Unser kleiner Herr hat schon sehr früh Interesse für Stifte und Papier entwickelt, auch weil er seinen großen Bruder ja jeden Nachmittag, wenn auch eher unfreiwillig, damit hantieren sieht. Schon im zarten Alter von 15 Monaten hatte er eine Stifthaltung, die uns beeindruckte, und produzierte Strichkritzeleien am laufenden Meter:

Doch ca. mit dem 2. Geburtstag erlosch sein Interesse fast komplett. Wir durften ihm gerne was vormalen, aber zum Selbermalen hatte er keine rechte Lust mehr – inzwischen glaube ich, das lag schlichtweg daran, dass er realisierte, dass er selber nicht “so” malen konnte wie wir Großen.

Erst vor ein paar Tagen malte ich ihm mal wieder ein Lachgesicht und er ordnete an: “Noch Beine dran, Mama!” Aha, dachte ich bei mir, der Kopffüßler-Entwicklungsschritt bahnt sich an, wenn auch bis jetzt nur “theoretisch”. Diese Erkenntnis ging mir nicht mehr aus dem Kopf und erst gestern wieder dachte ich darüber nach und fragt mich, wann und ob er überhaupt noch beginnen würde, zu malen. Könnte ja auch sein, dass das was ist, was ihn einfach nicht (mehr) interessiert, was ich als Kunstlehrerin natürlich schon ein klitzekleines bissi schade gefunden hätte…

Ja, was soll ich sagen? Ich war gerade beim Wäsche Einräumen, als ich heute plötzlich ins Kinderzimmer gerufen wurde mit den Worten: “Guck ma, Mama, ich hab ein Haus gemalt! Und viele Fenster! Und einen Mann!” Ungläubig betrat ich das Zimmer und war baff. Einfach so, von jetzt auf nachher, hat der kleine  Mann begonnen, wirklich gegenständlich zu zeichnen. Ok, alles noch ein wenig “ungelenk”, aber doch deutlich als solches erkennbar. Ich hab mich echt gefreut! Das musste ich natürlich gleich festhalten, war es doch auf der Magnettafel entstanden. Hier also das erste Werk unseres kleinsten Mannes:

Die Linie ganz außen rum soll das Haus sein, die vielen kleinen Kringel die Fenster. Rechts am Bildrand ist eindeutig der Kopffüßler-Mann zu erkennen und links oben befindet sich eine Sonne (mit einem Strahl. ;-) )

Ich freu mich so! :D

Was ich komplett vergessen hatte, zu erwähnen: pünktlich am 1.2. begann das Knöpfel in meinem Bauch sich deutlicher bemerkbar zu machen. Ich spüre inzwischen täglich seine Wach- bzw. Hampelphasen, das ist so schön! In den Wochen davor habe ich ganz ab und zu, manchmal tagelang gar nicht, dieses “Fisch-Schwurbel-Gefühl” gehabt. Aber wie gesagt, seit Montag kommen ganz deutliche “Klopfzeichen” aus der kleinen Höhle in meinem Bauch! :)

Kaum ist mein Liebster weg -von heute an bis Fr dienstlich unterwegs, nächste Woche nochmal – werd ich krank! :( Die letzten Tage hatte ich schon leichten Schnupfen, aber das hielt sich in Grenzen. Heute morgen wurde selbiger ziemlich penetrant und ich musste ständig niesen. Dann gegen Mittag begann ich mich schlapp zu fühlen, legte mich für ein halbes Stündchen hin und erwachte noch schlapper , mit Kopf- Glieder- und Halsschmerzen. Bäh, blöd!

Jetzt trink ich viel, nehm Schüssler Salze und bin den ganzen Nachmittag schlapp rumgehangen. Zum Glück kein Fieber! Hoffentlich geht’s bald wieder vorbei….

