Abenteuer-Tag – für uns die tollste Art des Familienausflugs!

Zu dem wunderbaren Abenteuer-Tag, den wir vorgestern miteinander verbracht haben, gibt es eine kleine Vorgeschichte: Irgendwann diese Woche war so ein Tag, an dem wir viel rumgestresst und irgendwie nichts Schönes gemacht hatten. Unzufriedenheit machte sich in mir breit und als die Kleinen dann abends genauso unzufrieden und zappelig im Wohnzimmer rumhampelten, schlug ich ihnen spontan vor, einen „Dunkelspaziergang“ mit ihnen zu machen. Wir zogen uns also an, die Maus nahm zur Sicherheit noch eine Taschenlampe mit und los gings. 12957213944_acda8db46f_b

Abmachung war, dass an jeder möglichen Abzweigung abwechselnd ein anderer die Richtung angeben durfte. Diese Abmachung führte uns dann zum Discounter in der Nähe, wo sich die beiden erst mal mit zugegebenermaßen nicht sehr gesundem Wegproviant versorgten. 😉 Aber zu Abenteuern gehören eben auch nicht alltägliche Details… 12956413385_1d8308cb5b_b

Mit Hilfe unseres Erstklässlers rechneten wir aus, ob das mitgenommene Geld reichen würde und verglichen Preise und Inhaltsmengen. Nach dem eigenständigen Bezahlen ging es weiter munter und im ZickZack im Ort umher. Der Maus wurde es zwischendurch mulmig, in der Dunkelheit auf unbekannten Wegen zu wandeln, aber der Kurze und ich ermutigten sie, mit uns weiterzugehen. Später folgte auf den Hunger der Durst und ich übernahm die Führung zur nächsten Wasserquelle (=Tanke). Dort angekommen entdeckten wir bei der Freiwilligen Feuerwehr nebenan noch reges Treiben und guckten dort ein Weilchen zu. 12957317774_8875ea1387_b

Kleines Highlight am Ende unseres nächtlichen Kurztrips: Der Mann an der Tankstellenkasse hörte unseren Ausführungen über den Grund unseres Besuchs interessiert zu, verschwand kurz und kam daraufhin noch mit einigen Schätzen für meine zwei Abenteurer zurück, die er großzügig an sie verschenkte. 12957469344_5d06865be0_b

Daraufhin riefen wir dann kurzerhand das Papataxi, weil die zwei Kleinen doch inzwischen recht erschöpft schienen und zu Hause auch recht schnell und brav in ihre Betten fielen.

Dieser spontane Mini-Ausflug (den wir in dieser Art sicher wiederholen werden) brachte uns auf den Gedanken, einen ganzen langen Tag so ins Blaue hinein zu verbringen, was wir vorgestern mit durchschlagendem Erfolg in die Tat umgesetzt haben: Wir frühstückten, bestückten unsere Rucksäcke mit Getränken, Brotzeit und Erste-Hilfe-Täschlein (das wir natürlich nicht brauchten, WEIL wir es dabei hatten! 😉 ) , liefen zum S-Bahnhof, kauften eine Familien-Tages-Netzkarte und fuhren einfach drauflos. 13013958295_4d9a9c1ffc_b

Alle waren sehr gespannt darauf, was uns der Tag bescheren würde. Kein Laut des Unmuts kam über die Lippen der Kinder, von denen sonst immer mindestens einer schon zu Beginn eines Tagesausflugs meuterte und das anvisierte Ziel als miese Idee ablehnte. 13018157655_f34cec15ed_b

Die S-Bahnfahrt verlief komplett entspannt – kein stressiges „Auf-die-Ansagen-Hören“, damit man nur ja rechtzeitig alles wieder zusammenraffen konnte, kein unruhiges „Wann-sind-wir-da-Gezappel“ seitens der Kinder, nur gespannte Vorfreude und ein lustvolles In-Sich-Hineinhören, ob man noch fahren oder schon aussteigen möchte. Den Zeitpunkt des Ausstiegs entschieden wir demokratisch – bei fünf Leuten ne tolle Sache, da es nie ein Patt geben kann. 😉 An der uns unbekannten Haltestelle orientierten wir uns erst mal und dann ging es nach dem auf dem Dunkelspaziergang erprobten Prinzip weiter – an jeder Weggabelung durfte ein anderes Familienmitglied den weiteren Weg entscheiden. 13017784745_771eefb0c1_b

Dabei achteten wir viel mehr auf unsere Umgebung als sonst, wenn wir mit einem Ziel im Hinterkopf unterwegs sind. Die Kinder bewunderten riesige Bahnanlagen… 13018060433_678959d8da_b

seltsame Schaufensterauslagen… 13017531314_7ff55c6f3d_b

die riesigen Waschmaschinen (und den Hund) in einem Waschsalon… 12993763805_f8947cfd3f_b

und die vielen verschiedenen Frühblüher, die schon überall ihre bunten Köpfchen aus der Erde strecken.

An einer anderen Ecke stiegen wir in eine Tram ein – wieder demokratisch entschieden – und viele Stationen und Blicke nach draußen später wieder aus.

13018577184_32b5f3383e_b

Irgendwann stellte mein Mann bei einem Blick auf GoogleMaps fest, dass wir uns ganz in der Nähe von Schloss Nymphenburg befanden. Die Mehrheit wollte hin und so gings in einem Gelenkbus (Ui!) noch näher ran, dann über den Umweg eines kleinen Spielplatzes erst mal zum Mittagessen – zu einem tollen Italiener, den wir wohl auf andere Art niemals entdeckt hätten.

