… genauer gesagt am 22.12., also zwei Tage vor Heilig Abend. Und da hatte ich alle Hände voll zu tun. Deshalb kommt der Monatsbericht dieses Mal um zwei Wochen verspätet.
Ach ja, wo soll ich beginnen? Unsere kleine große Maus! Sie ist jetzt wirklich wirklich ein richtiges Mädel. Sie spielt, alleine und mit ihren Brüdern, mit uns und der Baysitterin. Sie füttert ihre Puppen, kocht Essen, schneidet Holzkuchen aus dem Kaufladen vom Christkind klein, um ihn dem nächstbesten anzubieten: „Da, Papa! Kuuchen! Kisse dauf!“ (Kirschen drauf). „Essen, hmmmm!“
Sie guckt ihren großen Brüdern zu und spielt dann auch Auto, LEGO, Rakete, Piraten. Am liebsten ist es ihr, wenn viiiel los ist. Am Sonntag waren wieder mal fünf Kinder hier – der beste Freund des Großen und der beste Freund des Kurzen kamen zum Spielen. Es waren herrliche Stunden, alle saßen im Wohnzimmer auf dem Boden und bauten an einer riesigen LEGOduplo-Anlage. Die Maus mittendrin und überglücklich.
Und das ist das tollste: Sie spricht inzwischen wie ein Buch. Sätze um Sätze sprudeln aus ihr heraus, Verben und Adjektive, Pronomen und was noch alles haben Einzug gehalten in ihren Sprachschatz.
- „Putzen, Mama! Beesen!“
- „Kalt! Bitte Mama, Decke haben!“
- „Hunger! Käsebot essen!“
- Bei der Vorbeifahrt an der Schule des Großen: „[Brudername] Ssuule! [Mausname] gooß, Ssule!“
- Sehr niedlich: Wenn sie ein Bussi bekommt, sagt sie „Danke, lieb!“
- Von den Cars-Autos ihres Bruders liebt sie besonders „Huck“, „Degging“ und „Finn Missai“
- und und und…
Was immer sie sagen will, sagt sie. Das macht sie einfach sehr „groß“. Sie beginnt auch „Ich!“ zu rufen und weiß dann, dass sie selber damit gemeint ist. Und wenn sie nicht bekommt, was sie will, kann ihr auch schon mal ein „Ach Mann!“ entfahren. Passiert etwas, heißt es „Ojeee!“
Sie trinkt immer noch gerne zwischendurch einen Schluck Muttermilch, weiß aber, dass ich davon nicht mehr immer so begeistert bin und kommt deshalb meist mit einem zuckersüßen, gewinnenden Lächeln auf mich zu, wartet dann, bis ich sie auch anschmachte, und fragt dann ganz leise und mit verschämt-verschmitztem Augenaufschlag: „Buu?“ Das ist sooo niedlich, dass ich ihr das bis jetzt meist einfach nicht verweigern kann und will. Im Frühjahr, wenn wir wieder mehr rausgehen (wo es grundsätzlich und schon lange keinen „Bu“ mehr gibt) werde ich dann mal endgültig einen Schlussstrich ziehen.
Was ich sehr klasse finde, ist, wie gut sie schon warten kann. Keine Ahnung, ob ich darüber schon mal geschrieben habe, aber das beeindruckt mich sehr. Die Jungs waren und sind ungeduldige Gesellen. Aber die Maus – wow! Sie kommt und möchte etwas, ich sage: „Ja klar, Maus, warte kurz, ich mach das hier/XY noch schnell fertig / geh noch schnell auf die Toilette oder was auch immer, dann bekommst du was zu Trinken / helfe ich dir / lese ich dir ein Buch vor etc.“ und sie sagt: „Ja!“, stellt sich hin und wartet. Ganz einfach. Ohne Geschrei, ohne Gejammer, ohne Genöle. Wunderbar!
Keine Ahnung, was sonst noch so „neu“ ist. Ich kann einfach nur sagen, dass sie ganz allerliebst und wunderbar ist und mein Mann und ich uns täglich daran freuen, dass wir zu unseren zwei Jungs auch noch unser Mädel haben. Und – unfassbar – in ein paar Monaten feiert sie ihren zweiten Geburtstag. Wahnsinn. Wo bleibt die Zeit?
[Edit:] Ach ja, und sie hilft! Sie hilft den Tisch decken, sie hilft Wäsche falten (oder zumindest reicht sie mir jedes Wäscheteil einzeln an), sie hilft putzen, sie hilft aufräumen. Es ist total niedlich, wie stolz sie ist, wenn sie helfen kann. Und sie versucht morgens immer, ihrem kleinen großen Bruder, beim Anziehen zu helfen. Ganz mütterlich macht sie ihm die Socken auseinander und versucht auch schon, sie an die Füße zu bekommen, was allerdings noch nicht klappt. Sich selber an- und ausziehen, das probiert sie auch schon mit Inbrunst aus – Reiß- und Klettverschlüsse werden da geöffnet oder geschlossen, die Schuhe an die Füße gehalten, in der Hoffnung, der kleine Fuß möge da irgendwie reinschlupfen, die Mütze und der Schal werden schon ganz selbstverständlich an- und ausgezogen und so weiter. Es ist richtig zu sehen, wie sehr die kleine Madame selbständig sein möchte. Und sie probiert es immer und immer wieder. Sehr geduldig, sehr ausdauernd. Beeindruckend. Die Jungs haben da beide viel schneller aufgegeben und sich lieber von Mama bedienen lassen….