Was Schönes: Morgen komm ich in die 20.SSW, wow, die Zeit vergeht, das Bergfest naht. :)

Mein Tag begann damit, dass wie immer gegen 6:30 Uhr ein lautes “Maaaaama! Maaaaama!” durchs Babyfon schallte und ich mich noch etwas schlaftrunken aus den Federn schälte, um mich ein paar Ecken und zwei Türen weiter gleich wieder in selbige fallen zu lassen, fröhlich begrüßt von unserem Kurzen. Kurz darauf kamen auch meine zwei anderen Männer gähnend um die Ecke und verkündeten, ich dürfe liegenbleiben und sie würden jetzt nach unten verschwinden und alles vorbereiten. “Ich will auch helfen!”, rief der Kleine begeistert und Schwupp! weg waren sie.  Ich muss dazu sagen, dass ich den Wunsch, mich heute mal nicht um verschiedenste morgendliche Dinge kümmern zu müssen, gestern Abend lauthals verkündet habe… ;-) Also lehnte ich mich zufrieden zurück, las noch ein paar Seiten aus Frank Schätzings “Limit” und hörte belustigt dem geschäftigen Treiben draußen vor der Tür zu, bis ich dann gegen sieben gerufen wurde. So könnten meine Tage öfters beginnen, herrlich! :)

Auf dem (beträchtlichen) Rest Schoko-Bananen-Kuchen, den meine Schwiegerma gestern zum (vorgezogenen Geburtstags-)Kaffee beigesteuert hatte, brannten Geburtstagskerzen. Ich war gottfroh, dass ich gestern nicht noch backen musste, denn für die Kinder gehört einfach ein Geburtstagskuchen zu so einem Fest dazu und ich hatte kein Problem damit, diesen Rest einfach von meinen Männern zum selbigen unfunktionieren zu lassen.

Wir feierten ein wenig und die Kinder überreichten mir ihre selber gebastelten / ausgesuchten Geschenke und Karten. Richtig nett wars und ich hab mich ehrlich gefreut. Dann schickten wir den Großen gegen halbacht auf den Weg in die Schule und machten uns ausgehfein. Um neun brachten wir den Kleinen in die Spielgruppe, die er seit letzten September jeden Montag besucht, und fuhren dann gleich weiter zu einem pompösen, leckeren, zweisamen Frühstück. Richtig schön war’s! Ich habe die Zeit mit meinem Liebsten sehr genossen und wir haben uns toll unterhalten.

Ein wenig schlucken musste ich angesichts der Tatsache, dass ich nun schon 41 Jahre alt geworden bin. Mann, die Zeit rast! Erstaunlich war auch, als uns klar wurde, dass bei meinem nächsten runden Geburtstag unser Kleinstes so alt sein würde wie unser Größter jetzt und dieser wiederum im selben Jahr seinen 18. Geburtstag feiern wird. Wow.

Mittags sind wir dann noch mit den Kindern zum goldenen M gefahren, das war meine Idee gewesen, so waren die Kids glücklich, ich musste nicht in der Küche stehen und wir Großen konnten uns esstechnisch zurückhalten, da wir eh noch volle Bäuche hatten, was in einem anderen Restaurant sicher nicht so einfach gewesen wäre. Damit war jedem gedient und alle zufrieden. :-D

Nun werde ich den Rest des Tages noch ganz geruhsam und wahrscheinlich mit viiielen Glückwunsch-Telefonaten verbringen und morgen kommen zwei Freundinnen zum Frühstücken zu mir nach Hause. Mehr “Party” gibt’s dieses Jahr nicht, aber das fühlt sich so genau richtig an.

Seit ein paar Tagen kreise ich. Nicht wirklich, sondern meine Gedanken kreisen. Um die Geburt. Eigentlich hatte ich vor, einen geplanten Kaiserschnitt machen zu lassen. Aus mehreren Gründen:

  • Ich hatte bereits zwei Kaiserschnitte, jedes Mal deswegen, weil die Geburt einfach nicht weiterging. Die Kinder drehten sich partout nicht in den Geburtskanal ein, wahrscheinlich liegt es an der Form meines Beckens.
  • Ich brauche nach der Geburt unbedingt bestimmte Vorkehrungen, damit es mir mit meinem kaputten Rückgrat (angeborene Fehlbildung knapp überm Kreuzbein) nicht total besch…en geht. Als da wären: Babybay und elektrisch verstellbares Krankenbett, Hochlagerung der Beine.

Da es in der Klinik, in der ich auch den Kleinen bekommen habe, nur sehr wenige elektrische Betten gibt, ich aber ansonsten sehr zufrieden war, kam ich auf die Idee: Wenn es eh ein Kaiserschnitt sein muss, dann plane ich ihn eben und habe dann alles, was ich brauche, denn ich muss ja auch nach mir gucken. Womit wir übrigens wieder beim Thema “Kompromisse” wären..

Nun, was soll ich sagen? Je näher der Termin rückt, desto klarer wird mir, dass ich mit der Vorstellung null leben kann, das Knöpfelchen auch nur einen Tag vor dem Zeitpunkt, den es selber bestimmt hätte, einfach aus seiner Höhle “herauszurupfen”.