13018824905_36bf111211_b
13018971054_8eecea93ea_b 13019322595_dc4b72a972_b 13019395525_808cce758e_bAuf dem Weg zum Italiener kamen wir an einem weiteren tollen Spielplatz vorbei, der gleich als nächstes Ziel nach dem Essen festgelegt wurde:

13021031143_36a4d90151_b 13021037665_d0b3ae9002_b

Es wurden Bekanntschaften geschlossen, alle drei Kinder spielten sehr intensiv und hatten viel Spaß und wir Eltern konnten ein wenig in der Sonne chillen und mit anderen Eltern und Großeltern ein Pläuschchen halten. Der Große schoss von verschiedensten Stellen aus mit seinem Smartphone Fotos von uns, schickte sie uns per Whatsapp und wir mussten raten, von wo aus er fotografiert hatte – Paparazzispiel, hihi! 😉

Stunden später enterten wir dann den Schlosspark, studierten den Lageplan, spazierten durch die weitläufige Anlage, genossen weiter die Frühlingssonne, die Kinder fanden Stöcke und stocherten in Pfützen. Hier hörten wir zum ersten (und eigentlich einzigen Mal) von den beiden Kleinen Gejammer a la „mir tun die Füüüße weeeh!“ oder „Iiich kaaaannn nicht meeehr…“, dem Großen hingegen gefiel es sehr und er betonte mehrmals, dass er gerne nochmal wiederkommen wolle, wenn die Blätter an den Bäumen grün seien.

13021812924_3a59182c53_b 13022085253_78e42ca1e0_b 13022197284_20e77207cd_b 13022311643_5b3400600b_b 13022556524_707edfa503_b

Hinter der Schlossanlage liegt das „Schlosscafe im Palmenhaus“, in dem wir einen gemütlichen Tisch ergatterten. Die Kinder ließen sich ein Eis schmecken, zu dem es sogar richtig tolle Gadgets gab, unter anderem auch so einen „Springgummi“, ein halbkugelförmiges Etwas, das man umstülpen und auf den Boden legen kann und das dann umploppt und hoch in die Luft hüpft.

13024208195_6bcdf6950e_b

Nach dem Eis schlenderten wir ganz gemütlich bis zur nächsten Trambahnhaltestelle, fütterten unterwegs noch ein paar Gänse mit unseren Brot(zeit)resten und fuhren müde und zufrieden nach Hause.

13025093933_2e82284ebd_b 13025057875_c1538db3ab_b 13025498704_878fd17f5b_b

Die Kinder vertrieben sich die Fahrzeit mit „Schnick-Schnack-Schnuck“-Spielen und waren wirklich gut gelaunt:

13025731194_7e033f6c46_b

Das war ein wunderschöner, spannender, fast komplett unstressiger Tagesausflug und wir freuen uns jetzt schon auf unseren nächsten Abenteuertag! Fazit: Absolut weiterempfehlenswert! 😀

Advertisements

Bretter.. äh Hölzchen, die die Welt bedeuten

In der letzten Zeit hat es mich immer mehr angenervt, dass die Kids oft keine Lust hatten, im Haushalt mitzuhelfen.

„Das hab ich aber nicht gemacht!“ , „Neiiin, keine Lust!“ oder „Menno, immer ich!“ waren noch die harmlosesten Kommentare, die ich immer wieder zu hören bekam, wenn ich eines der Kinder um Mithilfe bat.

Es gab so ein paar Dinge, die gut liefen, wie z.B. dass der Große täglich die Spülmaschine ausräumt oder mittwochs nur zusätzliche Medienzeit eingeräumt wird, wenn vorher das eigene Zimmer aufgeräumt wurde.

Anderes wurde nur sporadisch oder eben nur unter Gemaule, Gejammer, Genöle oder mit schierem Druck erledigt.

Also musste eine Lösung her. Ich erinnerte mich dunkel daran, einmal irgendwo in den Weiten des Netzes eine Sammlung von Haushaltsaufgaben für Kinder gesehen zu haben, die auf Mundspatel geschrieben waren. Diese Idee gefiel mir gut, weil es immer schön ist, etwas anfassen und „besitzen“ zu können.

Und das ist daraus entstanden:

9293293319_643d968581_b

Oben in der Mitte: der Aufgabenpool. Vorne die Becher der Kids mit bereits erledigten Aufgaben

Zuerst sammelte ich Aufgaben. Viele kleine, die schnell erledigt sind. Dann markierte ich, welche davon von welchem Kind bewältigt werden können. Manche kan nur der Große schaffen, manche sind so einfach, dass ich sie nur für die beiden Kleinen „freigegeben“ habe, manche sind für alle machbar. Auf den Hölzchen machte ich diese Einteilung mit Farbmarkierungen sichtbar: Grün für den Großen, Blau für den Kurzen und Pink für die Maus:

Links: Zähler (mache Aufgaben zählen für 2) / Mitte: Beschriftung und passendes Symbol / Rechts: Farbmarkierungen

Links: Zähler (manche größeren Aufgaben zählen für 2) / Mitte: Beschriftung und passendes Symbol / Rechts: Farbmarkierungen

Jedes Kind hat von Montag bis Samstagmittag Zeit, sein vorgegebenes Pensum zu erledigen. Manche Aufgaben kann man irgendwann in dieser Zeit erledigen, andere sind an bestimmte Zeiten gebunden.

Wieviele Aufgaben erledigt werden müssen, ergibt sich aus dem Lebensalter – je Jahr zwei Aufgaben pro Woche. Das bedeutet, dass zum aktuellen Zeitpunkt die Maus 6 Aufgaben, der Kurze 10 und der Große 24 in der Woche zu erledigen hat. Ich finde diese Einteilung gut, da so auch deutlich wird, dass mit steigendem Alter nicht nur die Rechte (z.B. länger aufbleiben, länger draußenbleiben, mehr Taschengeld bekommen..) mehr werden, sondern auch die Verpflichtungen.

Das klingt viel? Jede dieser Aufgaben dauert zwischen 3 und 10 Minuten, würde ich mal schätzen. Also im Schnitt so ca. 5 Minuten. Das sind für unseren 12jährigen also ca. 2 Stunden Mitarbeit im Haushalt pro Woche. Ich finde, das ist nicht zuviel verlangt. Der Kurze hilft eine gute Dreiviertelstunde und die Maus eine halbe Stunde, wenn man es zusammenzählt. Belehrt mich eines Besseren, aber das finde ich nicht übertrieben.

Beispiele für Aufgaben gefällig?

