersehen.

Die fiese kleine Stolperwurzel enttarnte sich, als die Maus plötzlich gegen 17:15 Uhr verkündete, sie wolle jetzt schlafengehen, und in meinen Armen mit vierzig Fieber einschlief. Soviel also zu der Planung, am Dienstag und Mittwoch noch schnell aber heftig durchzustarten und das Layout fertigzustellen.

Wo ist nur im richtigen leben der Escape-Button?

Wo ist nur im richtigen Leben der Escape-Button? Und kann bitte mal jemand meine Tastatur putzen!?

Also arbeitete ich am Montagabend bis weit nach Mitternacht weiter, weil ich ja nicht wusste, was der kommende Tag bringen würde.

Am Dienstagfrüh ging es der Maus etwas besser, sie früstückte und saß danach ganz lieb bei mir am Tisch und knetete. Ich konnte mehr tun, als erhofft. Nach dem Kneten folgte noch eine Runde „Sendung mit der Maus“, dann schlug das Fieber erneut zu und sie schlief ein – von halbelf bis nach fünfzehn Uhr. Selten war ich so froh, dass meine Kinder Fieberschübe immer „ausschlafen“.

Wer beim Lesen ganz genau aufgepasst hat, weiß, dass es noch weitere potenzielle Stolpersteine in dieser Story gibt. Einer davon war mein Fehlschluss, der Donnerstag sei der 17.4. Dieser Tag, liebe Leser, war nämlich gestern, ein Mittwoch. Nicht heute.

Die Herren von der Druckerei gaben sich verschnupft, aber diesmal konnte auch ich nur „Nein“ sagen. Ich gab mein Bestes, aber Mittwoch konnte ich beim besten Willen nicht fertig werden.

Ich ackerte, so gut es ging, Haushaltsdinge erledigte ich schon seit Tagen nur marginal und während so das Chaos um mich herum wuchs, entstand unter meinen inzwischen schon recht geübten Händen ein wundervolles Buch mit über fünfzig Seiten voller Erinnerungen, Kinderfotos und Mitarbeiterportraits.

Oh. Mein. Gott.

Oh. Mein. Gott.

Gestern Nacht um 0.57 Uhr beendete ich die letzte Korrekturrunde. Es war vollbracht. Seufzend fiel ich gegen halbzwei ins Bett und wusste, heute würde ich „nur noch“ die fertige Datei an die Druckerei liefern müssen.

Leider beschloss die Maus, heute schon um 5:45 die Augen aufzuschlagen und so kroch ich nach gerade mal vier Stunden Schlaf aus den Federn und hinunter in mein Chaos, um den Tag zu beginnen.

Vagabundierende Kinderspielüberbleibsel

Vagabundierende Kinderspielüberbleibsel – und wo ist Platz für mich?

Gegen neun rief ich in der Druckerei an, um die letzten Anweisungen bezüglich der Konvertierung der Datei in ein druckbares Format einzuholen. Ein weiterer netter Herr dirigierte mich am Telefon durch das Exportmenü, während ich nebenher versuchte, meine Tochter davon abzuhalten, auf unseren Klappstuhl zu steigen und zwischen den zusammenklappenden Hälften plattgedrückt zu werden.

Die Vorbereitungen liefen wie am Schnürchen, nur eine einzige Einstellung konnte ich nicht übernehmen, weil sie sich nicht anklicken ließ. Als wir durch waren, fragte ich nach, ob ich nun auf „Export“ klicken soll, der nette Herr bejahte dies und mein Mausfinger zuckte.

Millisekunden, nachdem ich den Export gestartet hatte, bat er mich, doch noch mal in den Eistellungen zurückzugehen. Ich klärte ihn darüber auf, dass der Export schon laufe, wir beschlossen aber, das Dokument einfach ein zweites Mal mit den hoffentlich besseren Druckeinstellungen zu exportieren. Also stellte ich noch dies und das um und beendete unser Telefonat mit der Ankündigung, noch etwas mit dem Starten des zweiten Exports zu warten, bis der erste abgeschlossen sei.

Kurz darauf hängte sich mein Computer auf.

Alles kein Problem!, suggerierte ich mir, und startet die Kiste neu. Aber ich hatte etwas Wesentliches übersehen.

Wie der geneigte Leser weiß, arbeitete ich mit einer „30-Tage-Testversion“. Und als ich das Programm wieder neu starten wollte, teilte es mir mit: „Der Testzeitraum ist abgelaufen. Bitte registrieren Sie sich.“ Auf Deutsch: Kauf‘ es oder hau ab!

Leicht panisch rief ich den Herrn von der Druckerei wieder an und wir versuchten noch, das Programm mit dem Umstellen der Systemzeit zu besch…ummeln. Leider war es ungnädig.

Zum Glück hatte wenigstens der Export mit der etwas weniger guten Druckeinstellung geklappt, also fuhr ich eine Viertelstunde später (Frau Dekogöttin war so lieb, so lange auf meine kranke Tochter aufzupassen) mit dem über 7 GB großen Dokument auf einem Stick in die Druckerei.

Der nette Herr vom Telefon bekam ein Gesicht und wir nahmen gemeinsam an einer der riesigen Workstations Platz, um eine letzte Prüfung meines Dokuments vorzunehmen. Und was soll ich sagen? Bis auf drei Fotos im falschen Bildformat, bei denen ich vergessen hatte, sie durch die von meinem Freund konvertierten zu ersetzen, war wirklich drucktechnisch alles makellos! Die Fotos konnten wir vor Ort nachkonvertieren und somit hat nun alles seine Richtigkeit und ist – unfassbarerweise – erledigt!