Mir ist das zutiefst suspekt und ich weiß auch, dass der Start viel besser gelingt, wenn das Baby selber bereit ist – mein Großer wurde 2 1/2 Wochen zu früh geboren, weil ich einen Blasensprung hatte und er hatte viel größere Startschwierigkeiten (wenn sie auch nicht “schlimm” waren) als der Kleine, der fast termingenau auf die Welt kam.

Und nun soll ich mich hinstellen und von vornherein festlegen, dann und dann kommst du raus da, basta. Ein Graus! Ich kann das nicht! Eine gute Freundin von mir meinte, ich solle auf jeden Fall den Arzt des KH darauf ansprechen und wenn er nicht mitmacht, was ich will (nämlich warten, bis es wirklich losgeht, ruhig noch ein paar Wehen durchmachen und dann ins KH und Kaiserschnitt), dann soll ich mir doch einfach ein anderes KH suchen. Recht hat sie. Aber ich weiß auch nicht, wie ich eines finden soll. Ich kann ja jetzt schlecht anfangen, jede Münchner Entbindungsklinik abzutelefonieren, ob sie genügend elektrisch verstellbare Betten haben, oder??? Ich hab auch keinen Nerv, deswegen alle Infoabende abzuklappern (denn das meiste dort betrifft mich ja eh nicht). Meint ihr, die Hebamme könnte über sowas Bescheid wissen? Ich bin so unschlüssig, was ich tun soll. Hat jemand einen Tipp für mich?

In den Wochen vor Weihnachten entwickelte sich das Thema Hausaufgaben bei unserem Großen, jetzt in der 3. Klasse, neuerlich zum Familienkracher, sprich, es knallte fast täglich deswegen. Zu Beginn seiner Schulzeit gab es das auch, und danach immer mal wieder, aber ab der 3. Klasse schien es sich beruhigt zu haben, er machte seine Aufgaben selbständig und relativ konzentriert.

Irgendwann im Dezember hielt das Chaos wieder Einzug. Ständig fehlten Sachen, wurden Aufgaben vergessen, gab es Geschrei und Getobe beim Erledigen, es war fürchterlich. Zuerst zog ich die üblichen Register: erst ermuntern, anspornen, dann aus Verzweiflung schimpfen, drohen. Nichts nützte. Dann schob ich es auf die Schlafprobleme, die er zu dem Zeitpunkt auch hatte und vertagte das Thema aufs neue Jahr. Im Januar waren die Schlafprobleme wieder weg, aber der Hausaufgabenstress kam leider mit Schulbeginn auch wieder zurück. Inzwischen glaube ich, die Schlafprobleme waren eine Folge, nicht die Ursache des Problems.

Denn seit wir eine gangbare Lösung gefunden haben, hat sich vieles entspannt, vor allem jedoch das Kind. :) Und diese Lösung sieht wie folgt aus:

  • Er beginnt seine Hausaufgaben jeden Tag zwischen 14:00 und 14:30 Uhr, je nachdem, ob danach noch ein Termin ansteht oder nicht.
  • Er holt seine Schulsachen und legt alles auf den Tisch, was er für die Erledigung sämtlicher anstehender Aufgaben braucht, währenddessen setze ich unseren Kurzen vor den Fernseher – zur Zeit Pingu DVD rauf und runter.  Er darf ca. 40 Minuten gucken, das ist ein Kompromiss, da ich das eigentlich für zuviel halte, aber anders geht es einfach nicht, Ruhe reinzubringen und da er keinen Mittagsschlaf mehr macht, wäre er sonst einfach zu grantig, um sich eine Stunde lang selbst zu beschäftigen.
  • Dann setze ich mich zum Großen, schreibe mir auf, was er alles zu tun hat und er darf entscheiden, womit er beginnen mag.
  • Dann läuft es immer gleich ab: er schätzt, wie lange er braucht, ich notiere das und er legt los.
  • Wenn er beginnt zu trödeln, bringe ich ihn wieder auf den Weg, diktiere ihm die abzuschreibenden Wörter oder die Matheaufgaben, damit er nicht aus dem Tritt kommt.
  • Dann schreiben wir auf, wie lange er tatsächlich gebraucht hat. Er freut sich natürlich immer, wenn er schneller als seine Schätzung war. :)
  • In Phasen, in denen es bei ihm gut läuft, räume ich nebenher die Küche auf (in der wir uns aufhalten).Positiver Nebeneffekt: ich habe (fast) immer eine relativ gut aufgeräumte Küche :)
  • Zum Schluss zählen wir die gearbeitete Zeit zusammen und für jede vollen 15 Minuten (und ab 8 Minuten aufgerundet auch) OHNE Stress und Toben bekommt er einen Chip.
  • Diese Chips kann er für Medienzeit einsetzen, also Computer, TV, Konsole.
  • In den 40 Minuten, die der Kurze guckt, wir er natürlich meistens nicht fertig. Also hat der Kleine gelernt, dass er sich danach noch ein Weilchen selber beschäftigen muss. An Tagen, an denen das partout nicht klappen will, pendle ich zwischen den Kindern hin- und her oder, wenn auch das nicht funktionieren will, machen wir den Rest am Abend wenn der Kurze schläft. Ist jedenfalls besser als vor lauter Ablenkung ewig davorzuhocken und Frust zu schieben.
  • Zum Pensum ist zu sagen, dass wir ohne Karteien auf 45-60 Minuten reine Arbeitszeit kommen, was tatsächlich auch dem von der Schule angegebenen Zeitraum entspricht. Allerdings müssen die Kinder noch zusätzlich knappe 100 Rechtschreibkarteikarten und ca. 50 Mathekarteikarten erledigen in diesem Schuljahr, was das Pensum entweder fast jeden Tag auf 90 Minuten ansteigen ließe oder eben auch Arbeit am Wochenende oder in den Schulferien verlangt. Ich finde das schon extrem viel, muss ich sagen. Mönsch, das sind Grundschulkinder, die da täglich auf ca. 6 Stunden Arbeitszeit kommen, das ist mehr als ein Halbtagesjob! Und verplant (da ja auch Pausen dabei sind) sind insgesamt ca. 8 Stunden (5 vormittags, 2 nachmittags). Das ist m.E. nicht angemessen für ein achtjähriges Kind! Aber was will ich machen, das ändere ich nicht. Also versuche ich, das Beste draus zu machen – und siehe da:

Das mit den Hausaufgaben klappt inzwischen sehr sehr gut! Nur ganz selten hat er noch so Ausraster wie früher, da steigert er sich dann total in eine Winzigkeit hinein und findet aus seinem persönlichen Drama nicht mehr hinaus, was ein Erledigen der HA (fast) komplett unmöglich macht. Da kann es dann schon sein, dass er 40 Minuten für etwas braucht, das er sonst in 15 Minuten erledigt hätte. Leider. Aber zum Glück passiert das ja nur noch ganz ab und zu.

Ja, so läuft das also bei uns. Auch wenn ich mehr Einsatz bringe, als das von Seiten der Schule (“Selbständig! Keine Kontrolle!”)  gefordert wird. Das ist mir schnuppe. Denn wenn ich ihn alleine lasse mit seinen Schwierigkeiten, dann geht der Schuss dermaßen nach hinten los für alle Beteiligten, das will ich einfach nicht.

Einziger Wermutstropfen ist eben der TV-Konsum des Kleinen. Aber damit muss ich wohl leben. Er erholt sich recht gut dabei und kann sogar inzwischen selber eine Folge auf der Fernbedienung weiterskippen, die er nicht sehen möchte. Zumindest setze ich ihn vor kind- und altersgerechte Sendungen und halte es in klaren Grenzen. So ist das, wenn man mehrere Kinder hat. 100% für alle geht nicht, da müssen eben Kompromisse her. Und die werden wohl nicht weniger werden ab dem Sommer…. ;-)

Am Samstagabend war es so weit – unser Projekt “Der Kurze geht mit Papa schlafen” konnte starten, da ich sowieso ab 18:30 Uhr zu einer Geburtstagsparty eingeladen und deshalb nicht anwesend war. Bisher habe nämlich ausschließlich ich ihn Schlafen gebracht, schlichtweg deshalb, weil er ja bis Ende August noch abends gestillt wurde.

Als ich dann Ende September schwanger wurde, dämmerte mir irgendwann in der Adventszeit, dass es da kleinere oder auch größere Terminschwierigkeiten geben könnte, falls der Kurze im kommenden Sommer immer noch auf meine Anwesenheit zum Einschlafen pocht.