  • eine Tür putzen
  • ein Waschbecken putzen
  • ein Zimmer saugen
  • den Papiermüll wegbringen
  • das Sofa aufräumen und ordentlich machen
  • eine Spielecke aufräumen (z.B. den Kaufladen)
  • einmal die Spülmaschine ausräumen
  • eine IKEA-Tüte voll Wäsche in den Keller bringen
  • den Couchtisch aufräumen
  • die Schuhe im Flur aufräumen
  • frisch gewaschene Handtücher zusammenlegen
  • den Garten gießen
  • ….

Und was gibt’s für die Mitarbeit? Ganz einfach, wer seine Pflichten erledigt hat, bekommt auch sein Recht auf Medien am Wochenende. 🙂

Bei uns gibt es nämlich nur samstags und sonntags (und mittwochs, falls das Zimmer aufgeräumt wurde!) je eine halbe Stunde / eine Stunde / 2 Stunden „Medienzeit“ je nach Kind. Ab sofort gilt: Nur wer die erforderliche Anzahl Hölzchen im Becher hat, bekommt auch seine Medienzeit.

Und wer fleißiger war, als gefordert, darf sich am Samstag als Goodie entweder Zusatzzeit, Mama/Papa-Exklusivzeit (5 Min. pro Hölzchen) oder auch 50 ct pro überzähligem Hölzchen abholen.

Meine Erfahrungen bisher? Heute ist Tag 1.

Der Große hat bereits 20 (ZWANZIG!!!!) Aufgaben erledigt. Das hat auch einen konkreten Grund: Er möchte sich so schnell wie möglich einen Kindle kaufen, ihm fehlen aber noch 20 Euro. Und die will er unbedingt diese Woche dazuverdienen. 🙂

Der Kurze hat drei von 10 Aufgaben heute erledigt. Unter anderem war er zum ersten Mal ganz alleine bei den Glascontainern (dafür muss er nicht mal eine große Straße überqueren) und hat Altglas entsorgt. Sein stolzes Gesicht, als er mit der leeren Tüte zurückkam: unbezahlbar! Helfen und sich nützlich fühlen macht nämlich ein gutes Gefühl. Das ist ein schöner Nebeneffekt.

Der Kurze sucht sich seine Aufgaben heraus

Der Kurze sucht sich seine Aufgaben heraus

Die Maus hat den Sinn der Sache noch nicht so wirklich begriffen, sie hat sich zwar begeistert ein paar Aufgabenhölzchen herausgegriffen, aber zuletzt doch lieber damit gespielt. Wahrscheinlich wird ihr der Sinn des Ganzen spätestens am Samstag bewusst werden, wenn die anderen beiden am iPad daddeln oder einen Film gucken dürfen. Wobei ich mir sicher bin, dass die Jungs ihr schon vorher eindrücklich klar machen werden, wie wichtig es ist, mitzuhelfen. 🙂

Für die Maus noch mehr Spielzeug als Aufgabe

Für die Maus noch mehr Spielzeug als Aufgabe

Ggf. mögliche Zusatzmodi:

  • Sollte sich eines der Kinder grob danebenbenehmen und es keine direkt mögliche Konsequenz daraus geben, kann ich den Abzug eines bereits erledigten Strafhölzchens androhen… Doofes Elterndruckmittel, ich weiß, aber auch sowas braucht’s ab und an im Familienalltag
  • Für spontan entstehende Aufgaben, die sich nicht im Pool befinden (wie z.B. etwas einkaufen, mal gründlich das Auto putzen oder Kinderbetreuung der Kleineren durch den Großen), gibt es unbeschriftete, übrige „Bonushölzchen“.

Positive Effekte:

  • Ich merke bereits jetzt, dass der Wert einer Tätigkeit höher geschätzt wird, weil man sie selbst erledigt hat – auch dann, wenn sie später ein anderer erledigen wird. Konkret gesagt: Wer selber mal ein Waschbecken abgeschrubbt hat, wird in Zukunft besser aufpassen, wieviel Zahnpasta er drin festtrocknen lässt, auch dann, wenn es nach ihm womöglich der Bruder putzen wird.
  • Wie schon erwähnt: Der Stolz, eine wirklich wichtige Aufgabe übernommen zu haben, tut jedem hier gut.
  • Die Kinder sehen deutlich, dass ihr Papa und ich mehr Zeit (auch für sie!) haben, wenn sie uns bei den täglichen Aufgaben unterstützen.

Mögliche Negativeffekte:

  • Wie immer bei Bonussystemen könnte es passieren, dass die Kids tendenziell gar nichts mehr tun, ohne dafür ein Hölzchen zu kassieren. Ich hoffe nicht, dass es so weit kommt. Wir werden sehen.

Die Zeit wird zeigen, ob das System so passt, oder ob noch Modifikationen notwendig sind. Ich spüre jedenfalls bereits heute eine deutlich Entlastung meinerseits – zum einen durch die erledigten Aufgaben selber, zum anderen aber auch dadurch, dass das ewige Diskutieren und Gejammer wegfällt. Dass ich jetzt am Anfang noch viel erklären und auch manchmal noch ein wenig helfen muss, macht mir wiederum gar nichts aus, im Gegenteil, es macht mir Spaß, mit dabei zu sein, wie eines meiner Kinder ganz konzentriert bei der Sache ist und eine neue Fähigkeit erlernt.

Und wie löst ihr das mit der Mitarbeit im Haushalt? Was denkt ihr über unser System? Ich freue mich über jede Rückmeldung!

Wunderbare Apps von Toca Boca

Seit wir hier diese Dauer-Lazarett-Situation haben, bin ich immer mal wieder auf der Suche nach brauchbaren Apps für die Kinder – bei uns gilt nämlich: Wer krank ist, ist von der Medienzeitbeschränkung ausgenommen, denn zum Spielen sind die kleinen Kranken oft zu erschöpft, lesen können zwei von drei noch nicht und ich kann auch nicht den ganzen Tag neben ihnen sitzen und sie beschäftigen. Da ich aber der Meinung bin, dass es auch im Bereich Medien große Qualitätsunterschiede gibt, sehe ich zu, dass ich einigermaßen sinnvolle und trotzdem spaßige Ideen herauspicke.