Ich kann es noch kaum glauben, dass ich es tatsächlich geschafft habe!

Da sieht man mal wieder, wohin einen so ein unbedachtes „Ja“ bringen kann. Nämlich bis an die eigenen Grenzen und darüber hinaus. Und das macht mich nicht nur sauer auf mein gönnerhaftes Unterbewusstsein, sondern vor allem auch ganz schön stolz auf mein Durchhaltevermögen.

Und jetzt erstmal einen riesengroßen, lieben Dank an alle, die mir dabei geholfen haben, das zu schaffen:

  • Allen voran meinem Liebsten, der mir immer wieder aus der Ferne Mut zugesprochen und mir am Wochenende meinen vernachlässigten Haushalt auf Vordermann gebracht hat
  • meinem Bruder, der sich nach einer Weile schon mit „InDesign-Hotline, was kann ich für Sie tun?“ am Telefon meldete, und mir auch zum fünften Mal erklärte, wie man einem Farbfeld eine andere Farbe zuweist
  • meinem guten Freund aus alten Zeiten, der mir mit einem Augenzwinkern auch noch die fünfunddreißigste Mail mit dem Betreff „Nur noch dieses EINE Foto bitte!“ konvertierte und umgehend zurückschickte
  • Dann natürlich auch Frau Dekogöttin, die für mich beim Einkaufen war und meine Kinder betreut hat
  • unserer Kita-Leiterin, die Korrekturfahnen und anderes bei mir abholte, damit ich nicht jedesmal mit der kranken Maus aus dem Haus musste
  • meiner Mama, die mich am Telefon über meine missliche Lage jammern ließ, so oft ich das wollte und die mir so schwierige Entscheidungen wie „Was soll ich denn bloß heute auch noch kochen?“ abnahm
  • und zu guter Letzt natürlich meinen Kindern, die sich die letzten Tage bravourös durchs häusliche Chaos schlugen, mit der x-ten Portion warme Wiener mit Butterbrot zum Mittagessen vorlieb nahmen und mit einer nervenzerrütteten, übernächtigten Mama auskommen mussten
  • …und all den vielen anderen Beteiligten, die ihr Puzzleteilchen zu diesem Riesending beigetragen haben!

Wie gerne würde ich Euch nun auch das Ergebnis zeigen. Aber um meiner Anonymität willen und natürlich auch aus anderen Datenschutzgründen werdet ihr diese Festschrift leider nie zu Gesicht bekommen. Glaubt mir, sie ist wunderschön!

Der eine oder die andere von Euch wird sich sicher auch fragen, warum um alles in der Welt ich mich nach Beendigen einer sochen Mammutaktion nicht einfach aufs Sofa fallen lasse und ausruhe und stattdessen hier sitze und diesen ellenlangen Artikel formuliere.

Tja nun – meine Liebe zum geschriebenen Wort und ich können nicht anders – mein Fluch, Euer Segen. 😉

Voller Durchhänger

Mist! Ich komm einfach, seit ich krank war, nicht mehr richtig rein in das Ernährungskonzept. Ich fühl mich immer noch / immer wieder schwach und kraftlos, immer mal wieder zwackt der Bauch, mal tut der Hals, mal der Kopf weh. Zu allem Übel schlafe ich auch schon seit Wochen mehr schlecht als recht, weil die Maus mich so gut wie jede Nacht wach macht / wach hält oder übelst früh (Fünf Uhr irgendwas) aufwacht und dann nicht mehr weiterschlafen möchte…

Heute war eh so ein Misttag – erst habe ich ganz gut durchgehalten, aber am Nachmittag habe ich den Kindern eine Vanille-Quarkcreme gemacht, da musste ich ja probieren, weil ich die abschmecken muss…. und dann wurde ich schwach und hab die Reste aus der Schüssel gekratzt und den Teigschaber abgeschleckt. 😦

Eine Stunde später hätte der Kurze beinahe aus Versehen die Badtür ins Gesicht bekommen, ich schmiss mich spontan dazwischen, damit ihm nichts passiert und seitdem hab ich ne Jenseits-Halswirbelblockade mit Aua an der Schulter und vor allem im Kopf. Das Kopfweh will nicht weggehen, sogar Ibuprofen hilft nix.

Und weil eh alles schrecklich und furchtbar war, ich am liebsten nur heulen würde und daraufhin auch noch einiges an Kommunikation zwischen mir und dem Rest der Familie  schieflief, bin ich abends vollkommen schwach geworden. Mein Kurzer hat auf einmal noch mal Hunger bekommen und saß in der Küche zur zweiten Runde Abendbrot. Ich selber hatte einfach keine Energie mehr, mir noch ein kompatibles Essen zu machen, Gemüse zu schnippeln, Eier zu kochen oder was weiß ich, und habe, bei meinem Sohn sitzend, vier Toasts mit Butter, Käse, Salami, Schinken gegessen…. 😦

Doof alles grade. 😦 Ich bin so unglaublich müde und schlapp. Wie soll man denn da noch standhaft bleiben angesichts der ganzen leckeren Sachen, die die Kinder essen?

*seufz*