Also beschlossen wir, das Ganze in den Weihnachtsferien anzugehen, was aber aus diversen Gründen nicht geklappt hat. Ist auch nicht immer so einfach, sowas anzupacken, irgendwie hat man Muffe vor der Reaktion des Kindes, es könnte ja gegebenenfalls brüllen wie am Spieß oder so…. argh.

Aber nachdem nun die Geburtstagseinladung ins Haus geflattert war, wusste ich: Kleiner, dein Stündlein hat geschlagen! ;-) Mein Mann war etwas nervös, der kleine Herr hingegen wirklich cool. Die Ankündigung dieser Neuerung nahm er kommentarlos zur Kenntnis und verabschiedete mich dann am Samstagabend mit einem schlichten “Tschüss”. Und was soll ich sagen – total problemlos das Ganze. Er hat wohl mal kurz nach mir gefragt, war dann aber mit der neuerlichen Auskunft, ich sei bei S. zum Geburtstagfeiern, zufrieden. Ein kurzer Anlauf von Trotzanfall wurde von meinem Mann professionell im Keim erstickt und das wars dann auch. Er guckte wohl noch kurz etwas irritiert, als mein Göttergatte vergaß, rechtzeitig beim Singen das Licht auszumachen, kuschelte sich dann aber kommentarlos an meinen Mann und schlief ein. Fertig, aus die Maus. Super!

Das ist wiederholenswert. Und auch nötig, damit der kleine Mann sich dran gewöhnt. Soo ein Pech, da muss ich ja jetzt regelmäßig am Fr- oder Sa-Abend das Haus schon gegen 18:30 Uhr verlassen. Schreckliche Vorstellung … ;-)

So nett ist er grad, schlüpft z.B in meine Pantoffeln und dann ist er die Mama und putzt Spiegel, hantiert mit dem Staubsauger, wischt Staub. Ich soll so lange im Elternbett hüpfen, was ich lieber bleiben lasse – des Bettes wegen. ;-)

Oder er schmiegt sich an mich und ruft fröhlich. “Sooo ssön isses bei der Mama!” Hach ja, seufz.

Außerdem besticht er immer wieder mit so tollen Aussagen wie:” Das Kissen is warm (streicht über eins mit Flanellbezug) und das da ist kalt (jetzt ist eines mit Baumwollbezug dran). Aber wenn ich mich da drauf lege (legt seinen Kopf aufs Kissen), dann wird das auch warm!” Oh, mein kleiner Entdecker.

Ach ja, und so was wie ein Dauerbrenner zur Zeit, der uns immer wieder zum Lachen bringt: Wenn ihm irgend jemand was wegnimmt, sei es, weil er es nicht haben darf, oder weil er es aus anderen Gründen hergeben soll, guckt er total entrüstet und schimpft: “Du hast mir was dedohlen!” :D

Ich bin ganz platt, das ist die treffendste, schönste und bildhafteste Beschreibung von der Beziehungsdynamik im Familienleben, die ich je gelesen habe. Beeindruckend wahr, auch beeindruckend, wie sehr sich so viele (siehe Comments) damit identifizieren können – und genau dadurch ungemein beruhigend! “Es” ist normal! Uff.

Gerade wird wieder viel übers Stillen geschrieben – bei Kassiopeia und Frau Miez zum Beispiel – und da kommen bei mir natürlich auch wieder eine Menge Gedanken hoch, die ich nun gerne “zu Papier” bringen möchte.

Ich habe bereits zwei Kinder gestillt, es kam für mich damals nichts anderes in Frage und es hat zum Glück auch geklappt. Beide 6 Monate voll und den Großen dann bis zum 9. Lebensmonat, den Kleinen sogar fast bis zu seinem 2. Geburtstag. Auch das dritte möchte ich stillen, und ich habe inzwischen so viel drüber gelernt, dass ich weiß, dass es eine ganz zentrale Sache gibt, die Stillen überhaupt erst möglich macht – und das ist Gelassenheit.

Das schreibt sich so schön hin und jede(r) weiß, dass es sich viel viel einfacher liest, als es ist. Gelassen bleiben, auch wenn mal etwas nicht so läuft, ist eine große Tugend, die erst mal erlernt sein will.