So entdeckte ich vor ca. 14 Tagen eine niedliche Mal-App, in der man drei verschiedenen Schmetterlingen die Flügel anmalen kann: Paint my wings von Toca Boca. Es gibt verschiedene Pinselarten und Farben und wenn man auf der einen Flügelseite malt, erscheint auf der anderen spiegelverkehrt das gleiche Muster. So entsteht eigentlich immer ein schön anzuschauendes Ergebnis. Toll auch für kleine Finger: man kann nicht  hinausmalen, die Farbe färbt immer nur die Flügel an.

Kleine Schmetterlings-Madame

Kleine Schmetterlings-Madame

Irgendwann wurde ich neugierig und guckte im App-Store nach, ob es noch mehr Apps von Toca Boca gibt – und wurde fündig! Inzwischen haben wir sieben der 17 bisher erhältlichen Apps installiert und sind alle sehr begeistert davon!

Denn ausnahmslos alle sieben Apps haben einige in meinen Augen sehr positive Merkmale gemeinsam:

  • ungewöhnlich und doch für Kinderaugen sehr angebracht illustriert
  • alle Apps sind absolut geschlechtsneutral gestaltet – egal, ob es der Hair Salon ist oder das Robot Lab, nirgends finden sich kitschige Pink-Lila-Girliewelten oder bemüht männliches „Auf die Brust Hauen“
  • sehr einfache, intuitive Bedienung – auch meine kleine Maus mit 2 1/2 Jahren kann jede App absolut selbständig erleben
  • in keiner App geht es um Punktesammeln, Zeitvorteil oder sonst irgendwelchen Kram, der Stress und Erfolgsdruck ins Spiel bringt
  • die Spiele sind echtem Kinderspiel unheimlich gut nachempfunden – will heißen, Kreativität und Spielvergnügen stehen absolut im Vordergrund. Es soll weder nebenher noch irgendwas gelernt werden, noch wird ein Wettbewerb abgehalten. Im Prinzip sind es Rollenspiele, Experimente, Bauspiele, Nachahmen von Alltagstätigkeiten der kindlichen Umwelt etc.

Wir spielen neben Paint my Wings noch:

Toca Doctor

Ein kleiner Doktor markiert „Auas“ am Patienten, die der Spieler dann behandeln muss. Z.B. Zähne putzen, Dornen aus dem Fuß ziehen, Spritze geben, Pflaster aufkleben etc….

TOCA Doctor - super illustriert und eines der Lieblingsspiele der Maus

Super illustriert und eines der Lieblingsspiele der Maus

Die "Tooth Monsters", die kleinen Nachbarn von Karius und Baktus

„Tooth Monsters“, die kleinen Nachbarn von Karius und Baktus, müssen beseitigt werden

Toca Band

16 verschiedene Charaktere produzieren 16 unterschiedliche Rhythmen, Töne und Melodien, die aber alle untereinander abgestimmt sind und zusammen je nach Auswahl die verschiedensten Musikstücke ergeben. Cool auch, dass die Musiker je nach Standplatz langsam und leiser (unten) oder schnell und lauter (oben) spielen.

Man kann allein schon Stunden damit verbringen, herauszufinden, wer welche Musik macht

Man kann allein schon Stunden damit verbringen, herauszufinden, welche schräge Gestalt welche Musik macht

"SpaceCat" - mein Lieblingmusiker! Wenn man die Kugeln im Mund bewegt, macht sie unbeschreibliche heulende, aber harmonische Töne

„SpaceCat“ – mein Lieblingmusiker! Wenn man die Kugeln im Mund bewegt, macht sie unbeschreibliche heulende, aber harmonische Töne

Toca Robot Lab

Zuerst baut man sich einen Roboter aus allerlei abgedrehtem Kram (Kaffeemaschinen, Mülltonnen, Windrädchen, Lampen….) und dann lässt man ihn quasi zur Qualitätskontrolle durch ein Retro-Labyrinth fliegen, um zu einem Magneten zu gelangen, der ihn abtransportiert und „eintütet“. Super, dass Pfeile für kleinere Spieler den Weg zum Magneten zeigen, während größere sich den Spaß machen können, zuerst drei kleine Sterne zu finden und aufzusammeln, bevor sie sich zum Magneten begeben. (Es ist aber für den Spielverlauf vollkommen unerheblich, ob die Sterne eingesammelt werden oder nicht!)

Robbi aus lauter verrücktem Zeug bauen...

Robbi aus lauter verrücktem Zeug bauen…

...und dann losdüsen und Sterne einsammeln.

…und dann losdüsen und Sterne einsammeln.

Toca House

In einem sechsstöckigen Haus mit Garten leben fünf lustig-bunte Gestalten zusammen. Im Haus gibt es viel zu tun: Wäsche waschen, Beeren sortieren, fegen, Post verteilen, sich selber waschen, den Kühlschrank einräumen und so weiter…

Das Haus

Das Haus

Briefe sortieren

Briefe sortieren

Toca Hair Salon 2

Dieses Spiel lieben besonders der Große, die Maus und ich! 🙂 Man kann vier verschiedenen Charakteren von A-Z die Haar stylen – also waschen, fönen, schneiden (und wieder wachsen lassen), färben, kräuseln, glätten, frisieren, mit Spängchen und anderen Assecoires stylen und und und…. Macht Spaß ohne Ende!

Haare färben! Egal ob bunt oder in Naturtönen - alles ist möglich!

Haare färben! Egal ob bunt oder in Naturtönen – alles ist möglich!

Wenn man seinen Style fertig hat, kann man das Modell noch vor einem passenden farbigen Hintergrund fotografieren

Wenn man seinen Style fertig hat, kann man das Modell noch vor einem passenden farbigen Hintergrund fotografieren und somit für die Nachwelt dokumentieren…

Die Apps machen wirklich alle so viel Spaß, dass ich kaum weiß, welche ich Euch am wärmsten empfehlen soll! …und ich bin schon wieder versucht, eine weitere zu kaufen. 😀 Sie sind übrigens mit einem Preis zwischen 1,79 € und 2,69 € erschwinglich und bereiten auf iPhone oder iPad stundenlangen Spielspaß für Groß und Klein! Es gibt auch ein paar abgespeckte Versionen gratis – gut zum Testen.

Die Bilder durfte ich mit freundlicher Genehmigung von der Toca Boca flickr-Seite entnehmen. Für den Artikel habe ich keine Vergünstigungen oder Ähnliches erhalten, sondern berichte darüber aus eigenem Interesse – weil ich Toca Boca Klasse finde!

Geschenktipp – Nicht nur für Weihnachten

Da wir bereits am vierten Adventssonntag bei Oma und Opa ankamen und aufgrund des von allen schon sehnsüchtig erwarteten Christkind-Besuchs dieses Mal nicht viel Spielzeug mitgeschleppt eingepackt hatten, beschloss selbiges, bereits am Weihnachtsmorgen eine Kleinigkeit für die Kinder unter den Baum zu legen, damit die Warterei nicht gar zu langweilig wird.

Die erwähnte Kleinigkeit nennt sich „Makedo“ (englisch, gesprochen „Mejk-Duh“)  und ist eines der genialsten Spielzeuge, die ich seit langem entdeckt habe:

Makedo - nicht umsonst mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet

Makedo – nicht umsonst mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet

Ein Makedo-Kit besteht immer aus folgenden drei Komponenten:

  • Kartonsäge / Locher
  • wieder lösbare Verbindungsstecker
  • arretierbare Scharniere

Je nach Kit-Größe sind eine oder mehrere Sägen enthalten und entsprechend mehr oder weniger Steckelemente und Scharniere.

Und was man damit macht?

Ganz einfach: Kinder durchs Haus / in die Garage / wo auch immer hin schicken, um alte Kartonverpackungen zusammenzusuchen – alles vom Eierkarton bis zur Waschmaschinenverpackung ist möglich. Auch alte CD-ROM’s und dergleichen können Verwendung finden.

Und dann wird gebastelt! Mit der Säge können Kartonteile zu- oder Löcher (wie z.B. Fenster) ausgeschnitten werden und deren hinteres Ende stanzt passende Löchlein für die Verbindungselemente, die dann einfach hindurchgesteckt und befestigt werden. So entstehen schnell und unkompliziert tolle Bauten aus Karton – und zwar ganz ohne rollenweise Paketband oder stangenweise Heißkleber.

Hier seht ihr, was unsere Jungs am 24. Dezember gebaut haben:

Kartonvilla und Roboterkostüm

Kartonvilla und Roboterkostüm

Netterweise war die Garage zu diesem Zeitpunkt quasi randvoll mit alten Kartons in allen erdenklichen Größen (Warum nur??! 😉 )

Die türkisfarbenen Punkte auf dem Foto sind die erwähnten Verbindungsstücke. Sie bestehen aus einer Art „Nagel“ und einem runden Gegenstück, das sich auf den (übrigens weichen!) Dorn des „Nagels“ in der Art eines Kabelbinders aufschieben, aber eben mit sanfter Gewalt auch wieder abziehen lässt. Die Verbindungen halten gut, das Lösen war etwas nervig, ging aber letztendlich doch bei den allermeisten gut und schneller als gedacht vonstatten.

Aufpassen muss man ein wenig, dass man nicht beim Basteln auf herumliegende „Nägel“ tritt, denn dann bricht der Dorn ab und man hat zwei Teile für den Mülleimer. Also besser in ein Schälchen packen.

Der Große kann komplett selbständig damit bauen, der Kleine braucht Unterstützung und für die Maus besteht die Beteiligung hauptsächlich im Bespielen der neu entstandenen Dinge.

Alles in allem waren die Kinder und auch wir sehr begeistert von dieser tollen Bastelidee, die auch noch die Abfälle von einer Geschenkeorgie nutzbar macht, wie sie an Weihnachten, aber auch gerne mal an Geburtstagen von Kindern stattfindet. Zudem ist das Kit selber platzsparend, man kann es überall hin mitnehmen – und alte Kartons finden sich an vielen Orten.

Ein meiner Meinung nach absolut zu empfehlendes Spielzeug!

Maus in der Villa

Maus in der Villa

Roboteraction

Makedo gibt's auch im Netz

Makedo gibt’s auch im Netz

Übrigens: Ich habe diesen Artikel aus freiem Antrieb geschrieben und habe dafür weder Sachleistungen noch finanzielle Aufwendungen vom Hersteller erhalten. 🙂

Tipp: Ausflug auf den Waldspielplatz

Wir waren gestern ganz spontan wieder einmal auf dem wunderschönen Waldspielplatz in Pöring und haben das spätsommerliche Traumwetter ausgenutzt, um ihn aufs Neue unsicher zu machen – wahrscheinlich wohl das letzte Mal in diesem Jahr.

Es wurde viel auf dem tollen Kletterparcours geklettert….

…und während sich die beiden Jungs das Gitter selber erkletten mussten…

…setzte ich die Maus einfach rein…

…und sie genoss die Aussicht…

…genau wie ihr großer Bruder bei der Brotzeit.

Wir waren fast drei Stunden dort und es kam so gut wie keine  Langeweile auf.

Der Platz ist unheimlich weitläufig…

…und bietet neben dem schon erwähnten und gezeigten Klettergrüst noch viele viele tolle Spielgeräte: Reifenschaukeln, normale Schaulkeln, eine Kleinkinder-Schiffsschaukel, ein Karussell, eine Rutsche, eine Rohrrutsche, eine Seilbahn und noch so einiges mehr. Das ganze in einem lichtdurchfluteten Laubwaldstück, das einfach eine wunderschöne Atmosphäre auf den ganzen Platz zaubert:

Spätsommerfeeling auf dem Waldspielplatz

Es gibt übrigens viele Tische und Bänke zum Picknicken, sogar eine Hütte und einen überdachten Sitzplatz, falls es mal tröpfeln sollte, sowie eine Grillstelle. Auch ein Dixiklo findet sich dort, so dass man nicht Gefahr läuft, über unerwünschte Häufchen zu stolpern.