Ich erinnere mich noch ganz genau an die Stillzeit mit meinem Großen, damals noch Stillen nach Zeitplan, nicht mehr so streng wie anno dazumal, aber doch so einigermaßen regelmäßig. Was dazu führte, dass der Knopf seine Schübe natürlich nicht ausleben konnte, ich nicht merkte, dass er mehr braucht und prompt das gefürchtete Grauen über uns hereinbrach: die Milch langte plötzlich nicht mehr. Ich war panisch, begann ihn vor und nach dem Stillen zu wiegen, fühlte mich wie der komplette Versager und meine damals größte Angst hing wie ein Damoklesschwert über uns – Fertigmilch!!! All diese Gedanken führten nur zu kompletter Verkrampfung meinerseits und daraus resultierend natürlich dem weiteren Wegbleiben von Milch. Erst das Stillen im Halbschlaf in der Nacht, ohne Stress, weil zu müde zum Stressen, zeigte mir, dass es doch noch klappt und ließ mich durchhalten.

Heute kommt mir das alles ziemlich lächerlich vor, bei unserem Zweiten war ich sehr viel gelassener und ließ mich nicht verunsichern, nicht einschüchtern und vor allem auch nicht von eigenen Ansprüchen unter Druck setzen. Sollte es klappen, würde es klappen, wenn nicht, dann nicht, nahm ich mir vor. Zudem war mir von Anfang an klar, sollte die Milch mal nicht (mehr) reichen, bekommt der kleine Herr eben zwischendurch mal ein Fläschchen. Punkt. In den ersten Tagen habe ich auch wirklich etwas zugefüttert, da ich per Kaiserschnitt entbinden musste und in diesem Falle der Milcheinschuss einfach länger auf sich warten lässt. Das machte mir nichts aus, ich wusste ja, sie wird noch kommen. Ich wusste aber auch, ich will nicht, dass der kleine Mann vor Hunger weinen muss. Und alles wurde gut. Lustigerweise hatte ich in dieser zweiten Stillzeit niemals zu wenig Milch, und ich führe das auf zwei Umstände zurück: zum einen auf meine absolute Gelassenheit und zum anderen auf das Stillen nach Bedarf.

Und trotzdem habe ich bezüglich unseres dritten Kindes wieder andere Vorstellungen. Ich war nämlich mit Kind Nr. 2 mit einem kompletten Bu.senfeti.schisten gesegnet, der wohl heute noch an meiner Brust hängen würde, hätte ich nicht selber die Initiative ergriffen und ihn von seinem ersten Geburtstag an schrittweise aktiv entwöhnt. Dieser Prozess dauerte bis eine Woche vor seinem zweiten Geburtstag, er war langwierig und verlangte auch mir einiges ab, auch weil ich den Anspruch hatte, ihn so zu entwöhnen, dass er kein “Verlust-Trauma” davontragen würde. Es hat geklappt, darauf bin ich stolz. Trotzdem war mir schon in den ersten Tagen meiner dritten Schwangerschaft klar, dass ich so einen Marathon nicht mehr schaffen und auch gar nicht mehr wollen würde.

Ein paar Dinge möchte ich nun im Sommer in der “dritten Runde” anders machen:

  • ich möchte versuchen, so ein “Mittelding” zwischen sturem Zeitplan und völliger Bedarfsorientierung zu finden, denn es wäre mir schon wichtig, mir durch das Wissen, dass ich erst wieder in ca. x Stunden “gefragt” bin, ein klein wenig mehr Freiheit zu sichern
  • ich möchte versuchen, unser Kind von Anfang an auch an das Trinken aus einem Fläschchen zu gewöhnen, im Idealfall gefüllt mit Muttermilch, aber ich werde auch nicht den “Idealistentod” sterben, wenn es Fertigmilch ist. Dadurch erhoffe ich mir ebenfalls ein wenig mehr Freiheit und auch das Wissen, dass das Kind auch dann nicht “verhungern” bzw. sich mit Unbekanntem quälen muss, wenn ich aus welchen Gründen auch immer mal nicht stillen kann oder will
  • Ich möchte früher mit dem Abstillen beginnen, denn noch mal zwei volle Jahre Stillen möchte ich auf gar keinen Fall

Tja. So sieht das im Moment aus. Aber wie ich schon bei Kind Nr.2 erfahren musste, werde ich diese Rechnung nicht ohne den Wirt machen können. :) Ob es also so oder ganz anders laufen wird, steht (noch) in den Sternen. Eins weiß ich jedoch genau: wie auch immer es laufen wird, das Hauptkriterium wird bleiben: was ist für alle Beteiligten das Beste? Und genau das werde ich dann nach bestem Wissen und Gewissen tun. Ganz gelassen. Hoffe ich doch. :)