Somit ist er auch wunderbar geeignet, um dort Kindergeburtstage zu feiern – gestern waren mindestens zwei Geburtstagsgesellschaften und eine Pfadfindergruppe (oder so ähnlich) da, was aber durch die Größe des Spielplatzes überhaupt nicht störte.

Der gesamte Spielplatz ist mit einer Holzbarriere eingezäunt, die für kleinere Kinder zwar kein Hindernis darstellt, aber trotzdem einen guten Orientierungspunkt für die Kids darstellt. Bei uns lautet die Regel: Nie hinter den Zaun!, was eigentlich recht gut klappt.

Alles in allem eine sehr empfehlenswerte Location für Familien mit Kindern von 0 bis mindestens 11 1/2 Jahre. 😉

Seelenruhe

…genossen mein Liebster und ich heute mittag, als wir uns zum Mittagessen im Hunsinger, dem Restaurant in Münchens Neuer Pinakothek, trafen. Warme Herbstsonne, plätscherndes Wasser, üppiges Grün und eine wirklich deliziöse Mahlzeit machten dieses kurze Intermezzo zu einem erinnernswerten – und wiederholenswerten – Event. Wir beschlossen spontan, uns ab sofort ein bis zwei Mal im Monat mittags in der Innenstadt zum Mittagessen zu treffen, wenn mein Mann vor Ort ist.

Essen ohne Kinder. Was für ein Genuss… 😉

Ich hatte übrigens das im Link zum Restaurant erwähnte „Thunfisch-Carpaccio mit Ingwer, Pflaumen und Wasabi“ als Vorspeise. Wahnsinnig lecker!

Familienurlaub in Bibione

Am Samstag, den 25. August setzte sich der Tross in Bewegung: Zwei vollbepackte Autos mit vier Erwachsenen und fünf Kindern und dem Ziel, dem Alltag für 14 Tage zu entfliehen. Wir urlaubten gemeinsam mit meiner besten Freundin Frau Dekogöttin, ihrem Mann und ihren zwei Söhnen, von denen der kleinere der beste Freund unseres Kurzen ist.

Endlich ging es los nach Italien – erst mal quer durch die Alpen…

Sind das die Dolomiten? Keine Ahnung, aber schön sah es aus.

…und leider von einem Stau in den nächsten:

Wenigstens konnten wir hier schon mal ein Hinweisschild auf unser Ziel erspähen…

Nach doch ganz schön anstrengenden NEUN Stunden Autofahrt waren wir endlich am Ziel: Dem „Villaggio Marco Polo“ in Bibione, einer Ferienhaus-Anlage mit Pool.

Der kleine Garten unseres Ferien-Reihenhauses

Das Haus gefiel uns gleich gut, es war freundlich und doch funktional eingerichtet und toll aufgeteilt. Im unteren Stockwerk befinden sich eine Wohnküche mit bequemer (Schlaf)Couch, Esstisch, TV, Toilette, Waschbecken und Dusche, viel Stauraum in Schränken und eine wirklich sehr gut ausgestattete Küchenzeile.

Toll auch der große Kühlschrank mit ebenso großzügigem Tiefkühlfach. Dieses Haus ist in der Tat für 5-7 Personen geeignet!

Oben sind ein weiteres Bad und zwei Schlafzimmer, eines mit zwei Einzelbetten, eines mit Doppelbett plus Einzelbett. Zum Glück gibt es Klimaanlage, denn gerade im oberen Stockwerk war es auch nachts oft noch ziemlich heiß. Positiv fand ich auch, dass an den Fenstern gut schließende Fensterläden angebracht waren, so dass es im Kinderzimmer wirklich dunkel war, auch noch um zehn Uhr morgens. 😉

Die Anlage ist sehr schön begrünt und der Pool, um den die Reihenhäuser im Karree stehen, ist hübsch anzusehen und mit einem kleinen Zaun (hinten im Bild zu sehen) in Nichtschwimmer- und Schwimmerbereich unterteilt.

Unsere kleine Wasserratte im Pool – fast schneller als die Kamera

Negativ aufgefallen sind uns eigentlich nur zwei Dinge:

  • Zum einen knarzen die Holztreppen in den Häusern wirklich gigantomanisch – so sehr, dass man nicht nur aufwacht, wenn im eigenen Haus einer rumläuft, sondern auch, wenn das im Haus nebenan passiert.
  • Zum anderen sind die Gärten leider zum Großteil mit Robinien, Oleander und Himmelsbambus eingefasst und bepflanzt. Das sind lauter giftige Gartenpflanzen-arten, die so gar nicht geeignet sind für Orte, an denen sich viele (kleine) Kinder aufhalten.

Es gab auch eine (eher minimalistische) deutschsprachige Kinderbetreuung, die in einer Ecke des Poolbereichs angesiedelt war, die unsere Kinder aber nie genutzt haben, was mich auch nicht sehr wunderte, da sich das Programm in Basteln und zu „Kinder-Discomusik“ Rumhüpfen erschöpfte. Trotzdem wirkten die zwei Betreuer auf mich sympathisch und bemüht.

Der erste Gang führte uns erst mal zum Essen fassen – Pizza und Pasta für (fast) alle, leider blieben für die Maus und mich mit unserer Weizenunverträglichkeit nicht viel mehr Möglichkeiten als viel frischer Salat und Würstel mit Pommes. Zum Glück fand zumindest die Maus das alles sehr lecker – auch noch nach dem fünften Mal. 😉

Dieses Foto hat der Kurze aufgenommen – von seiner Lieblingspizzasorte „Prosciutto e Salame“

An den Abenden, an denen wir auswärts aßen, kamen wir fast immer an dem großen Brunnen vor der Therme vorbei, den die Kinder sofort ins Herz schlossen.

Plantschvergnügen unter den wachsamen Augen von Papa

Ein Stück weiter befand sich ein Autocorso für Kinder, den wir aber nur einmal zu Beginn und einmal zum Abschluss des Urlaubs finanzierten und zumindest an diesen zwei Abenden leuchtende Kinderaugen ernteten.

In der Dunkelheit wurden leider alle Bilder unscharf

..und was natürlich jedes Mal sein musste: ein groooßes Eis! 🙂

Das sind „nur“ zwei Kugeln! Hier bekommt man noch was für sein Geld!

Zum Glück geht es unserem Filius inzwischen sehr viel besser und er konnte den Zucker im Eis ohne größere Verdauungsprobleme vertragen. Ich weiß nicht, was wir getan hätten, wenn er kein Eis hätte essen dürfen…. da darf ich gar nicht dran denken.

Die Kinder gingen spät ins Bett und schliefen laaaang – und wir auch. So dümpelten wir duch die 14 Tage. Spät aufstehen, ausgiebig frühstücken, mal kurz in den Pool hüpfen…

Freche kleine Spatzen allüberall

…dann irgendwann ein Mittagsimbiss – Salat, Spaghetti Pesto oder sonst irgendwas „Schnelles“. Die Zeit zwischen Spätnachmittag und Abend verbrachten wir fast täglich am Strand:

Buddeln…

Snacken…

Ausruhen…

…und natürlich Baden, Plantschen, Muscheln suchen und finden. Davon gibt es kaum Fotos, weil wir den Apparat ja nicht unbedingt nass werden lassen wollten. 😉

Ein stürmischer Tag, an dem wir nicht ins, sondern nur ans Wasser gingen.

Ab und an ging es auch auf den großen Spielplatz in unserer Anlage, der wirklich alles zu bieten hatte, was ein Spielplatz so braucht: Rutsche, viele verschiedene Klettermöglich-keiten, eine Wippe, viele Schaukeln, ein Karussell, Platz zum Rennen, Sand – und Bänke für die Entspannung suchenden Eltern.

Der Kurze erklimmt eine Strickleiter

Höhepunkt in der ersten Woche war der fünfte Geburtstag unseres Kurzen, den er schon sehr herbeigesehnt hatte. Ich machte eine Erdbeer-Kühlschranktorte (wie schon letztes Jahr, als wir den Mausgeburtstag im Urlaub feierten) und musste feststellen, dass es in Italien keinen Quark gibt. Ich wich dann auf die doch etwas kalorienhaltigere Variante Mascarpone aus und Frau Dekogöttin steuerte ihr letztes aus D eingefahrenes Paket Magerquark bei. Schmeckte köstlich! 🙂

Der Urlaubs-Geburtstagstisch

Er bekam übrigens keine Nintendo DS geschenkt, sondern der Große hatte ihm auf seiner eine Geburtstagskarte gestaltet. An Geschenken gab es ein LEGO Ninjago Set, ein TipToi- Buch (Unsere Stadt) und eine „Spiderman-Kiste“ mit Spiderman-Gummiclogs, zwei Spiderman-Langarmshirts und einem „Kuschel“spiderman für unseren kleinen Spinnenmann-Fan. Vom besten Freund bekam er noch Ninjago-Hör-CDs und StarWars-Heftpflaster 🙂 geschenkt. (Waaah, voll die Merchandise-Orgie, örgs!)

Beim Auspacken der Spiderman-Kiste

Einmal liehen wir uns so ein vierrädriges, wadenmuskelbetriebenes Vehikel aus, in dem wir alle Platz fanden, und kurvten damit über die Strandpromenade und durch die Straßen von Bibione.

Die zwei Kleinen saßen vorne in einer Art Kindersitz (oder Taschenablage, hihi) und genossen Fahrtwind und gute Aussicht.

Der Kurze klingelte immer wieder wie wild an der vorne links angebrachten Fahrradklingel und die Maus kommentierte alles und jeden: „Daaaa! Guck maaaal…..!“

Leider hatte das Glück nach 27 gefahrenen Minuten ein jähes Ende, als es plötzlich holperte, der Göttergatte seinen Blick nach rechts unten wendete und feststellte: „Wir haben einen Platten!“

Ich konnte es kaum fassen, vor allem deshalb, weil das in diesem Urlaub bereits der dritte platte Fahrradreifen war, mit dem wir zu kämpfen hatten.

Reifen Nr. 1 platzte 150 m von der Garage entfernt, aus der wir die für den Urlaub geliehenen Fahrräder abgeholt hatten. Dieser Platzer war vergleichsweise schnell behoben, da wir sofort umkehrten und der Reifen unkompliziert und schnell vom Hausmeister unserer Anlage ausgetauscht wurde.

Reifen Nr.2 entpuppte sich als mausetot, als wir müde und schon etwas feucht vom einsetzenden Nieselregen nach einem Abendessen auswärts zu unseren Rädern kamen. Dummerweise war es ausgerechnet das Rad, auf dem der Kindersitz für die Maus montiert war. Nach einigem Hin- und Her einigten wir uns darauf, dass wir das kaputte Rad da ansperrten, wo wir standen, mein Mann mit einem der intakten Räder heimfahren und das Auto hollen sollte und ich währenddessen mit den Kindern (und den restlichen Rädern) zurück zu einer der zahlreichen Eisdielen tapern und dort ein Trosteis spendieren würde. Ich schleppte die schon sehr müde Maus, versuchte währenddessen den wild herumzirkelnden Kurzen zu dirigieren und unser Großer schob sein Rad nebenher. Als wir unser Eis fast aufgegessen hatten, kam mein Mann, gönnte sich auch eines und holte dann das kaputte Rad zum Auto. Wir packten dieses plus das Kinderrad vom Kurzen hinein (zum Glück haben wir ein groooßes Auto!) und ich fuhr mit den Kindern nach Hause, während mein Mann (nun zum vierten Mal an diesem Abend) die doch beachtliche Strecke nach  Hause mit dem nun übrig gebliebenen Rad des Großen bewältigte. Auf der Heimfahrt kam uns dann noch eine Großraum-Mülltonne auf der Straße entgegengefahren. Ja, es war windig. 😉 Die Kinder lachten sich kaputt und wir witzelten den Rest der Fahrt herum, wie wir es dem Papa erzählen sollten:

„Wir hatten einen Beinahe-Unfall mit einer Mülltonne!“

„Warum? Seid ihr dagegengefahren?“

„Nein, die Mülltonne hätte beinahe uns angefahren!“

😀

Aber nun zurück zu Reifen Nr.3: Da standen wir nun mitten in Bibione mit unserem platten Familiengefährt. Wir riefen beim Verleiher an und der versprach, „in 10 Minuten“ da zu sein um uns zu helfen. Also gab es mal wieder ein Trost-Eis und wir vertrieben uns die Zeit mit Amarena, Pistazie, „Ssokonille“ und dergleichen.

Man sieht nicht viel, aber er war platt. Schuld war der wahrscheinlich einzige Reißnagel, der in Bibiones Straßen rumlag und den wir glatt erwischt hatten.

Leider war auch 20 Minuten später keiner zu sehen und die Kinder wurden langsam wepsig. Letztendlich mussten wir (trotz versuchter Hilfeleistung des Verleihers) eine gute Stunde nach der Panne mit Autos wieder zum Shop zurückgekarrt werden, weil das Vehikel einfach nicht mehr flottzukriegen war. Inzwischen war uns die Lust ausgegangen, noch mal eines auszuleihen und netterweise bekamen wir die Pannenfahrt gratis, hatten also eine knappe halbe Stunde umsonst fahren dürfen. Das war dann auch ok.

Trotzdem waren mir das dann definitiv genug platte Reifen und ich betete, dass uns nicht auch noch auf der Heimfahrt ein platter Autoreifen bevorstand. Zum Glück blieb das aber aus.

Dafür passierten andere unvorhergesehene Dinge:

  • unser Kurzer schaffte es, sich innerhalb von 1 1/2 Tagen gleich zweimal die rechte Hand einzuklemmen – einmal in der Autotür, die unser Großer hinter sich zuziehen wollte (Aua!) und einmal in der Terassentür, die ich zudrücken wollte (auch Aua!). Zum Glück passierte nichts Schlimmeres außer ein paar gequetschten Fingern…
  • unser Großer verlor ausgerechnet am allerletzten Tag den Fahrradschlüssel für sein Schloss und musste deshalb zu Fuß vom Strand nach Hause laufen, einen Bolzenschneider vom Hausmeister organisieren und damit wieder zum Strand laufen, um mit Papas Hilfe das Rad zu befreien. Netterweise musste er nicht mal was für das geschrottete Schloss bezahlen!
  • weniger nett: zwei Tage vor der Heimfahrt kam die Maus ins Haus gelaufen und spuckte eine der im Garten wachsenden giftigen Beeren mit den Worten „Guck mal, Mama, kleiner Apfel!“ vor mir auf den Boden. Mir wurde ganz anders! Wir bekamen nicht aus ihr heraus, wieviele Beeren sie (trotz mehrmaliger Hinweise unsererseits, das bleiben zu lassen!) gegessen hatte, aber sie bestand darauf, dass sie welche intus hatte. Daraufhin verbrachte ich einen halben Tag mit ihr in der Kinderabteilung des Krankenhauses in Portogruaro, damit sie bei ggf. einsetzenden Komplikationen sofort behandelt werden hätte können. Sie musste eine Wasser-Kohle-Pampe trinken („Bäh ‚meckt!!!“), bekam ein EKG (toll gemacht!) und Blut abgenommen (stieß auf wenig Gegenliebe), hat sich aber super geschlagen und – das Wichtigste – keinerlei Vergiftungssymptome gezeigt. Uff!!!

Die Maus fährt Dreirad im Krankenhaus

Trotz aller Widrigkeiten hatten wir zwei aber auch Spaß:

Im Spielzimmer der Kinderambulanz fanden wir ein lustiges Spiel, das sich auch hervorragend zum Faxenmachen eignete: eine Art Kleinkindervariante des Klassikers „Wer ist es?“

So bewahrheitete sich also letztendlich mein mulmiges Gefühl angesichts der zwar schönen aber gefährlichen Gartenbepflanzung im Villaggio. Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert!

Letztendlich hat es uns in Bibione trotzdem gut gefallen. Auch wenn es eine typische „Touristenhochburg“ ist, sprich: alles ist voller Touristen und Touristenangeboten, es gibt keine gewachsene Altstadt, außer im Service trifft man kaum Italiener, außer sie machen selber gerade Urlaub, so hat der Ort doch viele Vorteile:

  • der Strand ist meilenweit feinsandig und seeeeeehr flach – also bestens geeignet für Familien mit kleineren Kindern
  • die Preise sind wirklich moderat – Pizza, Pasta und Eis kosten nicht die Welt und sind meist guter Qualität. Nur ab und an wird kräftig zugelangt, vor allem bei Verbrauchsgütern, auf die man angewiesen ist, wie Grillkohle oder Toilettenpapier.
  • die Einheimischen (oder Saisonarbeiter?!) sind durchweg alle sehr freundlich, kinderlieb und hilfsbereit – das ist deutlich besser als hier in D
  • die Kinder treffen auf viele andere deutschsprachige Kinder, mit denen sie sich schnell anfreunden können
  • überhaupt machen dort hauptsächlich Familien Urlaub und so ist die Atmosphäre insgesamt sehr kinderfreundlich

Unser „Villaggio Marco Polo“ kann ich uneingeschränkt Familien mit größeren Kindern empfehlen, Leute mit kleineren Kindern müssen sich über einige Risiken im Klaren sein:

  • offene Gärten, aus denen man schnell mal abhauen kann
  • die Tore zum Pool stehen oft offen, somit ist auch der Zugang zum tiefen Wasser ungeschützt
  • wie schon erwähnt gibt es giftige Pflanzen zuhauf
  • die knarzenden Treppen wecken so manches kleinere Kind womöglich zu Unzeiten auf

Aber in Bibione gibt es noch Tausende von anderen Wohnmöglichkeiten und sicher ist für jeden Bedarf und jeden Geldbeutel etwas dabei.

Ciao Bibione, Ciao bella Italia!

….schön wars!